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Cannes: Internationales Filmfestival - 2011

Cannes: Internationales Filmfestival - 2011

Presse

Dienstag, den 24. Mai 2011 

Dass Cannes-Präsident Gilles Jacob sein Festival als das wichtigste der Welt bezeichnet, ist schon klar. Zum Abschluß des 64. Filmfestival Cannes muss Susan Vahabzadeh (SZ) aber sagen: Der Mann hat recht. Ein nicht immer überzeugender Wettbewerb bot dennoch eine Reihe gelungener Filme, bilanziert Cristina Nord (TAZ). Die Cannes-Jury traf gute künstlerische Entscheidungen und die kommerzielle Debatte dazu wird nun unvermeidlich folgen, meint die PRESSE.

Andreas Dresen gewann mit HALT AUF FREIER STRECKE (HALT AUF FREIER STRECKE Trailer) die Cannes-Reihe "Un Certain Regard". Ein Gespräch über Publikums-Reaktionen und das Thema Sterben führt Peter Beddies (WELT) mit dem Filmemacher.

Ekkehard Knörer (STANDARD) kommentiert den Sachverhalt, dass Lars von Trier Hitler gesagt hat in Cannes.

Ein Sieger stand in Cannes bereits vor der Entscheidung der Jury am Sonntagabend fest: der Markt, jene zweite, der Öffentlichkeit weithin verborgene Ebene des Filmfestivals. Der STANDARD berichtet.

WEB-Funde: Rüdiger Suchsland (NEGATIV) schreibt über jene Filme, die er in Cannes "Scheiße" fand, sein "persönlicher Hassmograph".

Montag, den 23. Mai 2011 

Das 64. Filmfestival Cannes ist zuende gegangen. Terrence Malicks Werk THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) bekam die Goldene Palme. Die US-Amerikanerin Kirsten Dunst ist als Beste Schauspielerin für ihre Rolle in Lars von Triers MELANCHOLIA (MELANCHOLIA Trailer) ausgezeichnet worden; als Bester Darsteller der Franzose Jean Dujardin für seine Leistung in dem Schwarz-Weiß-Stummfilm THE ARTIST (THE ARTIST Trailer). Für die Beste Regie ist Nicolas Winding Refn ausgezeichnet worden. Der Große Preis der Jury ging zu gleichen Teilen an den Türken Nuri Bilge Ceylan und an die belgischen Brüder Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne.
Eine Zusammenstellung der Preise findet sich hier.

Am stärksten in Erinnerung von diesem Filmfestival wird Andreas Borcholte (SPIEGEL) die billige Nazi-Provokation des Lars von Trier bleiben und wie passend: Um verlorene Söhne drehte sich einiges in diesem Jahr. Vier Regisseurinnen im Wettbewerb gegenüber sechzehn Regisseuren – das reichte schon, um vom Festival der Frauen zu sprechen, meint Verena Lueken (FAZ). THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) markierte für Jan Schulz-Ojala (TSP) am radikalsten den Trend dieses Festivals zum großen Gefühl, das das Gute, Wahre, Schöne im Zuschauer mobilisiert. Hochzufrieden verlässt Daniel Kothenschulte (FR) die Croisette nach einer herausragenden Ausgabe Nummer 64: Wer nach der enttäuschenden Berlinale seinen Glauben ans kunstvolle Festivalkino verloren hatte, hat ihn jetzt schon wieder. Es war ein Jahr der arrivierten Filmemacher, aber nicht unbedingt eines neuer Talente, bilanziert Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Es gewann für Anke Westphal (BLZ) der extremste und umstrittenste Film. Hanns-Georg Rodek (WELT) war von der Preisvergabe etwas überrascht: Die Überraschung besteht darin, welchen Anteil Genrefilme an den Gewinnern ausmachen. Mit klugen und schönen Entscheidungen gehen die Filmfestspiele in Cannes zuende, bemerkt Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

Berichtet wird im SPIEGEL, in der FAZ, der SZ, der WELT, der ZEIT, der TZ, der PRESSE.

WEB-Funde: Die Preise werden bei CRITIC aufgelistet, ebenso bei NEGATIV, bei REVOLVER, bei THEGAFFER, bei SENNHAUSER und dem FD-BLOG.

