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GEGEN DIE WAND

GEGEN DIE WAND

Regie Fatih Akin

Kritiken • GEGEN DIE WAND

06. Juni 2011 | GEGEN DIE WAND • Kritik • wieistderfilm.de

"In dieser sehr lauten Geschichte fällt es nicht leicht, die leisen Töne, mit denen sich die Liebe zwischen den Hauptfiguren entwickelt, wahrzunehmen und zu schätzen. Akın inszeniert GEGEN DIE WAND als Sturm-und-Drang-Regisseur. Da muss sich nicht alles von selbst verstehen (etwa die teilweise überflüssig wirkende Kapiteleinteilung in Form musikalischer Intermezzi). Da wird auch mal zu Klischees gegriffen, die allerdings in aufgeweckten Ideen verkochen, bevor es zu abgedroschen wird. GEGEN DIE WAND ist ein fast hypnotischer Trip, der vielleicht noch mehr hätte aussagen können, wäre er etwas geerdeter."

22. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Die Tageszeitung

Dilek Zaptcioglu spricht von der großen Toleranz, die dem Film in der Türkei entgegen gebracht wird. "GEGEN DIE WAND stößt in der Türkei auf unterschiedliche Reaktionen, lässt jedoch niemanden kalt. Da der Film den Goldenen Bären bekam, wird ihm ein nahezu grenzenloser Kredit eingeräumt - selbst konservative Kreise oder Zeitungen wie Zaman lehnen den Film nicht rigoros ab und versuchen, der Porno-Vergangenheit Sibels mit größtmöglicher Toleranz zu begegnen. ... GEGEN DIE WAND ist der erste Film über Türken in Deutschland, der nicht als ein Problemfilm über "Deutschländer" rezipiert wird. Noch lange nach dem Abspann bleibt der volle Kinosaal ergriffen sitzen."

12. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Der Regisseur entwirft ein virtuoses, kompromissloses und hochemotionales Drama zweier Deutschtürken auf der Suche nach Identität, meint Oliver Hüttmann. "Die Kluft zwischen Herkunfts- und Heimatland, Integration und Tradition kann man kaum subtiler und ironischer darstellen als in der klassischen Rivalität zwischen Nord- und Süddeutschland. Und gleichzeitig zeigt sich darin, dass Identität viele Facetten hat. Akin verurteilt, verteidigt nichts. Er zieht keine Lebensart vor, sondern lässt sie aufeinander prallen. ... GEGEN DIE WAND ist ein konsequenter Zusammenprall der Leidenschaft und Verzweiflung, ein in allen Belangen virtuoses, weil atemloses, ungebremstes Ohnmachtsdrama. Akin lässt nichts aus falscher Rücksicht weg, ist hart und trotzdem mitfühlend gegenüber allen Figuren. Er hat das Gespür für wahrhaftige Bilder und Stimmungen sowie einen Witz, der ebenso entlarvend wie tröstlich und satirisch sein kann."

11. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte hat einen Filmemacher entdeckt, "der erreicht, was seit Fassbinder keiner in Deutschland mehr so unbefangen angegangen ist: das Leben punktuell auszuquetschen und dabei den freigesetzten Gefühlen zugleich eine Form zu geben. Doch der Weg, den Akin dabei geht, ist ein inzwischen ganz eigener." GEGEN DIE WAND ist "ein expressives Drama, dem das Kunststück gelingt, überaus glaubhaft das Beziehungspferd von hinten aufzuzäumen: Die Liebenden müssen erst keusch zusammen leben und sich gegenseitig betrügen, um ihre Leidenschaft für einander zu erkennen." Zudem bescheinigt der Kritiker der Film eine ausgezeichnete Kamera und zwei wunderbare Hauptdarsteller.

11. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Die Zeit

Für Andreas Busche ist die Tonspur das Herz des Films: "Lange nicht mehr hat ein deutscher Film so stilsicher und motivisch kohärent Musik eingesetzt, um die Lebenszusammenhänge und Gefühlsverwerfungen seiner Protagonisten zu schildern. ... Fatih Akin hat seine Lektion vom großen Hollywood-Melodram mit seinen spektakulären dramatischen Bewegungen gelernt. Man könnte ihm vorwerfen, dass seine Bilder diesen Gestus ungebrochen und manchmal ein wenig holprig imitieren, ohne ihn zu durchschauen. Doch gelingt ihm dabei die Gratwanderung zwischen Realismus und Überhöhung, kulturellen Konflikten und hochemotionaler Auflösung. Zum Denken müssen diese Bilder ja glücklicherweise gar nicht kommen, weil Akins Erzählweise eine ganz eigene musikalische Dynamik entwickelt."

10. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Nach diesem SPIEGEL-Text wirft der Regisseur der "Bild"-Zeitung Rassismus und Volksverhetzung vor.

10. März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Feridun Zaimoglu feiert euphorisch den Film; für ihn braucht dieses "herrlich maßlose Liebesdrama GEGEN DIE WAND die große Leinwand, es ist weniger Anschauungsmaterial als vielmehr ein Schaustück über die Verbrechen einer Liebe, wie sie nur der deutsch-orientalische Kulturextremismus zeichnen kann." Der Regisseur "sieht sich zu Recht in der loyalen Opposition gegen die Tradition, und er hat in seinem Film wunderbare Paradeszenen eingerichtet ... Das ist kein postmigrantisches Kino, nicht eine Abhandlung über die Türkenliebe und nicht wieder ein Dutzendfilm über das Leiden liebeseifernder junger Männer und Frauen. Fatih Akin hat mit diesem grandiosen Liebesepos die deutsche Romantik wiederbelebt, er hat sie entschlackt, ihr die hohl schwärmerischen Momente entnommen und die orientalische Herzhitze eingebrannt."

