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MONSTER

MONSTER

Regie Patty Jenkins
Kinostart 2003

Kritiken • MONSTER

15. April 2004 | MONSTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Regisseurin will der Serienmörderin "Gerechtigkeit widerfahren lassen, indem sie den Menschen hinter dem Täterprofil zum Vorschein bring", meint Michael Kohler. "Stilistisch liegt MONSTER in der goldenen Mitte von spröder Avantgardekunst und aufpolierter Biographie, inhaltlich wandelt Patty Jenkins sicher auf dem schmalen Grat, den ihr die Geschichte eines zum Täter gewordenen Opfers lässt. Weder wird Wuornos zum feministischen Symbol der missbrauchten Frau erhoben, noch zum banalen Bösen degradiert."

15. April 2004 | MONSTER • Kritik • Die Zeit

Für Diedrich Diederichsen hat MONSTER "vor allem gute Ansätze und einzelne treffende Formulierungen. ... Das Vorhaben, ein "Monster" zu humanisieren, hat unübersehbar das Problem, diesen Menschen erst einmal vor allem körperlich als Monster präsentieren zu müssen, bevor man dann nach alter Hollywood-Küchenpsychologie einen weichen Kern hervorzaubern kann. Charlize Theron hat sich ihren Oscar offensichtlich damit verdient, aggressive Überlegenheitsgesten als verzweifelte Übersprungsakte einer zutiefst Verunsicherten zu spielen. Da hat sie einen spektakulären, allerdings nur in wenigen Varianten angewandten Gesichtsmuskel-Trick entwickelt. Eben noch blickt die Kamera in verlassene und verlorene Züge, dann geht ein Ruck durch sie, und sie ist tough, sie ist Butch, knallt Leute ab, weist Spießer zurecht und bahnt sich ihren Weg.".

14. April 2004 | MONSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche will zu einem unvoreingenommenen Blick auf den Film zurück und stellt fest: als nachdrücklicher Eindruck bleibt "tatsächlich der mahlende Oberkiefer Charlize Therons und die fahrigen Bewegungen, mit denen sie sich ihre schlecht aufgeföhnte Frisur nach hinten streicht, im Gedächtnis hafte. ... Um Parteinahme geht es Jenkins mit ihrem Film nicht. Jeder sozialkritische Impuls muss an Wuornos blindwütiger Verzweiflung versagen. Was bleibt, ist ein trauriges Schicksal. Der Blick hinter die deprimierende Geschichte ruft kein Gefühl der Genugtuung mehr hervor, sondern nur noch blankes Entsetzen.".

14. April 2004 | MONSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Für Arno Widmann ist MONSTER "ein schmutziger Film. Es gibt nichts Schönes darin. Jedenfalls ist nichts Schönes zu sehen. ... Der Film ist nichts für die Freunde des schönen Scheins, er ist auch nichts für die Anhänger eines sozialkritischen Realismus, er ist für die Gruppe jener, die künstlichen Schmutz lieben."

14. April 2004 | MONSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Marcus Rothe führt ein Gespräch mit der Schauspielerin Charlize Theron.

14. April 2004 | MONSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz stellt sich viele Fragen. "Bleibt die Frage nach der Moral. MONSTER will sich jenseits davon angesiedelt wissen; Jenkins legte Wert auf unspektakuläre Bilder, auf einen unparteiisch nüchternen Blick. Sie wolle zeigen, wie jemand Unvorstellbares tut, es nicht erklären, nicht entschuldigen. Aber warum richtet sie dann bei jedem neuen Mord den Fokus auf Aileens Skrupel? Auf ihr dramatisch schmerzverzerrtes Gesicht, als sie schließlich auch noch bei dem hilfsbereiten Gentleman abdrückt? Und warum taucht auch noch der Vietnamkriegs-Veteran auf?"

14. April 2004 | MONSTER • Kritik • SPIEGEL Online

Andreas Borcholte hat viel Zeit damit verbracht, "unter der Maske nach den vertrauten Zügen Therons zu suchen. Das lenkt ab, vor allem von der schauspielerischen Leistung der Südafrikanerin, die ihrer Aileen mit einigen burschikosen Gesten, ungelenkem Gang und fahrigen Blicken Leben einhaucht." Auch sonst hat der Kritiker mehr erwartet: "Die Regisseurin will nicht wissen, warum Wuornos zur Mörderin wurde, sie deutet das Trauma der Kindheit nur an, sie fragt auch nicht nach der Verantwortung der amerikanischen Gesellschaft, die verarmte Familien wie Aileens, so genannten "white trash", verwahrlosen lässt, ohne einzuschreiten."

März 2004 | MONSTER • Kritik • film-dienst 08/2004

Stefan Volk hat ein erstaunlich selbstverständliches Regie-Debüt gesehen. "Bei aller thematischen Schwere tut Patty Jenkins gut daran, ihren Film nicht zusätzlich mit formalen Experimenten zu belasten. Mise-en-Scène und Montage bleiben unauffällig, folgen dem Geschehen auf klassische Weise. ... Seine unbehagliche Ambivalenz und irritierende Eindringlichkeit verdankt das Biopic neben dem Drehbuch vor allem Charlize Therons famoser Darbietung, die in Christina Riccis subtilem Spiel adäquate Unterstützung findet."

11. Februar 2004 | MONSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Birgit Glombitza führt ein Interview mit der Regisseurin Patty Jenkins.

09. Februar 2004 | MONSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord hat der Film "einen schönen Blick für Details, die Kostüme sind großartig". Aber alles überragt die Leistung von Charlize Theron. "Doch die Stärke des Filmes - die schauspielerische Leistung Charlize Therons - ist zugleich seine Schwäche. Denn bald hat Jenkins den Erzählmodus für ihren harten Stoff gefunden: die Emphase." Für die Kritikerin wird alles lauter, ständige Anspannung "ganz so, als gäbe es keine anderen Mittel, innere Unruhe auszudrücken und ein beschädigtes Leben auf die Leinwand zu bringen."

08. Februar 2004 | MONSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Charlize Theron ist die Sensation des Film, meint Ralph Geisenhanslüke; vor dem Film hat er sie "für ein karrierebewusstes L'Oréal-Gesicht gehalten" - jetzt "hat sie hier ihr Coming Out als Schauspielerin". "Die Regisseurin baut aus ihrer Geschichte eine nachvollziehbare, psychologisch dichte Entwicklung, die natürlich ein klares Ziel verfolgt: Verständnis für das MONSTER, das in der normalen Gesellschaft keine Chance hat, nie eine hatte. Verständnis für das Monster, das irgendwann sogar Geschmack am Töten findet. Das wird mit der gebotenen Parteilichkeit erreicht."

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