Der 63. Jahrgang des Filmfestivals von Cannes ist besser, als er in den Kritiken scheinen mochte: Über stilistisch selbstsichere Autoren und politische Zwangslagen schreibt Dominik Kamalzadeh (FREITAG). Von Göttern, Menschen, Palmen und Geheimnissen aus Jurykreisen berichtet Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK).
Hier eine gesammelte Nachlese zum Festival Cannes:
Es ist für Susanne Ostwald (NZZ) keine Überraschung, dass Jurypräsident Tim Burton mit seinem Faible für märchenhafte und skurrile Stoffe von dem Goldene Palme-Gewinner UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul eingenommen wurde. Gerechte Preise versöhnten Christoph Huber (PRESSE) nach artistischen und politischen Querelen an der Croisette. Wenn Politik und Poesie zusammentreffen, kommt so ein Gewinner heraus, schreibt Rüdiger Suchsland (CRITIC). Die Preisvergabe bedeutet laut Anke Westphal (BLZ) Hochachtung für originäre Weltsichten und Erzählweisen. Festgehaltene Regisseure, Finanzkrise, Kolonialismusstreit: Die Wirklichkeit brach dieses Jahr häufig ein ins Paralleluniversum der Filmfestspiele von Cannes, findet Cristine Nord (TAZ). Alles Politische und Plakative ließ die Jury außen vor, freut sich Jan Schulz-Ojala (TSP); allerdings sah Jan Schulz-Ojala (TSP) auch viel Krach um die Filme und allerlei Krach auf der Leinwand. Es war ein Sieg für die Filmkunst, wie sie gerade bei den großen Festivals sehr selten geworden sind, freut sich Daniel Kothenschulte (FR). Das 63. Festival litt unter mediokren Filmen im Wettbewerb und den Folgen der globalen Wirtschaftskrise; zu entdecken gab es laut Andreas Borcholte (SPIEGEL) trotzdem viel, vor allem durch die Abwesenheit der Amerikaner. Die Vergabe der Goldene Palme ist laut Verena Lueken (FAZ) auch ein Signal an die Verleiher und die Zuschauer. Außerdem lobt Verena Lueken (FAZ) die mutige Jury. Die Filme in den unabhängigen Sektionen der Festspiele sorgten in diesem Jahr für großartige wie grausige Überraschungen, meint Rüdiger Suchsland (FAZ). Dieter Wieczorek (SCHNITT) bilanziert ebenfalls das Festival.
Cristina Nord (STANDARD) sprach mit dem Regisseur Apichatpong Weerasethakul über die Situation in seiner Heimat und die Politik seines Kinos. Außerdem meldet der STANDARD, dass der Filmemacher den diesjährigen Trailer der Viennale gestalten wird.
Jafar Panahi, der wegen seiner Haft nicht als Jurymitglied am Festival Cannes auftreten konnte, soll bald frei sein. Dies melden der SPIEGEL, der STANDARD, der TZ. Daniel Kothenschulte (FR) porträtiert den Filmemacher: Hoffnung lohnt sich.
Die Gewinner in Cannes stehen fest! Bei den 63. Filmfestspielen an der Côte d'Azur durfte der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul die Goldene Palme für sein Drama UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES entgegennehmen. Der Prix du Jury ging an A SCREAMING MAN von Mahamet-Saleh Haroun. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es bei den Hauptdarstellern: Sowohl Javier Bardem (BIUTIFUL (
)) als auch sein Kontrahent Elio Germano (OUR LIVES) erhielten die Trophäe. Die Gewinner-Nation ist dieses Jahr Frankreich, da nicht nur Juliette Binoche (CERTIFIED COPY) als Beste Darstellerin geehrt wurde, sondern auch der Regisseur Mathieu Amalric für seinen Film TOURNéE (
). Xavier Beauvois erhielt sogar den Großen Preis für seinen Film OF GODS AND MEN.