Sonntag, den 22. Mai 2011 

Beim 64. Filmfestvial Cannes werden für die Weltpremiere von THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) in Erinnerung bleiben - und als Jahrgang der Porträts furchtbarer Familien, bilanziert Christoph Huber (PRESSE). Wenn sich in Cannes der Premierenvorhang hebt, ist der Weg der meisten Beiträge vorgezeichnet, stellt Daniel Kothenschulte (FR) fest.

Das Festival-Publikum war zu Tränen gerührt - und auch die Jury ist begeistert: Der deutsche Regisseur Andreas Dresen gewann bei den Filmfestspielen in Cannes mit seinem Krebsdrama HALT AUF FREIER STRECKE (HALT AUF FREIER STRECKE Trailer) den Hauptpreis in der renommierten Nebenreihe "Un certain regard". Der SPIEGEL meldet die Nachricht, ebenso wie die WELT und der TSP.

Mit einem riskanten Manöver konnten Filme der beiden Regisseure Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof aus Iran geschmuggelt werden, die dort zu Gefängnis und Berufsverbot verurteilt sind. Nun wurden die Bilder in Cannes gezeigt - die weltweite Aufmerksamkeit könnte den Filmemachern nützen. Andreas Borcholte (SPIEGEL) berichtet. Jafar Panahi war auch dabei - per Skype konnte er an der Pressekonferenz in Cannes teilnehmen, wie Christiane Peitz (TSP) beschreibt.

WEB-Funde: Zwei nahezu perfekte Filme sah Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

Samstag, den 21. Mai 2011 

Bis Sonntagabend können Aki Kaurismäki, die Brüder Dardenne oder Terrence Malick noch auf eine Goldene Palme beim Festival Cannes spekulieren, meint Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Hann-Georg Rodek (WELT) hat für sich vier Favoriten ausgemacht. Gegen Ende des Festivals ist die Erinnerung an die weniger interessanten Filme (es waren nicht viele in diesem Jahr) bei Verena Lueken (FAZ) bereits verblasst.

Für sein Debüt ATMEN (ATMEN Trailer) wird dem Neo-Regisseur Karl Markovics ein Preis verliehen, der den Vertrieb von Filmen fördert. Er gilt auch als Favorit für die "Camera d'Or" für den besten Erstlingsfilm, meint die PRESSE.

Der ehemalige Cannes-Juror Fatih Akin plant, das Leben des Schauspielers und Gangsters Yilmaz Güney nachzudrehen. Mit Hanns-Georg Rodek (WELT) sprach er über seine Arbeit in Cannes und sein neues Projekt.

LA CONQUETE wurde als das Sarkozy-Porträt gehandelt, das den Elysée-Palast erzittern lässt. In Cannes fiel dieser Anspruch in sich zusammen wie ein kaltes Soufflé, beschreibt Agnès C. Poirier (FREITAG).

Cannes steht Kopf, doch Lars von Trier stört's nicht. Im Interview mit Rüdiger Sturm (SPIEGEL) erklärt der Regisseur, der durch umstrittene Aussagen zu Hitler einen Eklat verursachte, wie es zu seinem Ausfall kam, was er von seinem Festival-Rausschmiss hält - und dass er seine Strafe vielleicht sogar genießt. Leider überschattet das Thema alles andere, ärgert sich Jan Schulz-Ojala (TSP). Die Reaktionen in Cannes auf die Verbannung des dänischen Regisseurs sind unterschiedlich, wie die WELT feststellt. Als dänischer Humor geht die Sache nicht durch, wie Hannes Gamillscheg (PRESSE) beschreibt und die WELT berichtet. Das alles hat Konsequenzen: Der israelische Filmverleih will Lars von Triers Cannes-Beitrag MELANCHOLIA (MELANCHOLIA Trailer) nicht mehr zeigen, auch aus Argentinien kommt eine Absage. Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie die WELT und der TZ.

