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DER MANCHURIAN KANDIDAT

DER MANCHURIAN KANDIDAT

Regie Jonathan Demme

Kritiken • DER MANCHURIAN KANDIDAT

12. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Der Spiegel

Julia und Rüdiger Sturm sprechen mit Denzel Washington über die gesellschaftliche Wirkung des Kinos, die Intelligenz des Publikums und sein Streben nach Demut.

11. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl vergleicht das Orginal mit dem Remake. "Bei John Frankenheimer war die Szene der Gehirnwäsche ein Höhepunkt des Films - eine brillante Kamerabewegung um 360 Grad, in deren Verlauf sich die Moskauer Psychologen des Pavlov-Instituts in eine Versammlung amerikanischer Kleingärtnerinnen verwandelten. Bei Jonathan Demme ist diese Szene nicht so zentral - dafür ist sein gesamter Film auf eine Weise unheimlich, die stark auf einer Psychologie der Unterwerfung beruht. ... Jonathan Demme arbeitet, wie gewohnt, mit Tak Fujimoto als Kameramann. Selten war Amerika so attraktiv wie in diesem Film; selten war es zugleich so inhuman."

11. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Junge Welt

Andreas Hahn bettet den Film in eine Theorie über das bürgerliche Subjekt ein. "Der entscheidende ideologische Punkt an dem Film ist letztlich gar nicht das Verhältnis zwischen Politiker, Krieger und Attentäter und auch nicht der allmächtige Konzern, der parastaatlich im Hintergrund, die, wie man so sagt, Fäden zieht, sondern das Bild von Meryl Streep als, um im Slang der Psychoanalyse zu sprechen, alles Begehren absorbierende phallische Mutter Staat. Der mütterliche Staat führt uns zurück zu RTL, wo tatsächlich auch die wirklich virulenten Versionen ideologischer Kontrolle verhandelt werden. Und zwar in Reality Soaps."

11. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Die Tageszeitung

Als nüchtern und plausibel schätzt Dominik Kamalzadeh den Film ein. "Für das Subgenre des Verschwörungsfilms setzte DER MANCHURIAN KANDIDAT die wesentlichen Topoi fest: der soziale Detektiv, der mit seiner Aufgabe, das Komplott aufzulösen, überfordert ist; die Paranoia, die seine Erkenntnislust antreibt; das Spiel aus Täuschungen, das kein Signifikanzzentrum besitzt, aber an anonymen Orten immer wieder aufblitzt. Jonathan Demmes Remake ist sich des hohen Stellenwerts des Originals durchaus bewusst. Wohl auch deshalb tritt es ein wenig bescheidener auf: Es remodelliert das erzählerische Material, passt es an gegenwärtige Verhältnisse an und zähmt die exzessive Bildsprache Frankenheimers, um den Film dafür mit der nüchternen Plausibilität eines Politthrillers auszustatten."

11. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte hat einen veritablen Präsidentenfilm gesehen, der in eine überzeitliche Ebene führt. "Demmes Film enthält sich zwar dem grell-satirischen Humor des Originals; gleichwohl ist sein Stil alles andere als naturalistisch. Demme ... lässt beide Hauptfiguren in einem Akt von archaischer Brutalität miteinander in Kontakt treten. Da stürzt sich Washington gleich zu Beginn auf seinen Leidensgefährten und beißt ihm einen implantierten Chip aus dem Körper, wie er ihn bereits in sich selbst entdeckte. Die derart physische Szene erwartet man nicht in einem kühl und logisch konstruierten Politthriller, doch für die bezwingende Nähe, die Demme in all seinen besseren Filmen erreicht (auch die film-noir-Komödie Gefährliche Freundin gehört natürlich dazu), hat immer auch ein konret-sinnliches Element."

11. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Der Spiegel

Wegen dem AUsgang der Wahl in Amerika hat sich Daniel Haas auf den Film gefreut. "Demme wendet das Terrormotiv in eine Kapitalismus-Kritik: Es sind die global players, die mit Geld die Demokratie zerstören. Doch dies gelingt nur durch den moralischen Rigorismus einer politischen Klasse, der im Kampf um die "richtigen" Werte jedes Mittel recht ist. "Ich werde alles tun, um Amerika vor seinen Feinden zu beschützen", sagt Senatorin Hanson, und es ist diese Verklammerung von Ideologie und Ökonomie, von Wirtschaft, Politik und Moral, die den Manchurian-Kandidaten so bedrohlich macht."

07. November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • Der Tagesspiegel

Passend zur Wahl wirkt dieser Film wie eine schlüssige Methapher, meint Jan Schulz-Ojala. "Jonathan Demmes Remake schärft das manchmal grob satirische Leitmotiv der Vorlage zur zeitgemäß schmerzhaften Metapher für ein durch Lügen, Manipulationen und Bigotterie versehrtes Land. Und indem der Film - anders als John Frankenheimer - seinen finsteren Helden nicht als Attentäter, sondern als ersten Anwärter auf die Macht inszeniert, treibt er seine politische Aussage auf die sarkastisch-hyperrealistische Spitze. Der Einzelne ist nichts, und sei es der Präsident. Die Apparate regieren, und Apparate haben kein Gewissen."

November 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • film-dienst 23/2004

Der Film hält die Spannung auf Hochtouren, meint Franz Everschor. "Wenn es darum geht, Logik gegen Effekt abzuwägen, dann bleibt manchmal - besonders am Ende - die Nachvollziehbarkeit der Geschehnisse auf der Strecke. Frankenheimer vermochte die Schwächen der Drehbuchkonstruktion durch fulminante Darstellerleistungen von Lawrence Harvey, Frank Sinatra und Angela Lansbury zu überspielen; Demme bietet auch in dieser Hinsicht, dem alten Film pari: Liev Schreiber, Denzel Washington und Meryl Streep sind von bezwingender Überzeugungskraft. Zwar können die implantierten Mikrochips die altmodische, aber auch heute noch schaudererregende Gehirnwäsche an Wirkung auf den Zuschauer nicht übertreffen, und es gibt auch keine Szene, die der ingeniösen Exposition des Frankenheimer-Films das Wasser reichen könnte. Doch je länger dieser neue MANCHURIAN KANDIDAT dauert, umso weniger kann man umhin, die Umsetzung des alten Konzepts in eine vergleichbar aufmüpfige politische Allegorie zu bewundern."

03. September 2004 | DER MANCHURIAN KANDIDAT • Kritik • SPIEGEL Online

Für Wolfgang Höbel quält sich der Film einwenig, "die Helden und die Zuschauer ein bisschen mit den nur sehr allmählich zurückkehrenden Erinnerungs-Fetzen seiner Helden, aber die US-Politik zeigt er als Monumentaltheater im Format griechischer Tragödien."

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