Kathryn Bigelow gewann mit ihrem Film THE HURT LOCKER (
) sechs Oscars. Ein Kassenschlager war er nicht, doch viele Kritiker feierten ihn. Warum eigentlich, fragt sich Annette Brauerhoch (ZEIT). Nicht nur im Verzicht aufs laxe liberale Händeringen bisheriger Irak-Filme ragt er aus der derzeitigen US-Produktion heraus, wie Christoph Huber (PRESSE) findet. Irak-Veteranen bezeichnen die Bombenentschärfungen im Oscar-Überflieger als unrealistisch. Eine berechtigte Kritik, die trotzdem nicht ins Gewicht fällt, wie Philippe Zweifel (TZ) findet. Kathryn Bigelow wurde als erste Frau in der Geschichte der Oscars für die beste Regie ausgezeichnet. Bis es so weit war, musste sie einige Tiefs überwinden, wie Florian Keller (TZ) weiß.
Christoph Waltz sehen wir hier so schnell nicht wieder. Die Amerikaner schenken ihm einen Oscar - und einen Job nach dem anderen, wie Jörg Häntzschel (SZ) berichtet. Medien überschlagen sich mit Lob für den Oscar-Preisträger aus Österreich und prophezeien ihm eine große Zukunft in Hollywood; Kritik gibt es an der Kategorie, in der Christoph Waltz ausgezeichnet wurde, wie die PRESSE berichtet.
Über einen der seltsamsten Momente der Oscar-Verleihung schreibt der SPIEGEL. Deutsche haben sich auf den Roten Teppich gemogelt, wie der SPIEGEL berichtet. Reaktionen, Anmerkungen und viele Bilder bietet FILMSPRUNG.
Überall wird die Verleihung des Oscar ausgewertet. Dominik Kamalzadeh (STANDARD) schreibt über die Revanche der Wirklichkeit. Die Academy hat laut Anke Westphal (BLZ) gleich in zweierlei Beziehung eine historische Entscheidung getroffen. Die 82. Oscars schreiben Geschichte und feiern die Harmonie, bilanziert Jan Schulz-Ojala (TSP). Sven von Reden (TAZ) blickt auf den Frauentag in Hollywood. Die Siegerinnen der 82. Oscarnacht stehen für einen neuen Geist - nur welchen, fragt sich Tobias Kniebe (SZ). Die Oscar-Gala geriet dieses Jahr etwas chaotisch – am Ende war kaum noch Zeit, den besten Film vorzustellen, kritisiert Sebastian Moll (TSP). Von Perlenkleid bis Duschvorhang - nicht alle Entwürfe überzeugten in der Oscar-Nacht, wie Cornelia Geißler (BLZ) fand. Eva C. Schweitzer (BLZ) war auf der anschließenden Oscar-Party.
Philip French (FREITAG) schaut nochmals genau auf The Hurt Locker (
): Er ist ergreifend, aber er zeigt die Soldaten weder als Opfer noch als Täter. Isabella Reicher (STANDARD) schreibt über Kathryn Bigelow, die so schnell nichts aus der Ruhe bringen dürfte. Verena Lueken (FAZ) porträtiert die freie Radikale. Sophie Albers (STERN) schreibt das Porträt einer Frau, die tut, was sie will - und muss. Hanns-Georg Rodek (WELT) wagt einen provokanten Vergleich: Kathryn Bigelow ist eine Pionierin wie Leni Riefenstahl. Für die 58-jährige Regisseurin, die eigentlich Kunst studierte und Malerin war, dürfte nach diesem, ihrem neunten Film nun ein Heimatfilm anstehen, wie Marion Pietzorek (ND) behauptet. Ihr Film ist der kommerziell am wenigsten erfolgreiche Film, der jemals einen Academy Award in der Kategorie best motion picture gewonnen hat, hat KEINBLUTROT herausgefunden. Für Bert Rebhandl (STANDARD) hat hier niemand mehr den Überblick. Nach seinem Oscar-Triumph mit sechs Trophäen kommt das Kriegsdrama diesen Donnerstag erneut in die Schweizer Kinos, wie der TZ berichtet.
