Christina Tilmann nimmt den Film und eine Ausstellung in Frankfurt (Main) zum Anlaß, ein ausführliches Porträt über den Maler und Regisseur Julian Schnabel zu schreiben.
Nach Harald Fricke entschärft der Film seine politische Brisanz: "Das Verhältnis zwischen privaten Ausschweifungen und unmittelbar gelebter, kultureller Opposition bleibt im Film überraschend unscharf." Der Regisseur filmt, "was Arenas sah, wenn ihn etwas als Thema seiner Literatur begeisterte: ein Kaleidoskop des kubanischen Alltags". Der Kritiker rechnet dem Regisseur hoch an, daß er bei derart viel Partiotismus nicht in "Heimatkitsch abdriftet. ... Der mythischen Verklärung des Künstlerdaseins entgeht er damit nicht."
Daniel Kothenschulte lobt den Regisseur für sein "berückendes wie politisch distanziertes Kubabild". Der Film bietet klassisches Erzählkino, in dem der Schmerz, Künstler zu sein, nachempfunden wird. Zur Illustration dieser Erfahrungen findet der Regisseur symbolische und starke Bilder.
Für Wolfgang M. Hamdorf bietet BEFORE NIGHT FALLS "keine harte, keine polemische Kritik der kubanischen Zustände", sondern einen "wohlwollend-vorsichtigen Blick von außen". "Der Film vermittelt die Aufbruchstimmung Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre über eine geschickte Montage von Archivbildern und inszenierten Szenen; unterlegt mit Musik von Lou Reed und Laurie Anderson." Der Regisseur ist zurückhaltend, manchmal auch unentschlossen. Die visuelle Gestaltung ist brilliant, der Hauptdarsteller ebenso.