WEB-Funde: Zum letzten Mal veröffentlichen junge Filmkritiker etwas auf CRITIC. Es hat in der aktuellen Ausgabe des Cannes Festivals laut Dieter Wieczorek (SCHNITT) doch einiger Tage bedurft, bis eine hinreichende Anzahl wirklich sehenswerter und signifikanter Filme zusammenkamen, um eine ersten Rückblick zu wagen. Ein moralisches Dilemma mit tieferer Bedeutung macht Rüdiger Suchsland (NEGATIV) aus. Wodurch sich Cannes bisher immer sehr wohltuend von anderen Festivals unterschieden hat, war der stilvolle und vor allem rationale Umgang mit den Berichterstattern, aber das ändert sich scheinbar laut Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

Freitag, den 20. Mai 2011 

Ungleiche Wettbewerber an der Croisette bemerkt Verena Lueken (FAZ). Einen traurigen Frankenstein und ein wunderschönes Monster entdeckt Susan Vahabzadeh (SZ). Szenen aus dem Hausarrest sah Anke Westphal (BLZ). Es ist ein merkwürdiges Geschichtsbewusstsein im aktuellen Wettbewerb beim Festival Cannes, analysiert Daniel Kothenschulte (FR). Wenn die Endzeit naht, liegt laut Florian Keller (TZ) die Zukunft des Kinos im Stummfilm.

Besprochene Filme
DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE (DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE Trailer) von Pedro Almodóvar
HARA-KIRI: DEATH OF A SAMURAI (HARA-KIRI: DEATH OF A SAMURAI Trailer) von Takashi Miike
DRIVE (DRIVE Trailer) von Nicolas Winding Refn

Der dänische Regisseur Lars von Trier ist nach Äußerungen über Hitler vom Festival offiziell zur "unerwünschten Person" erklärt worden. Das findet Hannah Pilarczyk (SPIEGEL) ziemlich dämlich genug - wenn nicht im gleichen Zug auch noch Mel Gibson rehabilitiert würde. Dies ist laut Jan Schulz-Ojala (TSP) ein schmerzhafter, aber notwendiger Befreiungsschlag des Festivals, der inzwischen alle eigentlich filmischen Ereignisse überschattet. Was ist das Nazi-Statement eines Mannes wert, der die ersten 40 Jahre seines Lebens fälschlich glaubte, Sohn eines Juden zu sein, fragt sich Bernd Graff (SZ). Der Filmemacher hat die Grenzen marktüblicher Nazi-Exploitation überschritten, meint Hanns-Georg Rodek (WELT). Er hat ein erstaunliches Talent, sich in der Öffentlichkeit zum Idioten zu machen, bemerkt Cristina Nord (TAZ). Ist die Kunst infiziert, ist sie arte non grata, wenn ihr Schöpfer moralisch verwerflich handelt, fragt sich Christiane Peitz (TSP). Die Aufregung ist falsch und wenig hilfreich, kommentiert Daniel Erk (ZEIT). Gerade die deutsche Presse hat bei derartigen Großereignissen auch ihren implantierten Nazi-Detektor aktiviert, stellt Rüdiger Suchsland (NEGATIV) fest. Skandale sind gut für ein Festival, weil sie die Öffentlichkeit elektrisieren, behauptet Josef Lederle (FD). Der Schauspieler Udo Kier, der immer wieder mit Lars von Trier zusammenarbeitete, äußert sich im Interview mit Patrick Heidmann (BLZ): "Quatsch, er ist kein Nazi".
Die FAZ berichtet, ebenso wie die WELT, der SPIEGEL, die NZZ, der TZ, der STANDARD, die PRESSE, die ZEIT und die SZ.

Für die WELT beschreiben Filmschaffende ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei den internationalen Filmfestspielen. Ludwig Ammann, Chef des Kool Filmverleihs, ist auf Filmsuche.

Woody Allen in der Apotheke, koreanische Suppen gegen Schwulst, Steinbockschädel an der Heizung – ein Tagebuch von den Filmfestspielen in Cannes gibt es in der ZEIT von Katja Nicodemus zu lesen.

WEB-Funde: Weitere Kritiken von jungen Filmkritikern gibt es auf CRITIC. Neben den Filmemachern und der Star-Garnitur gehören in Cannes die Weltvertriebe zu den wichtigsten Akteuren. Aber was ist, und was macht eigentlich ein Weltvertrieb, fragt sich Rüdiger Suchsland (NEGATIV)? Die Preise der Semaine de la Critique gibt es bei NEGATIV zu lesen.

Donnerstag, den 19. Mai 2011 

Jedes neue Jahr legt Cannes noch eins drauf an Hysterie, behauptet Anke Westphal (BLZ). Filme, die Übersinnliches in Szene setzen wollen, stürzen besonders leicht ab, prophezeit Cristina Nord (TAZ). Einschläge beim Festival Cannes hat Jan Schulz-Ojala (TSP) ausgemacht.

