Dieter Kosslick und sein Team stellten für die 62. Berlinale ein inspirierendes und zeitkritisches Filmprogramm zusammen; nur die Juryentscheidungen hinkten dieser Entwicklung hinterher, bilanziert Cristina Nord (TAZ). Der Wettbewerb erlebte laut Gerhard Midding (FREITAG) seine Wiedergeburt, aber der Siegerfilm ist ein umstrittenes, besonders von der deutschen Kritik ungeliebtes Werk. Anke Westphal (BLZ) kommentiert die Preisvergabe als interessant, nicht gerecht oder schlüssig. Auch Dominik Kamalzadeh (STANDARD) kritisiert die Preisvergabe: Sie war das falsche Signal. Die Preise mag viele überrascht hatten – eine schlechte Entscheidung ist es nicht, findet Felicitas Kleiner (FD). Die diesjährige Berlinale überzeugt mit einem starken Programm, meint auch Susanne Ostwald (NZZ). Jens Balzer (BLZ) gewann die Mit Erkenntnis, dass sich Gewinnerfilme nur schwer voraussehen lassen und kritische Filmjournalisten auch nicht mehr sind, was sie mal waren.
Daniel Kothenschulte (BLZ) porträtiert das Regie-Paar Paolo Taviani und Vittorio Taviani, Gewinner des Goldenen Bären: Die Altmeister erwiesen sich nochmal als legitime Erben einer Schule des Filmemachens, die das politische und soziale Kino weltweit inspirierte: des Neorealismus.
Enrico Ippolito (TAZ) war bei der Verleihung der Teddy Awards. Beim abschließenden Bären-Dinner wurde wieder viel umarmt und geküsst, wie Andreas Kurtz (BLZ) wahrgenommen hat; Elisabeth Binder (TSP) war auch dort.
Die Berlinale ist zu Ende, doch die nächsten Filme werden schon gedreht. Andreas Conrad (TSP) weiß, dass unter anderem Brain De Palma mitmacht.
Vielerorten wird die 62. Berlinale bilanziert. Für Andreas Borcholte (SPIEGEL) war es das richtige Festival, das mit dem Festival Cannes und Filmfestival Venedig konkurrieren konnte, schade nur, dass die Jury unter Mike Leigh ihre Bären so konservativ vergeben hat. In gewisser Weise sendet dieser Goldene Bär das falsche Signal über die Berlinale 2012 in die Welt, denn dies war ein Paradelaufen junger Talente im Wettbewerb, resümiert Hanns-Georg Rodek (WELT). Die Jury lässt das Neue konsequent beiseite, kritisiert Jan Schulz-Ojala (TSP). Zugleich schreibt Jan Schulz-Ojala (TSP) in einem Rückblick: Es ga tolle Außenseiter und überzeugende deutsche Beiträge. Die Berlinale ist auch 2012 für Lukas Foerster (PERLENTAUCHER) ein Gemischtwarenladen, dessen Ausdifferenzierungen allen möglichen Prinzipien gehorchen, aber sicher keinen kuratorischen. Nach dem Festival ist vor dem Kino; viele Filme, die bei der Berlinale ihre nationalen oder internationalen Premieren feierten, haben bald auch ihren regulären Kinostart. Nadine Lange und Jan Oberländer (TSP) listen diese auf.
Angelina Jolie brachte den Glamour zur Berlinale und begeisterte mit ihrem Regiedebüt IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY (
). Im Interview mit Mariam Schaghaghi (PRESSE) spricht sie über die Herausforderungen ihres Projekts und ihre Erkenntnisse daraus. Anlässlich der Berlinale-Premiere seines neuen Films KEYHOLE (
), hat Nino Klingler (CRITIC) den Filmemacher Guy Maddin getroffen und spricht mit ihm über Erinnerungen, Geister und die Bereitschaft, sich endlich auf digitale Artefakte einzulassen.
Als Joint Venture mit Berlin entstand Anfang der 20er-Jahre die russische Produktionsgesellschaft "Meschrabpom". Ihr ist die Retrospektive 2012 gewidmet. Gerhard Midding (WELT) verweist auf sie. Die Rote Khmer zerstörten das kambodschanische Kino-Erbe; aber auf der Berlinale wird die Wiederentdeckung geretteter Filme zelebriert, wie Cosima Lutz (WELT) schreibt. Beim Teddy Award ist Patchwork angesagt, wie Andreas Conrad und Gunda Bartels (TSP) feststellen.
