Ein "wildes, verwegenes Kinostück", "kein braver Kostümfilm. Sondern eine Hassliebesgeschichte zwischen Politiker und Künstler, Rüpel und Berserker, misshandeltem Spross des Soldatenkönigs und selbstzweiflerischem Patriarchen: ein Vater-SohnPsychodram." Christiane Peitz fand "Alles so aktuell hier. Das Pianoforte ist ein moderner Bösendorfer. Friedemanns Polonaise klingt keineswegs wie von gestern, und die barocke Sprache kleidet Gefühle von heute ein: Freiheitslust und Alltagsfrust.""Dass de Rivaz' Kinodebüt trotz mancher Manierismen (warum bloß neben Bachs Originalmusik noch ein phonstarker Soundtrack?) so unvermittelt daherkommt und die Historie mitten ins Jetzt katapultiert, liegt am Mut der Regisseurin, es persönlich zu meinen."
In MEIN NAME IST BACH "wirkt die Freiheit, ja Frechheit, mit der de Rivaz das Zusammentreffen von Künstler und Regenten ausmalt, wie eine kleine cineastische Revolution" konstatiert Katja Nicodemus. "Mit seiner Mischung aus Verspieltheit und ernsthafter psychologischer Interpretation wirkt der Film wie eine improvisierte Fuge für zwei Schauspieler.""Glowna und Vogel agieren eben nicht mit der Inbrunst abgesegneter Bedeutung, sondern mit der Unsicherheit und Offenheit absolut gegenwärtiger Figuren.""Man hat nicht die geringste Lust, daran zu zweifeln, dass ihre Begegnung genau so und kein Quäntchen anders stattgefunden hat."
Der Film ist "ein um freie Erfindung ergänzter Ausschnitt aus der Geschichte des 18. Jahrhunderts", so Thomas Koebner, in dem es "um das Extravagante zweier Repräsentanten der Kunst und der Macht" geht. Friedrichs und Bachs "Charakterumrisse und Verhaltensbeschreibungen" drängen sich "fragmentarisch aneinander", einzig "scharf gezeichnet sind dagegen die Domestiken: Goltz, der Untertan als Intimus des Königs, stumm, der unaufdringliche Diener; Quantz, der Flötenmacher und Komponist, der dem Herrscher leise widersprechen darf."