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FARLAND

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Regie Michael Klier

Kritiken • FARLAND

21. März 2005 | FARLAND • Kritik • Die Tageszeitung

Marek Storch empfiehlt den Film im Rahmen des Lolo-Festivals. "Die Erzählstränge sind gewunden, das Schauspielerpersonal Kliers beeindruckend, doch eigentlich ist FARLAND der Film von Axel und Karla. Vor allem der Film des seelengepanzerten Axel, dessen Leben so am Tropf hängt wie sein verunglückter Sohn - in dessen Notizbuch nichts steht; das so leer ist, wie sein Vater sich fühlt. Kein deutscher Schauspieler hätte Axel zwingender spielen können als Richy Müller. ... FARLAND ist keine Liebesgeschichte, sondern ein grausamer, poetischer Film über ihre Unmöglichkeit. Das Leben ist ein blinder Fleck. Und diese Einsamkeit wird immer bleiben."

28. August 2004 | FARLAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eigentlich ist dies ein Film über zwei Leute, obwohl es ein großes Figurenpersonal und viele Erzählstränge gibt, meint Marc Peschke. "Wenn am Ende Axel mit verbundenen Augen inmitten einer Gruppe Blinder Fußball spielt, dann ist das nicht nur eine große Filmsequenz, sondern eines der vielen Symbole, die diesen Film zu einem Bilderrätsel machen. Farland ist keine Liebesgeschichte, sondern ein beunruhigender, poetischer Film über die Unmöglichkeit davon."

27. August 2004 | FARLAND • Kritik • Der Freitag

Michael Esser ist überaus angetan von dem Film; er vergleicht die Geschichten mit jenen von Michelangelo Antonioni. FARLAND "ist ein Film für Erwachsene. Das betrifft nicht bloß die Story: Michael Klier bietet keine Bilder für den schnellen Verzehr. Die Einstellungen machen immer wieder deutlich, dass die Bilder, bei aller Authentizität, doch inszenierte sind, dass die Kamerastandorte der Geschichte ihre Perspektive geben. Bilder, auch davon handelt Farland, können einen berühren, aber sie sind nicht die Berührung, nach der die Figuren sich sehnen, sie können nicht den Halt geben, nach dem wir suchen."

26. August 2004 | FARLAND • Kritik • Berliner Zeitung

Detlef Friedrich ist aus dem Film gekommen und hat dann den "Pädagogenblick" des Regisseurs wahrgenommen. "Woran mag es liegen, dass dieser Film im Grundgestus an die DEFA-Produktionen erinnert? Liegt es am Predigerton, am Weltverbesserertum? An der Humorlosigkeit? An der verbissenen Zugewandtheit? Ja, an der verbissene Zugewandtheit zu den normalen kleinen Leuten vor allem, die hier ernst genommen werden, anders als in den Vorabendserien, wo das gleiche Personal herumläuft, aber keine Individualität gewinnt. Was Klier erzählt, ist, dass kleine Leute richtige einmalige Leben haben, und das ist ein Grund, diesen Film zu sehen."

26. August 2004 | FARLAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Matthias Dell hat folgendes aus dem Film gelernt: "Renovierung des Ostens ist nicht automatisch die Errichtung eines Zuhauses. ... Michael Kliers Seelenlandschaftsportrait zeichnet sich durch eine erzählerische Zurückhaltung aus, die zeigen, aber nicht erklären will. Die Leere des Raumes füllt das Schweigen seiner Figuren aus, die sich eher nebeneinander her als miteinander bewegen. Farland ist eine melancholische Erkundung von Menschen und Städten, die gegen Ende leider etwas zu oft ins Larmoyante abgleitet. Das liegt auch an Richy Müller, der sein versteinert-leidendes Gesicht wie eine Monstranz vor sich herträgt."

26. August 2004 | FARLAND • Kritik • Der Tagesspiegel

"Mit Melancholie, achtsamer Zärtlichkeit und mitunter sehr leisem Humor" hat der Regisseur die Geschichte inszeniert, findet Jan Schulz-Ojala. FARLAND "ist wie alle Klier-Filme ein äußerst verletzlicher Film. Wer so radikal auf Minimalismus setzt, riskiert, dass manche Leute die Sache bald zu klein finden; und wer seine Helden ganz der Sprödigkeit der Alltagssprache überlässt, läuft Gefahr, dass mancher irgendwann die "Hallos" dieser allzukleinen Helden zu zählen beginnt, heiser geräusperte Lebenszeichen von Zufallstreff zu Zufallstreff. Wer sich aber öffnet für FARLAND und seine meisterlich seismografierten Menschenregungen gegen die Hoffnungslosigkeit, dem öffnet sich eine Welt."

2004 | FARLAND • Kritik • film-dienst 17/2004

Rüdiger Suchsland hat Motive aus der Western-Mythologie in dem Film wiederentdeckt. "Es sind Etüden über die Leere, die Klier und sein Kameramann Hans Fromm in bezwingende, genau komponierte, zumeist statische Bilder fassen: viele Plansequenzen, wenige Großaufnahmen, kaum Schwenks. Ruhe, die zu bleierner Starre wird. Eine Starre, die in den Verhältnissen und Zuständen von FARLAND begründet ist. Trotzdem ist FARLAND ein Film, der nicht die Zeit zum Thema hat, sondern den Raum, und der sich damit gut in die Tendenz des neueren deutschen Kinos fügt."

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