Wie sieht das Kino der Zukunft aus? Gucken wir Filme nur noch mobil, auf Tablets und Handys? Eine Prognose der Experten, die bei der Berlinale für die Technik sorgen, beschreibt Christiane Peitz (TSP). Der Dramatiker und Autor Moritz Rinke saß während der Berlinale in der Internationalen Jury für den besten Erstlingsfilm; im TSP veröffentlicht er ein Tagebuch.
Preisträger der 62. Berlinale sind
Goldener Bär
CÄSAR MUSS STERBEN von Paolo Taviani und Vittorio Taviani
Silberner Bär - Großer Preis der Jury
JUST THE WIND von Benedek Fliegauf
Silberner Bär - Beste Regie
Christian Petzold für BARBARA (
)
Silberner Bär - Beste Darstellerin
Rachel Mwanza in REBELLE (
) von Kim Nguyen
Silberner Bär - Bester Darsteller
Mikkel Boe Følsgaard in Die Königin und der Leibarzt (
) von Nikolaj Arcel
Silberner Bär - Herausragende Künstlerische Leistung
Lutz Reitemeier für die Kamera in White Deer Plain von Wang Quan'an
Silberner Bär - Bestes Drehbuch
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg für Die Königin und der Leibarzt (
) von Nikolaj Arcel
Silberner Bär - Sonderpreis
SISTER von Ursula Meier
Alfred-Bauer-Preis
TABU von Miguel Gomes
Preis Bester Erstlingsfilm
Kauwboy von Boudewijn Koole (Generation Kplus)
Lobende Erwähnung: Beyond the Hill von Emin Alper (Forum)
Mit ihrer 62. Ausgabe schafft die Berlinale einen tollen Auftritt, lobt Anke Westphal (BLZ): Sie sah ein anspruchsvolles, aber dennoch zugängliches Programm, mit vielen angenehmen Überraschungen und nur wenigen Enttäuschungen. Laut Katja Nicodemus (ZEIT) gab es beim Festival ein Panorama weiblicher Figuren, die sich nicht brechen lassen. Jan Schulz-Ojala (TSP) spekuliert: Pretiose oder Themenwerk, ein Kompromisskadidat oder was aus Deutschland - wer hat Chancen auf die Bären? Ein Problem hat die Berlinale-Jury in diesem Jahr nicht: den Mangel an Alternativen, wie Dominik Kamalzadeh (STANDARD) festhält. Noch viel heterogener als in anderen Jahren hat sich der Wettbewerb präsentiert, bilanziert SENNHAUSER.
Besprochene Filme
BEL AMI (
) von Declan Donnellan und Nick Ormerod
REBELLE (
) von Kim Nguyen
Interviews, Stars und Porträts
SIDE BY SIDE von Keanu Reeves als Produzent und Interviewer und Christopher Kenneally als Regisseur ist ein spannender Film über den Übergang vom Zelluloid- zum Digitalkino. Andreas Resch (TAZ) hat sich mit dem Schauspieler unterhalten. Auf der Berlinale erhält sie den Ehrenbären für ihr Lebenswerk: Die Schauspielerin Meryl Streep spricht mit Katja Nicodemus (ZEIT) über Ängste, den großen Ernst und das Durchhalten im Showbusiness. David Denk (TAZ) porträtiert Robert Pattinson. Andreas Nüsse (TSP) schaut auf den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal, einem Mitglied der Berlinale-Jury.
Sektionen & Reihen
Kirsten Riesselmann (TAZ) berichtet von Ungarns Angst wegen des Films JUST THE WIND. Bei der sonderbaren Diskussion über die Situation der Roma in der ungarischen Botschaft war auch Patrick Wildermann (TSP).
Katja Lüthge (BLZ) war bei einer Diskussion über die Situation in den arabischen Ländern. Das Forum präsentiert Filme aus dem Goldenen Zeitalter des kambodschanischen Kinos; Michael Kienzl (CRITIC) gibt einen Überblick.
Neben ihrem umfangreichen Filmprogramm zeichnet sich die Berlinale auch durch ein flankierendes Angebot von Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen aus; Thomas Groh (PERLENTAUCHER) verweist auf das Werkstattgespräch "Internet, wie haben Sie das gemacht". Der Co-Production Market der Berlinale bringt Verlage und Produzenten zusammen. Einen Ortstermin hat Johannes Schneider (TSP) wahrgenommen.