Besprochene Filme
MELANCHOLIA (MELANCHOLIA Trailer) von Lars von Trier
LE HAVRE (LE HAVRE Trailer) von Aki Kaurismäki

Lars von Trier hat sich bei der Vorstellung seines neuen Films MELANCHOLIA (MELANCHOLIA Trailer) ordentlich vergaloppiert. Der Däne äußerte Verständnis für den Diktator des Dritten Reiches. Der SPIEGEL meldet die Nachricht, ebenso wie die WELT, die PRESSE und der TZ. Eine beispiellose Geschmacksverirrung nennt Daniel Kothenschulte (FR) die ganze Sache.

Am Filmfestival Cannes wurde gestern der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo für sein Lebenswerk geehrt. Der TZ berichtet. Wo ist heute einer wie Belmondo und wWarum bringt das Kino Derartiges nicht mehr hervor, fragt sich Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

WEB-Funde: Die jungen Filmkritiker schreiben weiter auf CRITIC.

Mittwoch, den 18. Mai 2011 

Es gibt Momente, in denen jeder weiß, dass jetzt Geschichte geschrieben wird - einen von hat Hanns-Georg Rodek (WELT) erlebt. Für Susanne Ostwald (NZZ) sorgen intelligente Komödien und ein neuer Meilenstein des Kinos für Überraschungen. Lars-Olav Beier (SPIEGEL) berichtet von guter Laune an der Croisette. Fürsorglichkeit ist für Susan Vahabzadeh (SZ) der rote Faden dieses Wettbewerbs beim Filmfestival Cannes. Tobias Kniebe (SZ) hat entdeckt, dass Cannes ein Zoo ist - mit schönen Schwänen, irren Paradiesvögeln und gefährlichen Katzen. Eigentlich rechnet Anke Westphal (BLZ) bei all dem verzweifelten Gedränge vor den Kinos und in den festivaltechnisch völlig unzulänglichen Gassen des Mittelmeer-Städtchens jeden Moment mit der eigenen Verhaftung. Das Streben nach dem ozeanischen Gefühl, interessiert Cristina Nord (TAZ). Christiane Peitz (TSP) hat 7 Fragen zur Halbzeit. Tragikomödien halten Einzug in Cannes, meldet die WELT.

Besprochene Filme
DER BIBER (DER BIBER Trailer) von Jodie Foster
LE HAVRE (LE HAVRE Trailer) von Aki Kaurismäki
THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) von Terrence Malick

Der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof, der in seiner Heimat zu einer Haftstrafe und Berufsverbot verurteilt worden ist, darf nun doch zu den Filmfestspielen nach Cannes reisen. Das haben die iranischen Behörden jetzt entschieden, wie der SPIEGEL meldet.

In der WELT beschreiben Filmschaffende ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei den internationalen Filmfestspielen. Petra Müller, Geschäftsführerin der Filmstiftung NRW, eröffnet den Cannes-Blog.

WEB-Funde: Die jungen Kritiker schreiben weiter auf CRITIC. Was sie wirklich beherrschen in Cannes, das ist die Selbstinszenierung des Festivals, bemerkt Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

Dienstag, den 17. Mai 2011 

Andreas Borcholte (SPIEGEL) sah beim Filmfestival Cannes wundersames, mitreißendes und bildgewaltiges Kino. Verena Lueken (FAZ) hat eine Erfahrung gemacht, vergleichbar jener, als sie zum ersten Mal Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM gesehen hat. Buhkonzerte, Beschimpfungen und Bedeutsames sah Daniel Kothenschulte (BLZ). Der Schauplatz ist weiterhin für Cristina Nord (TAZ) die Familie. Einen ersten Kandidaten für die Goldene Palme hat Jan Schulz-Ojala (TSP) entdeckt. Florian Keller (TZ) sinniert über die Zukunft des US-Kinos. Existenzielle Lektionen hat Dominik Kamalzadeh (STANDARD) erfahren. Kein Ereignis der Filmbranche lässt sich mit dem Festival an der Côte d'Azur vergleichen, das auch heute laut Rudolf Balmer (PRESSE) wieder ein Jahrmarkt der Eitelkeiten ist.