März 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • film-dienst 05/2004

Die "Schockelemente passen durchaus zur emotionalen Wucht, mit der Fatih Akin fast atemlos und wie unter Strom die Handlung vorwärtstreibt", meint Josef Lederle. "Dieser Regisseur will erzählen, will viel und satt erzählen, weshalb die Dialoge der nächsten Szene oft schon anklingen, bevor der Schnitt erfolgt. Das verleiht dem Film ein dynamisches Element, ohne dass er hektisch würde, weil die Figuren eher einsilbige Gestalten sind, deren pointierte Kurzsätze im knappen Hamburger Szene- Idiom trockenen Humor verraten, und die Tragikomödie überraschend viele stille, lang ausgehaltene Momente kennt. ... Was GEGEN DIE WAND dabei zu einem so erstaunlichen wie erfrischenden Ereignis macht, ist seine Fähigkeit, pures Kino und doch zugleich voller dem Leben und der Realität abgelauschter Details zu sein."

19. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Die Zeit

Für Katja Nicodemus ist der BERLINALE-Beitrag ein kruder, sehnsüchtiger, manchmal in melodramatischen Wendungen sich verlierender Film, dessen große Stärke in der aufrichtigen, auf alle Political Correctness pfeifenden Frechheit liegt. "GEGEN DIE WAND erzählt seine Liebesgeschichte mit einer Unbändigkeit und Direktheit, die wie ein Faustschlag in einen von zu vielen Kompromissfilmen geprägten Wettbewerb hineinfuhr."

18. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal fragt, warum die BILD aufeinmal so zimperlich ist. "Wenn das Porno-Geschäft mit solchen Ausnahme-Darstellerinnnen wie Kekilli gesegnet ist, kann man nur hoffen, dass noch weitere Pornostars den Weg ins so genannte Kunstkino finden."

18. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Helmut Ziegler führt ein Interview mit dem Regisseur Fatih Akin.

18. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Peter von Becker findet die ganze Sache zwar einwenig peinlich, trotzdem wird die künstlerische Leistung der jungen Schauspielerin um kein Deut geschmälert.

17. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala schreibt über den Skandal, den die Pornovergangenheit der Hauptdarstellerin ausgelöst hat. Aber das wird sich nicht negativ auf den Film ausstrahlen.

17. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Marco Dettweiler beschwert sich über die Kampagne der BILD wegen der Vergangenheit der Schauspielerin Sibel Kekilli.

16. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte bemerkt am Ende der BERLINALE einiges zum Festivalleiter Kosslick und dem Gewinner GEGEN DIE WAND: "Die berechtigte Euphorie über Fatih Akins Hauptpreis für den deutschen Beitrag GEGEN DIE WAND wird die Skeptiker wohl einstweilen verstummen lassen, denn auch das ist ja ein Verdienst von Dieter Kosslick."

16. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Berliner Zeitung

Frank Junghänel ist bei aller Freude über den Heimsieg doch verblüfft, "dass ein Film mit dem Goldenen Bären prämiert wurde, der einige Unzulänglichkeiten offenbart. Der 30-jährige Regisseur gibt es ja selbst zu, dass er am Ende der Dreharbeiten müde geworden war und sich mit seinen Darstellern in einem Istanbuler Hotel gerade noch so ins Ziel gerettet hatte. ... Die dramaturgischen Schwächen werden jedoch mehr als wett gemacht, durch die Radikalität, mit der Akin sein Thema angeht, durch seine Kraft, seine Bedingunslosigkeit, seinen Mut, mit dem Kopf nicht nur gegen eine Wand aus politischen Gepflogenheiten und filmischen Abmachungen zu rennen, sondern sie auf intelligente und unterhaltsame Weise zu durchbrechen."

16. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Der Spiegel berichtet von den Feiern in Hamburg.

15. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Aus gegebenen Anlaß - der Film ist Sieger des Goldenen Bären - porträtiert Holger Mehlig den Regisseur.

13. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Die Tageszeitung

"Der Plot ist krude", es wird dick aufgetragen, meint Christina Nord, aber selten hat die Kritikerin "subtilere Bilder für Verzweiflung und Verlorenheit" gesehen. "Das Besondere von GEGEN DIE WAND liegt nun darin, dass Akin das Rohe mit literarischer Raffinesse ummantelt"; der Regisseur holt Musik aus der Versenkung und die "Hauptdarsteller tragen die Tour de Force verblüffend sicher".

12. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala zerfällt der Film in "zwei Filme, einen vor und einen nach dem Verbrechen - und seine entscheidende Schwäche ist, dass der Übergang vom einen zum anderen emotional nicht stimmt". Er bietet "ein paar packende Szenen der Verzweiflung und auch des zeitweiligen Glücks". Die Dialoge sind "oft unfreiwillig ungelenk, und die Dramaturgie hakt nicht mit System."

12. Februar 2004 | GEGEN DIE WAND • Kritik • SPIEGEL Online

Lars-Olav Beier sagt viel über PK, PV usw. bis er zum Eigentlichen kommt:
"Mit erzählerischer Lakonie, inszenatorischer Verve und glänzenden Hauptdarstellern beschreibt Akin eindringlich, wie die zwei ihren Leben Sinn und eine Richtung geben. Geschickt zieht er den Zuschauer dabei mitten ins Lebensumfeld seiner Figuren hinein. Leider wirkt "Gegen die Wand" in seiner zweiten Hälfte, in der die Liebenden voneinander getrennt werden und erst über lange Umwege wieder zueinander finden, lang- und kurzatmig zugleich: Zu viel Handlung wird hier auf zu wenig Zeit kondensiert."

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