Sascha Westphal hat früh das ganze Spiel durchschaut. "Dickersons Adaption von Donald Goines gleichnamigem, zum Klassiker gewordenen Roman ist ein Requiem für einen Hustler und gleichzeitig ein Abgesang. In hyperstilisierten Bildern beschwört der afroamerikanische Filmemacher zusammen mit seinem äußerst experimentierfreudigen Kameramann Matthew J. Libatique noch einmal den Mythos vom einsamen Gangster herauf, der seinem Schicksal entgegen treibt. ... Dickerson reproduziert die Legenden und die Lügen von HipHop-Videos und "Boyz-in-the-Hood"-Filmen und konfrontiert uns dann mit ihrer ganzen Absurdität."
Jörg Gerle findet die Die Geschichte hart, unerbittlich und schon hundert Mal erzählt. "Schon kurz nach dem Prolog verliert Regisseur Ernest Dickerson den Überblick über seinen sich komplex gebenden Krimiplot. Alsbald scheint es egal, ob sich der Erzähler überhaupt an die jeweiligen Rückblenden hätte erinnern können oder wessen Perspektive der Film gerade einnimmt. Wichtig ist dem Regisseur, der sich bislang mit belangloser Actionware Geld und als Kameramann von Spike Lee Meriten verdiente, eher die Optik seines Werkes. Gelackte Bilder mit schönen Menschen, absurde Kameraschwenks, mal in beliebigem Schwarzweiß, häufig aber in auserlesener Farbe, der obligatorisch coole Sound, der einen Film im afroamerikanischen Milieu erst richtig 'authentisch' macht: darin gefällt sich NEVER DIE ALONE und erreicht so eine völlig überflüssige Perfektion."