Das Filmfestival Venedig ist beendet. Sofia Coppola, Tochter eines berühmten Vaters, hat mit SOMEWHERE (
) in Venedig den wichtigsten Preis gewonnen; Peter Beddies (WELT) hat mit der Regisseurin gesprochen. Daniel Kothenschulte (BLZ) ist enttäuscht über die Preisvergabe: Angeführt von Sofia Coppola glich der Gewinnerreigen einer Parade von Freunden, Vorbildern und Gesinnungsgenossen des Jury-Präsidenten. Für Cristina Nord (TAZ) herrschte beim Festival das Grobe, das Derbe und das Laute - im Zweifel für das Rummelplatzkino. Die 67. Kinomostra wäre fast perfekt gewesen, bis der Goldene Löwe an Sofia Coppola ging, resümmiert Christoph Huber (PRESSE). Am Ende einer im besten Sinne herausfordernden Mostra ist Sofia Coppola die verdiente Siegerin, meint dagegen Susanne Ostwald (NZZ). Mit Buhrufen im Pressezentrum bei der Preisverleihung endete das Festival für Thomas Abeltshauser (EPD-BLOG). Stilistisch hat Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE) einen Trend ausmacht: Das Kino wird ganz allgemein schriller, bunter, lauter, barocker und expressiver.
Zusammenstellung: Filmfestival Venedig - Die Gewinner
Die Preise beim Filmfestival Venedig sind vergeben.
Den Goldenen Löwen gewann Sofia Coppola für ihren Film SOMEWHERE (
). Weitere Auszeichnungen gingen an die Filme ESSENTIAL KILLING, A SAD TRUMPET BALLAD und ATTENBERG (
). Als beste Darsteller wurden Vincent Gallo und Ariane Labed geehrt.
Vital, abwechslungsreich und grenzverletzend war das Filmfestival für Jan Schulz-Ojala (TSP). Rüdiger Suchsland (TELEPOLIS) fragt sich, ob Stars wie Vincent Gallo und Joaquin Phoenix verrückt werden.
Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie die SZ, die FAZ, die WELT, die NZZ, der TZ sowie der STANDARD.
Am Lido gab es einen der stärksten Kinomostra-Jahrgänge; trotzdem ist das Festival Venedig in Schwierigkeiten, wie Christoph Huber (PRESSE) feststellt. Das Wettbewerbsprogramm erwies sich als überraschend wasserdicht und solide in diesem Jahr, bilanziert Wolfgang Höbel (SPIEGEL). Über die Seelennöte der Kulturbetriebler schreibt Daniel Kothenschulte (BLZ). Ein flotter Dreier sieht für Jan Schulz-Ojala (TSP) anders aus. Einen Spiessertraum von der Freiheit sah Florian Keller (TZ). Redeschwälle und Wortkargheit: Auf zweimal Exotismus schaut Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE).
Besprochene Filme
DREI (
) von Tom Tykwer
13 ASSASSINS (
) von Takashi Miike
ROAD TO NOWHERE (
) von Monte Hellman
A SAD TRUMPET BALLAD von Álex de la Iglesia
BLACK VENUS von Abdellatif Kechiche
Die Lust am Blick in den Abgrund entdeckt Michael Althen (FAZ) beim Filmfestival Venedig. Jan Schulz-Ojala (TSP) sah Filme, die zeigen, wie Menschen einander zum Versuchsobjekt machen – bis hin zum Rassismus. Quentin Tarantino, diesjähriger Jurypräsident, mag das Grotesk-Überdrehte: Damit könnte ihm der japanische Wettbewerbsbeitrag 13 ASSASSINS (
) bestens gefallen haben, glaubt Aliki Nassoufis (TZ). Schauspieler Vincent Gallo provoziert mit seiner Regiearbeit, schreibt Christoph Huber (PRESSE). Über Trauerarbeit schreibt Felicitas Kleiner (FD-BLOG). Italien prescht vor, bemerkt Peter Claus (GETIDAN). Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE) entdeckt Frauen an die Macht. Wer keinen Löwen bekommt, weiß bereits EPD-BLOG.
