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OLDBOY

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Regie Park Chan-wook

Kritiken • OLDBOY

04. September 2004 | OLDBOY • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl behauptet, daß das koreanische Kino extrem ist wie kein anderes asiatisches. "Am Anfang steht ein schillerndes Bild, in dem Symbiose und Ablehnung ineinander übergehen - die Sexualität findet ihren Kontext nicht, die Neurotiker infizieren dann das Leben der Glücklichen. Oh Dae-su muss alle diese Puzzleteile zusammensetzen, in einer Reihe haarsträubender Gewaltakte, in denen Park Chan-wook sein ganzes grafisches Talent beweist. Nicht die glatten Oberflächen der digitalen Welt stehen bei ihm im Zentrum, er liebt die alte industrielle Ästhetik."

03. September 2004 | OLDBOY • Kritik • Der Freitag

Für Andreas Busche versetzt OLDBOY "das Genre des Rächer-Films in eine kafkaeske Atmosphäre mit Comicstrip-Elementen. ... Die motivischen Beschränkungen des revenge movie dienen dem koreanischen Regisseur als narratives Skelett für einen atmosphärisch dichten, fast klaustrophobischen Großstadt-Thriller, dessen erzählerischer Kern sich furios um die eigene Achse dreht, bis der gesellschaftliche Kontext im Taumel der kinematographischen Beschleunigung zu bloßer Staffage verschwimmt."

03. September 2004 | OLDBOY • Kritik • SPIEGEL Online

Alle Register cineastischer Stilistik werden vom Regisseur gezogen, um eine verstörend brutale Geschichte um Rache und Seelenqual zu erzählen, meint Oliver Hüttmann. OLDBOY ist "ein kunstvoll konstruierter, kühner und kompromissloser Psycho-Thriller, der beinahe alle Stilmittel einsetzt, die am Kino faszinieren. Chan-wook Park schlägt narrative Haken und dreht visuelle Pirouetten, geschickt pendelt er zwischen Derbheit und Eleganz, zügellosem Schrecken und hypnotischer Schönheit."

02. September 2004 | OLDBOY • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala wird in OLDBOY Katz und Maus gespielt. Der Film ist "ein Schock, von Anfang an. Die Geschichte des Mannes, dem der Mord an der eigenen Frau angehängt wird, dem die Vergangenheit und, wie sich bald zeigt, auch die Zukunft systematisch ausradiert werden soll, vereint das asiatische Gewaltkino mit Kafkas "Strafkolonie", den Action-Thriller mit den Verzweiflungen der griechischen Sagenwelt, die Bilderoper mit der unerbittlichen Strenge einer philosophischen Selbstbefragung."

02. September 2004 | OLDBOY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Film-Phantasie berauscht sich am kalten Racheplan, findet Michael Kohler. "Nichts in Oldboy ist Zufall, jeder Gewaltakt, jede Verstümmelung und jede noch so kleine Wendung sind präzise kalkuliert und Park beständig darum bemüht, sich der Virtuosität seines filmischen Alter Egos würdig zu erweisen. ... Die Art und Weise, wie sich der Protagonist am Ende der dekadenten Imagination seines Peinigers unterwirft, verschlägt einem die Sprache. Nichts mildert in Oldboy die Grausamkeit, keine Philosophie und kein menschliches Empfinden. Die Konsequenz, mit der sie ins Werk gesetzt wird, kann man allerdings bewundern - oder auch nicht."

02. September 2004 | OLDBOY • Kritik • Die Zeit

Kino kann eine Zumutung sein, meint Anke Leweke und die Gewaltdarstellungen in OLDBOY sind es auch. "Mit fast mathematischer Zwangsläufigkeit bewegt sich dieser Film von einem Exzess zum nächsten. ... Chan-wook Park mag der Arrangeur dieser Gewalt sein, doch ihr Urheber ist das Schicksal seiner Figuren. ... Täter und Opfer bleiben letztlich austauschbar. Auch in Old Boy liegt der Skandal nicht in der Grausamkeit, sondern in der absoluten Kontingenz, mit der sie zuschlägt. Man könnte Chan-wook Park die rauschhafte Inszenierungswut vorhalten, die seinen Abgrund an Deformation, Inzest und Sadismus manchmal allzu glatt und durchgestylt erscheinen lässt. Und doch gibt es auch hier jene Momente, in denen nur Trauer und Schmerz der Figuren das Bild erfüllen. So ist in Old Boy gerade die schockierendste Szene des Films die ergreifendste."

2004 | OLDBOY • Kritik • film-dienst 18/2004

Ulrich Kriest ist erst Tage nach dem Sehen des Films die "geheimnisvolle, durch den zeitlichen Abstand aber nun auf das Wesentliche reduzierte Struktur" sichtbar geworden. Die Gewaltdarstellungen hat der Kritiker als "spektakuläre Ablenkungsmanöver von einer ungleich subtileren Handlungslogik" empfunden. "Die Gewaltszenen zeugen zwar von einer ausgesuchten Grausamkeit, doch für die Geschichte, die OLDBOY erzählt, erweist sich das scheinbar akzidentielle, dabei dramaturgisch genau getimte Klingeln eines Handys als entscheidender - und letztlich ungleich grausamer."

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