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VANITY FAIR

VANITY FAIR

Regie Mira Nair
Kinostart 31.03.2005

Kritiken • VANITY FAIR

31. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Der Tagesspiegel

Daniela Sannwald glaubt, daß es sich um einen guten Filmstoff handelt, den die Regisseurin aber zu altmodisch inszeniert. "Mira Nair hat die Spieler im Casino wie Mode-Punks frisiert und angezogen, ihre Becky trägt meist sattes Rot (Skandalfarbe!), und während die Offiziersuniformen nach Operette aussehen, scheint der Blumenschmuck der Frauenfiguren einem Biedermeier-Gemälde zu entstammen. VANITY FAIR kreuzt indische Folklore, Thackeray und Popkultur - und setzt die Oberflächlichkeit und den kruden Materialismus der aufkommenden Bourgeoisie doch nur mäßig beglückend in Szene."

31. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer reflektiert unter anderem über die Hauptdarstellerin: "Geradezu makellos fügt sich die aus Nashville, Tennessee, stammende Reese Witherspoon ins zutiefst englische Umfeld und erweitert ihr Rollenrepertoire weniger, als dass sie es vertiefend variiert. Ihre Darstellung der gewitzten Becky liegt auf der Linie, die mit den Figuren der so wild entschlossenen wie streberhaften Tracy Flick in Alexander Paynes ELECTION und des zunächst naiven, sich dann aber als sehr intelligent und wiederum wild entschlossen erweisenden Blondchens Elle Woods in NATÜRLICH BLOND vorgezeichnet war."

31. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Film und Roman sind sich in vielem einig, meint Marli Feldvoß. "Mira Nair scheut keine Mühe, diese Rebecca Sharp mit ihrem eigenen Moralkodex, ihrer Überlebenskraft und ihrem unbedingten Streben nach Anerkennung in eine Frau von heute zu verwandeln. Becky bleibt nur äußerlich eine Figur des 19. Jahrhunderts, innerlich verschmilzt sie mit der modernen Amerikanerin Reese Witherspoon, die dank ihrer realen Schwangerschaft auch noch zur zeitgemäßen prallen Weiblichkeit erblüht. ... Ein Hoch auf die Abenteurerin und auf die orientalische Verschwendung, die wie ein heimlicher Triumph das sorgfältig angelegte viktorianische Genregemälde überwuchert."

31. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Christina Heinen fehlt dem Film die inhaltliche Zuspitzung. "Ein üppiger visueller Stil, verwunschene Schauplätze, warme Farben und opulente Feste lassen Mira Nairs Verfilmung von William Makepeace Thackerays "Jahrmarkt der Eitelkeit" von 1848 aussehen wie ein Stück indisches Kino. Nair lockert das steife Flair des Kostümfilms durch einen Ausflug in die britische Kolonie und eine wilde Tanzszene auf. Inhaltlich gelingt es ihr jedoch weder, die Spitzen der historischen Gesellschaftssatire zu vermitteln, noch Thackerays Geschichte um das Scheitern einer sozialen Aufsteigerin an Klassenschranken zu aktualisieren."

31. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Der Spiegel

Laut Daniel Haas stolpert der Film über seinen eigenen Anspruch. Alles ist "sehr hübsch anzuschaun: Nair ist eine großartige Bildgestalterin, die Farben, Licht und Ausstattung effektvoll einzusetzen versteht. Doch die Geschichte hat sich da längst verflüchtigt im Rundgang durch die Kulissen eines Buches, dessen panoramatisches Auffächern einer Ära nicht aufs Dilemma einer Figur verkürzt werden kann. Genau dies aber muss filmisches Erzählen, zumindest in seinen gängigen Formen, leisten: die Entwicklung einer Story, die Zuspitzung von Konflikten. Dafür aber hält sich Nair zu streng ans literarische Original; die Dramaturgie wird ersetzt durch episodische Aneinanderreihung."

30. März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • Berliner Zeitung

Als Inbegriff eines Kostümfilms, als ein mit allen Sinnen arbeitendes Überwältigungskino, bezeichnet Harald Jähner VANITY FAIR. "Der Film hat Farbe satt, Ton satt, Dekor satt, Kostüme satt. Man ist alsbald, kaum geht das Licht aus, mit Aug und Ohr im Großbritannien Thackerays ... Reese Witherspoon ist mit ihrem spitzem Kinn unter dem zweideutigem Lächeln eine glaubwürdig unglaubwürdige Becky. List und Wärme im gleichen Moment ausstrahlend, scheint sie ständig ihre Wirkung zu überwachen und nachzujustieren - eine Ingenieurin der Verführungskraft. Während die Männer es sich komfortabel machen in der von Becky geschaffenen Behaglichkeit, überwacht sie die Situation mit verstohlenem Seitenblick - eine komplexe emotionale Haltung, die Reese Witherspoon gut verkörpert."

März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

März 2005 | VANITY FAIR • Kritik • film-dienst 07/2005

Alexandra Wach findet dann doch noch nette Worte über VANITY FAIR: Der Film ist gut inszeniert und weiß durchaus zu unterhalten. Aber die Regisseurin begnügt damit, "aufwändige Schlachten und nie endende Landpartien in bester BBC-Manier in Szene zu setzen. Die Feste sind ein Kostümfilmrausch, in dem herausgeputzte Damen in Seidenkleidern und mit üppigen Dekolletés um die Wette mit den Militärs flirten. Auch vor einem kitschigen Kniefall schreckt Nair im Finale nicht zurück: Zahllose Feuerschlucker, Negerpagen und indische Tänzerinnen verneigen sich vor dem König und holen die Exotik heim ins Empire."

07. September 2004 | VANITY FAIR • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hat gutes Gebrauchskino gesehen. "Die Hollywood-Actrice Reese Witherspoon war mit der Rolle der Becky Sharp nicht direkt überfordert, aber sie konnte die Grenzen von Nairs durchaus sorgfältigem Ausstattungskino auch nicht sprengen. ... Aus dem bleiernen Weg in die Salons der hochwohlgeborenen Damen jedoch, den Becky Sharp geht, hat Nair nur einen schönen bunten Tapeten-Film gemacht, in dem Witherspoon so oft als möglich ihre spitzen, weißen Zähne zeigt."

03. September 2004 | VANITY FAIR • Kritik • SPIEGEL Online

Für Wolfgang Höbel ist der Film "wunderhübsch anzuschauen. "Die indische Regisseurin schwelgt im englischen Großstadtschmutz, in der englischen Landschaft und in der englischen Adels- und Bürgerwelt des frühen neunzehnten Jahrhunderts - aber anders als etwa Ang Lee schafft sie es nicht, aus der Distanz ihrer Herkunft poetische Kraft in die sehr gemächliche Literaturverfilmung zu zaubern."

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