Besprochene Filme
DREI (
) von Tom Tykwer
13 ASSASSINS (
) von Takashi Miike
ROAD TO NOWHERE (
) von Monte Hellman
DIE EINSAMKEIT DER PRIMZAHLEN (
) von Saverio Costanzo
Im Festivalzirkus namens Filmfestival Venedig zeigen Danis Tanovic, Álex de la Iglesia und Abdellatif Kechiche Filme mit Dorfrummel, traurigem Clown und Affenmenschen, wie Jan Schulz-Ojala (TSP) feststellt. Quentin Tarantino liegen sie zu Füßen in Venezia. Wird dagegen Vincent Gallos Film gezeigt, ist Hohngelächter zu hören - Cristina Nord (TAZ) findet das unfair. Isabella Reicher (STANDARD) meint, thematische Bögen zu erkennen, von einem Film zum nächsten wird anschaulich, wie unterschiedlich zum Beispiel existenzielle Leidensgeschichten filmisch zu lösen sind. Auf dem EPD-BLOG geht es um Fälschung als Methode. Hungernde Chinesen, gehetzte Talibankämpfer und ein Leichenwäscher mit Frauenproblem: Drei neue Filme in Venedig wollen das Publikum bestrafen. Tobias Kniebe (SZ) fragt sich nur, wofür. An der Front der Favoriten hat sich für Peter Claus (GETIDAN) nichts verändert. Daniela Kloock (GETIDAN) sprach mit Filmemacher Tom Tykwer, dessen Film DREI (
) in Venedig im Internationalen Wettbewerb läuft.
Besprochene Filme
PROMISES WRITTEN IN WATER von Vincent Gallo
Jan Schulz-Ojala (ZEIT) hat einen Film beim Filmfestival Venedig gesehen, der so drastisch ist, dass er das Festival aus der Bahn wirft. Michael Althen (FAZ) sah eine ganze Reihe von Filmen, in denen die Helden auf existentielle Nöte zurückgeworfen werden. Peter Zander (WELT) entdeckt einen Trend: Politische Aufarbeitungen und Befreiungsfantasien dominieren den Wettbewerb. Auch Daniel Kothenschulte (BLZ) entdeckt das essenzielle Kino mit seinen kargen Dramen gegen große Mächte. Furios ging es los, und im besten Sinne konfrontativ nimmt die Mostra ihren Lauf, findet Susanne Ostwald (NZZ). Das Festival bietet vieles, das Peter Claus (GETIDAN) gern bald im heimischen Kinoangebot wieder fände. Felicitas Kleiner (FD-BLOG) sah einen mitreißenden Actionfilm, dessen Kampfszenen bei aller Exaltiertheit unmittelbar-kraftvoll bleiben. Blut und Hoden hat Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE) ausgemacht. Ein Schauspieler taucht ab: Venedig rätselt laut Felix Keller (TZ) über Joaquin Phoenix.
Besprochene Filme
THE DITCH von Wang Bing
POST MORTEM von Pablo Larrain
ESSENTIAL KILLING von Jerzy Skolimowski
A SAD TRUMPET BALLAD von Álex de la Iglesia
Marco Müller, der seinen Vertrag als Leiter des Filmfestival Venedig nicht mehr verlängern will und 2011 aufhört, scheint laut Susan Vahabzadeh (SZ) wild entschlossen, Erwartungen nicht mehr zu bedienen. Ein starkes Wettbewerbswochenende am Lido erlebte Michael Althen (FAZ). Cristina Nord (TAZ) wagte einen Blick in den Abgrund des totalitären Kommunismus. Jan Schulz-Ojala (TSP) sah einen Film wie eine Detonation und ein Zeugnis ungeheuren Muts. Der Wettbewerb kommt laut Christoph Huber so richtig in Fahrt, findet Christoph Huber (PRESSE). Über die Engel des Bösen schreibt Felicitas Kleiner (FD-BLOG). Der geheime Rote Faden des diesjährigen Festivals ist die unerträgliche Leichtigkeit des Schauspielerdaseins, entdeckt der EPD-BLOG. In Venedig hat das politisch engagierte Kino immer eine Hauptrolle gespielt – im Schlechten wie im Guten, beginnt Peter Claus (GETIDAN) seine Tageskritik. Außerdem berichtet die PRESSE von einem brutalen Überraschungsfilm.
