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5 X 2

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Regie Francois Ozon

Kritiken • 5 X 2

22. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Junge Welt

Für Andreas Hahn verdeutlicht der Regisseur "die spezielle Zeitlichkeit des Paares, die in Begriffen wie 'Beziehung' oder Lebensabschnittspartner geläufig ist. Früher war das entscheidende Ziel der Filmkonvention die Bildung des Paares, alles vom Gangstermassaker bis zur Schiffskatastrophe mußte dafür schon herhalten. Was danach kam, war egal, da konnten sich die Paarpsychologen drum kümmern. Inzwischen stellt die Filmkonvention, wenn sie nicht völlig verlogen sein will, die Historizität des Paares in ihr Zentrum. Und Ozon rechnet noch einmal zurück."

22. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Der Freitag

Der Regisseur sucht nicht nach der Schuld beim Scheitern der Ehe, meint Helmut Merschmann. "Durch den Kunstgriff, die Episoden rückwärts zu erzählen, bekommt 5 x 2 einen drive, der die Zwangsläufigkeit der Ereignisse, obschon sie nicht unabwendbar wären, festzuschreiben scheint. Als Zuschauer kann man nicht umhin, das aktuelle Geschehen ständig mit dem chronologisch Späteren, aber bereits Passiertem abzugleichen und Mutmaßungen über die Trennungsgründe anzustellen. Ein erwartetes Kardinalereignis bleibt indes aus. Vielmehr reihen sich kleine Unachtsamkeiten und Enttäuschungen zu einer Kette des Scheiterns aneinander."

21. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Gunter Gockenjahn hat "einen Film über das Entlieben. Ein Film von einem ernsten Ironiker" gesehen. "Nur so einer erzählt den Zerfall einer Liebe rückwärts, um seiner Entertainmentverpflichtung nachzukommen und der traurigen Geschichte doch noch ein gutes Ende abzugewinnen - wenn auch ein erschwindeltes. Nur so einer verwendet eine Glücksszene, die einem alten Fotoband mit Werbeaufnahmen entnommen sein könnte. Nur so einer weiß mit den doppelten Böden der Kitschproduktion umzugehen."

21. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Christina Heinen bewundert die strenge, formale Struktur: "Jeder Akt ein anderes Genre, ein anderes Grundgefühl - aber perfekt auf die Geschichte zugeschnitten. ... Langsam weitet sich mit dem Blick der Kamera auch die Perspektive. Das Eheleben, der zweite Akt, erinnert an französische, psychoanalytisch angehauchte Beziehungsfilme; die Hochzeit, der vierte Akt, an amerikanische Heiratskomödien. Trotz heiterer Szenen weicht die Beklemmung jedoch nie vollständig, das Scheitern schwingt, auch dank des besonderen Gestaltungsprinzips, immer schon mit."

21. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Die Tageszeitung

Für Claudia Lenssen steht es fest: "Ohne die herausragende Leistung der Schauspieler läuft 5 x 2 Gefahr, an der eigenen Konstruiertheit zu ersticken." Außerdem hat die Kritikerin Ozons Katzenjammer erkannt: "Männer sind schwächer als Frauen und Sex scheint ein derart mechanisches Attribut jeder Begegnung zu sein, dass unter der Oberfläche Verletzungen entstehen, die den alten Erzählungen von repressiver Sexualität an Destruktionskraft nicht nachstehen. Einzig die verwundbare Stärke von Valeria Bruni-Tedeschi erscheint als Gegengift zu diesem Dilemma."

21. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Die Tageszeitung

Kira Taszman spricht mit dem französischen Regisseur über die Stärken der Frauen, die Schwächen der Männer und den Diskurs der Liebe.

20. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Berliner Zeitung

Jan Brachmann ist etwas enttäuscht, den die Figuren entwickeln sich nicht: "Man begreift nicht, was zwischen ihnen war und was sie schließlich trennte. Sie sind erloschen von Anbeginn und doch verletzbar. Wirklich zusammen waren sie nie. Und eine 'Geschichte' lässt sich dieser Film kaum nennen, denn was geschieht, scheint keine Folgen für die zwei zu haben. Es gibt nichts, was die gezeigten Momente als inneres Motiv verbindet: die Liebe nicht; die Spur der Zeit im Ich der Figuren auch nicht. Die Form des Paar-Seins ist hohl geworden, die Zeit selbst ist hohl geworden, so hohl, dass sie sich tatsächlich umkehren lässt. 5 x 2 ist Negation allen Erfüllt-Seins, ein kleines Keinmaleins der Glücksmissgunst. Jedes Gefühl für sich selbst, für den anderen, wird damit zur bloßen Behauptung."

20. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann hat von Anfang an nach Indizien in dem Film gesucht. Als Schwachstelle des Films bezeichnet sie die Ungleichgewicht zwischen den Geschlechter. "Und ist doch nicht verwunderlich bei einem Regisseur wie François Ozon, der ein Meister in der Zeichnung starker Frauenfiguren ist. ... Und Ozon hat betont, er habe das Kennenlernen am Strand mit Rohmer-hafter Leichtigkeit drehen wollen. Das ist ihm, mit einem kitschigen Sonnenuntergang am Meer, zwar nicht ganz geglückt. Und doch mag man den beiden nach dieser letzten Episode noch eine zweite, erste Chance geben. Nur eines spricht dagegen: der Soundtrack. Eine Serie schönster italienischer Liebeslieder hat Ozon zusammengestellt, die von Episode zu Episode melancholischer werden."

18. Oktober 2004 | 5 X 2 • Kritik • SPIEGEL

Der Regisseur zeigt auf "verblüffende, bewegende Weise die Szenen einer Ehe", meint Urs Jenny. "Das Tolle an diesem Film ist, dass er seinen Rückwärtsgang vollkommen plausibel und sinnfällig macht. Seine Erzählbewegung bringt einen paradoxerweise dazu, dass man hinterher, in der Nacht draußen vor dem Kino, die Geschichte im Kopf noch einmal ablaufen lässt, nun in der Gegenrichtung, also in der realen Chronologie, und - wie bei einem Krimi, der eine Untat zu ihrem Ursprung zurückverfolgt - mit der Frage zu spielen beginnt: War diese Beziehung, diese Liebe zwischen Marion und Gilles von Anfang an zum Scheitern verurteilt?"

05. September 2004 | 5 X 2 • Kritik • SPIEGEL Online

Anfangs hielt Wolfgang Höbel die Geschichte einwenig verkopft, aber dann entwickelt sie "einen großartigen Charme, vor allem dank der eigentlich nicht klassisch schönen und irgendwie eckigen, aber schwer faszinierenden Valeria Bruni-Tedesci. ... Jede der Episoden hat ähnliche Überraschungen parat, immer aber spürt man die Trauer um die Zerstörung dieser Liebe, die natürlich für alle Liebesgeschichten der Welt steht. Indem er die Chronologie umkehrt, zeigt Ozon, wie sich zwei Menschen einander annähern. ... So glaubt man am Ende des Films plötzlich, was am Anfang ganz ausgeschlossen schien: dass die beiden doch füreinander bestimmt waren. Was natürlich alles nur beweist, was für eine tolle Illusionsmaschine das Kino ist."

04. September 2004 | 5 X 2 • Kritik • Berliner Zeitun

Für Anke Westphal ist der Regisseur "als modischer Stilist an Erzähltechniken und -dekoren interessiert, weniger an Entwicklungen oder gar deren Tiefenschärfen, aber Bruni-Tedeschi rettet diesen Herrscher der Oberflächen. Sie ist eine jener seltenen Schauspielerinnen, die prinzipiell mehr repräsentieren als nur sich selbst, ein Gefühl oder eine Geschichte, und auch die körperliche Schwere von Bruni-Tedeschis Spiel verweist in Sphären, die sich der Erklärbarkeit verweigern."

04. September 2004 | 5 X 2 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte beginnt der Film "zwar mit der Scheidung, endet jedoch mit dem kitschigsten aller Sonnenuntergänge an einem italienischen Strand. Paolo Conte singt dazu, und man ist froh das Kino genau in diesem Augenblick verlassen zu dürfen. Wäre der Film chronologisch erzählt worden, man wäre vielleicht eher gegangen. Diese vorzüglich gespielten Szenchen einer Ehe, kann man archetypisch nennen oder auch banal. Nur Ozons gewohnt sicherer Musikgeschmack macht sie genießbar."

03. September 2004 | 5 X 2 • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord hat der Regisseur mit dem Schlussbild eine riskante Entscheidung getroffen; triffte aber nicht in Kitsch ab. "Abgesehen von der Ambivalenz dieser letzten Szene ist 5 x 2 ein souveräner Film mit einer hinreißenden Valeria Bruni-Tedeschi - hinreißend, weil sie es wie wenige Schauspielerinnen versteht, in ihren Figuren Stärke mit Verletzlichkeit zu paaren. Ozon setzt interessante Spiegelungen ein."

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