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DAS MEER IN MIR

DAS MEER IN MIR

Regie Alejandro Amenábar
Kinostart 10.03.2005

Kritiken • DAS MEER IN MIR

10. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord vergleicht MILLION DOLLAR BABY mit DAS MEER IN MIR. "Bei Amenábar aber stellt sich dies anders dar. Der Tod des Protagonisten ist der Fluchtpunkt des Films, auf ihn strebt das Gefühlskino mit allen Mitteln zu. Wo der Tod bei Eastwood sich als ein Teil in ein langes Scheitern einfügt, wird er von Amenábar als Befreiung gesetzt. Der Wille des Protagonisten ist dem Film mithin Befehl - nicht die Frage, woher dieser Wille rührt und ob sich ihm etwas entgegenhalten ließe. Doch solange ausgespart bleibt, was hinter dem individuellen Willen steckt, solange nicht einmal erörtert wird, warum ein Leben als lebenswert gilt, ein anderes nicht, wischt DAS MEER IN MIR die Brisanz seines Sujets beiseite."

10. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film gehört dem Hauptdarsteller Javier Bardem, schreibt Christian Schröder. "Ramón kann nur noch den Kopf bewegen, seine Hände sind hilflos verkrallt, der Körper mit dem geschwollenen Brustkorb ist für ihn bloß ein "nutzloses Stück Fleisch". So spielt sich das ganze Drama in Bardems Gesicht und auf seinen Lippen ab. Es wird viel geredet in diesem Film, wie in einer Boulevardkomödie lässt Regisseur Amenábar die Tür im Zimmer des Gelähmten immer wieder aufklappen und schiebt ihm immer neue Nebenfiguren ans Bett. ... Am stärksten ist der Film, wenn er sich ganz auf seine Bilder verlässt. Dann steigt Ramón aus seinem Bett, nimmt Anlauf und stürzt sich aus dem Fenster, kann plötzlich fliegen. Momente von surrealer Schönheit."

10. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Der Tagesspiegel

In den kurzen Text wird der Streit um Sterbehilfe und DAS MEER IN MIR in Spanien geschildert.

10. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Rüdiger Suchsland hat der technisch exzellente Film aufgewühlt. "Dass der Zuschauer versteht, worum es hier eigentlich geht, liegt am Ende dieses aufwühlenden Ideen-Dramas an dem Raum, den er emotional (aber ohne je zu moralisieren) der rücksichtsvollen Darstellung der verschiedenen Argumente gibt: Nicht um Prinzipien, das Ja oder Nein zur Euthanasie und nicht um die offenen oder die heimlichen Ansprüche der Mitmenschen geht es dem Regisseur, sondern um das Recht des Einzelnen, in existentiellen Fragen selbst zu entscheiden, und um die Furcht vieler Menschen vor dieser Freiheit."

10. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Volker Mazassek hat DAS MEER IN MIR große Momente. Der Regisseur "schlägt einen erfreulich nüchternen Ton an, um den Kampf eines tapferen Mannes um sein selbst bestimmtes Ende in Szene zu setzen. Dabei war die Besetzung Javier Bardems in der Hauptrolle eine gute Wahl. Im Bett wirken die Konturen des kraftstrotzenden Mimen wie die eines gefesselten Riesen, der ohne Weiteres den Himmel stürmen und Meere durchpflügen könnte, wenn sein Körper nicht lahmgelegt wäre. ... Gleichwohl bleibt ein Unbehagen. Oft trifft Amenábar den Kern der Sache, gelegentlich segelt er aber vorbei."

09. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Berliner Zeitung

Eine abgründige Elegie der Existenz hat Jan Brachmann gesehen. "Javier Bardem spielt die letzten Sekunden mit einem Naturalismus, der qualvoll ist. Man wird diese Bilder nicht los. Nach Stunden nicht, nicht nach Tagen. Sie gehen in einem um wie unerlöste Gespenster. Amenabar hat diesen Naturalismus gewollt, nicht nur bei Bardem, der für diese Rolle im vergangenen Sommer in Venedig als bester Darsteller ausgezeichnet wurde. Auch allen anderen Schauspielern hat der Regisseur restlose Einfühlung abverlangt. ... DAS MEER IN MIR, gerade mit dem Oscar ausgezeichnet, ist ein Film, den manche Kritiker mit dem Wort "Kitsch" erledigen werden, weil sie sich seiner Zumutung schämen. Sicher - DAS MEER IN MIR hat es auch darauf angelegt, herauszubringen, wie viel Wasser im Menschen steckt. Doch das kann, jawohl, kann der Film nur, weil er an einem zerrt und zehrt."

