CATWOMAN

film-zeit Film: CATWOMAN
Regie Jean-Christophe "Pitof" Comar

Inhalt • CATWOMAN

Die Designerin Patience Philips ist hochbegabt, aber mit wenig Selbstbewusstsein gesegnet. Sie arbeitet für einen Kosmetikkonzern, der ein revolutionäres Anti-Aging-Produkt auf den Markt bringen will. Als sie das Konzern-Geheimnis erfährt, scheint ihr Schicksal besieglt, aber sie verwandelt sich in eine Frau mit Superkräften. Fortan sorgt sie für Recht und Ordnung.

Kritiken • CATWOMAN

23. August 2004 | Kritik • Junge Welt

"Dem Weiblichen das Katzenhafte zwanghaft zuzuordnen, führt nicht weit", meint Andreas Hahn. Dieser Film hat "nicht die geringste Lust, auch nur die Spur einer anderen Möglichkeit zu zeigen; eine andere Spur als die des Zwangs, dem zu entkommen das Katzenhafte doch gerade angetreten ist. Die immer wieder bearbeitete, mithin festgefahrene Ambivalenz der Gleichsetzung des Weiblichen mit dem Katzenhaften ist die böseste Falle der zwanghaften Zuordnung. Das darf der Film natürlich nicht wissen."

20. August 2004 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Christina Heinen findet es bedauerlich, daß der Film Halle Berry ins Leere laufen läßt. "Der Plot ist selbst für einen Blockbuster flach, eine emotionale Ebene der Verwandlung gibt es nicht. ... Die kühle Ästhetik seiner Bilder kann den Film nicht retten: Ihre Schönheit unterstreicht lediglich die Leere der Handlung."

17. August 2004 | Kritik • Die Welt

Der Film sei "Hühnerkram", stellt Helmut Krausser fest; "ein derart idiotischer Film, dass man vom bloßen Ansehen IQ-Punkte verliert. ... CATWOMAN ist eine weibliche Rachephantasie, nebenbei selbstverständlich auch männliche Sexphantasie, aber wo Michelle Pfeiffer diese Ambivalenz mit göttlicher Unsicherheit hingestöckelt hat, wird es bei Halle Berry einfach nur ordinär. Und wenig raffiniert."

17. August 2004 | Kritik • Die Tageszeitung

Die Krallen von CATWOMAN sind stumpf, der Film auf dem "Niveau eines Kindermaskenballs", meint Anke Leweke. "Ohnehin bleibt nicht viel vom Katzenhaften in diesem routiniert dahindigitalisierten Film. Halle Berry leckt Thunfischdosen aus, verschlingt beim Rendezvous in Sekundenschnelle Sushis und beschmiert sich in einer recht abstoßenden Szene mit Katzenlockstoff. Bei solchen Unappetitlichkeiten bleiben Eros und Mysterium auf der Strecke."

17. August 2004 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Dem Regisseur fehlen die Visionen, meint Sascha Westphal. "Für den französischen Pionier eines rein digitalen Kinos ist der Kosmos von CATWOMAN gerade einmal ein weiterer Kinderspielplatz, auf dem er seiner Leidenschaft für immer übertriebenere Effekte frönen kann." Nur die Schauspielerin Sharon Stone überzeugt durch ihre Spielfreude. An ihr ahnt der Kritiker, was CARWOMAN für ein Film hätte werden können.

17. August 2004 | Kritik • Berliner Zeitung

CATWOMAN ist der Tiefpunkt der Comic-Verfilmungen, stellt Wolfgang Fuhrmann fest. "Fast muss man es schon wieder mögen, dass ein so gründlich gescheiterter Film sich überhaupt in die Kinos traut; dass bei Produktionskosten von 100 Millionen Dollar nicht einmal eine anständige Frisur für Halle Berry drin war; dass elementare handwerkliche Ungeschicklichkeiten so offen zu Tage liegen - wäre da nicht der Verdacht, dass die Verwirklichung dessen, was dem französischen Regisseur Pitof möglicherweise vorschwebte, auch keinen besseren Film hervorgebracht hätte."

