Der Film ist wie seine Helden erwachsen geworden, findet Dirk Knipphals. "Die märchenhaften Züge sind also zurückgedrängt; statt einer kindlich-eindeutigen herrscht eine vorerwachsen-ambivalente Sicht der Dinge. Dass eine reine Fortsetzung der ersten beiden Teile langweilig gewesen wäre, war ja eh klar. Aber die Konsequenz, mit der hier ein Bruch markiert wird, ist unbedingt überraschend: Der dritte Teil setzt mit aller Entschiedenheit auf die Aspekte eines Entwicklungsromans, die in der Saga ja durchaus angelegt sind."
Daniel Kothenschulte hat einen "veritabler Horrorfilm für junge Leute" gesehen, "der wie sein derzeitiger Konkurrent an der Kinokasse, VAN HELSING, vor allem in den frühen Zwanziger- und Dreißigerjahren seine Vorbilder hat. Schon die Mitteilung, dass im Zauberreich die Todesstrafe für Kuscheltiere gilt, ist eine Überraschung." Grund dafür, daß HARRY POTTER 3 der bisher beste Film der Serie ist, sieht er in dem Regisseur.
Christian Aust führt ein Gespräch mit Daniel Radcliffe, dem Darsteller des Harry Potter.
"Der filmische Zugriff auf den Potter-Stoff ist reifer geworden", meint Wolfgang Fuhrmann. Der Regisseur ist ein wahrer Glücksgriff für Warner Brothers. Der Film steht in der "Tradition des gothic horror; auch in und um Hogwarts entdeckt die Kamera von Michael Seresis, unterstützt vom trüben Wetter, befremdende Perspektiven und düstere Aussichten. In anderen Momenten ist der Schrecken mit Humor gewürzt."
Daniel Haas hat ein "ausgewachsenes Initiationsdrama" gesehen, "das die Nachtmare des Erwachsenwerdens bevölkern". "Cuaróns HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN hat mehr Biss als seine beiden Vorgänger. Während Regisseur Chris Columbus brav einen Rundgang durch die Kulissen der Rowling-Texte bebilderte, zeigt der neue Potter Zähne: Es gibt neben Monsterbüchern auch seelenlose Kerkermeister, Werwölfe und einen politischen Häftling."