08. März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Spiegel

Für Urs Jenny ist DAS MEER IN MIR eines der bewegendsten Kinoerlebnisse der Saison. "Der Filmemacher Alejandro Amenábar (verantwortlich für Buch, Regie, Schnitt und Musik) ist mit allem Respekt den Umständen treu geblieben. Und doch hat er auf magische Weise - weil er am Geist und nicht an den Fußnoten des Faktischen festhielt - dieses Unglücksleben in ein bewegend großes lyrisches Melodram verwandelt ... Dass Javier Bardem, 36, der größte spanische Schauspieler seiner Generation ist, braucht längst keinen Beweis mehr: Männlichkeit, strotzende Vitalität und Charme machen ihn zum geborenen Siegertyp aller Klassen. Doch Neugier und Leidenschaft treiben ihn Mal um Mal zu riskanten Alleingängen der Selbstverleugnung, und wie er nun, zum reglosen Menschenbündel zusammengeschnürt, den kahlen, schmalen und zwanzig Jahre älteren Sampedro darstellt, ist ein Balanceakt zartester Beseelung."

März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • film-dienst 05/2005

Eine Vielzahl kleiner Momenten, nicht die großen Effekte machen diesen Film aus, meint Wolfgang M. Hamdorf. "Der Film behandle ein politisches Thema über die Gefühle der Hauptperson und seiner engsten Angehörigen in einer aussichtslosen Situation, verlautete der Regisseur. Das Drama ist tief in der Realität Galiziens verwurzelt, aber mit den Elementen des Gefühlskinos universell verständlich erzählt. ... DAS MEER IN MIR lebt von der Kraft seiner Darsteller, an erster Stelle Javier Bardem, der den fast 30 Jahre älteren Sampedro beeindruckend authentisch darstellt, bis hin zum perfekten galizischen Dialekt. Bardem verkörpert weit über die aufwändige Maskenarbeit hinaus einen Energie geladenen, sarkastischen, aber auch liebenswerten Menschen, dessen Lebensenergie durchaus im Kontrast zu seinem zähen Kampf um den eigenen Tod steht. Beeindruckend sind auch die galizischen Darsteller und die beiden weiblichen Protagonistinnen."

März 2005 | DAS MEER IN MIR • Kritik • epd-film 03/2005

DAS MEER IN MIR wird das Publikum polarisieren, prophezeit Manfred Riepe. Dem Regisseur gelingt "ein überaus lebendiger Film über den Tod. ... Die detailgenaue Beobachtung des Alltags im engen Haus der Schwägerin, die psychologisch nuancierte Zeichnung aller Charaktere und die durchdachte Fotografie münden so keinesfalls in eine zähe dokumentarische Verdopplung einer Passionsgeschichte. Bewegend ist Amenábars Film, weil er jeglicher Metaphysik abschwört und einer inhaltslos gewordenen Religiosität den Rücken kehrt. ... Von der vielleicht etwas zu langen Schlussansprache und ein wenig Zuckerguss hier und da abgesehen, ist Amenábar ein großer Film gelungen."

07. September 2004 | DAS MEER IN MIR • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal entging der Regisseur der "Betroffenheitssimualtion". DAS MEER IN DIR "ist durchaus diskursiv, die schwerstbehinderte, dennoch unverdrossene Hauptfigur gewiss auch ein heikles Ideal. Doch der Zuschauer muss mitentscheiden; mit jedem Kind, das er in diesem Film selbstvergessen am Straßenrand spielen sieht, sieht er sich zwangsläufig in Ramons Situation. Das schmerzt, auch wenn er anders als Ramon wieder erwachen darf aus dem Albtraum."

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