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JUST A KISS

JUST A KISS

Regie Ken Loach
Kinostart 11.11.2004

Kritiken • JUST A KISS

13. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Die Tageszeitung

Für Ekkehard Knörer trifft in JUST A KISS migrantisches Traditionsbewusstsein auf katholische Vorgestrigkeit. "All das wird durchaus stimmig dargestellt, tatsächlich geht auch der melodramatische Kern der Liebesgeschichte zu Herzen. Loach erzählt hier mit einiger Delikatesse, seine beiden Hauptdarsteller Eva Birthistle und Atta Yaqub verleihen den Konflikten, die sie verkörpern, sympathische und glaubwürdige Gestalt. Leider aber sind sie zuletzt eben nicht viel mehr als das: Verkörperung von Konflikten."

11. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Berliner Zeitung

Ulrich Seidler findet JUST A KISS trotzallem einen wahrhaftigen Film. "Eine Geschichte wie vom Reißbrett, scheint es, doch obwohl die Handlung auf eine quasi spiegelsymmetrische Konfliktsituation hin konstruiert ist, vermittelt der Film eine hohe soziale Aufrichtigkeit. Obwohl die Figuren bis hin zur Haarfarbe in Kontrastlager aufgeteilt sind, werden sie nicht zu Klischees, sondern ermöglichen es dem Zuschauer, sich in die fremde Problemlage hineinzuversetzen. Also: Obwohl JUST A KISS ein Herz erwärmendes, unterhaltsames und spannendes Melodram ist, handelt es sich um einen wahrhaftigen Film, der dem Zuschauer sein Anliegen nahe bringt, ohne es ihm zu verkaufen. Der Schlüssel liegt in der Glaubwürdigkeit der Darsteller."

11. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler hat die Geschichte schon oft gesehen, ist aber trotzdem angetan von der Umsetzung durch Ken Loach. "Auch in JUST A KISS geht der Riss zwischen importierter Tradition und adaptiertem Alltagsleben durch jeden Einzelnen - während Casims Vater nicht aus seiner patriarchalischen Haut kann und die eigene Heimatlosigkeit an seine Kinder vererbt. O'Donnells und Chadhas munterem Treiben zwischen Klinkerrealismus und Bollywood-Übermut ist Loach gleichwohl nicht gefolgt und begnügt sich mit wohldosierten Anleihen beim Temperament der jüngeren Regiegeneration. Er konzentriert sich auf die Liebesgeschichte im Grenzstreifen von Milieu und Melodram, und nur gelegentlich verlässt er seine Linie."

11. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala hat eine der schönsten Kino-Liebesgeschichte gesehen. "Kann schon sein, dass sie ein bisschen papieren wirkt, die von Loachs langjährigem Drehbuchautor Paul Laverty erdachte Konstellation. ... Aber das lebt. Und ist konkret, in jeder Sekunde. Der Culture Clash ist hier kein Begriff, sondern er passiert. Er haut Casim und Roisin um und macht sie stärker, von Krach zu Lachen zu Streit zu Versöhnung zu Sex zu Glück zu einer Entschlossenheit der fast selbstironisch vorsichtigen Art. Ken Loach hat nicht einfach ein Drehbuch verfilmt, sondern, wie es seine Art ist, seine Schauspieler miterfinden, die Geschichte ins vielstimmig Wirkliche vorantreiben lassen. Seine Figuren sind Menschen, wie wir sie zu kennen meinen."

11. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Der Tagesspiegel

Susanna Nieder führt ein Interview mit der Regisseur über über Arbeiter und Kleinbürger, pakistanische "Onkel" - und George W. Bush.

11. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Die Zeit

Für Evelyn Finger besteht die eigentliche Qualität des Regisseurs darin, "die Theatralik der Katastrophe, den heimlichen Witz des kleinbürgerlichen Trauerspiels herauszuarbeiten. ... JUST A KISS hingegen setzt auf die befreiende Kraft des Lachens, das aus dem Kontrast zwischen Anspruch und Wirklichkeit erwächst. Loachs Auffassung von Humor schließt das Lächerliche und Satirische jedoch weitgehend aus und folgt der Hegelschen Definition, nach der echte Komik auf der Unverletzbarkeit der komischen Persönlichkeit beruht. ... Die visionäre Stärke des Films jedoch besteht darin, dass er sein Publikum noch einmal für die Gefühlsrevolution begeistert. Die alles überwindende Liebe! Der heilige Zorn!"

10. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • SPIEGEL

Für Urs Jenny hat Ken Loach eine Art, sehr direkt zur Sache zu kommen. "Es ist wunderbar, mit wie viel Lust, Zärtlichkeit und Überschwang der Brite Ken Loach, 68, dem sonst stets die sozialen Nöte das Dringlichste gewesen sind, diesmal eine Liebesleidenschaft zur Hauptsache eines Films macht: Er feiert diese Liebe - spürbar beschwingt von seinem Hauptdarstellerpaar Eva Birthistle und Atta Yaqub -, ohne sich doch den Blick trüben zu lassen für das Gefährdete und Gefährliche einer solchen Beziehung, also für die Zerstörungskraft, die nicht nur in ethnisch-religiösen Gegensätzen steckt, sondern ebenso in der Liebe selbst."

05. November 2004 | JUST A KISS • Kritik • Junge Welt

Andreas Hahn findet einiges wertvoll und anderes problematisch an dem Film. "Loachs Film will zeigen, was die 'kulturellen Unterschiede' für den Alltag der Menschen bedeuten. Das für ein Filmscript offensichtliche dramaturgische Beispiel ist die gute alte Paarbildung, die Liebe, deren Ende Robert Burns so schön besungen hat. Was macht die Liebe zwischen einem DJ und einer Musiklehrerin nun so unmöglich? Die Gesellschaft? Die Religion? Die Familie? Der kulturelle Unterschied? Irgendwie alles zusammen?"

November 2004 | JUST A KISS • Kritik • film-dienst 23/2004

JUST A KISS schlägt einen optimistischen, fröhlichen Ton an, meint Stefan Volk. Auch diesmal legt der Regisseur "den Finger auf gesellschaftliche wie zwischenmenschliche Wunden, aber anders als auf ökonomische Ungerechtigkeiten reagiert Loach auf die kulturellen Verschiedenheiten und Traditionen seiner Protagonisten verständnisvoll. ... Loachs Film wirft mehr Fragen auf als er beantwortet, aber von der frustrierenden, deprimierenden Atmosphäre seines vorherigen Films SWEET SIXTEEN könnte JUST A KISS kaum weiter entfernt sein. Denn aller Probleme, Widrigkeiten und Intrigen zum Trotz behält der Film seine anfangs eingeschlagene leichte Gangart bis zum Ende bei."

13. Februar 2004 | JUST A KISS • Kritik • Spiegel Online

Der Film erzählt eine "eine überraschend zarte Liebesgeschichte", meint Lars-Olav Beier. Der Regisseur zieht die Zuschauer in einen "schmerzhaften Ablösungsprozess hinein, relativiert immer wieder die - westliche? - Überzeugung, dass letztlich nur die Liebe zählt. Welche Stabilisatoren da aber wegbrechen, wenn jemand eine solche Familie verlässt, wie die Desorientierung den Flüchtigen ins Straucheln geraten lassen kann, macht der Film fast physisch spürbar - und verliert dabei doch nie seine beschwingte Leichtigkeit."

13. Februar 2004 | JUST A KISS • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Film hat "das Zeug zum großen Lorbeer", meint Jan Schulz-Ojala. SE FOND KISS erzählt "über die Liebe, die Familie, über Gesellschaft, Religion und Ideologie und erzählt uns doch alles Schwere, das er damit auch zu schultern hat, wie aus einem Guss, mit tiefem Ernst und wunderbar heiter zugleich." Der Film ist, weil so alltäglich, eine der stärkste Geschichte des BERLINALE-Wettbewerbs.

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