Besprochene Filme
THE TREE OF LIFE (THE TREE OF LIFE Trailer) von Terrence Malick
ARIRANG (ARIRANG Trailer) von Kim Ki-Duk

WEB-Funde: Weitere junge Filmkritiker toben sich auf CRITIC aus. Es ist schon erstaunlich, wie sehr der diesjährige Cannes-Jahrgang von einigen ganz wenigen Leitmotiven dominiert ist, meint Rüdiger Suchsland (NEGATIV). Josef Lederle (FD) berichtet täglich aus Cannes.

Montag, den 16. Mai 2011 

Das erste Wochenende beim Filmfestival Cannes wurde laut Andreas Borcholte (SPIEGEL) von Dramen über Schicksale bestimmt, aus denen es kein Entrinnen gibt ... über den Beitrag von Andreas Dresen verloren die Kritiker sogar viele Tränen. Verena Lueken (FAZ) entdeckt ein Thema des Festivals: Mehrere Filme ergründen, was im Kopf von Kindern vorgeht. So viel Kinderleid auf der Leinwand ist nicht leicht auszuhalten, meint Cristina Nord (TAZ). Die Programmierung von Festivals ist eine Schnittmenge von Zufällen; da fragt sich Dominik Kamalzadeh (STANDARD), welche andere Gründe es hat, dass so viele Filme um das Thema Familie und Kind kreisen. Während die Festivaltage vergehen, wartet Anke Westphal (FR) auf den ganz großen Wurf im Wettbewerb; bisher sah sie ihn nicht, wenn auch interessante, vor allem gut gemachte Beiträge liefen.

Besprochene Filme
HALT AUF FREIER STRECKE (HALT AUF FREIER STRECKE Trailer) von Andreas Dresen
MICHAEL (2011) (MICHAEL (2011) Trailer) von Markus Schleinzer
DER JUNGE AUF DEM FAHRRAD von Jean-Luc Dardenne und Pierre Dardenne
THE ARTIST (THE ARTIST Trailer) von Michel Hazanavicius

In Cannes lief auch außer Komkurrenz FLUCH DER KARIBIK 4 (FLUCH DER KARIBIK 4 Trailer). Die Piraten-Saga mutiert laut Hanns-Georg Rodek (WELT) kurzzeitig zum Horrorfilm. So bombastisch hohe Wellen, wie das von Gore Verbinski, vermag Rob Marshall nicht zu schlagen, findet Michael Fleig (CRITIC).

Mit 13 war Jodie Foster zum ersten Mal beim Filmfestival in Cannes. 35 Jahre später stellt sie dort ihre neue Regiearbeit DER BIBER (DER BIBER Trailer) vor: Jodie Foster spricht mit Mariam Schaghaghi (PRESSE) über Depressionen und die Kehrseite des amerikanischen Traums.

Karl Markovics zeigt in Cannes in der Reihe "Quinzaine des Réalisateurs" seinen ersten Spielfilm: ATMEN. Im Gespräch mit der Barbara Petsch (PRESSE) erläuterte er das heimische Filmwunder.

WEB-Funde: Bei CRITIC sind viele junge Filmkritiken hinzugekommen. Rüdiger Suchsland (NEGATIV) entdeckt Tod und Wiederauferstehung,

Samstag, den 14. Mai 2011 

Das Festival Cannes hat in diesem Jahr laut Anke Westphal (BLZ) einiges zu bieten. Jan Schulz-Ojala (TSP) denkt über das erste Leitmotiv dieses Festivals nach. Ungeachtet der Schwanengesänge wird in Cannes derzeit ein grosses Fest gefeiert, und zwar so extravagant wie schon lange nicht mehr, findet Susanne Ostwald (NZZ). Es sind zwei unbekannte Gesichter, die Cannes in diesen ersten Tagen elektrisiert haben, meint Florian Keller (TZ). Wer in Cannes erbauliche Themen sucht, steht laut Dominik Kamalzadeh (STANDARD) auf verlorenem Posten. Wenn die Stimmen lauter werden, die Susan Vahabzadeh (SZ) weismachen wollen, das Kino sei am Ende, dann kommt meist irgendwer daher und beweist das Gegenteil. Mit einem gewissen Stolz blicken die regierenden Männer von Cannes auf die Tatsache, dass es ihnen dieses Jahr gelungen ist, vier Frauen einzuladen, bemerkt Hanns-Georg Rodek (WELT).

