| Regie | Alex Proyas |
Jens Balzer interviewt den Regisseur Alex Proyas.
Helmut Höge nennt I, ROBOT einen albernen Film.
Harald Fricke führt ein Interview mit dem Produktions-Designer Patrick Tatopoulos.
Daniel Kothenschulte hat mit dem Schauspieler Will Smith gesprochen.
Für Katja Lüthge wirken die Roboter ungemein verletzlich. "Liebevoll folgt der Film Sonnys Ich-Werdung, die so aufregend und schmerzlich wie bei allen Heranwachsenden ist. Zwischen dem Wunsch, geliebt zu werden und dem Kitzel von Allmachtsphantasien treibt den humanoiden Roboter vor allem eines an: der Wille zu leben. Gemessen an der großen Ernsthaftigkeit, mit der sich Sonny auf kindliche Weise die Welt aneignet, wirkt Detective Del Spooners Sorge um die Welt banal. Das ist zum einen dem nicht sehr gut durchgearbeiteten Krimi-Plot geschuldet. Und, so gern wir Will Smith mögen: Als gebrochener, von Selbstzweifeln und Paranoia bewegter Einzelkämpfer ist er nicht sehr glaubwürdig."
Der Film hat alles, was ein Science Fiction an Special Effekten braucht, findet Bodo Mrozek. "Die Story selbst bleibt dahinter leider etwas blass. Das Asimov-Universum stammt eben aus den Fünfzigerjahren, als naive Technikgläubigkeit und Wirtschaftswunder eine elektrische Haushaltsrevolution auslösten und man Roboter noch für die besseren Menschen hielt. ... Statt die aufgeworfenen großen Fragen zu beantworten, setzt die Hollywoodmaschine ganz wie Mary Shelley's Frankenstein nur die üblichen (Film-)Leichenteile zusammen. Das Ergebnis wirkt leider ziemlich roboterhaft."
Der Film leidet "unter der Diskrepanz zwischen inszenatorischer Beschleunigung und narrativem Phlegma, blitzschnellen Digitaleffekten und einer routiniert zusammengeklatschten Geschichte", findet Katja Nicodemus. Und sie geht noch weiter: "I, ROBOT ist ein begriffsstutziger Film, weil er immer noch den guten alten Helden feiert, während das Kino längst bewiesen hat, dass uns die Maschinenmoral der Zukunft ziemlich alt aussehen lässt."
Georg Sesslen refektiert über den Science Fiction als "romantischer Bastard des technischen Zeitalters". Außerdem macht der Kritiker aus, welche Geschichten der Regisseur aus der Vorlage heraus hätte erzählen können. "Dass Proyas all diese Geschichten andeutet, bevor er sie mit einer gewissen Zärtlichkeit beiseite legt, macht den eigentlichen Charme seines Filmes aus." Der Film beginnt im Genre von vorn. Der Film " will ein bisschen Aufklärung und ein bisschen Mythos sein. Das ist ein unmögliches Unterfangen, aber der Regisseur hat sich trotzdem gut aus der Affäre gezogen."
Für Lars-Olav Beier und Helmut Schmundt spielt der Film eine "etwas paranoide Phantasie durch". "Der Film gibt dem Satz 'Cogito, ergo sum' eine ganz neue Dimension: 'Ich denke, also bin ich' gilt für das menschliche wie für das maschinelle 'Selbst'. So verschwimmt die Grenze zwischen Mensch und Maschine, die am Anfang des Films klar gezogen schien, immer mehr. Der Zuschauer entwickelt zunehmend Gefühle für das metallene Wesen und stellt sich die Frage, ob sich hinter Sonnys maskenhaftem Antlitz wirklich nur ein Computer oder nicht vielleicht doch eine Seele befindet.
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Leider spielt für Jens Balzer Will Smith die Hauptrolle in dem Science Fiction, dabei sind die Roboter "selten so hart und so menschlich sanft gewesen. ... I, ROBOT ist der sonderbarste und schönste, der überflüssigste und klügste Science-Fiction-Film seit Spielberg/Kubricks A.I. Ein Film mit perfekt animierten Figuren und perfekt konstruiertem Zukunftsdesign; ein Film, der den state of the art zukunftsbilderschaffender Filmkunst repräsentiert - und sein Design doch zugleich zu nichts anderem gebraucht als dazu, überholte Visionen zur Zukunft der Robotik zu illustrieren."
Frank Mehring findet den "postmoderne Genre-Mix so unbefriedigend wie enttäuschend". Der Regisseur verschiebt nur Altbekanntes in andere Konstellationen. Es entsteht kein neuer Gedanke. "Das Problem von I, ROBOT ist, dass der Film kein Herz besitzt. Interessante Fragen wie das Bewusstsein von Robotern mit künstlicher Intelligenz oder die Gefahren faschistoider Herrschaftsstrukturen durch die globale Vernetzung werden zugunsten überzogener Action-Sequenzen schnell ad acta gelegt."