Einige kleine Nachlesen zur 81. Oscar-Verleihung gibt es zu lesen. Andreas Platthaus (FAZ) blickt auf den deutschen Oscar-Gewinner Jochen Alexander Freydank und seinen Kurzfilm SPIELZEUGLAND. Paul Ingendaay (FAZ) freut sich für Penélope Cruz: The Girl of Your Dreams. Die Verleihung der Academy Awards für das Filmjahr 2008 war wie immer eine perfekte Show, meint Sophie Albers (STERN). Anette Nayhauszlig (MOPO) hat die kleinen Helden aus SLUMDOG MILLIONÄR (
) beoachtet.
Allerorten gibt es Auswertungen zur Oscar-Verleihung zu lesen. Es war die Nacht der Underdogs in Hollywood, auch für die Deutschen, meint Marc Pitzke (SPIEGEL). Das sieht Christina Tilmann (TSP) genauso: Die Sieger sind Ghettokids, ein schwuler Politiker und ein junger Autor. Michael Althen (FAZ) sah ein Hollywood, wie es singt und lacht; Anke Westpahl (BLZ) einen bewegenden Moment. Wenig überraschend, aber beschwingt, fand Nina Rehfeld (FAZ) die Gala. Komödien und Blockbuster haben schlechte Chancen, weiß Bert Rebhandl (TAZ). Nazi-Stoffe gehen bei den Oscars am besten, behauptet Peter Zander (WELT). Bereits Nominierungen wirken stimulierend, glaubt Georg Szalai (STANDARD). Viele Auszeichnungen gab es für nichtamerikanische Produktionen; dies ist für Eva Schweitzer (ZEIT) ein Indiz dafür, wie ernst die US-Filmindustrie die internationale Konkurrenz nimmt.
Martin Kämpchen (FAZ) beschäftigt sich mit dem Oscar-Regen für SLUMDOG MILLIONÄR (
) und der dunklen Seite des Kinderlächelns. Der Film ist indisch, aber dennoch kein Bollywood, meint Hanns-Georg Rodek (WELT). Peter Beddies (WELT) weiß, wie Regisseur Danny Boyle durch Mumbay weise wurde. Alexander Linklater vom Guardian porträtiert im FREITAG den Filmemacher, dessen Leidenschaft Film, Musik und Familie sind. Katharina Dockhorn (TSP) und Rüdiger Sturm (FR) sprechen kurz mit dem britischen Filmemacher über den Erfolg und die Lehren von Bombay; seinen Blickwinkel als Ausländer und warum ihn die Geschichte erst gar nicht interessierte. Die Ehrung für den Film könnte Indiens Filmindustrie Anstoß geben, sich neuen Themen und Ästhetiken zu öffnen - wie umgekehrt der internationale Markt, meint Dorothee Wenner (TAZ). Indien überschlägt sich vor Freude, berichtet Christine Möllhoff (STANDARD). Bollywood ist zu einem Markenzeichen geworden, das häufig mit dem gesamten kommerziellen Filmschaffen des Subkontinents assoziiert wird, schreibt Bert Rebhandl (STANDARD). Der Film hat laut Hilmar König (JW) nichts mit der indischen Realität zu tun. Christiane Grefe (ZEIT) hat Originalschauplätze erkundet. Die Freude der Macher, die zum Schluss alle die Bühne eroberten, war für Hanno Harnich (ND) sehr ansteckend.
Alan Posener (WELT) erinnert an Heath Ledger und seine Gestalt des Jokers in THE DARK KNIGHT (
). Isabella Reicher (STANDARD) nennt Sean Penn einen Filmstar, der es keinem leicht macht. Andreas Kilb (FAZ) rezensiert DER VORLESER (
), trotz aller Kritik ein beeindruckender Film dank Kate Winslet. Kira Taszman (ND) unterhält sich mit ihr über ihre Rolle. Christian Kortmann (SZ) hat als Zuschauer unverschämt viel von den Oscars erwartet. Die WELT gratuliert dem Berliner Jochen Alexander Freydank zum Kurzfilm-Oscar; Verena Friederike Hasel (TSP) freut sich ebenfalls. Kathrin Buchner (STERN) sprach kurz mit ihm. Andreas Conrad (TSP) porträtiert den Berliner; Jörg Schindler (FR) freut sich für den Filmemacher. Isabella Reicher (STANDARD) blickt auf MAN ON WIRE (
), den Besten Dokumentarfilm.
Daniel Kothenschulte (FR) hält fest, was sich bei der Verleihung alles geändert hat. Diese Oscar-Show war leider eine Sparmaßnahme, meint Hannes Stein (WELT). Die Gala selbst wurde von Andreas Borcholte (SPIEGEL) als emotional, modern - und überraschend global bezeichnet. Eine perfekte Show sah Ulrike von Bülow (STERN). Die Stimmung wurde deutlich von der Rezession im Lande getrübt, stellt Matthias B. Krause (TSP) fest. Christiane Heil (FAZ) schreibt über den Fluch des Oscars: Die Trophäe macht auch unbeliebt. Der SPIEGEL lästert über Mickey Rourke, den Macho und sein Schoßhündchen. Außerdem verweist der SPIEGEL auf den Oscar-Glamour. In der SZ gibt es eine Bildstrecke. Die WELT fragt, wer das schlimmste Kleid trug. Modische Merkwürdigkeiten sind dem TSP aufgefallen. Es gab kaum Ausrutscher, findet die FR.
Die Oscars sind vergeben. Als Bester Film ist SLUMDOG MILLIONÄR (
) ausgezeichnet worden.
Hier finden sich alle Gewinner.