Andreas Borcholte (SPIEGEL) berichtet vom Polizeiaufgebot, das aus Sorge vor Übergriffen nationalistischer Demonstranten bereitgesetellt wurde. Der Grund ist der Film OUTSIDE THE LAW (
) über den algerischen Befreiungskrieg. Verena Leuken (FAZ) berichtet hingegen von den leisen Filmen des Festivals und der Kunst der Bildsprache. Für Anke Westphal (BLZ) steht ebenfalls die Diskussion um den Algerienkrieg und seine Präsenz auf dem Festival im Vordergrund. Außerdem zieht sie die Bilanz eines eher schwachen Festivals und nennt Mike Leigh, Xavier Beauvois und Apichatpong Weerasethakul als Favoriten. Ähnlich sieht es Tobias Kniebe (SZ), der auch Alejandro González Inárritu nach der Palme greifen sieht. Wie seine Kollegen geht Jan Schulz-Ojala (TSP) ebenfalls auf den Skandal-Film OUTSIDE THE LAW (
) ein und bewundert den Versöhnungswillen des Regisseurs. Doch es geht heutzutage auch unpolitisch: Apichatpong Weerasethakul und sein Film UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES.
Wer jedes Jahr zum Festival Cannes fährt wie Lars-Olav Beier (SPIEGEL), könnte eines Tages auf die Idee kommen, dass der Franzose vielleicht doch nicht die Krone der Schöpfung ist. Wer Cannes für eine bourgeoise Veranstaltung hält, sollte seine Ansicht vielleicht noch mal überdenken, meint Anke Westphal (BLZ). Verena Lueken (FAZ) entdeckt die Wahrheit in den Bildern der Lüge. Außerdem erzählt laut Verena Lueken (FAZ) der Wettbewerb von siechenden Menschenhändlern, verschleppten Mönchen und dichtenden Großmüttern. Cristina Nord (TAZ) schreibt über das Verhältnis von Original und Kopie. Jan Schulz-Ojala (TSP) sah ein Jugendknastdrama und ein Teenie-Horrormovie: Zwei clevere Debüts mit bemerkenswerten Schnittmengen. Die Croisette steht laut Susanne Ostwald (NZZ) unter dem nachhaltigen Eindruck von Naturgewalten und filmischen Kriegserkundungen. Wie das Kino Wirklichkeit anders lesbar macht, das zeigen Filme des Wettbewerbs, schreibt Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Dieter Wieczorek (SCHNITT) beschäftigt sich mit einem kleinen Nebenskandal. Tobias Kniebe (SZ) empfiehlt - es gilt alle Gäste in Cannes die Regel: Die andere Party ist immer die bessere. Das Ende naht für die Mitglieder der ganz jungen Filmkritik und Nino Klingler (CC) ist froh und traurig zugleich.
Cannes in Blogs: CRITIC hat eine Extra-Seite über Cannes, SENNHAUSER bietet mehrere Kritiken. Josef Lederle schreibt weiter auf dem Blog vom FILM-DIENST und der EPD blogt ebenfalls.
Besprochene Filme:
CARLOS von Olivier Assayas
FAIR GAME (
) von Doug Liman
UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES von Apichatpong Weerasethakul
ROUTE IRISH von Ken Loach
AUTOBIOGRAFIA LUI NICOLAE CEAUSESCU von Andrei Ujica
BIUTIFUL (
) von Alejandro González Inárritu
PICCO (
) von Philip Koch
SIMON WERNER A DISPARU von Fabrice Gobert
Etwas Merkwürdiges geschieht laut Daniel Kothenschulte (FR) in Cannes: In der Flut schlechter Filme müsste das Besondere um so mehr ins Auge stechen, aber das Gegenteil scheint der Fall. Dass die Amerikaner sich rar machen in Cannes, mag schlecht fürs Image sein; an guten Film fehlt es für Jan Schulz-Ojala (TSP) nicht. Neben all den schwergewichtigen Trauerklößen gibt es in Cannes auch heitere Filme, wie Susan Vahabzadeh (SZ) behauptet. Filme über den Tod auf dem Festival Cannes sah Christine Peitz (TSP). Die jungen Kritikern (CC) schauten genau auf Bi, dung so! von Phan Dang Di. SENNHAUSER bietet mehrere Kritiken aus Cannes, OUTNOW hat eine extra Cannes-Seite und EPD-FILM blogt ebenfalls.
