| Regie | Michael Haneke |
Gerhard Midding spricht von einer "Vergletscherung der Gefühle", die "auf einer kalten Leinwand" stattfindet. Die Verweigerungshaltung des Regisseurs ist in WOLFZEIT "noch quälender, entmutigender". Die Emotionen sind entzogen, was übrigbleibt sind Zustände: "Erschöpfung, Hunger, Angst". Der Film "muß ausgehalten werden".
Christiane Peitz führt ein Interview mit der Schauspielerin Isabelle Huppert.
Mit "Übung in Askese", "eine anthropologische Versuchsanordnung von seltener Rigorosität und Düsternis" betitelt Julian Hanich WOLFZEIT. Der Film "ähnelt einem Experiment im Reagenzglas mit explosivem Gemisch, doch der Bunsenbrenner ist auf Sparflamme eingestellt". "Man muss Hanekes Gedankenexperiment nicht mögen, aber seine düsteren Stimmungsbilder beeindrucken", der Film zeigt "pure Kameramalerei der Nacht".
Ulrich Kriest findet WOLFZEIT "schweigsam wie düster". Er hat eine "kühle, bis auf den furiosen Auftakt weitgehend überraschungslose Konstruiertheit", Trivialität und Abgestandenheit entdeckt. Der Regisseur verliert sich "im Ungefähren". Die Bilder erinnern den Kritiker an Apokalypse-Klassiker "abzüglich der Action".
Für Christina Nord wirkt Michael Hanekes "Konstellation ... so vertraut, weil sie an den Katastrophen- oder den Horrorfilm erinnert". Der Unterschied liegt in der Komposition der Bilder, dem Umgang mit dem Licht und die nuancenreichen Darbietung der Schauspieler. Der Regisseur will schockieren, "statt sich in der Fiktion gemütlich einzurichten, sollen sich die Zuschauer in WOLFZEIT unbehaglich fühlen".
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