Jens Balzer beschreibt kurz die Geschichte des Aragorn, der sechzehnte und letzte Stammesfürst der Dúnedain.
Obwohl der Film nicht werkgetreu ist, ist er doch voll von "liebevoller Genauigkeit", findet Jan Distelmeyer. Er fragt, warum Fantasy-Filme solchen immensen Erfolg haben. Der Kritiker hat "großartige Panoramaschwenks und -flüge" gesehen, "die die reale Stofflichkeit dieser irrealen Welt betonen. Mittelerde ist ausgedacht und wahr, ist fantastisch und real im selben Augenblick." Der Erfolg der Fantasy liegt "in der Komplexität zwischen Entfernung und Nähe zu den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen, aus denen heraus und in die hinein die Filme produziert worden sind."
Jens Balzer ist über sich selbst erschrocken, weil der Film eine "maßlose Ergriffenheit" bei ihm entfacht hat. Auch dieser Kritiker sucht die Erfolgsstrategie. Die Filme sind so gut, "weil es zwischen der globalisierten Öffentlichkeit, auf die sie zielen, und den intimsten Fantasien ihres Schöpfers keinen Widerspruch gibt."
Rüdiger Sturm porträtiert die hinter den ganzen Effekten stehenden Personen: Richard Taylor und Tania Rodger sowie die Spezialeffektefirma Weta.
Katja Nicodemus hat einiges geboten bekommen: ein "kriegerisches Gemälde zu atemberaubenden Panoramaperspektiven, und die Kamera schwingt sich gottesgleich über die ornamental wuselnden Massen." Die Kritikerin verweist auf verschiedene Interpretationen, den "symbolischen Gehalt".
"Geradezu unzeitgemäß großzügig" findet Daniel Kothenschulte die ganze Triologie. Der Kritiker ist des Lobes voll, für ihn ist "das Vertrauen in die Imaginationsmaschine wieder hergestellt". HERR DER RINGE ist "unter Monumentalfilmen ... der monumentalste", "der beste dritte Teil von irgendetwas". Und er hat einen weiteren Vorteil der Digitaltechnik entdeckt: man muß "sich keine Gedanken mehr machen über das Los schlecht bezahlter Komparsen oder stolpernder Pferde. Alles wird Bild...".
"Detailverliebt" und "bildgewaltig" ist der Film, meint Wiebke Brauer. Die Kritikerin verdeutlicht einige emotionale Zusammenhänge; sie hat u.a. einen "homoerotischen Aspekt" zwischen Frodo und Sam ausgemacht. "Von der massiven Abweichung zum Buch einmal abgesehen, wird das finale Happy-End in seiner Länge und Kitschigkeit allen drei Teilen zusammen gerecht: Schier endlos zieht sich der Abschied hin."
Für Ralph Geisenhanslüke verläuft der Film "ohne nennenswerte Überraschungen". Er bemängelt einige Fehler, insbesondere, daß die Bösen einfach so verschwinden. Lobt aber zugleich die neu entwickelte Computer-Software und den Vorteil einer Story.
Ein Bericht fast die Premiere in Berlin zusammen: "höflicher Applaus und anerkennende Worte, Begeisterungsstürme wie bei der Weltpremiere in Neuseeland löste der Film aber nicht aus".
Der Spiegel berichtet, daß der Regisseur Peter Jackson davon träumt, sich weiterhin der Tolkien-Mythologie zu zuwenden und "Der Hobbit" zu verfilmen. Wir werden ja sehen.
Kurze Nachricht über die anstehende Premiere in Neuseeland.
Für Charles Martig ist der 3. Teil der "beste Teil der Trilogie, denn er findet eine gelungene Balance aus Schlachtszenen und intimen Momenten". Der "heimliche Star" ist die "computeranimierte Figur Gollum". "In den spektakulären Schlachtszenen erweist sich Jackson einmal mehr als begnadeter Inszenator des Krieges ... In Peter Jacksons Filmen verzahnen sich weiträumige Landschaften, monumentale Schlachtszenen und die Epik der Erzählung zu einem vielschichtigen Ganzen."