Inhalt • GEGEN DIE WAND
Cahit, 40, und Sibel, 20, treffen sich nach Selbstmordversuchen im Krankenhaus. Um der traditionellen Strenge ihrer Familie zu entfliehen, überredet Sibel den desillusionierten Alkoholiker Cahit zur Scheinehe ohne gegenseitige Verpflichtungen. Doch Cahit verliebt sich in sie. Als auch Sibel ihre Liebe zu ihm entdeckt, ist es zu spät: Cahit hat einen ihrer Liebhaber im Eifersuchtswahn erschlagen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis findet Cahit Sibel in Istanbul und hofft noch immer auf eine gemeinsame Zukunft.
Kritik • GEGEN DIE WAND • 11. März 2004 • Die Zeit
Für Andreas Busche ist die Tonspur das Herz des Films: "Lange nicht mehr hat ein deutscher Film so stilsicher und motivisch kohärent Musik eingesetzt, um die Lebenszusammenhänge und Gefühlsverwerfungen seiner Protagonisten zu schildern. ... Fatih Akin hat seine Lektion vom großen Hollywood-Melodram mit seinen spektakulären dramatischen Bewegungen gelernt. Man könnte ihm vorwerfen, dass seine Bilder diesen Gestus ungebrochen und manchmal ein wenig holprig imitieren, ohne ihn zu durchschauen. Doch gelingt ihm dabei die Gratwanderung zwischen Realismus und Überhöhung, kulturellen Konflikten und hochemotionaler Auflösung. Zum Denken müssen diese Bilder ja glücklicherweise gar nicht kommen, weil Akins Erzählweise eine ganz eigene musikalische Dynamik entwickelt."