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ANYTHING ELSE

ANYTHING ELSE

Regie Woody Allen

Kritiken • ANYTHING ELSE

03. September 2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • Berliner Zeitung

Woody Allen zog es vor, sich zu spalten, statt einen depressiven Film zu drehen, meint Georg Seesslen. "Der künstlerischen Selbstreflexion ist breiter Raum gelassen; man könnte ANYTHING ELSE wohl auch als einen Versuch darüber ansehen, wie "jüdischer Humor" (in den USA) entsteht, aus dem Schatten der Geschichte und des Holocaust, der Diskriminierung und der Überlebenskunst, aus Chuzpe und Offenheit noch beim Scheitern (Danny de Vito in einer Mel Brooks-Parodie), oder wie es Falk ganz explizit sagt: Es gibt eben Leute mit Muskeln und Brutalität, und andere, die gehen heim und schreiben eine böse Satire."

02. September 2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film ist "mal boulevardesk, mal abgründig", meint Birgit Glombitza. "ANYTHING ELSE ist so gut wie jedes andere runde Allen-Werk, denen das Leben bleischwer auf den schmalen Schultern liegt. Und wie immer entsteht die Komik aus dem unvermittelten Nebeneinander von vergrübelten Spekulationen und trivialsten Details aus dem großstädtischen Alltag. Dass Allens Oneliner immer noch mit graziöser Schärfe zeitgenössisches Denken und modische Albernheiten verspotten, lässt sich in ANYTHING ELSE vor allem an der Verarbeitung der Hysterien ablesen, die der 11. September beflügelt hat."

02. September 2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • Die Zeit

Für Peter Kümmel sind die neuen Filme des Regisseurs wie Nachworte zu seinem Werk; ANYTHING ELSE "ist voller Abschiedssignale. ... Pointen und Stimmungen sind dieselben, es wechselt nur das Personal. Aus den frischen Spielern spricht geisterhaft der alte Ton. ... In Allens Spiel ist nichts mehr übrig vom Genießer, der seine Erinnerungen abschreitet und findet, dass es gut war. Wir erleben ein gehetztes Opfer, das begriffen hat, dass man ihm nichts erlassen wird."

01. September 2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz ist ANYTHING ELSE "ein Fall von Alterswut. Die Neurose schlägt in Paranoia um, in schwarzen Humor. Ein raffiniertes Spiel mit dem Zorn." Der Jungstar Jason Biggs wird aber der Rolle nicht gerecht: "Da spielt einer den Woody und kriegt es nicht hin. Weil er irgendwie braver durchs Gefühlschaos stolpert als das Original. Andererseits: Einen WoodyAllen-Helden, der fulminante Auftritte absolviert, wollen wir fast schon altgewordenen Fans auch nicht sehen."

02. August 2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • Frankfurter Rundschau

"Allens Paranoia ist diesmal umso weniger ein arglos drolliger Gemütszustand, als sie sich an einem sehr konkreten Anlass entzündet. Dieser Anlass ist der Antisemitismus", meint Daniel Kothenschulte. "Es geht Woody Allen, und in diesen Passagen wird er ausgesprochen pädagogisch, um das nihilistische Wesen des jüdischen Humors und die Frage, was es bedeutet, danach zu leben: Es geht um den fatalen Trost, noch im toten Uhrwerk etwas Positives zu entdecken, und um die Lücke, die eine solche Weltsicht für die Einschätzung des tatsächlichen Schrecken hinterlassen hat."

2004 | ANYTHING ELSE • Kritik • film-dienst 18/2004

"Aus dem Stadtneurotiker ist ein Paranoiker geworden", findet Claus Löser. Auch diesmal trifft Woody Allen den Nerv von New York, wenn auch nicht vordergründig. "Allen versucht, den düsteren Grundton seines 34. Films mit einigen inszenatorischen und anderen Ablenkungen aufzufangen: die Besetzung Jerrys mit Jason Biggs, die bewusst altmodischen Rückblenden, das Beiseitesprechen und sogar das unseriös wirkende Filmplakat sind in diesem Kontext zu sehen. Dennoch kippt die Melancholie seiner früheren Filme an vielen Stellen in Sarkasmus um, der Humor kommt trockener und härter daher, fällt mitunter fast zynisch aus. Es ist aber gerade diese permanente Veränderung im Stil Woody Allens, die ihn als wache Künstlerpersönlichkeit auszeichnet und auch den neuesten Baustein in seinem Oeuvre zum sehenswerten Kapitel macht."

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