Spiegelung des Kino-Alltags ist für Peter Claus (GETIDAN) die einzig mögliche Schlagzeile über dem Angebot des diesjährigen Filmfestival Venedig. Manchmal gehen die Wirklichkeit am Lido und das Geschehen auf der Leinwand eine seltsam symbiotische Beziehung ein, stellt Cristina Nord (TAZ) fest. Starrummel findet am Lido bisher keiner statt, meint Isabella Reicher (STANDARD). Sofia Coppola und Francois Ozon verbreiten bei Daniel Kothenschulte (BLZ) geistreiches Entzücken. Über ein verhageltes Festival und erste Highlights schreibt Thomas Abeltshauser (RAY-BLOG); es gibt aber auch enttäuschende Literaturverfilmungen und einen charmanten Underground, wie Thomas Abeltshauser (RAY-BLOG) feststellt. Geografien beschäftigten Felicia Kleiner (EPD-BLOG).
Besprochene Filme
SOMEWHERE (
) von Sofia Coppola
MEEK´S CUTOFF (
) von Kelly Reichardt
SILENT SOULS von Aleksei Fedorchenko
POTICHE von Francois Ozon
Beim Filmfestival Venedig ist das Komödienfieber ausgebrochen, stellt Jan Schulz-Ojala (TSP) fest und schaut auf Kotzbrocken sowie Kümmerlinge. Über die Leere der wahren Empfindung schreibt Michael Althen (FAZ). Auf Löwinnen schaut Felicia Kleiner (FD-BLOG). Über Menschen im Hotel, die schön, reich und gelangweilt dahinleben, schreibt Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE).
Besprochene Filme
SOMEWHERE (
) von Sofia Coppola
POTICHE von Francois Ozon
LE BRUIT DES GLACONS von Bertrand Blier
MEEK´S CUTOFF (
) von Kelly Reichardt
LA PASSIONE von Carlo Mazzacurati
Japan lächelt, Palästina blamiert sich, stellt Michael Althen (FAZ) fest. Tobias Kniebe (SZ) entdeckte mit SOMEWHERE (
) ein weiteres Meisterwerk von Sofia Coppola; auch für Peter Zander (WELT) ist dies das erste Glanzlicht. Zwei unterschiedliche Arten von politischem Kino sah Cristina Nord (TAZ). Dagegen verweist Jan Schulz-Ojala (TSP) auf zwei intime Filme, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Selten sah Susanne Ostwald (NZZ) am Lido in so kurzer Zeit so viele interessante Filme. Existenzielle Leere und bodenlose Trauer hat Florian Keller (TZ) ausgemacht. Über Hollywood im Schmuddellook schreibt Peter Claus (GETIDAN). Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs interessierten Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE).
John Woo ist bei den Filmfestspielen in Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden; die PRESSE erwähnt es kurz. Er ist nicht nur ein Ballettmeister des Actionkinos, dessen Inszenierungsstil östliche wie westliche Filmemacher beeinflusst hat, sondern auch ein großer Kinoerzähler, schreibt Felicitas Kleiner (FD-BLOG).