Rüdiger Suchsland (CRITIC) spricht mit Christoph Hochhäusler über seinen neuen Film UNTER DIR DIE STADT (
), eine Liebesgeschichte aus dem Finanzmilieu. Auf seinem PARALLELBLOG sagt der Regisseur kurz, wie es in Cannes war.
Regisseur Jafar Panahi wurde vom Teheraner Regime der Subversion bezichtigt und inhaftiert. Nun zog der iranische Künstler eine drastische Konsequenz - und ging in Hungerstreik. Der SPIEGEL berichtet. CARGO veröffentlicht das Statement des Regisseurs.
Besprochene Filme:
LIFE, ABOVE ALL von Oliver Schmitz
POETRY von Lee Chang-dong
I WISH I KNEW von Jia Zhangke
LOS LABIOS von Ivan Fund und Santiago Loza
FILM SOCIALISME (
) von Jean-Luc Godard
CHATROOM (
) von Hideo Nakata
Andreas Borcholte (SPIEGEL) macht sich nichts vor: Das echte Leben findet beim Festival von Cannes in den Filmen statt - nicht auf der Croisette, auf den Strand-Partys, in den Nobel-Hotels oder in den Luxusrestaurants. Verena Lueken (FAZ) erlebte die Tage der (nach Lebensjahren oder ihrer Zeit im Filmgeschäft) alten Meister in Cannes. Tobias Kniebe (SZ) sah filmische Verzweiflungstaten. Für Anke Westphal (BLZ) gibt es einen französischen Palmen-Anwärter. Das sieht auch Christoph Huber (PRESSE) so: Frankreichs Filme dominieren den Wettbewerb. Cannes ist schön, inzwischen auch schön warm, aber vor allem unbarmherzig, meint Jan Schulz-Ojala (TSP). Dominik Kamalzadeh (STANDARD) sah ein Bilderrätsel mit verdutztem Lama. Die jungen Kritiker (CC) schreiben über Sound of Noise (
) von Ola Simonsson und Johannes Stjärne Nilsson. Über Selbstverlorenheit, traumatische Geschichte und verdrängtes Trauma schreibt Dieter Wieczorek (SCHNITT). SENNHAUSER berichtet weiter vom Festival Cannes, ebenso wie Josef Lederle auf dem FILM-DIENST-BLOG.
Aus Büchern kann man Schauspielerei nicht lernen, sagt Luke Grimes im Interview. In Cannes ist der Jungstar aus Hollywood in Cam Archers Film SHIT YEAR (
) zu sehen. Johannes Bonke (ZEIT) hat mit ihm gesprochen.
Besprochene Filme
CERTIFIED COPY von Abbas Kiarostami
OF GODS AND MEN von Xavier Beauvois
BIUTIFUL (
) von Alejandro González Inárritu
OUTRAGE von Takeshi Kitano
FILM SOCIALISME (
) von Jean-Luc Godard
LA PRINCESSE DE MONTPENSIER von Bertrand Tavernier
Der Wettbewerb beim Festival Cannes und Nebensektion wollen nicht in Schwung kommen, obwohl von Cannes bis Kuba blutrünstige Zombies losgelassen werden, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) schreibt. Verena Lueken ((FAZ) weiß, wie Glücksquotienten gesteigert werden. Susan Vahabzadeh (SZ) schreibt über den Aufstand der alten Männer. Anke Westphal (BLZ) hat das erste Ärgernis im Wettbewerb entdeckt. Cristina Nord (TAZ) schreibt über die Utopie am Trapez. Geld macht kaputt, noch kaputter als die Liebe – wie die neuen Filme in Cannes laut Jan Schulz-Ojala (TSP) zeigen. Filmfestivals sind für Susanne Ostwald (NZZ) wie Familientreffen. Die Filme des Festivals hangeln sich laut Florian Keller (TZ) durch die Krise, erzählen von Armut und Tristesse. Als durchwachsenen Wettstreit der Routiniers bezeichnet Dominik Kamalzadeh aus Cannes (STANDARD) den Wettbewerb. Die jungen Filmkritiker (CC) beschäftigen sich mit The Myth of the American Sleepover (
) von David Robert Mitchell. SENNHAUSER berichtet wieder von neuen Filmen.
