Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

MYSTERIOUS SKIN

MYSTERIOUS SKIN

Regie Gregg Araki

Kritiken • MYSTERIOUS SKIN

18. September 2006 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Die Tageszeitung

Jan Kedves sah einen poppigen Film über Missbrauch. Der Regisseur weigert sich "den Film mit einem Betroffenheits-Basso-continuo zu unterlegen. Im Gegenteil: Er beharrt auf seinem aus NOWHERE (1997) und TOTALLY F***ED UP" (1993) bekannten Hang zur Stilisierung, ja zur Over-the-top-Schrillheit - wenn auch in abgemilderter Form. In MYSTERIOUS SKIN kann es zwischendurch schon mal arg kitschig bunte Froot Loops regnen, ertönt mitten in der Nacht wie selbstverständlich Gottes Wort durch die Platzlautsprecher eines Autokinos, schwebt ein Ufo über Brians Elternhaus. Und dies ist noch nicht mal ein Traum."

14. September 2006 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film erzählt laut Leni Höllerer erzählt ohne Voyeurismus von Kindesmissbrauch. "Sicher, Araki vermeidet explizite Schuldzuweisungen und er hat auch keinen "Problemfilm" im klassischen Sinne gedreht: Trotz der Schwere des Themas ist MYSTERIOUS SKIN ein über weite Strecken fast heiterer, ja kurzweiliger Film mit einer durchweg glatten Ästhetik, charmanten Schauspielern und flapsigen Dialogen. Ihm Verharmlosung vorzuwerfen, wäre dennoch falsch, denn die ohnehin selbstverständliche Verurteilung des Geschehenen ist für Araki sekundär, er möchte vielmehr die Bewältigungsversuche der Jungen aus deren subjektiver Perspektive darstellen."

14. September 2006 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Unheimliche, schreckliche Vorfälle spielen eine wichtige Rolle, schreibt Frank Noack. "Ansonsten ignoriert Gregg Araki die Hautsymbolik des 1995 erschienenen Romans von Scott Heim – was man ebenso hinnehmen kann wie den Verzicht auf die fünf verschiedenen Erzähler, die das Buch hat. Schwerer wiegt, dass Araki keinen Versuch unternimmt, den spielerischen Ton der Vorlage zu übernehmen. Heim behandelt sexuelle Gewalt gegen Kinder und deren Spätfolgen ohne Betroffenheitspathos. Sein MYSTERIOUS SKIN liest sich wie das Buch eines hochbegabten, emotional unreifen Jugendlichen – schockierend, gerade weil die Erlebnisse von Brian und Neil in einem flapsigen Ton geschildert werden."

23. November 2005 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

An den Kinokassen in den USA ist der Film nicht besonders erfolgreich, weiß Michel Bodmer. "Dabei ist dies nicht nur Gregg Arakis reifster Film, sondern auch eine der ehrlichsten und bewegendsten filmischen Auseinandersetzungen mit dem Thema Kindsmissbrauch überhaupt. ... Ähnlich Scott Heim, der sich sprachlich in den jungen Neil hineinversetzt, um die sexuelle Misshandlung durch den geliebten Coach in der Erinnerung zu beschönigen, geht Araki bei seiner Inszenierung das Wagnis ein, statt der konsequenten Düsternis von Problemfilmen auch idyllische und fröhliche Momente ins Bild zu setzen. Aber gerade weil er Neil und Brian, ihre Angehörigen und Freunde auch mit Humor zeichnet und selbst den pädophilen Coach nicht einfach dämonisiert, erzeugen die späteren Szenen, in welchen die Protagonisten mit ihren Traumata konfrontiert werden, eine umso grössere emotionale Wirkung."

07. September 2004 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte bietet der Film Einmaliges: "Anstatt mit Entsetzen und Mitleid zu operieren, setzt er auf eine haargenaue, überaus logisch entfaltete Chronik von Erinnerung und Kompensation. ... Anders als etwa Larry Clark in seinen Filmen über Jugendliche sucht Araki nicht nach bildhaftem Ausdruck, ja seine psychologische Detailaufnahme, die sich wie ein leiser Kriminalfilm entfaltet, erreicht eine Nähe an der Grenze zur Unsichtbarkeit."

05. September 2004 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • SPIEGEL Online

Für großer Poesie hält Wolfgang Höbel den Film. Der Regisseur "schildert mit großer Zärtlichkeit für die Figuren keinen Sozialporno, sondern ein grausiges Märchen. Dessen Moral lautet: Fürchtet euch vor schnauzbärtigen Männern!"

04. September 2004 | MYSTERIOUS SKIN • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord macht der Regisseur kein Geheimis um die Geschichte: er erzählt eine Missbrauchsgeschichte; mit den Visionen eines Kindes. "Ein dankbares Feld für einen Film, da sich hier die Obsessionen überkreuzen: das tatsächliche Trauma, die gesellschaftliche Hysterie angesichts des Missbrauchsthemas, das Eindringen moderner Mythologie in die individuelle Erinnerung. Interessant etwa ist, wie sich der Film zu Brians Visionen verhält: Statt sie als solche zu markieren, teilt er sie. ... Arakis visueller Einfallsreichtum ist erfrischend, birgt aber zugleich eine Gefahr: Er, der große Virtuose, zeigt uns, was er alles kann. Das macht MYSTERIOUS SKIN zu einem eitlen Monster."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,37049