Besprochene Filme
SOMEWHERE (
) von Sofia Coppola
MIRAL (
) von Julian Schnabel
NORWEGIAN WOOD von Tran Anh Hung
MACHETE von Robert Rodriguez
Michael Althen (FAZ) sah eine explosive Mischung am Eröffnungsabend. Das Filmfestival Venedig kam laut Daniel Kothenschulte (FR) zu einer nahezu einhellig umjubelten Festivaleröffnung. Für Thomas Abeltshauser (RAY) ging es laut und blutig zu. Bisher flau, lau, mau findet Peter Claus (GETIDAN) das Festival. Prinzessinnenkleider und Schwanenhaut hat Isabella Reicher (STANDARD) ausgemacht.
Besprochene Filme
BLACK SWAN (
) von Darren Aronofsky
MIRAL (
) von Julian Schnabel
MACHETE von Robert Rodriguez
DIE SCHLAFENDE SCHÖNE von Catherine Breillat
HAPPY FEW von Antony Cordier
Die letzten Reste von bürgerlichem Kunstdünkel sind abgetragen, alle sind total entspannt: Das 67. Filmfestival Venedig ist eröffnet - experimentell wie nie, findet Tobias Kniebe (SZ). Laut Peter Zander (WELT) spaltete der Eröffnungsfilm BLACK SWAN (
) das Fachpublikum in klare Buh- und Jubelfraktionen. Die Königin der Mostra kam auf Zehenspitzen, wie Florian Keller (TZ) schreibt. Christoph Huber (PRESSE) sah einen sterbenden Schwan im Sexwahn. Etwas Moribundes liegt über den Anfängen der 67. Mostra, findet Jan Schulz-Ojala (TSP). Robust – das ist laut Peter Klaus (GETIDAN) bisher das entscheidende Stichwort für das Festivalprogramm. Der gestrige Eröffnungsabend gehörte gleich drei Filmen, die mit Action, Blut und Schockmomenten nicht geizten, wie Cristina Nord (TAZ) feststellt. Das legendäre Hotel Des Bains ist zu, das Festival erfindet sich neu, wie Katja Nicodemus (ZEIT) erwähnt. Die 67.Film-Biennale beginnt auch für Rüdiger Suchsland (FILMGAZETTE) zwischen Schutt und Baustellen. Das Wettbewerbsprogramm ist pure Verheißung für Jan Schulz-Ojala (TSP). Natalie Portman, Robert Rodriguez, Sofia Coppola und die Gebrüder Affleck werden in Venedig von Florian Keller (TZ) erwartet.
Besprochene Filme
BLACK SWAN (
) von Darren Aronofsky
Mit BLACK SWAN (
) und Natalie Portman wird heute Abend das 67. Filmfestival in Venedig eröffnet. Roland Huschke (SZ) hat einen Werkstattbesuch bei einem Film gemacht, der die Ballettwelt zum Thriller macht. Laut Peter Zander (WELT) wird das Festival von einer wahren Dominanz von US-Filmen geprägt. Es ist zwar viel Amerika, aber kaum Hollywood, stellt Daniel Kothenschulte (BLZ) fest. Cristina Nord (TAZ) dagegen entdeckt viel asiatisches Kino und einen alten Helden. Von dem Jurypräsidenten Quentin Tarantino darf sich das Abseitige im Wettbewerb Chancen erhoffen, glaubt Susanne Ostwald (NZZ). Das Festival selbst steht unter ziemlichem Erwartungsdruck, wie Peter Claus (GETIDAN) schreibt. Isabella Reicher (STANDARD) verweist kurz auf die Teilnehmer des Wettbewerbs. Die PRESSE veröffentlicht einen Agenturbericht.
Die Filmfestival Venedig haben sein Wettbewerbsprogramm angekündigt: Aus Deutschland buhlt Tom Tykwer mit der Tragikomödie DREI (
) um die Gunst von Jurychef Quentin Tarantino. Er konkurriert dabei mit Regisseuren wie Darren Aronofsky, Sofia Coppola, Takashi Miike, Abdellatif Kechiche, Julian Schnabel und Francois Ozon.
Die Zusammenstellung der Wettbewerbsfilme gibt es beim Festival Venedig.
Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie der TSP, die PRESSE und der STANDARD. CARGO berichtet ebenfalls.