Als einen "Glücksfall des französischen Kinos" bezeichnet Oliver Hüttmann den Film. Der Regisseur beschreibt eine "zarte, nie zu sentimentale, humorvolle und immer wieder Schwankungen ausgesetzte Freundschaft". Dem Kritiker haben es die beiden Darsteller angetan: Altstar Michel Serrault ist bemerkenswert. "Die Herzlichkeit hinter seinem Panzer aus kultivierten Ritualen schimmert immer durch, Strenge und Sanftmut verkörpert er mit Selbstverständlichkeit. Vor allem aber nimmt er sich zurück, ohne an Präsenz zu verlieren, um der Debütantin Claire Bouanich den Film zu überlassen."
Sascha Westphal hat von Beginn an gewußt, daß das kleine Mädchen das Herz des alten Mannes erweichen wird. Aber darum geht es letztlich nicht. "Es ist Muyls Blick, der in DER SCHMETTERLING - LE PAPILLON die beiden Protagonisten zusammen bringt, noch bevor sie sich zum ersten Mal begegnen. Er durchdringt die Fassaden, die das kleine Mädchen und der alte Mann aus Angst vor weiteren Enttäuschungen um sich herum errichtet haben. ... Philippe Muyl inszeniert die Einsamkeit der beiden mit einer Eindringlichkeit und Einfühlsamkeit, die einem den Gedanken an Konventionen schnell austreiben."
Für Ralf Schenk entfaltet der Film "eine natürliche Poesie, die auf einer psychologisch stimmigen Regie und der unspektakulären Kamera, vor allem aber auf dem sensiblen Zusammenspiel der beiden so unterschiedlichen Hauptdarsteller beruht. ... Schwächer wird der Film immer dann, wenn äußere Spannungsmomente in die Handlung einbrechen, etwa die Rettung des Mädchens aus einer Höhle: Da holpert die Dramaturgie und verliert ihr eigentliches Zentrum. Dagegen ist die Intensität der Geschichte kaum mehr zu überbieten, wenn Serrault in einem Schattenspiel zeigen darf, wie Gott die Menschen erschuf - und sie durch Kriege wieder wegnahm."