Teenie-Stars aus zweierlei Welten, interessierten Anke Westphal und Katja Lüthge (BLZ): Andreas Conrad (BLZ) wagt einen Rückblick auf den roten Teppich, der in diesem Jahr oft sehr nass war. Berlinale-Stars glänzen mit Norwegisch-Kenntnissen, Hollywood-Größen haben Schnapsideen, wie Andreas Conrad (TSP) zusammenfasst.
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE, FROMBEYOND sowie FESTIVALBLOG.
Andreas Borcholte (SPIEGEL) will unbedingt über Frauen reden, denn große Filmdiven und tolle, sogar tierische Newcomerinnen dominieren die Berlinale. Die männlichen Berlinale-Stars müssen um Aufmerksamkeit kämpfen, bemerkt auch Andreas Conrad (TSP). Die deutschen Regisseure im Wettbewerb sind gut in Form, wie Jan Schulz-Ojala (TSP) findet. Einen Film, der so leise ist – und doch ein Schrei hat Peter von Becker (TSP) entdeckt. Jörg Gerle (FD) entdeckt ein bisschen Liebe, die freie Wildbahn interessiert Felicia Kleiner (FD).
Besprochene Filme
GNADE (
) von Matthias Glasner
JUST THE WIND von Benedek Fliegauf
DIE KÖNIGIN UND DER LEIBARZT (
) von Nikolaj Arcel
HAYWIRE (
) von Steven Soderbergh
Interviews, Stars und Porträts
Hollywood-Star Keanu Reeves stellt auf der Berlinale seine Produktion SIDE BY SIDE vor und erklärt im Interview mit Peter Beddies (WELT) seine Regie-Ambitionen. Anke Westphal (BLZ) spricht mit ihm über narrative Mittel. Keanu Reeves und der Regisseur Mark Cousins versorgten junge Filmschaffende beim Talent Campus mit Interview-Tipps und Anekdoten, auf die Thomas Klein (BLZ) verweist.
Udo Kier spricht mit Katja Lüthge (BLZ) über seine Nazi-Rolle als Hitler-Nachfolger Kortzfleisch im Publikumsliebling IRON SKY (
). Cristina Nord (TAZ) führt ein Gespräch mit Filmemacher Brillante Mendoza zu seinem Wettbewerbsbeitrag CAPTIVE mit Isabelle Huppert. Enrico Ippolito (TAZ) porträtiert Michael Fassbender.
Mario Montez, Trans-Superstar der ersten Stunde, erhält heute einen Special Teddy Award für sein Lebenswerk. Elmar Kraushaar (BLZ) schaut auf den Warhol’schen Superstar.
Sektionen & Reihen
Ein Berlinale-Schwerpunkt zur arabischen Revolution zeigt Menschen am Rande der Umsturzbewegungen zwischen Kairo, Saana und der West-Sahara - und bietet bewegende Filme, wie Jörg Schöning (SPIEGEL) zusammenfasst. Die ägyptische Journalistin Nora Younis hat in Kairo den Sturz Mubaraks erlebt; auf der Berlinale stellt sie den Dokumentarfilm vor und Henryk M. Broder (WELT) hat ihn sich angeschaut. Auch bei Andreas Fanizadeh (TAZ) standen Filme über die Umwälzungen der ägyptischen Gesellschaft im Mittelpunkt. Starke Frauen und schwache Männer in drei arabischen Filmen hat Thorsten Funke (CRITIC) ausgemacht.
Kirsten Riesselmann (TAZ) hat sich zwei Filme in der Perspektive Deutsches Kino angeschaut, Susanne Messmer (TAZ) im Forum. Auf die Parallelwelt European Film Market schaut Dietmar Kammerer (TAZ).
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE, FROMBEYOND sowie FESTIVALBLOG.
Unterhaltungsfilme haben keine Chance, zur Berlinale eingeladen zu werden – diese Behauptung trifft dieses Jahr nicht zu, meint Harald Jähner (BLZ). Zarte und schwere Kost aus Asien hat Daniel Kothenschulte (BLZ) im Wettbewerb gesehen. Auf die Idee, dass Filmemacher ihr Publikum beleidigen, wenn sie es unterfordert, verweist Cristina Nord (TAZ). Irgendwo liegt der gute Film dann doch begraben auf der Berlinale, meint Christoph Huber (PRESSE). Angesichts einiger Filme mit dem Thema DDR stellt sich Matthias Dell (FREITAG) die Frage: Wie kommt man bloß aus einer Geschichte raus, die keine klassische Ordnung mehr hat? Cornelis Hähnel (SCHNITT) hatte wache Momente.