Bert Rebhandl (CARGO) fragt sich, ob Christoph Waltz tatsächlich der Beste Nebendarsteller ist. Mark Obert (FR) porträtiert den Unfassbaren. Ein langes Gespräch mit dem Schauspieler führte Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Jörg Hunke (BLZ) beschäftigt sich mit dem Wort Bingo, das Christoph Waltz oscarfähig gemacht hat.
Fast 40 Jahre nach seiner ersten Nominierung hat Jeff Bridges erstmals einen Oscar gewonnen: Für seine Rolle in CRAZY HEART (
) wurde er als bester Hauptdarsteller geehrt. Im Interview mit Andrea Ritter (STERN) erzählt er, warum es gut war, als Hollywoods meist unterschätzter Schauspieler zu gelten.
Christian Berger, nominiert für einen Oscar in der Kategorie "Beste Kamera" geht leer aus, freut sich aber über ASC-Kamerapreis, wie Isabella Reicher (STANDARD) im Interview erfahren konnte. DAS WEISSE BAND (
) war für den Oscar nominiert, am Ende ging der Film leer aus - für Hauptdarsteller Burghart Klaußner waren die Tage in Hollywood dennoch eine Offenbarung. Wann erlebt man es schon, dass sich Meryl Streep für einen begeistert, wie Marc Pitzke (SPIEGEL) herausgefunden hat.
AVATAR (
) ist der erfolgreichste Film aller Zeiten und gewann drei Oscars. Er war aber auch eine der teuersten Produktionen. Produzent Jon Landau spricht mit Johannes Bonke (ZEIT) über die Lust am Risiko und sein Vertrauen ins Kino. In AVATAR (
) hat die soldatische Männlichkeit ausgedient. Der neue Mann, wie die Kulturindustrie ihn sich vorstellt, lernt von sportlichen Frauen Weiblichkeit und behält die Führung, wie Ines Kappert (TAZ) über das Rollenverständnis des Films schreibt.
Der Dokumentarfilm DIE BUCHT (
) über die Abschlachtung von Delfinen in Japan wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Am Film war auch der Schweizer Hans Peter Roth beteiligt, mit dem Rico Bandle (TZ) ein Interview führt.
Allerorten werden die Oscars ausgewertet. Die etwas gehetzt wirkende 82. Oscarverleihung hatte wenig Glanz und Glamour - aber viele erfreuliche Preis-Entscheidungen zu bieten, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) findet. Für Verena Lueken (FAZ) hat David den Goliath geschlagen. Es war eine Oscar-Nacht nach Hollywood-Drehbuch, schreibt Katharina Riehl (SZ). So viel sarkastischen Witz hätte Hannes Stein (WELT) den Gastgebern gar nicht zugetraut. Sebastian Moll (TSP) sah Überraschendes, Enttäuschendes, Umstrittenes und Progressives. Peter Körte (FAZ) blickt nochmals auf das zentrale Duell. Julia Encke (FAZ) stellt AJAMI (
) vor, den israelischen Beitrag, der für den Besten nicht-englischsprachigen Film nominiert war, aber leer ausging. Deutscher Empfang für den Erfolg: Am Sonnabend trafen sich in der Villa Aurora in Los Angeles die Oscar-Kandidaten; Eva C. Schweitzer (BLZ) war dabei.
Christoph Waltz hat den Oscar. Und einen Schock. Ist das wirklich ihm passiert? Dem stillen Charaktermimen? Begegnung mit einem Ausgezeichneten hatte Marc Pitzke (SPIEGEL). Michael Althen (FAZ) porträtiert Jeff Bridges.
