"Der Rhythmus der See" bestimmt den Film, sagt Jan Distelmeyer. Der Alltag auf See wird verdeutlicht. Verhalten, seltsam merkwürdig, auch langsam, sind Adjektive, die der Kritiker für MASTER AND COMMANDER findet. "Nur die Dialoge zwischen dem tadellosen Captain und seinem Freund Maturin erheben sich deutlich von der bloßen Präsenz der Seefahrt, um ein anderes Innenleben zu skizzieren."
Holger Römers findet es gut, daß die Handlung auf "ein Minimum an Komplexität eingedampft" worden ist. Und da der "überschaubare Plot" sich auch noch "spröder erzählerischer und filmischer Mittel" bedient, ist der Film besonders reizvoll für den Kritiker. Geduld im Handlungsaufbau und Sicherheit im Erzählrhythmus zeugen für die Qualität des Films.
Kai Müller mag dieses "fulminante Epos", das als "soziales Kammerspiel", schön altmodisch und monumental, daherkommt. Die "akribischen Details der historischen Rekonstruktion" führen vor, was der Zuschauer schon immer über Notdurft oder Amputation auf See wissen und sehen wollte.
Ein Interview mit dem Regisseur Peter Weir führt Rüdiger Sturm.
Bildungskino hat Anke Westphal gesehen, denn der Film "führt vor, wie auf dem Rücken der Schlachten Kulturtechniken und Wissen transportiert wurden". Schiff und Besatzung spiegeln ein "Mini-Empire" mit all seinen Zusammenhängen. Gewalt und deren Folgen ist einer davon. Der Regisseur zeigt diese und ist dabei nicht zimperlich.
Andreas Kilb hat jedes Bild des Films "geglaubt", obwohl es gar nicht real, d.h. vom Computer generiert ist. Das "Wunder dieses Films" kommt nur zustande, weil der Regisseur der Geschichte und den Charakteren vertraut. "MASTER AND COMMANDER ist ein Film wie ein Strich, ein einziger Rausch aus Wind, Wasser und Bewegung."
Der frauenlose Film ist aufwendig und imposant, eigenwillig, düster und schwerfällig, findet Urs Jenny. Der Regisseur inszeniert neben den Stars souverän die vielen Nebenfiguren, bleibt im Rahmen des Vernünftigen. "MASTER AND COMMANDER ist der Film gewordene Selbstwiderspruch der Entertainment-Metropole Hollywood: eine Sache, die sich ernst nimmt."
Bei dem Film hat Hollywood in allen filmischen Belangen alles sinnvoll eingesetzt, findet Oliver Rahayel. Er findet dafür zahlreiche Hinweise: "Die handwerklich herausragenden Facetten des Films, einschließlich der Detailtreue der Requisite, der dezent untermalenden Kammermusik und den wohl packendsten Kinoseesturm aller Zeiten." Dazu gibt es auch noch passende Dialoge und gute Schauspieler.