Besprochene Filme
HABEMUS PAPAM (HABEMUS PAPAM Trailer) von Nanni Moretti
POLISSE von Maïwenn Le Besco
DIE FEE (DIE FEE Trailer) von Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy
WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN Trailer) von Lynne Ramsay
RESTLESS (2010) (RESTLESS (2010) Trailer) von Gus Van Sant

Angelina Jolie, Dustin Hoffman und Jack Black bitten mit KUNG FU PANDA 2 (KUNG FU PANDA 2 Trailer) zum Schönwettertreffen in Cannes. Leider hält der Trickfilm nicht, was die Stars versprechen, stellt Hans Jürg Zinsli (TZ) fest.

Die Filmfestspiele in Cannes zeigen zu Ehren ihres diesjährigen Gastlands Ägypten 18 DAYS, einen Omnibusfilm von zehn ägyptischen Regisseuren über die Revolution. Dazu gibt es in der BLZ ein Gespräch mit dem ägyptischen Filmkritiker Samir Farid und mit Irit Neidhardt, Koproduzentin und Filmverleiherin von Filmen aus dem Nahen Osten.

WEB-Funde: Ganz junge Filmkritiker sind für CRITIC in Cannes unterwegs.

Freitag, den 13. Mai 2011 

Prostituierte, Attentäter und eine tragische Liebe, hat Daniel Kothenschulte (BLZ) im Wettbewerb beim Festival Cannes ausgemacht. Über seltsame Jugendliche und ihre unsichtbaren Freunde schreibt Cristina Nord (TAZ). In den Filmen am ersten Festivaltag geht es weniger um zeitlose Wahrheiten als um die bedrängte, ratlose Jugend von heute, stellt Christiane Peitz (TSP) fest. Der Festival-Auftakt gestaltet sich für Dominik Kamalzadeh (STANDARD) etwas enttäuschend.

Besprochene Filme
MITTERNACHT IN PARIS von Woody Allen
SLEEPING BEAUTY (SLEEPING BEAUTY Trailer) von Julia Leigh
RESTLESS (2010) (RESTLESS (2010) Trailer) von Gus van Sant
WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN Trailer) von Lynne Ramsay

Cannes-Präsident Gilles Jacob verrät im Interview mit Lars-Olav Beier (SPIEGEL), wie man die richtige Balance zwischen Popcornkino und Autorenfilm findet, warum die Smoking-Pflicht notwendig ist - und warum Kritiker im Kino gerne schlafen dürfen.

Charlotte Higgins (FREITAG) freut sich, dass vier weibliche Regisseure im Wettbewerb vertreten sind und geht auf Erkundungen in einer männerlastigen Branche. Nicolas Sarkozy und Carla Bruni stehen im Rampenlicht der Filmfestspiele, obwohl sie der Bühne fernbleiben, stellt Stefan Ulrich (SZ) fest. Cannes steht in diesem Jahr im Verdacht, etwas museal zu sein; da musste Lady Gaga zur Eröffnung Rambazamba machen - und auch Selma Hayek hatte sich eine Kleinigkeit überlegt. Die Bilder dazu gibt es in der SZ.

WEB-Funde: CRITIC hat eine einige Cannes-Seite eingerichtet. Bei CARGO gibt es wieder diverse SMS zu lesen.

Donnerstag, den 12. Mai 2011 

Der Auftakt beim Festival Cannes mit Woody Allens MITTERNACHT IN PARIS zeigt laut Milan Pavlovic (SPIEGEL), wie sogar das Unpolitische schnell politisiert wird. Eine Liebeserklärung an die großen Frauen des Films und eine an Paris, sah Verena Lueken (FAZ) zur Festival-Eröffnung. Für Hanns-Georg Rodek (WELT) war es der idealtypische Eröffnungsfilm. Liebevoll, leicht und heiter nennt Anke Westphal (BLZ) den Film; Florian Keller (TZ) sah eine hübsche, leichtfüssige Fantasie. Baguettegeflüster hat Jan Schulz-Ojala (TSP) ausgemacht. Einem Festival kann kaum etwas Besseres passieren zur Eröffnung als dieser Film, und entsprechend wurde er auch gefeiert, resümiert Daniel Kothenschulte (FR). Der Film erweist sich mit ihrem All-Star-Ensemble als sinnfälliger Eröffnungsfilm, meint Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Komiker, Piraten, viel Schönheit und mindestens ein Weltuntergang - eine gewisse Erwartungsfreude zum Auftakt hatte Rüdiger Suchsland (NEGATIV).

