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VATER UND SOHN

VATER UND SOHN

Regie Alexander Sokurow

Kritiken • VATER UND SOHN

13. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Der Freitag

In dem Film ist nichts dem Zufall überlassen, behauptet Silvia Hallensleben. "Die Farbpalette schwelgt in einem monochromatischen Delirium milder Erdtöne. Der Soundtrack ist aus Dialogstücken, scheinbar zufälligen Hintergrundgeräuschen und immer wieder heranwehenden Tschaikowsky-Fetzen kunstvoll zusammengesetzt. Die flächige Auflösung der Figuren in der Kadrage lässt sie immer wieder malerisch im Hintergrund aufgehen. Und auch die Filmarchitektur ist Produkt unbedingten künstlerischen Ausdruckswillens."

12. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Die Tageszeitung

VATER UND SOHN "besticht durch eigenwillige bild-ton-kompositionen und durch die erotisierung des filmischen raums. Und er wagt einen vollkommen neuen blick auf eine liebe zwischen vater und sohn", meint Barbara Schweizerhof. "Zu den rot- und gelbstichigen bildern kommt die eigenartige tonspur hinzu. Meist hinken die stimmen den lippen der laiendarsteller hinterher oder eilen ihnen voraus, die absichtsvolle fehlsynchronisation trägt zum irrealen charme bei; die raffinierte montage aus geräuschen und musikfetzen schafft in scheinbar zufälliger beiläufigkeit unglaublich erotische momente."

12. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Jörg Taszman ist etwas zwiespältig. "Ort und Zeit bleiben ebenso vage wie die Figuren. Konflikte - etwa Kriegstraumata - werden suggeriert, aber nicht weiter vertieft. So schafft Sokurow eine Erwartungshaltung und baut Spannung auf. ... Optisch ist VATER UND SOHN ein Genuss, die Bilder von Kameramann Aleksander Burov sind exquisit ausgeleuchtet. Doch insgesamt bleibt Alexander Sokurows neuer Film zwiespältig: Er ist verzaubert und irritierend und bleibt schließlich in seiner Aussage über die 'wahre Liebe' zwischen einem Vater und seinem Sohn ebenso rätselhaft wie fragwürdig."

12. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Julian Hanich ist der Regisseur ein "Enigmatiker. Seine Filme sind ebenso schön wie verrätselt. VATER UND SOHN bildet da keine Ausnahme - eine vieldeutige Elegie, ein komplexes Bildgedicht. ... Traumsequenzen und Erinnerungen schwimmen wie Treibgut auf dem Strom der Bilder, der ruhig und wehmütig dahinfließt. Zudem erschwert Sokurow die Orientierung im Raum, weil er sich Dinge erlaubt, auf die im klassischen Erzählkino die Höchststrafe steht: Achsensprünge; das Fehlen von establishing shots; Blicke, die nicht durch passende Gegenschnitte aufgefangen werden."

12. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Die Zeit

Anke Leweke dankt Gott, daß es einen solchen Regisseur gibt wie Alexander Sokurow; sie ist des Lobes voll. VATER UND SOHN "feiert eine Intimität, die den Schmerz des Abschieds bereits in sich trägt. ... Mit fast schon psychoanalytischer Abstraktion konstruiert Sokurov das Ideal einer Vater-Sohn-Beziehung. So schön und voller Zärtlichkeit, dass der Vollkommenheit auch schon ihr Ende eingeschrieben ist. ... Seltsam schwebend zwischen Abstraktion und sehr konkreter Körperlichkeit, ist VATER UND SOHN auch ein Film über Männlichkeit, ihre symbolische Ordnung, ihren alltäglichen Ausdruck, ihre Ästhetik."

11. August 2004 | VATER UND SOHN • Kritik • Berliner Zeitung

Für Jan Brachmann trennt der Film "das Anschauliche vom Konkreten. Konkret ist, was seine Zeit und seinen Ort hat, geschichtlich und geografisch. Sokurow flieht solche Konkretion. Sein Fluchtwerkzeug ist die Montage: Er hat Bilder von Sankt Petersburg und Lissabon ineinander verschmolzen; die Jahreszeiten verwoben und unter die Rede der Figuren einen Klangstrom aus Musik und Radio-Sendegeräuschen gelegt. Der Film ist auf einen Ton gestimmt. Farblich ein einziges Sepia. Musikalisch ein Elegie-Kontinuum. ... Sokurow ist ein Romantiker, weil er analytisch denkt. Er betreibt Transzendentalpoesie in Schlegels Sinn: Nicht das Sichtbare interessiert ihn, sondern das Sehen, nicht so sehr die Darstellung, als vielmehr die Bedingungen, denen Darstellung unterworfen ist."

2004 | VATER UND SOHN • Kritik • film-dienst 16/2004

Claus Löser lobt den Regisseur als Visionär des europäischen Kinos, VATER UND SOHN findet der Kritiker aber halbherzig, Bilder ohne ästhetische Subversion. "Noch immer gelingen ihm Bilder und Sequenzen, die man anhalten und gerahmt an die Wand hängen möchte. Insgesamt aber erodiert der Film durch die in formaler wie inhaltlicher Hinsicht angestrebte höchstmögliche Abstraktion, vor allem weil sie sehr uneinheitlich ausfällt. ... Mitunter scheint es, als hätte der Offizierssohn Sokurow bei seiner autobiografisch angelegten Vivisektion der russischen Männergesellschaft auf halbem Weg inne gehalten und sich im Zweifelsfall aufs Nebulöse zurückgezogen."

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