| Regie | Zack Snyder |
Die Erd-Bevölkerung wird von einer unerklärlichen Plage heimgesucht. Die Toten steigen aus ihren Gräbern. Vom Hunger getriebene Leichen machen erbarmungslos Jagd auf die wenigen Überlebenden. Ana Clark flieht aus ihrem Haus, irgendwo in einer Vorstadt im US-Bundesstaat Wisconsin. Sie trifft auf eine kleine Gruppe Überlebende. Der Gruppe gelingt es, sich in einem verlassenen Luxuseinkaufszentrum zu verschanzen. Sie kämpfen mit aller Kraft gegen die ständig größer werdende Zombie-Armee, die drauf und dran ist, das Einkaufszentrum zu stürmen ...
Fritz Göttler ist erstaunt, "wie souverän das amerikanische Kino sich regeneriert, und wie selbstverständlich es sich dafür der Remakes bedient." Der Regisseur Zack Snyder "filmt den Übergang vom Amerikanisch-Alltäglichen in den nackten Zombie-Horror mit einer Kühle, die das Genrekino unbedingt braucht."
Oliver Hüttmann gibt dem Film die Adjektive klassisch, blutig und hart. "Auch hier bietet sich das Szenario wieder fabelhaft für alle denkbaren Metaphern zum Zeitgeschehen an." Der Regisseur hat die Grundzüge des Originals beibehalten. "Wenn man in der Shopping-Mall also die Dekadenz und Ignoranz der Vereinigten Staaten von George W. Bush sieht und den Waffenladen als britische Insel mit Tony Blair, dann wären die Zombies die islamischen Terroristen. Oder auch die hungernden Massen der Dritten Welt vor den Toren des Westens. Vielleicht wurde die Seuche sogar von Saddams nie entdeckten Bio- und Chemiewaffen verursacht! Jedenfalls kann man bei den Interpretationen nach Herzenslust herum spinnen. Oder als Fan von Horrorfilmen schlicht spannenden Spaß haben."
Für Sascha Westphal ist der Film mehr als nur ein Remake. Regisseur "und sein Drehbuchautor James Gunn haben vielmehr Romeros Ideen weitergedacht und sie in den gesellschaftlichen Kontext des neuen Jahrhunderts gestellt. ... In zahlreichen exzessiven Gewalt- und Splatterszenen erweist sich Snyder als schonungsloser Chronist einer fortschreitenden Entmenschlichung. ... Doch in den entscheidenden Momenten verweigert sich Snyder einer Visualisierung des Todes. Er findet im Off statt. In diesem gerade für das Genre des Zombiefilms überraschenden Respekt vor dem Leben wie auch dem Tod deutet sich - wenn auch nur zaghaft - die Möglichkeit eines anderen Seins an."
Andreas Busche findet die Vorlage böse, bitterböse sogar. Das Remake dagegen ist instinktlos. Der Regisseur hat das Orginal nicht mal im Ansatz verstanden. "Immerhin eins muss man Znyder lassen: Seine Ouvertüre gehört zu den schrecklichsten zehn Minuten der Filmgeschichte. Nie hat die amerikanische Suburbia unverhohlener ihre apokalyptische Fratze gezeigt."
Der Trailer reicht aus, meint Peter E. Müller. "In zweieinhalb Minuten ist tatsächlich alles erzählt.Es mag daran liegen, dass Snyder sein Geld bisher mit Werbefilmen verdient hat. Er setzt auf pointierte Botschaften, ungewöhnliche Einstellungen, schnelle Bilder. Genau aber das wird seinem ersten Spielfilm zum Verhängnis. Snyder will nahezu zwei Stunden lang durch immer neue Tricks und Kamerafahrten gefallen. Er reiht Gags und Grauen aneinander. Er nutzt alle in Musikvideos ausgeschlachteten Tricks."
Der Film "kommt nach einem kurzen Vorspiel schnell zur Sache: Blut wird fließen, und zwar reichlich", meint Bodo Mrozek. "Zack Snyder gelingen in seinem Regiedebüt einige Szenen mit (makabrem) Humor, etwa eine im Musikvideo-Stil gehaltene Szene, in der die Gefangenen einen allzu menschlichen Alltag mitten im Inferno erleben. Und der finale Ausbruchversuch ist eine gelungene Parodie auf die Handkamera-Ästhetik des BLAIR WITCH PROJECT."
Ulrich Kriest entdeckt das Politische in der Vorlage und dem Remake. Der Film vermittelt - trotz mancher Unappetitlichkeiten - "atmosphärisch dicht und ästhetisch packend" eine umfassende Krisenerfahrung im aktuellen Zeitgeist.