Besprochene Filme
MITTERNACHT IN PARIS von Woody Allen

Robert De Niro, Uma Thurman, Jude Law: Schon die Jury des Filmfestivals glänzt mit Starbesetzung, meint der SPIEGEL. Uma Thurman war ein Weltstar, bevor sie zum Kassengift mutierte. Nun bewertet sie in der Cannes-Jury selber Filme. Zeit für einen Rückblick auf ihre Karriere, in Bildern und natürlich in der SZ.

WEB-Funde: Bei NEGATIV beantwortet Filmkritiker Rüdiger Suchsland Fragen zum Filmfestival Cannes.

Mittwoch, den 11. Mai 2011 

Wenn das Filmfestival Cannes heute zum 64. Mal eröffnet wird, bietet das Festival laut Susan Vahabzadeh (SZ) das genaue Gegenteil der letzten Berlinale: wenige Entdeckungen, aber große Namen. Anke Westphal (BLZ) freut sich, an der Versammlung großer Namen des internationalen Autorenkinos teilzunehmen. Was das Wettbewerbsprogramm anbelangt, so gibt sich laut Cristian Nord (TAZ) die Festivalleitung in diesem Jahr ein wenig wagemutiger als im letzten. Der Wettbewerb ist in diesem Jahr womöglich noch prominenter besetzt als sonst, glaubt Susanne Ostwald (NZZ). Dominik Kamalzadeh (STANDARD) entdeckt Experimenten gegen die Altherrendominanz. Es funkelt und glitzert auch diesmal wieder, wenn es in Cannes mit Uma Thurman, Brad Pitt und Johnny Depp um die Goldene Palme geht: Wer kommt, wer bleibt - und wer entscheidet? Ein Ausblick in Bildern liefert die SZ. SENNHAUSER schaut schon mal auf Filmemacherin Julia Leigh und ihre Mentorin.

Dienstag, den 10. Mai 2011 

Beim Filmfestival Cannes entsteht ein Lockstoff namens Glamour ganz von selbst und nebenbei: Cannes ist wohl der einzige Ort der Welt, an dem Daniel Kothenschulte (FR) noch erleben kann, was Kino einmal war. Hier gibt es die neuen Filme von Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof zu sehen; Katja Lüthge (BLZ) beleuchtet die Hintergründe. Vorfreude ist die schönste Freude für Jan Schulz-Ojala (TSP). Der Spielfilm über den Aufstieg des französischen Staatschefs war vielen Geldgebern ein zu heisses Eisen; in Cannes wird LA CONQUETE nun doch zu sehen sein, wie der TZ berichtet.

Montag, den 09. Mai 2011 

Alle wollen zum Filmfestival Cannes: die Filmemacher, die Geschäftemacher, die Fans. Dabei ist es unbequem, und jeder kann untergehen. Aber die Magie des Kinos funktioniert in Cannes immer noch, meint Verena Lueken (FAZ). Das Festival startet am 11. Mai starten und es wird in einer Spezialvorführung der neue Film des gefeierten und verfolgten iranischen Regisseur Jafar Panahi gezeigt. Der SPIEGEL berichtet. Mit der Präsentation der Filme in Cannes fordern Jafar Panahi und Mohammed Rasoulof das Regime in Teheran auf das Äußerste heraus, schreibt Jan Schulz-Ojala (TSP).

Freitag, den 15. April 2011 

Pedro Almodóvar, Lars von Trier, Aki Kaurismäki, Terrence Malick: Die Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs beim Festival Cannes lesen sich wie ein Best of des Arthouse-Kinos. Aus dem deutschsprachigen Raum ist der Österreicher Markus Schlenzer im Wettbewerb dabei; der neue Film von Andreas Dresen läuft in der Reihe "Un Certain Regard". Erstmals stehen vier Regisseurinnen im Wettbewerb.
Der SPIEGEL, die SZ, die WELT, der TSP, der TZ, der STANDARD und die PRESSE berichten.
Das Line Up des Festival Cannes ist auch Thema bei Web-Filmmagazinen und Blogs wie CRITIC, NEGATIV, SENNHAUSER, REVOLVER und CARGO.

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