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DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN

DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN

Regie Jacques Rivette

Kritiken • DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN

26. August 2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer bringt es auf den Punkt: "Eine mysteriöse Geschichte, eine Verschlingung mysteriöser Geschichten, eine Verschlingung der Geschichten zu einem Mysterium um Leben und Tod. Jacques Rivettes neuestes Werk ist ein Geisterfilm. ... In Wahrheit aber kann man über DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN kaum reden ohne eine doppelte Bewegung zurück in die Geschichte des Kinos." Diese vollzieht der Kritiker dann auch.

26. August 2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Gerhard Midding sieht die Entstehungsgeschichte des Films und dieser hat "all das, wovon er erzählt, auch selbst: ein filmischer Wiedergänger, ein Geisterfilm, heimgesucht (und in gewisser Weise auch erlöst) von einer traumatischen Vorgeschichte. ... Den Regisseur und seinen Kameramann verbindet eine genügsame Schaulust, die Schauspieler einfach nur beim Durchschreiten der Räume zu betrachten.
Bedauerlich nur, dass Jerzy Radziwilowicz sich selbst fremd zu sein scheint in seiner Rolle; sein Körperspiel ist zu ungelenk und ruppig, um eine charismatische Resonanz zur Entrücktheit Emmanuelle Béarts zu finden. Ihre gemeinsamen Szenen wirken merkwürdig vergangenheitslos."

24. August 2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das ist ein etwas anderer Geisterfilm, stellt Andreas Kilb fest. "Rivette benutzt das Kino nicht, um Botschaften oder persönliche Obsessionen an den Zuschauer zu bringen oder um damit reich zu werden - er tanzt mit ihm. ... Daß aber Emmanuelle Beart bei Rivette tatsächlich jenes Mysterium ausstrahlt, das sie in Anne Fontaines "Nathalie" vergeblich beansprucht, daß die Kamerabilder William Lubtchanskys eine Schönheit besitzen, von der das Horrorgenre sonst nichts weiß, und daß es im alten Europa noch immer keinen besseren Frauenregisseur gibt als Jacques Rivette, ist eine andere. Er erfindet nicht und verkündet nicht, er tanzt, das ist wahr. Aber davon versteht er etwas."

23. August 2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • SPIEGEL Online

Der Regisseur ist einer "der größten Mystifikateur des französischen Kinos", meint Urs Jenny. Ihm und seiner Hauptdarstellerin ist "eine Kinofigur von seltsam fiebriger Ambivalenz gelungen, eine Erscheinung, die trotz ihrer raubkatzenhaft sinnlichen Präsenz in einer Art somnambuler Abwesenheit versunken scheint, ein Melusinenwesen, wie es einer schwindsüchtig-okkulten Erzählung von Edgar Allan Poe entstammen könnte. ... Sein Standbein hat Rivette im Kino von heute, sein Spielbein aber in jenen anderen Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat."

19. August 2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus ist fasziniert von der Hauptdarstellerin. "Rivettes Kamera liebt Béart und sucht zugleich das Bild der Frau, die um die eigene Zeitlichkeit kämpft. Béart spielt Marie, eine Wiedergängerin, ein innerlich erstarrtes Filmgespenst auf der Suche nach Erlösung durch die Liebe. ... Trotz seiner metaphysischen Überhöhungen und kabbalistischen Untertöne erzählt auch dieser Rivette-Film auf geradezu schlichte Weise von den normalen Wirrungen einer Beziehung."

2004 | DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN • Kritik • film-dienst 17/2004

Ulrich Kriest nennt den Film ein typisches Erzähllabyrinth, "in denen Figuren unvermittelt und einer geheimnisvollen Logik folgend aufund abtreten. Mit außerordentlicher Behutsamkeit und dem Mut zur Ellipse spinnt DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN ihre Fäden." Für den Kritiker ist die Geschichte überaus mysteriös. "Ohne Zweifel man hat es mit einer Gespenster-Story zu tun, die sich erst als abgründige Liebesgeschichte gibt, um dann zu einem Film Noir in der Tradition von Jacques Tourneur zu werden, bevor sie sich wieder in eine (unmögliche) Liebesgeschichte mit deutlichen Verweisen auf Kleists 'Penthesilea' verwandelt."

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