Peter Beddies (WELT) spricht mit Oscar-Gewinner Tom Hopper über seinen Film THE KINGS SPEECH (
), der in den USA zensiert wird. Für den SPIEGEL erzählt Florian Gallenberger, was sich beim Oscar verändert hat - und warum die Oscars aller Kritik zum Trotz immer noch ein Triumph für das wahre Kino darstellen. Die Gewinner eines mäßigen Jahres sind die Schauspieler, bemerkt Henryk Goldberg (GETIDAN).
Allerorten wird die Oscar-Verleihung ausgewertet. Laut Marc Pitzke (SPIEGEL) erstickte sie in einem Korsett aus Pomp und zwanghafter Planung. Die Preisvergaben waren spannend wie lange nicht mehr, das Drumherum nicht, wie Andreas Platthaus (FAZ) findet. Katharina Riehl (SZ) hätte ein Königreich für etwas Spannung gegeben. Old Hollywood gewinnt den Kampf gegen New Hollywood, titelt Hanns-Georg Rodek (WELT). Die Preise waren vorhersehbar, die Gala verschnarcht, resümiert Anke Westphal (BLZ). Statt politische Statements und mutige Entscheidungen zu wagen, schwelgten die Juroren in Nostalgie, kritisiert Andreas Borcholte (SPIEGEL). Das brave Sichfeiern der einstigen Leitkultur Hollywood war auch für die Geehrten nur mit Ironie zu ertragen, bilanziert Bert Rebhandl (TAZ). Die Verleihung hatte stellenweise laut Jan Schulz-Ojala (TSP) den Charme einer Rheumadecken-Verkaufsveranstaltung. Bei der Gala hatte jeder Spaß - bis auf die Zuschauer und ein Bruderpaar, bemerken Felix Bayer, Thorsten Dörting und Marc Pitzke (SPIEGEL). Nichts Neues unter dem Hollywoodhimmel entdeckt Daniel Kothenschulte (FR). Als jung, hip und langweilig bezeichnet Sigrid Neudecker (ZEIT) die Veranstaltung. Diese Oscar-Zeremonie war spitze; zumindest, was die Roben der Damen anbelangt, meint Carmen Böker (BLZ). Philippe Zweifel (TZ) bietet Analyse, Highlights und Tiefpunkte der Oscarnacht. Isabella Reichert (STANDARD) entdeckte Veteranen-Gaudi. Das Facelifting durch ein neues Moderatorenduo ging gründlich daneben, denn laut Thomas Vieregge (PRESSE) produzierten Anne Hathaway und James Franco Plattitüden und matte Gags in Serie.
Barbara Schweizerhof (TAZ) porträtiert Oscar-Gewinner Colin Firth: Er ist ein Mann der Zwischentöne.
Die Gebrüder Weinstein haben mit THE KINGS SPEECH (
) wieder einen Erfolg nach ihrem Gusto gelandet. Und vor allem ist ihre wirtschaftliche Strategie dabei wunderbar aufgegangen, wie Ryan Nakashima (TZ) bemerkt.
Am Tag vor der Oscar-Verleihung wurden schon einmal die "Goldenen Himbeeren" für besonders schlechte cineastische Leistungen verliehen. Der TSP nennt kurz die Gewinner. Das 3D-Fantasy-Spektakel DIE LEGENDE VON AANG (
) kann sich mit dem Titel "Schlechtester Film des Jahres 2010" schmücken, wie der STANDARD berichtet.
Gewinner des Oscar
Bestes Szenenbild: ALICE IM WUNDERLAND (
)
Beste Kamera: Wally Pfister für INCEPTION (
)
Beste Nebendarstellerin: Melissa Leo für THE FIGHTER (
)
Bester Animationsfilm: TOY STORY 3 (
)
Bestes Drehbuch (Adaption): Aaron Sorkin für THE SOCIAL NETWORK (
)
Bestes Drehbuch (Original): David Seidler für THE KINGS SPEECH (
)
Bester nicht-englischsprachiger Film: IN EINER BESSEREN WELT (
) von Susanne Bier
Bester Nebendarsteller: Christian Bale für THE FIGHTER (
)
Beste Musik: Trent Reznor und Atticus Ross für THE SOCIAL NETWORK (
)
Bester Ton-Mix: Lora Hirschberg, Ed Novick und Gary Rizzo für INCEPTION (
)
Bester Ton-Schnitt: Richard King für INCEPTION (
)
Bestes Make-Up: THE WOLFMAN (
)
Beste Kostüme: Colleen Atwood für ALICE IM WUNDERLAND (
)
Bester Dokumentarfilm: INSIDE JOB
Beste visuelle Effekte: INCEPTION (
)
Bester Schnitt: Kirk Baxter und Angus Wall für THE SOCIAL NETWORK (
)
Bester Song: Randy Newman für TOY STORY 3 (
)
Beste Regie: Tom Hooper für THE KINGS SPEECH (
)
Beste Hauptdarstellerin: Natalie Portman für BLACK SWAN (
)
Bester Hauptdarsteller: Colin Firth für THE KINGS SPEECH (
)
Bester Film: THE KINGS SPEECH (
)
Anders als im vergangenen Jahr gibt es diesmal kein echtes Duell um den Oscar für den besten Film. THE KINGS SPEECH (
) scheint mit seiner Kombination aus Kostümen, Handicap und Britishness unwiderstehlich, wie Peter Köre (FAZ). Der Nerd ist der Held unserer Zeit, behauptet Gerd Diez (SPIEGEL). Mit Filmen wie THE SOCIAL NETWORK (
) und INCEPTION (
) steht er im Zentrum der diesjährigen Oscar-Verleihung. Jennifer Lawrence ist für ihre Leistung in WINTER´S BONE (
) die Überraschungskandidatin für den Oscar. Im Interview Ulrich Lössl (SPIEGEL) spricht sie über ihren rasanten Aufstieg - und erzählt ihren Lieblingswitz. Dem Filmkomponisten Hans Zimmer ist die größte deutsche Oscar-Hoffnung - mal wieder; Thomas Schulz (SPIEGEL) porträtiert ihn. In der Nacht zum Montag geht es nicht nur um Glamour - sondern um viel, viel Geld, wie Marc Pitzke (SPIEGEL) schreibt.