Besprochene Filme
HAYWIRE (
) von Steven Soderbergh
POSTCARDS FROM THE ZOO von Edwin
WHITE DEER PLAIN von Wang Quan'an
GLÜCK (
) von Doris Dörrie
YOUNG ADULT (
) von Jason Reitman
WAS BLEIBT (
) von Hans-Christian Schmid
TABU (2012) von Miguel Gomes
Interviews, Stars und Porträts
Regisseur Matthias Glasner spricht mit Christiane Peitz (TSP) über Schuld, mutiges Kino, Dreharbeiten bei minus 40 Grad und seinen Wettbewerbsfilm GNADE (
), in dem Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr die Hauptrollen spielen.
In Brillante Mendozas Berlinale-Beitrag CAPTIVE spielt Isabelle Huppert ein Opfer philippinischer Terroristen. Ein Gespräch über Tobsuchtsanfälle führt Peter Beddies (WELT) mit der Schauspielerin. Bei Dreharbeiten letztes Jahr im Jemen veränderte eine Revolution das Drehbuch des Dokumentarfilmers Sean McAllister; Beate Seel (TAZ) hat mit ihm gesprochen.
Die Berlinale ehrt mit Ray Dolby einen Technik-Pionier, dessen Erfindung jedem Kinogänger in den Ohren klingt. Thomas Klein (BLZ) porträtiert den Mann.
Sektionen & Reihen: Retrospektive
Das Studio Meschrabpom schuf in den zwanziger und dreißiger Jahren großartiges Genre-Kino, das Hollywood Paroli bot. Die Retrospektive der Berlinale huldigen nun der "roten Traumfabrik"; Jörg Schöning (SPIEGEL) schaut auf das sowjetische Hollywood.
Sektionen & Reihen: Panorama
Zwei Dokus über Szenegrößen, die im Mainstream ankamen, hat Elmar Kraushaar (BLZ) gesehen. Andreas Busche (TAZ) schaut auf drei "Khmer-Filme", die die Vernichtungswelle von Pol Pots Regime überlebt hatten. Starke Frauen und schwache Männer in drei arabischen Filmen, hat Thorsten Funke (CRITIC) ausgemacht.
Sektionen & Reihen: Forum
Auch wenn der Wettbewerb dieses Jahr zu Recht viel positive Resonanz findet, die kleinen Besonderheiten trifft Marieke Steinhoff (SCHNITT) oftmals jenseits des roten Teppichs im Internationalen Forum des Jungen Films. Das Forum Expanded zeigt avancierte Filmarbeiten, die auf den Krisenkapitalismus reagieren, rekapituliert Simon Rothöhler (TAZ).
Sonstiges
Uli Schmidt ist seit 25 Jahren Vorführer bei der Berlinale – und ein Anhänger des alten Rollenfilms. Mechthild Hennecke (BLZ) porträtiert ihn. Dieter Kosslick setzt sich beim Filmfestival mit Glamour für frisches Grün ein - und viele Promis machen mit, wie Elisabeth Binder (TSP) festhält. Das Haus der Berliner Festspiele wurde für die Berlinale umgebaut; laut Eva Kalwa (TSP) steht selbst eine Popcorn-Maschine für hungrige Filmfans bereit. Thomas Klein (BLZ) war auf der Pressekonferenz zu HAYWIRE (
) von Steven Soderbergh mit Antonio Banderas, Michael Fassbender und Hauptdarstellerin Gina Carano. Sebastian Handke (TSP) hat den Jury-Chef Mike Leigh auf den Talent Campus begleitet. Nana A.T. Rebhan (FILMTABS) blickt auf den European Film Market. Thomas Willmann (ARTECHOCK) und Dunja Bialas (ARTECHOCK) veröffentlichen ihre Notizen zur Berlinale.
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE, FROMBEYOND sowie FESTIVALBLOG.
Im Mittelfeld der Berlinale wird es richtig ernst, jetzt kommen die schwierigen Themen auf die Leinwand, meint Andreas Borcholte (SPIEGEL). Die Möglichkeit der Liebe unter restriktiven Bedingungen steht thematisch im Zentrum dieser Berlinale, stellt Susanne Ostwald (NZZ) fest. Nach der ersten Berlinale-Hälfte kann Felicia Kleiner (FD) bereits attestieren: Von dem kollektiven Unmut, der sich letztes Jahr angesichts des allzu eintönigen Wettbewerbs breit machte, ist dieses Jahr nichts zu merken.
