| Regie | Cedric Klapisch |
Xavier, 25-jähriger Wirtschafts-Student aus Paris, landet nach tränenreichem Abschied von Dauer- freundin Martine, in der sommerlichen Metropole Barcelona, um hier dank europäischem Austausch-Programm Erasmus sein letztes Studienjahr zu absolvieren - und Spanisch zu lernen. Was gar nicht so einfach ist, wo doch die Mitbewohner seiner neuen, buntgemischten, gesamteuropäischen WG aus Italien, England, Dänemark, Belgien, Deutschland und Andalusien kommen. Sie alle verfolgen das gleiche Ziel: feiern, leben, lieben - und natürlich studieren.
Ein Film aus dem Kino des "modernen Euro-Babel" hat Anke Sterneborg gesehen. Der Regisseur "zelebriert die diversen Euro-Klischees, nur um sie alsbald zu zerpulvern". Leicht, verspielt, unaufgeregt und gelassen - wie das Leben selbst kommt dieser Film daher.
Andreas Ross findet den Film "radikal-authentisch", "der erste wahrhaft europäische Film". Die "witzige Hommage an den Studentenaustausch" berichtet mit vielen liebevollen Details vom chaotischen WG-Leben. Der Trick des Regisseurs ist die Improvisation.
Jochen Schmidt will auswandern, wenn dem Film in Deutschland kein Erfolg beschienen ist. Er meint nämlich: "Cédric Klapisch ist das eigentliche Genie des französischen Kinos." Der Kritiker hat eine Liebeserkärung an Europa gesehen, mit sinnlosen Diskussionen über altbekannte Klischees, aber mit "präzisen Dialoge, deren Genauigkeit dauernd in Komik umschlägt".
Matthias Heine meint, "irgendeine geheime EU-Propagandaabteilung" hätte den Film drehen lassen. Das Leben in der WG spiegelt das Chaos des zusammenwachsenden Europa. In manchen Szenen "steuert der Film ... mit Volldampf auf die ältesten Klischee-Eisberge der erotischen Komödie zu, aber er umschifft sie genauso wie die Riffe der nationalen Stereotypen immer kurz vor dem drohenden Untergang".
Keine "üblichen länderspezifischen Klischees" hat Andrea Dittgen gesehen. Es gibt keine Differenzen zwischen diesen verschiedenen Europäern. Der Film ist "atmosphärisch- technisch auf der Höhe seiner jungen Protagonisten", die Schauspieler sind gut besetzt. Alles "ist ganz unterhaltsam inszeniert, wirkt auf Dauer aber langweilig und nervend".