Inhalt • MUXMÄUSCHENSTILL
Mux hat eine Mission: Der selbst ernannte Weltverbesserer will seinen Mitmenschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen - und bläst zum Kampf gegen Fehltritte aller Art: Big Mux is watching you! Mit makellos gebügeltem Hemd verfolgt der Saubermann Schwarzfahrer und Schwimmbad-Pinkler, Falschparker und Graffiti-Sprayer. Mux räumt auf in den Straßen Berlins, begleitet von seinem treuen Gehilfen, dem Ex-Langzeitarbeitslosen Gerd, der die Heldentaten mit einer Videokamera dokumentiert. Doch auf seinem Kreuzzug gegen Unrecht und Gleichgültigkeit wird der Westerntaschen-Sheriff bald selbst zum Gesetzesbrecher ...
Kritik • MUXMÄUSCHENSTILL • 08. Juli 2004 • Die Zeit
Thomas Assheuer ist fasziniert von der Doppelgestalt des Herrn Mux: eine "Mischung aus linkem Wahn und rechter Ordnung, aus Terror und Tugend". MUXMäUSCHENSTILL "ist nämlich ein ganz und gar ungewöhnlicher Film. Nicht nur, weil er mit der Handkamera gedreht wurde und seine von Techno-Musik getriebene Komik schwarz ist wie die Nacht. Nicht nur, weil sich sein Hauptdarsteller das Drehbuch auf den Leib geschrieben hat und alle wichtigen Positionen mit Debütanten und Laien besetzt sind. Sondern weil es ein sehr deutscher Film ist, gesättigt von zarten, unaufdringlichen Anspielungen auf Klassik und Romantik, auf Philosophie und Literatur." Der Kritiker entdeckt das große Thema des Film: es "ist nicht die Moral, sondern das Herzensleid der deutschen Romantik - die Entfremdung. Entfremdung heißt nicht Herrschaft der Maschine; Entfremdung heißt, wie vor 200 Jahren: bürgerliche Kälte und verbotene Nähe, zerfurchte Wahrnehmung und verdorbene Sprache."