| Regie | Patrice Chereau |
Birgit Glombitza sieht verdunkeltes und abgedämpftes Licht, einen bleichen Leib in Krankenhaus-Weiß, einen versehrten Körper. Statt "einer perspektivischen, rollenempathischen Kamera verlegt sich Chéreau in SEIN BRUDER zunehmend aufs Dokumentarische". Mit aller Distanz wirkt das "ungeheuer berührend und würdevoll zugleich".
Eine "zärtliche Beobachtung" ist SEIN BRUDER, meint Gerhard Midding. In "bedrängender Körperlichkeit" wird das Verhältnis der Brüder geschildert, mit achtsamem "Körperspiel seiner exzellenten Hauptdarsteller".
Mit dem Regisseur Patrice Chéreau führt Gerhard Midding ein Interview.
Für Josef Lederle ähneln Filme des Regisseurs "plastischen Reliefs oder mittelalterlichen Tafelbildern, die Blick für Blick, Einstellung für Einstellung mit den Augen durchmessen werden wollen". In diesem "physischen Kino" erhält der Zuschauer keine Orientierung, Chronologie wird zertrümmert, Diskontinuität, Ungleichzeitigkeit vorherrschend.