Manfred Hermes hat die markttechnischen Absichten sofort erkannt: "Strategie, Weltmarktformel und der Sehnsucht nach einem Auslands-Oscar. Hier wird auch der Eindruck vermittelt, als sei man sich über das Vorgehen ziemlich sicher." In dem Film "tritt man an den Abgrund, um dort in das breite Gesicht einer Selbstgenügsamkeit zu blicken, die keinen Abwechslungsreichtum braucht: keine Spannung und im Grunde auch keine Unterhaltsamkeit - nur Posen, stumme Blicke und einen Klavierspieler."
Der Regisseur "eskortiert seine Helden mit aufrichtigem Pathos", meint Birgit Glombitza. "Er durchschwitzt mit ihnen Rausch und Demütigungen - ohne den doppelten Boden der Abgeklärtheit, ohne jene Ironie, die die anhaltende Lust am Pubertären im aktuellen deutschen Film so leicht mit sich selbst versöhnt." "Anders als seine Vorgänger geht es ihm weniger um ein spektakuläres Sittengemälde als um die zeitlosen Sinnnöte Heranwachsender."
Der Regisseur hat sich seine Filmbildern von den impressionistischen Malern abgeschaut, meint Ulrike Rechel. "Ohne den Ton zu wechseln, ist Borries' Bilderkino gleichzeitig ein Schauspielerfilm, der einen enormen Sog entwickelt."
Gerhard Midding hat dem zweiten Film des Regisseurs mit etwas Besorgnis entgegen gesehen. Der Regisseur hat einen geschickten Kurswechsel vollzigen und "verfährt so, wie es ein patenter Hollywoodregisseur gegenüber der Herausforderung eines Kostümfilms tun würde: Er klopft die Geschichte auf ihre zeitlosen Motive ab."
Julian Hanich hat in diesem "verschworen-verworrene Liebesspiel" die "Stimmung einer herrlichen, melancholischen, dekadenten Sommerfrische", wahrgenommen, dazu das "stille Tempo. Die knappen, verschleierten Charakterskizzen. Die tiefen, fast homoerotischen Männerfreundschaften." Der Streifen ist nur auf der Oberfläche ein Historienfilm. Der Regisseur Achim von Borries setzt gezielt immer wieder "anachronistische Nadelstiche."
Annabel Wahba hat ein Porträt über den Schauspieler Daniel Brühl geschrieben.
Die beiden Jungstars August Diehl und Daniel Brühl sind bei den Dreharbeiten zu dem Film unabhängig voneinander interviewt worden. Jana Hensel und Claudia Voigt haben ihre Aussagen zusammengefaßt.
Horst Peter Koll findet es spannend, dieses Werk sowie MENSCHEN AM SONNTAG von Robert Siodamk nacheinander zu sehen; er hat einige Bezüge ausgemacht. Der Regisseur geht souverän mit seinem Sujet um; ihm gelingt "eindrucksvoll der Spagat zwischen realistischem Stimmungsbild und philosophischer Weltbeschreibung"; er inszeniert hochdramatisch und höchst sinnlich mit poetischen Stimmungsbildern. Alles in diesem Film wird "doppelbödig und doppeldeutig".