Besprochene Filme
BIUTIFUL (
) von Alejandro González Inárritu
OUTRAGE von Takeshi Kitano
FILM SOCIALISME (
) von Jean-Luc Godard
Jedes Jahr fragt sich Lars-Olav Beier (SPIEGEL) etwa zur Hälfte des Festivals, welcher Körperteil in Cannes am meisten in Mitleidenschaft gezogen wird. Eitelkeiten, Politik und etwas Kino an der Croisette hat Sascha Lehnartz (WELT) ausgemacht. Illusionen sind besser als Medizin, glaubt Anke Westphal (BLZ). Bei aller Liebe zur Berliner Schule: Manchmal stört Jan Schulz-Ojala (TSP) das Fehlen der Geschichten. In Cannes dominiert nach fünf Tagen das Kino der Alten; Christine Peitz (TSP) wird sehen, ob es den Jungen den Rang abläuft. Daniel Kothenschulte (FR) hat drei Wege zur Tragödie ausgemacht. Nino Klinger (CC) schreibt über die jungen Kritiker und die Schwierigkeiten, Filme auf der Semaine de la Critique zu beurteilen. Die jungen Filmkritiker auf CC haben sich mit Armadillo von Janus Metz beschäftigt. Außerdem gibt es Berichte und Kritiken vom Festival Cannes von Josef Lederle (FD), von SENNHAUSER, bei OUTNOW und beim EPD.
Cristina Nord (TAZ) hatte einen Interviewtermin auf einer Yacht: Der Regisseur Christoph Hochhäusler sprach mit ihr über das Prestige von Cannes.
Bei jedem Wiedersehen von DER LEOPARD geschieht ein Wunder. Auch in Cannes funktionierte das, als Martin Scorsese eine restaurierte Fassung von Luchino Viscontis Film präsentierte. Verena Lueken (FAZ) hat der Zeit bei der Arbeit zugesehen.
Der österreichische Regisseur Michael Haneke ist in Cannes für sein filmisches Werk mit einer der bedeutendsten Ehrenauszeichnungen Frankreichs gewürdigt worden. Der TZ berichtet.
Besprochene Filme
ANOTHER YEAR (
) von Mike Leigh
YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER von Woody Allen
UNTER DIR DIE STADT (
) von Christoph Hochhäusler
LA PRINCESSE DE MONTPENSIER von Bertrand Tavernier
Mike Leigh und Woody Allen erzählen in ihren Filmen von Einsamkeit, Glückssehnsucht und Älterwerden. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein, findet Jan Schulz-Ojala (TSP). Nino Klingler (CC) schreibt über die Faschisten von der Waldorfschule. Die jungen Filmkritiker beschäftigen sich auf CC mit Belle Épine von Rebecca Zlotowski. SENNHAUSER berichtet ebenfalls vom Festival Cannes. Auf OUTNOW findet sich ebenfalls Kritiken zu den Cannes-Filmen.
Besprochene Filme
ANOTHER YEAR (
) von Mike Leigh
YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER von Woody Allen
UNTER DIR DIE STADT (
) von Christoph Hochhäusler
WALL STREET 2 (
) von Oliver Stone
Das Verhältnis zwischen Hollywood und der Wall Street ist kompliziert geworden, behauptet Lars-Olav Beier (SPIEGEL) aus Cannes. Tobias Kniebe (SZ) schreibt über die Rückkehr der Plünderer. Hanns-Georg Rodek (WELT) sah eine Kapitalismus-Anklage mit Mainstream-Zugeständnissen. Das Gewicht der Realität entdeckt Anke Westphal (BLZ). Der Kapitalismus mag am Ende sein, dem kapitalismuskritischen Hollywoodfilm geht es vorzüglich, meint Jan Schulz-Ojala (TSP). Laut Christina Peitz (TSP) sah die ersten Höhepunkte. Beeindruckendes Autorenkino hat Dominik Kamalzadeh (STANDARD) in der Nebenreihe gesehen. Cannes bekommt den Blues, wie Rüdiger Suchsland auf CRITIC schreibt. Die jungen Kritiker (CC) schreiben über Cheol-soo Jangs Film BEDEVILLED, Thomas Abeltshauser berichtet für SCHNITT, Josef Lederle für den FILM-DIENST. Auch SENNHAUSER berichtet aus Cannes.