Christina Tilmann (TSP) stellt Kate Winslet vor, die wieder einmal für den Oscar nominiert ist: Eine Rolle, die einsam macht. Peter Körte (FAZ) ist vom Oscar-Jahrgang enttäuscht. Marc Pitzke (SPIEGEL) schreibt über den Berliner Jochen Alexander Freydank, der mit seinem Kurzfilm SPIELZEUGLAND für einen Oscar nominiert. Andere Deutsche, die Oscar-Hoffnungen haben, stellt Verena Friederike Hasel (TSP) vor. Gleich acht Oscar-Nominierungen, verteilt auf vier Filme, kann die Filmstadt Berlin für sich verbuchen, weiß Andreas Conrad (TSP). Peter Zander (WELT) meint, dass die Brangelina die großen Oscar-Verlierer sein könnten. Sophie Albers (STERN) schreibt über den Oscar nach der Sintflut.
Die FAZ erinnert an skandalträchtigste Oscar-Ereignisse: Überraschungen, Hass, Tränen und Lachnummern.
Alle Oscar-Nominierten gibt es hier.
Die Pressereaktionen vor und nach dem Oscar hier.
Marc Pitzke (SPIEGEL) schreibt über den Oscar im Krisenjahr. Die Einschaltquoten sinken, die Filme buhlen um das selbe Publikum, findet Susan Vahabzadeh (SZ). Hugh Jackman soll laut Uwe Schmitt (WELT) ein Oscar-Desaster verhindern. Bert Rebhandl (BLZ) behauptet, die Hollywood-Stars wären gefährdet. Es wird überall gespart, meint die SZ. Auch Sabine Reichel (BLZ) fragt, ob der Glamour knapp wird.
Roland Huschke (SZ) blickt auf den großen Favoriten SLUMDOG MILLIONÄR (
): Ist es doch nur ein Armutsporno? In Indien lehnen die Menschen den Film wegen dem Titel ab, weiß Seven Hansen (TAZ). Der STANDARD drückt die Daumen für REVANCHE. Rebecca Casati (SZ) ist Mickey Rourke begegnet, dem kaputten Helden. Mit Mariam Schaghaghi (BLZ) redet er über seine Rolle als THE WRESTLER (
), seinen tiefen Fall und den Traum vom Oscar. Martin Scholz (FR) unterhält sich mit Brad Pitt über seine Oscar-Nominierung, Obama und seinen Opa. Sind Angelina Jolie und Brad Pitt Vorbilder, fragt Holger Kreitling (WELT) und kommt zu dem Ergebnis: absolut; wogegen Cosima Lutz (WELT) das Paar kaum noch ertragen kann. Steve Pond (WELT) erklärt, was mit dem Oscar für Heath Ledger werden würde, wenn er denn posthum einen erhalten würde. Der TSP spekuliert über Gewinner und Verlierer.
So viele deutsche Oscar-Chancen gab es noch nie: Neben dem RAF-Drama DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (
) gehen zudem mehrere Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme mit deutscher Beteiligung ins Rennen um den weltweit wichtigsten Filmpreis. Der STERN stellt sie vor. Die Oscar-Votings sind abgegeben; es gibt einen Hype um SLUMDOG MILLIONÄR (
) und eine Statistik der Auslandspreise, wobei Doppelsiege keine Rarität sind. Das alles steht im STANDARD
Regisseur Götz Spielmann - mit REVANCHE für den Auslands-Oscar nominiert - schreibt im Karriere-Telegramm vom STANDARD über den Oscar-Rummel, wie er Erfolg definiert und von wem er sich inspirieren lässt. So viele Oscar-Chancen für Deutschland gab es noch nie, meint die FR. Julia Jäger und Simon Licht befindet sich im Anflug auf Hollywood. Barbara Jänichen (MOPO) schreibt über die zwei Filmleute, die zur Oscar-Verleihung gehen und auch Chancen auf eine der Trophäen haben. Die ZEIT verweist darauf, dass der Schauspieler Jerry Lewis für sein soziales Engagement einen Oscar erhält.
Hanns-Georg Rodek (WELT) beschäftigt sich mit der kommenden Oscar-Verleihung und behauptet, dass schon eine Nominierungen die Geldmaschine zum rattern bringt.
Die Oscar-Nominierungen sind bekanntgegeben worden. Großer Favorit ist DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON (
) mit 13 Nominierungen, es folgt SLUMDOG MILLIONÄR (
) mit 11 Nominierungen. Der deutsce RAF-Film DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (
) ist als Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.
Laut Andreas Borcholte (SPIEGEL) wird Kunst statt Kommerz ausgezeichnet. Hanns-Georg Rodek (WELT) weiß, warum sich Hollywood so sehr für deutsche Geschichte interessiert. Für Daniel Kothenschulte (FR) könnte es soweit sein, dass das deutsche Kino nicht mehr mit seiner Kunsttradition identifiziert wird, sondern mit seinem kommerziellen Mainstream. Gleich vier deutsche Filme gehen in diesem Jahr ins Oscar-Rennen, meldet die MOPO. Der STANDARD freut sich über die Nominierung des österreichischen Beitrags REVANCHE.
Der SPIEGEL, der STERN, der TSP, die NZZ, die ZEIT, die TAZ und die FR berichten. Die SZ bietet eine Bildstrecke.
(Alle Nominierten im Überblick hier...)
Heute werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Zur Oscar-Saison droht nun auch Hollywood der Sparhammer, stellt Frank Siering (BLZ) fest. Peter Zander (MOPO) glaubt, dass der Berliner Jochen Alexander Freydank gute Chancen für eine Nominierung in der Kategorie Bester Kurzfilm hat. Der TSP spekuliert über Kandidaten.