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DAS WANDELNDE SCHLOß

DAS WANDELNDE SCHLOß

Regie Hayao Miyazaki
Kinostart 25.08.2005

Kritiken • DAS WANDELNDE SCHLOß

26. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Der Freitag

Nie nur niedlich ist der Trickfilm für Gerhard Midding. "Es ist kein einfacher, behaglicher Parcours, auf den Miyazaki sein Publikum (gleichviel, ob es nun jünger oder älter ist) schickt. Die Beständigkeit von Raum, Zeit und Identität wird regelmäßig aufgekündigt. Die menschlichen Beziehungen scheinen flüchtig und unzuverlässig ... Die materielle Welt ist wankelmütig, die Elemente sind mit Leben erfüllt, die Natur wird zu einer eigenständigen, gestaltenden Kraft. Das Motiv der Verwandlung ist auch eine moralische Kategorie: Die Grenzen von Gut und Böse, von Schönheit und Hässlichkeit verlaufen in Miyazakis Kino nie eindeutig. Die Realität zirkuliert, sie bleibt nicht, wo sie ist."

25. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Berliner Zeitung

DAS WANDELNDE SCHLOß sei nicht einer der besten Filme des Regisseurs, meint Jens Balzer. Er ist "in die Phase des Selbstzitats eingetreten ... Doch mehr noch. Wo seine Filme einst durch die verdichtende Variation einiger weniger Motive bestachen, verzettelt sich DAS WANDELNDE SCHLOß bei dem Versuch, ein universell gültiges, alle Bereiche der menschlichen Existenz gleichermaßen befragendes Autoren-Werk abzugeben. Unaufhörlich wird Wunder auf Wunder geschichtet, unaufhörlich der Betrachter mit den herrlichsten und unvergesslichsten Rätselbildern beschenkt. Doch so fantasievoll diese Welt auch gemalt ist und so konkurrenzlos gut die Animationen aus Miyazakis Studio Ghibli sind, so ratlos verlässt man das Kino."

25. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film besticht laut Christoph Huber durch seine zeichnerische Virtuosität und seinen Reichtum an Ideen. "Als Marxisten und Traditionalisten, als Schöpfer von Öko-Parabeln oder als Antikriegsregisseur hat man ihn schon zu charakterisieren versucht, aber das greift alles zu kurz, so wie der Versuch, ihn dank der Rekorderfolge seiner Filme daheim als "japanischen Disney" zu vermarkten. Miyazaki ist nicht bloß Entertainer mit Botschaft, er ist Philosoph. Seine Filme sind in eminent konsumierbare Form gebrachte Gedankengebäude, die ihm immer wieder zugeschriebenen Überlegungen spielen darin wichtige Rollen, aber einfache Muster lassen sich daraus nicht ableiten, das hieße seine Abgeklärtheit als Naivität zu verkennen: Aus Miyazakis Filmen spricht zwar ein unverbrüchlicher Glaube an die Größe des Menschen und an die Schönheit der Welt, aber dieser Glaube paart sich mit dem Wissen, dass Mensch wie Natur zur Grausamkeit fähig sind."

25. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte entdeckt Vorbilder und Obsessionen des Regisseurs, unter anderem diese: "Japanische Anime-Schöpfer haben vielfach eine ausgesprochene Müll-Obsession, wenn sie uns in jene ruinösen, endzeitlichen Metropolen führen, in denen der diese Gesellschaft so prägende Drang zur Ökonomie und Verpackungskunst gründlich aufgehoben wird. Das titelgebende Schloss ist dann auch eher eine barocke Schrottkonstruktion, gerade so als habe sich der Bildhauer Jean Tinguely vom Maler Arcimboldo inspirieren lassen, um ein grimmiges Stück belebter Architektur zu erschaffen, dessen Tor gefräßige Zähne einrahmen."

25. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Der Tagesspiegel

Wieder einmal ist Sebastian Handke verblüfft von der erstaunlichen Begabung für Erfindung, Atmosphäre und Detail. "Die Handlung wuchert wie ein riesiges Haus, an dem immer dann ein Zimmer angebaut wird, wenn man gerade ein neues braucht. Auf diese Weise dürfte auch das eigentliche Wunder dieses Filmes entstanden sein, das wandelnde Schloss selbst: ein organisch anmutendes Maschinenwerk mit Stegen und Brücken, Türmchen und Treppen, aufgestellt auf vier dürren Hühnerbeinchen. Immerzu in Bewegung und Transformation, stampft das gebrechliche Ungetüm dampfend, klirrend und surrend durchs Niemandsland. Das mäandernde Schloss und Miyazakis Erzählkunst - sie sind handgemacht und von rätselhaften Proportionen, zusammengefügt nach einem sehr bestimmten, aber undechiffrierbaren Formplan, der ihrer Gestalt Windschiefe verleiht und zugleich mythische Erhabenheit."

23. August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • fluter.de

Als wunderschön altmodisch bezeichnet Ingrid Arnold DAS WANDELNDE SCHLOß. "Was für ein Trip! Ohne das Happy End in einer Glaskugel wäre es schwierig, wieder in die Wirklichkeit und unsere Gegenwart zurückzufinden. Denn DAS WANDELNDE SCHLOß ist nicht nur ein überbordend einfallsreiches Fantasy-Märchen, ständig in Bewegung und voller übermenschlicher und allzu menschlicher Veränderungen. Der Film ist auch ein im besten Sinn traditioneller Anime: Die Hintergründe sind prächtige Gemälde. Und die Figuren sehen, in einem liebevollen Retro-Look (der besonders die Frisuren betrifft; dazu am Ende des Films ein echter Brüller) aus wie in den 1970er-Jahren geschaffen, der ersten Hochphase des japanischen Zeichentrickfilms."

August 2005 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • film-dienst 17/2005

Horst Peter Koll ist begeistert von diesem eigenen, narrativ wie ästhetisch unverwechselbaren Kosmos, den der Regisseur weitergesponnen hat. Der Film bietet "eine atemberaubende Visualisierung des Geschehens, die geprägt ist von betörender Schönheit und Poesie. Ohne je in den Verdacht eklektischen Denkens zu geraten, kreiert Miyazaki eine gezeichnete (Kunst-)Welt aus 'europäischen' Versatzstücken, wie sie von den magischen japanischen Zwischenreichen in CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND kaum weiter entfernt sein könnten - und wie sie zugleich deutlich auf die naiven Naturidyllen mit satten Bergwiesen und Schnee bedeckten Bergen aus Miyazakis früher "Heidi"-Serie verweisen. Es ist eine Zuckerguss-Pracht voll bunten Kitsches, ohne dass man dies wirklich als kitschig empfinden würde."

08. September 2004 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Die Tageszeitung

Der Trickfilm birgt viele Wunder in sich, meint Christina Nord. "Ein sprechendes Herdfeuer namens Calcifer, ein junges Mädchen namens Sophie, das zu einer alten Frau wird, weil es mit einem Zauberspruch belegt wurde und fortan zwischen unterschiedlichen Altersstufen changiert, ein wanderndes Schloss, das die Gestalt eines Tiefseefischs mit der eines eisernen Apparats kombiniert. Und wie im Traum kann sich belebte in unbelebte Materie verwandeln."

07. September 2004 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal lobt den Regisseur wegen seiner Exzentrik. Der Regisseur gestattet "seinen Figuren das Abheben und Fliegen. ... in dieser Adaption eines englischen Kinderbuchs werden die Bomben, Panzerkreuzer und Flugzeuge des Ersten Weltkriegs zu bösen, fetten Käfern und monströsen Saurierhybriden. Miyazakis Welt ist voller Wandelgeister und Gewalt; man kann auch sagen, sie ist voller Geschichte."

07. September 2004 | DAS WANDELNDE SCHLOß • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte hat bereits der Ausgangspunkt der neuerlichen Traumreise "entwaffnet": HOWLS WANDELNDE BURG beginnt in einem "Phantasie-Europa, das zunächst erscheint, als hätte Miyazaki seine alten Entwürfe für ein noch unpersönliches Frühwerk ausgemottet - die Kulissen der Serie HEIDI ... Dann aber entschwebt man diesem Relikt der medialen Kinderstube in einem fliegenden Schloss ... Unter allem halbherzigen Verismus, im Besinnungsrealismus der ersten Wettbewerbstage erweist sich Miyazakis Kunstwelt als die bei weitem beständigste."

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