Besprochene Filme:
WALL STREET 2 (
) von Oliver Stone
THE STRANGE CASE OF ANGELICA (
) von Manoel de Oliveira
AURORA von Cristi Puiu
TUESDAY, AFTER CHRISTMAS (
) von Radu Muntean
CHATROOM (
) von Hideo Nakata
CHONGQING BLUES von Xiaoshuai Wang
Was die Filme angeht, lässt sich das Festival Cannes ziemlich gemächlich an ... das ist nicht ganz untypisch, findet Verena Lueken (FAZ). Die ersten Wettbewerbsfilme setzen aufs Grelle und aufs Stille, entdeckt Jan Schulz-Ojala (TSP). 19 Filme laufen in diesem Jahr im Wettbewerb und einer davon stammt von einer Frau, wie Cristina Nord (TAZ) feststellt. Daniel Kothenschulte (FR) wäre froh, wenn es etwas Interessantes zu sehen gäbe. Über Partys, Preise, Prominente schreibt Tanja Kuchenbecker (TSP).
Daniel Kothenschulte (FR) schaut auf Christoph Hochhäusler, der mit seinem neuen Film in Cannes vertreten ist. Auf seinem Blog PARALLELFILM gibt der Regisseur einige Hinweise zu seinem Film.
Besprochene Filme:
TOURNÉE (
) von Mathieu Amalric
CHONGQING BLUES von Xiaoshuai Wang
THE HOUSEMAID von Im Sang-soo
Cannes in Blogs: Mehrere Kritiken zum Film SANDCASTLE von Boo Junfeng bietet die deutsch-französische Zusammenarbeit auf CC. SENNHAUSER berichtet wieder aus Cannes. Zu CARGO werden wieder SMS geschickt.
Das Festival Cannes hat begonnen. Im Hauptwettbewerb von Cannes tummeln sich vertraute Kritikerlieblinge und Filmkünstler mit exotischen Namen. Die Prominenz tritt hingegen außer Konkurrenz an oder sitzt gleich in der Jury. Eine kleine Vorschau auf die 63. Filmfestspiele liefert (SPIEGEL). Verena Lueken (FAZ) blickt auf den Marktplatz der Eitelkeiten. Es will nicht so entspannt glitzern in diesem Jahr, meint Sophie Albers (STERN). Ein Blick auf den Wettbewerb stimmt Hanns-Georg Rodek (WELT) leider skeptisch. Jan Schulz-Ojala (ZEIT) berichtet von der Eröffung und der Pressekonferenz von ROBIN HOOD (2010) (
).
Besprochene Filme:
ROBIN HOOD (2010) (
) von Ridley Scott
TOURNÉE (
) von Mathieu Amalric
Anstatt an der Croisette Filme zu bewerten, sitzt Jafar Panahi in seinem Heimatland fest. Der iranische Regisseur wird vom Teheraner Regime an der Ausreise gehindert - jetzt schaltet sich die französische Regierung ein. Der SPIEGEL berichtet.
Cannes in Blogs: Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK) entdeckt die Ruhe im Auge des Hurrikans. Nino Klingler (CC) stellt einige Filme kurz vor. Außerdem schaut Nino Klingler (CC) auf Sondervorstellungen. Den Eröffnungsfilm ROBIN HOOD (2010) (
) hat Nino Klingler (CC) auch gesehen. SENNHAUSER bietet mehrere Texte zum Festival.
