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AGNES UND SEINE BRÜDER

AGNES UND SEINE BRÜDER

Regie Oskar Roehler

Kritiken • AGNES UND SEINE BRÜDER

15. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Der Freitag

Um Sex und Crime und Society geht es in dem Film, meint Michael Esser. "Melodramen rennen an gegen die Regeln der Vernunft, gegen die Regeln der Gesellschaft, sie sind parteiisch für die Liebe, den Hass, die Sehnsucht, die Wut, das Begehren, den Tod. Es sind keine Filme über Gefühle, es sind Filme mit Gefühl. In der Agnes-Episode blitzen solche Momente von Mitgefühl, von Interesse für die Figuren auf. ... Roehler bringt dem Personal seines Films keine großen Sympathien entgegen. Die Musik, seit jeher bedeutsames Element melodramatischer Strategien, liefert den dauergeilen Hans-Jörg mit lauem Dabadabada-Geplansche fistelnder Chorstimmen aus, die ihn als umtriebigen Schwächling der Verachtung preis geben. Für Agnes gibt es esoterisch angehauchtes Glöckchengeklingel und Werner wird durch ein paar Hits aus den sechziger Jahren zum Mann von gestern. So haben wir es leider nur mit Halbschemen zu tun, mit Pappkameraden ohne Tiefe."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte ist "Oskar Roehlers Film ein idealer Botschafter des deutschen Films im Ausland. ... Sein Humor ist weder spöttisch noch herablassend, aber er ist auch nicht gerade leise und feinsinnig. Reohler inszeniert nach dem Prinzip des Augen zu und durch, sein Kredit ist das Gnade der Augenblicks. Er macht keine Gefangenen, entweder es funktioniert oder es geht vollkommen schief. Einige Szenen sind großartig, andere gehen gar nicht auf, bleiben hölzern oder wirken geradezu, als habe jemand eine Seite aus einer Klamotte herausgerissen und dem Regisseur eines biederen Gesellschaftsdramas zum Inszenieren gegeben."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Ulrike Rechel versammelt der Regisseur "eine Gruppe seelisch deformierter Menschen zum Familienporträt, jeder von ihnen im traurigen Abmühen ums Lebensglück verstrickt. ... In Roehlers oftmals gnadenlos überzeichnetem Film, der aus seinem exzessiven Charakter jedoch eine selten anzutreffende Vitalität schöpft, bewegt Agnes sich wie im Schwebezustand: eine Unberührbare im Karneval der Verrückten."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Junge Welt

Christoph Pasour ist nicht besonders angetan. "Fast beiläufig rechnet der neurotische Hofnarr des deutschen Films, Oskar Roehler, mit den westdeutschen Mythen von revolutionärem Widerstand und sexueller Befreiung ab, denen auf nicht mal halber Strecke die Puste ausging. Das Verrottende verleiht den Existenzen der Kinder eine faulige Note."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl findet den Film genauso wie dessen Protagonisten unausgeglichen. "Oskar Roehler ist inzwischen geschickt genug, an seinem eigenen Mythos mitzuschreiben. Er gibt Margit Carstensen eine Nebenrolle als Roxy, dem Schutzgeist von Agnes. Damit insinuiert er selber ein wenig, er sei der neue Rainer Werner Fassbinder. Aber das, was er tut, war im deutschen Kino früher gut aufgeteilt zwischen Fassbinder und Rainer Erler und Heinz Erhardt. An keines dieser Paradigmen kommt Roehler heran."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck empfiehlt den Kartenkauf. Damit kauft man "zwei Stunden pralles Leben, fantastisch überhöht bis zur Karikatur, morbide, laut und alles andere als familientauglich. ... Der Stil variiert, die Extreme bleiben: Extreme der Spießigkeit und der Kreativität, des Verlorengehens in der eigenen Biografie und im sozialen Kontext dessen, was aus Deutschland nach den 68ern wurde."

14. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus hält den Regisseur für einen virtuosen Sprengmeister der Gefühle. Ihm "gelingt es, Gesichter, die in der Film- und Fernsehroutine zu versinken drohten, den Glamour des Extremen zu verleihen. ... Wieder treibt Roehler seine Darsteller über sich selbst hinaus, nutzt An- und Ausfälle, hysterische Tonlagen und Zusammenbrüche als emotionale Vergrößerungsgläser, die Trauer, Verletzlichkeit und eine fast anthropologische Verzweiflung zum Vorschein bringen. Ganz nebenbei bildet sich in AGNES UND SEINE BRÜDER eine Art Höllenfamilie des deutschen Kinos der neunziger Jahre heraus, sozusagen die hässliche Fratze unter den neospießigen Beziehungskomödien."

12. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal führt ein Interview mit Oskar Roehler über das deutsche Erbe und seinen Film AGNES UND SEINE BRÜDER.

12. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala will der Film "Farce, Satire, Groteske, Realitätsstudie, Melodram und Tragödie in einem" sein. "Mag sein, dass Roehler, umgetrieben von ehelichen und herkunftsfamiliären Traumata, seine thematisch arg überschaubare Welt diesmal ein bisschen leichter an- und zurichten wollte. Nur kann Roehler das gar nicht: komisch sein. Es rutscht ihm glatt ins Platte weg und muss zugleich immer ganz was Böses bedeuten. Nur was, wenn diesmal auch das Böse nicht richtig wichtig sein soll? Was bleibt, wenn die Komik die Tragik rückstandsfrei dementiert? Und die Tragik wiederum die Komik? Eine seltsame Nullsumme. Mit dem berüchtigten Lachen, das im berühmten Halse stecken bleibt."

11. Oktober 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • SPIEGEL Online

Für Marianne Wellershoff ist dem Regisseur "ein groteskes, lustiges und anrührendes Familiendrama gelungen, 'eine deutsche Tragikomödie über eine Vorstadtsiedlung', wie Roehler den Film selbst nennt. ... Obwohl Roehler jede Figur ins Groteske zieht - Werner hat einen riesigen Bilderrahmen aus Dosen an der Wand; Hans-Jörg gesteht seinen Voyeurismus in einer Selbsthilfegruppe aus sexsüchtigen Jammergestalten -, hat sein Film etwas Bewegendes, weil er zeigt, wie das Bedürfnis nach der Familienidylle sich die widerborstige Realität unterwerfen will."

07. September 2004 | AGNES UND SEINE BRÜDER • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphla dankt Oskar Roehler für seine Exzentrik. AGNES UND SEINE BRüDER ist ein Film, "dem nicht weniger unterstellt wird, als dass er ein Bild der Hinterlassenschaften der 68er vermitteln wolle. Ein ex-linker Vater und seine Söhne agieren hier ihre Beschädigungen aus ... Aber all das ist nur Folie - Roehler will die Verhältnisse weniger beschreiben, als sich und seine Figuren über sie erheben."

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