Besprochene Filme
WAS BLEIBT (
) von Hans-Christian Schmid
TABU (2012) von Miguel Gomes
JAYNE MANSFIELD´S CAR (
) von Billy Bob Thornton
IRON SKY (
) von Timo Vuorensola
Interviews, Stars und Porträts
Meryl Streep erhielt den Goldenen Ehrenbären. Im Interview mit Peter Beddies (WELT) spricht sie über Angela Merkel, den Familienmensch Thatcher und Altersdemenz. Daniela Sannwald (TSP) denkt, dass sie mit zunehmendem Alter immer bessere Rollen spielt, sich immer weniger festlegen lässt. Katja Lüthge (BLZ) beschreibt, welche Geschenke die Schauspielerin noch bekommen hat.
Andreas Dresen hat zum zweiten Mal einen jungen CDU-Politiker porträtiert, Herr Wichmann aus der dritten Reihe. Ein Gespräch über die Schwierigkeit, Politik zu filmen, ignorante Bürger und Geschenke der Bundeswehr führt Stefan Reinecke (TAZ).
Mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle hat der Regisseur Brillante Mendoza einen der teuersten philippinischen Filme gedreht. CAPTIVE erzählt von der Geiselnahme im Dos Palmas Resort; Axel Estein (BLZ) hat sich mit dem Filmemacher unterhalten.
Doris Dörrie hat Ferdinand von Schirachs Kurzgeschichte GLÜCK (
) verfilmt. Ein Gespräch über Rotlicht, Romantik und das Universum Berlin führt Gunda Bartels (TSP).
Der österreichische Schauspieler und Filmemacher Peter Kern zeigt im Panorama sein jüngstes Werk GLAUBE, LIEBE, TOD, das er in brandenburgischen Gewässern gedreht hat. Patrick Wildermann (TSP) hat den Exzentriker aus Wien getroffen.
Enrico Ippolito (TAZ) porträtiert Lars Eidinger, den Reflektierten.
Sektionen & Reihen
Filme von Thomas Heise und Romuald Karmakar dokumentieren gesellschaftliche Ausnahmezustände und analysieren die Sprache der Bevormundung, schreibt Christina Bylow (BLZ). Alexandra Seitz (BLZ) schaut auf asiatische Filme im Panorama. Außerdem schaut Alexandra Seitz (BLZ) auf Begegnungen zwischen Vätern und Töchtern. Psychogramme verlorener Helden sah Julian Hanich (TSP) im Forum. Auf iranisches Kino schaut Christiane Peitz (TSP). 20 Kurzfilme aus Taiwan hat Helmut Merker (TSP) gesehen.
Im Workshop beim Talent Campus trainieren junge Filmemacher mit erfahrenen Kameraleuten und Cuttern den Umgang mit neuester Technik. Eine Reportage veröffentlicht David Assmann (TSP).
Sonstiges
Schon zum dritten Mal bat Filmproduzent Nico Hofmann zum Dinner unter dem Motto "Tribute to The Next Generation". Andreas Kurtz (BLZ) war dabei. Die Stars sind an der Berlinale ebenso wichtig wie die Filme, findet Simone Meier (TZ).
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE, FROMBEYOND sowie FESTIVALBLOG.
Berlinale-Bashing ist laut Andreas Borcholte (SPIEGEL) out, spätestens seit am Samstag gleich zwei grandiose Highlights zu sehen waren. Auch Daniel Kothenschulte (BLZ) lobt: Schon reicht der Wettbewerb aus für eine ganze Preisverleihung. In den Wettbewerbsfilmen der ersten Tage geht es auffallend oft um das Gefangensein, entdeckt Andreas Busche (TAZ). Wenn Dominik Kamalzadeh (STANDARD) auf der Berlinale etwas über den Zustand der Welt erfahren will, führt ihn kein Weg an der Tierwelt vorbei. Cornelis Hähnel (SCHNITT) schaut auf Zeitverschiebungen; Marieke Steinhoff (SCHNITT) auf die Macht des Körpers.