ROBIN HOOD (2010) (
) eröffnet heute Abend das Festival Cannes. Er führt geradewegs in die cineastische Flaute, kritisiert Jan Schulz-Ojala (TSP). Hanns-Georg Rodek (WELT) sah mit Russell Crowe den bis dato grimmigsten Robin Hood. Laut Jens Balzer (BLZ) hat der Regisseur Ridley Scott eine um Realismus bemühte Geschichte über die Entstehung des Rechtsstaats gemacht. Verwirrend ist für Cristina Nord (TAZ), dass Ridley Scott versucht, in all die Action das eine oder andere Screwball-Element und didaktische Auslassungen über gutes und schlechtes Regieren einzuflechten. Adam Thrope (FREITAG) entdeckt, dass die Authentizität eine Schimäre ist. Einen unnötigen Bluff entdeckt Christoph Schneider (TZ) den Film. Christoph Huber (PRESSE) sah ein müdes, langatmiges, humorfreies Epos.
Susanne Ostwald (NZZ) gibt einen Überblick über das 63. Internationales Filmfestival Cannes. Die Finanzmarktkrise macht auch vor dem Festival nicht halt: Gleich drei Filme widmen sich dem Thema Wirtschaft und Wall Street, wie David Germain (TZ) entdeckt. SENNHAUSER berichtet ebenfalls von verschiedenen Kleinigkeiten aus Cannes. CARGO stimmt auf das Festival ein. Laut Jörg Gerle (FD) ist die Zukunft des Kinos plastisch.
Satire hat es schwer im Italien von Silvio Berlusconi, meint Kordula Doerfler (BLZ) und kommentiert den Sachverhalt, dass der italienische Kulturminister Cannes boykottiert.
Am Mittwoch beginnt das 63. Filmfestival von Cannes ohne die mittelteuren Filme, wie Anke Westphal (BLZ) findet. Eine Staatsaffäre jagt die andere, berichtet der TSP. Weil ein "Propagandafilm" Berlusconi und das italienische Volk beleidige, will Kulturminister Bondi nicht zum Festival Cannes fahren. Henning Klüver (SZ) kommentiert den Sachverhalt. Die FR und die PRESSE bieten einen Überblick zum Filmfest. Auf den FILM-DIENST-BLOG gibt es bereits diverse Texte zum Filmfest; SENNHAUSER verweist ebenfalls auf Cannes.
Am Mittwoch eröffnet das Festival Cannes mit ROBIN HOOD (
) von Ridley Scott. Tobias Kniebe (SZ) gibt einen Schnellkurs in Sache Festival. Regisseur Oliver Stone wird in Cannes enthüllen, wie sein Kapitalismus-Thriller WALL STREET nach 23 Jahren weitergeht. Darauf wollte Tobias Kniebe (SZ) nicht warten und besuchte die Dreharbeiten in New York. Der italienische Kulturminister Sandro Bondi will das Filmfest boykottieren, weil dort ein Dokumentarfilm über die Bebenfolgen in L'Aquila gezeigt wird. Der SPIEGEL, die PRESSE und der STANDARD berichten. Sabina Guzzanti hat den Dokumentarfilm über das Versagen Silvio Berlusconis nach dem Beben von L'Aquila gedreht; der TZ schaut auf sie.
In einem Monat beginnt das Filmfestival Cannes. Mit dabei sind Filme von Ridley Scott, Woody Allen und Oliver Stone, allerdings außer Konkurrenz. Filme, unter anderem von Takeshi Kitano, Mike Leigh, Bertrand Tavernier, Doug Liman und Alejandro González Inárritu laufen dagegen im Wettbewerb. Ein deutscher Beitrag ist bisher nicht in Sicht für den Internationalen Wettbewerb. In der Reihe "Un certain regard" der offiziellen Auswahl zeigt der deutsche Regisseur Christoph Hochhäusler seinen Film Unter Dir die Stadt (
) (auf PARALLELFILM freut er sich darüber).
Der SPIEGEL, der STERN. der TSP und CARGO berichten. Ekkehard Knörer (CARGO) ist entsetzt, dass Olivier Assayas' Carlos - Der Schakal (
) wahrscheinlich nicht in Cannes laufen wird.
ROBIN HOOD (
) von Ridley Scott wird das 63. Festival in Cannes eröffnen. Der Film läuft außer Konkurrenz.
Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie die PRESSE und der STANDARD.