| Regie | Wolfgang Petersen |
| Kinostart | 19.04.2007 |
Paris, der Prinz von Troja, raubt Königin Helena - eine Beleidigung, die nicht hingenommen werden kann. Die Ehre gebietet: Wenn Menelaos provoziert wird, trifft die Provokation auch seinen Bruder Agamemnon, den mächtigen König von Mykene, der die Stämme Griechenlands zusammenruft, um Helena zu rauben und die Ehre seines Bruders wiederherzustellen. Doch Agamemnon ist habgierig: Er muss Troja unterwerfen, wenn er die Vorherrschaft in der Region sichern will. In Troja regiert König Priamos, verteidigt wird sie von Hektor: Die Festung hat bisher allen Angriffen widerstanden. Niederlage oder Sieg hängt von Achilles ab - er gilt als der größte Krieger seiner Zeit. Weil er als Held unbedingt unsterblich werden will, entschließt er sich, für Agamemnon gegen Troja zu stürmen - doch es ist die Liebe, die sein Schicksal besiegeln wird.
Thomas Klein unterhält sich mit Regisseur Wolfgang Petersen über TROJA - DIRECTOR'S CUT.
Hanns-Georg Rodek spricht mit dem Regisseur.
Tobias Kniebe führt ein Interview mit dem Regisseur Wolfgang Petersen über die mythischen Wurzeln des Erzählens und den Achilles in uns allen.
Nach Berthold Seewald fürchtet der Regisseur die Rache der Historiker, "denn sein zweieinhalbstündiger Monumentalfilm setzt weltweit in Bilder um, was im wissenschaftlichen Krieg um Troja längst nicht entschieden ist: dass der Ort am Ausgang der Dardanellen eine regelrechte Metropole mit Schlossberg und riesiger Unterstadt und Zentrum eines bronzezeitlichen Hansebundes gewesen ist."
Michael Althen berichtet von der Weltpremiere des Films in Berlin. Er hat leise Ironie für den Film übrig: mit fröhlichen Mißverständnissen kommt man dem Film am nächsten. Der Kritiker findet es erstaunlich, daß der Unterschied zu den klassischen Sandalenfilmen nicht besonders groß ist. "Aber wenn man von der Verwunderung absieht, daß die Sache nicht besser aussieht, dann kann man immerhin sagen, daß sich der Körpereinsatz der Schauspieler doch auszahlt, daß das Personal tatsächlich geschickt verknappt ist und daß Petersen es versteht, den Überblick zu wahren. Das liegt dann doch nicht nur daran, daß Antikenfilme immer auf den Wiedererkennungseffekt bauen können, wenn in den Bildern plötzlich scharfgestellt wird, was an diffusen Kenntnissen aus dem Geschichtsunterricht übriggeblieben ist."
Vor der Uraufführung in Berlin hat Ulrike Scheffer mit Regisseur Wolfgang Petersen über Amerika und seinen Film gesprochen.
Andreas Platthaus stellt Bezüge zur Homer-Erzählung her. Wer? Was? Wann? Der Regisseur "hat mit seiner Fixierung auf die Konfrontation von Achilles und Hektor und durch die weitgehende Vernachlässigung der Figur des Odysseus den Geist der "Ilias" gut getroffen. ... Ansonsten aber schönt er das Epos, wo es nur geht, und vollzieht damit nach, was die ganze neuzeitliche Rezeption vorgemacht hat. ... Petersen hat nun die Handlung passend gemacht: dramatisch statt episch, pathetisch statt komisch, übersichtlich statt verworren."
Oliver Rahayel hat eine Art "Homer-Light" gesehen, einen Film, der sein Potential verschenkt. Aber "der Film hat alles, was ein rechter 'Kinoschinken' braucht: Schöne, um ihre Männer besorgte Frauen; tapfere, um ihre Völker besorgte Männer; viele Sandalen, Posaunen und Schwerter, aufwändige Dekors und Massenszenen. ... Brad Pitt ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Sein Part entspricht dem eines archetypischen Helden wider Willen, der an nichts glaubt außer an sich selbst, bis es zum entscheidenden Duell mit den Todfeinden kommt. In Pitt als Achilles scheint auf, was der Film hätte werden können: eine Reflexion über die Entstehung von Gewalt und Krieg, über Wankelmut und Lenkbarkeit der Menschen, über Schicksal und eigenes Vermögen, es zu ändern."