Mit ihrer Dokumentation RESTREPO sind US-Bestsellerautor Sebastian Junger und Fotoreporter Tim Hetherington für einen Oscar nominiert. In den USA löste der Film emotionale Reaktionen aus - und belebte die Kriegsdebatte neu, wie Marc Pitzke (SPIEGEL) schreibt.
James Franco unterhält sich mit Peter Fuchs (STANDARD) über die Oscars und seine Hauptrolle in Danny Boyles Kletterer-Drama 127 HOURS (
).
Oscar-Vorhersagen und Favoriten gibt es bei FILMSPRUNG und MOSTLYMOVIES.
Natalie Portmans Leistung in BLACK SWAN (
) wird überschätzt - den Oscar hat sie dafür nicht verdient, behauptet Denise Jeitziner (TZ). Wer ist Banksy? Der britische Graffitikünstler ist für einen Oscar nominiert und bleibt weiter anonym, wie Florian Keller (TZ) feststellt. Der OScar-Nominierte Javier Bardem gilt als Sexsymbol - doch er selbst sieht das ganz anders, wie der SPIEGEL herausgefunden hat. Jeff Bridges galt stets als der am meisten unterschätzte Schauspieler Hollywoods, bis er 2010 mit 60 Jahren den Oscar gewann. In diesem Jahr ist er gleich wieder nominiert. Plötzlich ist alles anders, wie die SZ meint. Die Oscar-Gewinner stehen fest, nur kennt noch keiner ihre Namen, wie der STANDARD bemerkt.
Der Oscar naht und viele Filmjournalisten schauen bereits auf die Verleihung. Der furiose Rachewestern TRUE GRIT (
) der Regie-Brüder Joel Coen und Ethan Coen wird beim Oscar 2011 nicht leer ausgehen, meint Christian Buß (SPIEGEL). Die beiden Filmemacher sprechen mit Patrick Heidmann (BLZ) über ihre Hit-Maker-Qualitäten. Zehn Oscar-Nominierungen merkt Florian Keller (TZ) dem Western nicht an.
Als typisches Oscar-Movie ist THE KINGS SPEECH (
) laut Daniel Kothenschulte (FR) glänzend geschrieben und vorzüglich ausgestattet. Einen feinen Unterschied aber gibt es: Es ist eine britische Produktion, die sich da anschickt, über die geballte Leistungsfähigkeit der amerikanischen Filmmetropole zu triumphieren.
Die Oscar-Nominierungen wurden gestern bekanntgegeben. Bei der Verleihung kann es zum Showdown zwischen Tradition und Innovation kommen, bilanziert Andreas Borcholte (SPIEGEL). Zumindest bei den Oscars ist Facebook nicht das Maß aller Dinge, meint die FAZ. Die meisten Helden, die sich Hoffnung auf einen Oscar machen können, sind reinstes amerikanisches Urgestein, bemerkt Fritz Göttler (SZ). Die WELT entdeckt einige Deutsche unter den Nominierten. Mit den diesjährigen Nominierungen werden ästhetisch anspruchsvolle sowie individuelle Regie- und Darstellerleistungen gewürdigt, resümmieren Patrick Heidmann und Anke Westphal (BLZ). Der Oscar bleibt seiner neuen Liebe zum Arthouse-Kino treu, kommentiert der TSP. Kaum ein Film greift aktuelle Gesellschaftsthemen auf; gefeiert wird laut Kerstin Zilm (ZEIT) vor allem das etablierte Hollywood. Die Auswahl der besten Filme dürfte den Oscar-Bossen nicht gefallen, glaubt der TZ. Christoph Huber (PRESSE) spekuliert schon mal über den Gewinner.
Die Oscar-Nominierungen sind bekannt gegeben worden.
12 Oscar-Nominierungen - THE KINGS SPEECH (
)
10 Oscar-Nominierungen - TRUE GRIT (
)
8 Oscar-Nominierungen - INCEPTION (
)
8 Oscar-Nominierungen - THE SOCIAL NETWORK (
)
7 Oscar-Nominierungen - THE FIGHTER (
)
6 Oscar-Nominierungen - 127 HOURS (
)
5 Oscar-Nominierungen - BLACK SWAN (
)
5 Oscar-Nominierungen - TOY STORY 3 (
)
4 Oscar-Nominierungen - THE KIDS ARE ALL RIGHT (
)
4 Oscar-Nominierungen - WINTER´S BONE (
)
Alle Nominierungen gibt es unter der Oscar-Übersicht.