Die Goldene Himbeere, jener Alternativpreis, der im Vorfeld der Oscar-Verleihung die schlechtesten filmischen Leistungen des Jahres kürt, gehörte in diesem Jahr Sandra Bullock - und sie holte sich die Trophäe sogar ab. Innerhalb von nur zwei Tagen wurde Sandra Bullock als schlechteste und als beste Schauspielerin geehrt. Ein Widerspruch, dessen sie sich selbst sehr bewusst ist, wie Wenke Husmann (TSP) meint. Der SPIEGEL und die WELT berichten.
Diese Oscars sind vergeben.
Bester Film: THE HURT LOCKER (
)
Beste Regie: Kathryn Bigelow für THE HURT LOCKER (
)
Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock für THE BLIND SIDE (
)
Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges für CRAZY HEART (
)
Bester nicht-englischsprachiger Film: THE SECRET IN THEIR EYES
Bester Schnitt: Chris Innis und Bob Murawski für THE HURT LOCKER (
)
Bester Dokumentarfilm: DIE BUCHT (
)
Beste visuelle Effekte: AVATAR (
)
Beste Musik: Michael Giacchino für OBEN (
)
Beste Kamera: Mauro Fiore für AVATAR (
)
Bester Ton-Mix: Ray Beckett und Paul N. J. Ottosson für THE HURT LOCKER (
)
Bester Ton-Schnitt: Paul N. J. Ottosson für THE HURT LOCKER (
)
Bestes Kostüm: Sandy Powell für THE YOUNG VICTORIA (
)
Beste Ausstattung: AVATAR (
)
Beste Nebendarstellerin: Mo'Nique Imes-Jackson für PRECIOUS (
)
Bestes Drehbuch (Adaption): Geoffrey Fletcher für PRECIOUS (
)
Beste Maske: STAR TREK (
)
Bestes Drehbuch (Original): Mark Boal für THE HURT LOCKER (
)
Bester Song: CRAZY HEART (
)
Bester Animationsfilm: OBEN (
)
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz
Hollywood hatte das beste Jahr seiner Geschichte, meint Eva C. Schweitzer (BLZ). Der STANDARD, die SZ und die FAZ stellen nochmals alle Nominierten vor. Marc Pitzke (SPIEGEL) hat hinter die Kulissen geschaut und fand alarmierende Anzeichen spätrömischer Dekadenz. Hanns-Geotg Rodek (WELT) kommentiert den Oscar-Endspurt.
Porträts
Jeff Bridges, der faule Hund aus THE BIG LEBOWSKI, glänzt gleich in zwei neuen Filmen. Der Mann ist reif für den Oscar, meint Florian Keller (TZ). Was Jeff Bridges' Spiel auszeichnet, ist nicht die Art, wie er sich in die Verheerungen dieses Lebens fallen lässt, sondern der Umstand, dass dahinter sichtbar wird, warum er sich darin auch wohl fühlt, meint Michael Althen (FAZ). Der Schauspieler spricht mit Serge Debrebant (FR) über die Hoffnung, seine Karriere mit CRAZY HEART (
) zu krönen - und über die unfreiwillige Hommage an THE BIG LEBOWSKI. Mit THE HURT LOCKER (
) steigt Kathryn Bigelow als Favoritin in die Oscarverleihung; sie ist die härteste Frau Hollywoods, meint Hans Jürg Zinsli (TZ). Gabourey Sidibe ist mit 24 Jahren ein Wunder gelungen: In der Rolle eines missbrauchten, dicken Mädchens in dem Film PRECIOUS (
) hat sie Hollywood erobert; Stuart Jeffries (FREITAG) porträtiert sie. Rüdiger Sturm (WELT) entdeckt bei ihr 168 Kilogramm pures Talent.
Oscar-Geschichte
Angelina Jolie bekommt einen Oscar, Alfred Hitchcock nicht? ROCKY siegt, TAXI DRIVER geht leer aus? Eigentlich sollen bei den Academy Awards die besten Filme des Jahres geehrt werden - aber warum irrt die Jury so oft? Daniel Sander (EINESTAGES) zeigt die krassesten Fehlentscheidungen in der Geschichte der Oscars.
