| Regie | Charles Chaplin |
| Kinostart | 02.06.2005 |
Für Dominik Kamalzadeh feiert MODERNE ZEITEN die Komik, die aus der Konfrontation von Mensch und Maschine entsteht. Der Zuschauer reagiert auf viele Szene "mit unmittelbarem Gelächter; ein Lachen, das sich im Benjamin'schen Sinn stets der spielerischen Natur des Geschehens bewusst ist und als Medizin gegen die Schocks des modernen Lebens wirksam werden kann, indem es kathartisch Spannungen abbaut. Charlie, der Tramp, vermag also nicht nur den Produktionsprozess lahm zu legen, er führt mit dem burlesken Körper vor, welche Störungen industrielle Arbeit auslöst, um sie auf einer sinnlichen Ebene zugleich zu therapieren."
Gunnar Decker hat eine Parabel auf das 20. Jahrhundert gesehen. "Ohne Geld ist man in den modernen Zeiten nämlich noch ärmer dran als in allen früheren Menschepochen zusammen. Chaplin dekliniert die soziale Deklassierung durch: Ein Arbeitsloser, ein Sträfling, ein Insasse im Irrenhaus. Aber an die Absurdität der herrschenden Zustände kommt kein noch so großer Exzentriker heran. Die Zeit ist verrückt geworden, aber wie alle echten Verrückten hält sie sich für normal. Man muss es immer wieder sehen, wie Chaplin hier in höchster Präzision Zufälle mit einer Notwendigkeit eintreffen lässt, die heute noch verblüfft.
Selten war ein so lustiger Film so traurig."
Als einen der schönsten Chaplin-Klassiker bezeichnet Nana A. T. Rebhan MODERNE ZEITEN. Der Film "könnte als einer der besten Dokumentarfilme der amerikanischen 1930er-Jahre bezeichnet werden. Obwohl er eigentlich ein fiktiver Film ist, beschreibt er doch die Umstände seiner Zeit, die Folgen und Probleme der Industrialisierung aufs Genaueste: Die Menschen in der Fabrik wirken völlig automatisiert, die auf der Straße leiden unter Hunger, Armut und Streiks. ... MODERNE ZEITEN ist eine bissige Satire auf das industrielle Zeitalter. Der Klassiker - der als einer der besten 100 Filme aller Zeiten gilt - überzeugt durch seinen scharfsinnigen Humor, der trotz seiner detaillierten Gesellschaftskritik sympathischerweise nie belehrend wirkt."
Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.