Kerstin Decker hat einen "sehr zwiespältigen Film" gesehen. Das Ereignis ist die schauspielerische Leistung von Anthony Hopkins. Aber DER MENSCHLICHE MAKEL selbst "steckt in seinem Plot-Korsett fest", keine Luft zum Atmen.
Für Holger Römers ist DER MENSCHLICHE MAKEL "eine typische Literaturverfilmung. Im Hinblick auf das Sujet ambitioniert, aber formal sehr gediegen". Dem Regisseur gelingt "eine in ihrer Zurückhaltung bestechende, nüchterne Inszenierung".
Für Andreas Busche hat "der politische Furor Roth in Nicholas Meyers Drehbuch einer persönlichen Resignation Platz gemacht. Doch auch in der Verfilmung wird die Verachtung für das gesellschaftliche Establishment eloquent und scharf vorgetragen, fast wie in einem bösen Rap." Aber das passiert zu selten, der Ton des Films ist gedämpft.
Für Volker Hage hat der Regisseur die Vorlage "durchaus nachvollziehbar und überraschend übersichtlich" inszeniert. Für die Worte im Buch findet der Regisseur "überzeugende Bilder". Zu brav ist dem Kritiker allerdings die sexuelle Energie zwischen Hopkins und Kidman inszeniert.
Anke Dürr führt ein Interview mit Sir Anthony Hopkins.
Für Stefan Volk ist der Film nicht gelungen, zu viel "plakative Garnitur". Der Kritiker deckt die "heuchlerische Zweiklassengesellschaft Hollywood" auf, indem er die zwei Striptease-Szenen gegenüberstellt. Der Film bietet "ordentliches Handwerk", "für eine glaubwürdige Beschäftigung mit grundlegenden Fragen über menschliche und nationale Identitäten" bleibt er "zu gesichts- und ästhetisch belanglos".