Am Sonntag wird der Oscar vergeben. Wer will schon Sonntagnacht vor dem Fernseher hocken, um das Absehbare zu sehen? Katja Nicodemus (ZEIT) schlägt vor, stattdessen jetzt gleich die großen Verliererfilme zu feiern. Die TAZ-Favoriten werden wohl wieder leer ausgehen. Doch in einer besseren Welt hätten diese sieben längst einen Academy Award. Anke Westphal (BLZ) entdeckt bei der Academy einen vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Regisseur James Cameron; die FR berichtet auch über das Absagen eines Sketches. Dagegen macht Kathryn Bigelow laut der FR ihrem Ruf, männlicher als viele Hollywoodkollegen zu sein, erneut alle Ehre.
Er war die deutsche Oscar-Überraschung des vergangenen Jahres: Jochen Alexander Freydank gewann den Preis für den besten Kurzfilm. Jetzt ist er wieder in Hollywood, als Zaungast. Sein Leben hat sich verändert seit der großen Nacht von 2009 - doch anders, als er es gedacht hätte, wie Marc Pitzke (SPIEGEL) berichtet.
SENNHAUSER prognostiziert den Oscar.
Die Nominierungen für den Oscar 2010 sind bekanntgegeben worden. Jeweils 9 Nominierungen und damit Favoriten um das Rennen des Preises der American Academy sind AVATAR (
) von James Cameron und THE HURT LOCKER (
) von Kathryn Bigelow erhalten. INGLOURIOUS BASTERDS (
) von Quentin Tarantino geht mit 8 Nominierungen in die nächste und letzte Runde.
Alle Nominierten beim unter dem Oscar 2010.
Kommentare
Die neun Nominierungen für Kathryn Bigelows THE HURT LOCKER (
) sind für Christian Buß (SPIEGEL) die größte Überraschung des Oscar-Jahrgangs. Susan Vahabzadeh (SZ) schreibt über die Schieflagen der Wahrnehmung und blickt genau auf die ewig Unterschätzten und die allseits Gefeierten. Für Hanns-Georg Rodek (WELT) ist interessant, dass die beiden Favoriten Kathryn Bigelow und James Cameron pikanterweise früher verheiratet waren. Eine Weisheit hat Jan Schulz-Ojala (TSP) parat: Wenn zwei sich streiten, lauert der dritte. Bei Anke Westphal (BLZ) beginnt das große Hoffen.
Meldungen
Gleich drei Österreicher (Regisseur Michael Haneke, Schauspieler Christoph Waltz, Kameramann Christian Berger) haben Chance auf einen der begehrten Academy-Awards, freuen sich der STANDARD und die PRESSE. Die FAZ nennt die Nominierten, ebenso wie die WELT, die ZEIT, der TZ und die FR. FILMSPRUNG nennt ebenfalls die Nominierten.
Heute Nacht werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Anke Westphal (BLZ) schreibt über das Gewicht der Würde. Der STANDARD verweist auf die Chancen von deutschsprachigen Filmen und Filmkünstlern.
Schon jetzt sind die Razzie Award-Nominierungen bekannt, unter den Nominierten befinden sich auch Sandra Bullock und Megan Fox. Der TZ berichtet. Besonders stark vertreten sind singende Schauspielerinnen und schauspielende Sängerinnen, wie der SPIEGEL feststellt.
Am Dienstag werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben – neben AVATAR (
) ist Sandra Bullock das große Hollywood-Thema, wie Sebastian Moll (TSP) berichtet. Für Jan Schulz-Ojala (TSP) ist George Clooney durch seine Leistung in UP IN THE AIR (
) reif für den Oscar, auch Harald Peters (WELT) bespricht den Film. Bei den morgigen Oscar-Nominierungen geht es laut Patrick Heidmann (BLZ) um die Zukunft des Kinos: Avatare oder Dialoge stehen zur Disposition. Die Gilde der Regisseure hat Kathryn Bigelow für THE HURT LOCKER (
) ausgezeichnet, wie FILMSPRUNG meldet.