17. August 2004 | Kritik • Der Tagesspiegel

Die Macher von CATWOMAN scheinen es darauf anzulegen, daß man ihnen rein gar nichts abnimmt, sagt Jan Schulz-Ojala. "Und am wenigsten die eigentlich aufregende Seelenpein zwischen den Identitäten Schattenweibchen und Powerfrau: Gerade mit der Verkörperung des schön fatalen Leidens einer überirdisch schönen femme fatale wirkt Halle Berry merkwürdig überfordert. ... Dass schließlich auch die CATWOMAN-Computereffekte meilenweit hinter jenen aus der Spinnenwelt zurückbleiben: geschenkt. Vielleicht genügt schon das: Schlechte (Action-)Filme hasten von Sprung zu Sprung, gute spinnen ein Netz."

17. August 2004 | Kritik • Süddeutsche Zeitung

Für Susan Vahabzadeh hat der Regisseur einen neuen Look kreiert, mit dem er aber nichts sagt. "Der Film ist ein Spiel mit Perspektiven, aber man weiß nie, wer da schaut; eine Aneinanderreihung schneller Schnitte, bei denen man gelegentlich den Verdacht nicht los wird - wenn Berry auf der Tanzfläche eines Nachtclubs herumhampelt, beispielsweise -, dass sie nur unsichtbar machen sollen, was Berry und ihre Mitstreiter den Computereffekten zum Trotz alles nicht können." Gemessen an anderen Comic-Verfilmungen ist CATWOMAN "angweilig und konventionell. Obwohl: Manchmal ist es fast beeindruckend, wie egal ihm das zu sein scheint."

16. August 2004 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dieser Film als Experiment schlug leider fehl. Der Kritiker fragt warum? Es liegt nicht an Sharon Stone, einwenig am Regisseur, bestimmt am Drehbuch und sicher an Halle Berry: "Halle Berry hätte mit jeder Hautfarbe und unter jedem Regisseur in dieser Rolle versagt. ... Sie wirkt weder mysteriös noch zweideutig oder wenigstens eindeutig, nur fahrig. Kaum ist sie vom Tod erwacht, schnüffelt Halle Berry mit gekrauster Nase, blickt von nun an gern mit gesenktem Haupt ihr Gegenüber von unten an, reißt den Kopf scharf hin und her und klettert manchmal Wände empor."

15. August 2004 | Kritik • SPIEGEL Online

Für Matthias Matussek sieht Halle Berry echt toll aus. Im Film selbst hat der Kritiker "eine bizarre Geschichte über das Altern, über den Feminismus, die Frauenquote, die Schönheitsindustrie und Hollywood" ausgemacht. "Ein bösartiges, rabenschwarzes Finale, wie es sich nur ein Gauloises rauchender französischer Einnamiger ausdenken kann. Doch wenn Catwoman am Schluss über den Dachgiebel ins Mondlicht davonschleicht, mit schaukelndem Hinterteil, dann hat man sich auf alle Fälle hübscher amüsiert als beim Gros der diesjährigen Sommer-Blockbuster."

2004 | Kritik • film-dienst 17/2004

Mühsam kommt der Film in Gang, schreibt Rüdiger Suchsland. "Die Bilder - auch von Thierry Arbogast hat man schon weit Besseres gesehen - sind zu schlampig und desinteressiert, der Schnitt zu schnell und unrhythmisch, als das der Film je eine Form oder einen spezifischen Ausdruck finden würde. Wenn man Catwoman nicht katzenhaft geschmeidig, sondern ruckartig animiert über die Häuser springen (eher hüpfen) sieht, scheint dies zwar dem Comic- Stil der Vorlage gemäßer zu sein als in vielen andere Verfilmungen. Doch im Kino wirkt es trotzdem eher lächerlich denn spektakulär. Vor allem aber entfaltet sich kein Zauber."

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