Sascha Westphal empfindet die Wandlung des Helden als recht schematisch. "Doch sobald der Film im mythischen Süden Georgias ankommt, verwandelt er sich in ein zuckersüßes Märchen, dessen Idealismus nur durch seine ungenierte Naivität und Beyoncé Knowles' Porträt der Sängerin und allein erziehenden Mutter Lilly glaubhaft wird. Ihre Interpretationen von Pop-Klassikern wie "Fever" oder Gospel-Standards wie "Swing Low, Sweet Chariot" sind es, die FIGHTING TEMPTATIONS einen Hauch von Wahrhaftigkeit verleihen und schließlich vom alltäglichen Identitätskampf einer Frau ebenso zeugen wie von der über das eigene Schicksal hinausreichenden Sehnsucht nach Transzendenz."
Michael Kohler hat das eigentlich Überraschende an dem Film entdeckt: der "beinahe betulicher Stil, der sich jeder Anleihe bei der visuellen Orchestrierung branchenüblicher Videoclips enthält. Mit seiner Art, mitreißende Musik ohne glamourösen Look zu präsentieren, spiegelt Lynn die von ihm erzählte Fabel. ... Die Show, die der Chor am Ende auf die Bühne stellt, mag nicht so gelungen sein wie die seiner Opponenten, doch hat er ihnen ein zutiefst demokratisches Verständnis von kirchlicher Repräsentation voraus: Jeder ist willkommen, am göttlichen Wunder teil zu haben, denn alle Musikstile sind Variationen desselben spirituellen Zugangs zur Welt."