Besprochene Filme
JAYNE MANSFIELD´S CAR (
) von Billy Bob Thornton
SISTER von Ursula Meier
METEORA (
) von Spiros Stathoulopoulos
DICTADO (
) von Antonio Chavarrias
BARBARA (
) von Christian Petzold
CAPTIVE von Brillante Mendoza
IRON SKY (
) von Timo Vuorensola
Interviews, Stars und Porträts
Die französische Schauspielerin Juliette Binoche stellt auf der Berlinale ihren neuen Film EIN BESSERES LEBEN vor. Ein Gespräch über Männer und Penisneid führt Thomas Abeltshauser (WELT).
Der schwedische Schauspieler Max von Sydow spricht über seinen neuen Film EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH (
) mit Peter Beddies (WELT) und erklärt, warum er auf der Leinwand nicht lachend zu sehen ist.
Wo immer Angelina Jolie erscheint, zieht sie alle Aufmerksamkeit auf sich - ob bei einem Filmfestival oder in einem Krisengebiet. Martin Scholz (BLZ) hat mit ihr gesprochen.
Weil sie alles kann, erhält Meryl Streep den Berlinale-Ehrenbären, wie Daniela Pogade (BLZ) findet. Barbara Schweizerhof (FREITAG) schreibt das Porträt einer Schauspielerin, die sich nicht auf ihr gutes Aussehen verlassen hat. Die Vielseitige wird auch von Daniela Sannwald (TSP) porträtiert. Allerdings ist der Rahmen für Meryl Streeps Leistung, sprich ihr neuer Film DIE EISERNE LADY (
), zu klein entworfen, bemerkt Anke Westphal (BLZ). In Großbritannien reißt der Thatcher-Film Fans wie Gegner in einen Strudel der Erinnerungen, wie Matthias Thibaut (TSP) herausgefunden hat.
Im Moment hat Lars Eidinger einen guten Lauf. In der Schaubühne ist er Hamlet, auf der Berlinale als Wohlstandsversehrter zu sehen. Weitere Regisseure wollen mit ihm drehen. Nur muss er im Film damit leben, nicht immer im Bild zu sein, wie Patrick Wildermann (TSP) festhält.
Der Regisseur Benoit Jacquot spricht mit Cristina Nord (TAZ) über sein Interesse für Frauenfiguren, goldene Salons und die erotisierende Wirkung von Panik. Sein Film LEB WOHL, MEINE KÖNIGIN (
) lief als als Eröffnungsfilm.
David Denk (TAZ) stellt Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Billy Bob Thornton in einem Porträt vor. Auf der Pressekonferenz zu seinem Film JAYNE MANSFIELD´S CAR (
) erzählt der Regisseur und Schauspieler von seinem Vater; Christian Schröder und Andreas Conrad (TSP) waren dort.
Sonstiges
Von der Gala "Cinema for Peace" berichten Andreas Kurtz (BLZ), Lorenz Maroldt (TSP) und Steven Geyer (BLZ). Neben Angelina Jolie wurde auch der französische Regisseur Luc Besson ausgezeichnet, wie Elisabeth Binder (TSP) festhält.
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE sowie FESTIVALBLOG.
Semidokumentarisches Kino hat Daniel Kothenschulte (BLZ) im Berlinale-Wettbewerb ausgemacht. Katja Nicodemus (ZEIT) entdeckt Filme, die an Geschichte erinnern oder selbst Geschichte sind. Über die Invasion der Mond-Nazis und andere (film)geschichtliche Randnotizen, schreibt Jörg Gerle (FD).
Besprochene Filme
BARBARA (
) von Christian Petzold
CAPTIVE von Brillante Mendoza
IRON SKY (
) von Timo Vuorensola
DIE WAND (
) von Julian Pölsler
Interviews, Stars und Porträts
Angelina Jolie ist der Star der Berlinale und hat die Stadt fest in ihrem Griff, wie Anna Waak (WELT) feststellt und Katja Lüthge (BLZ) bestätigt. Martin Schwickert (ZEIT) spricht mit ihr über politisches Engagement und ihr Verhältnis zu Hollywood. Dietmar Kammerer (TAZ) schaut auf den Star und sein Ensemble.
Deavid Denk (TAZ) porträtiert Isabelle Huppert, die sich Einlassende. Kann man über Homophobie und Nationalismus in Serbien eine Komödie machen? In PARADA versucht es der Regisseur Srdjan Dragojevic, mit dem Doris Akrap (TAZ) spricht.
Sektionen & Reihen: Forum
Gleich drei Dokumentarfilme berichten auf der Berlinale aus Fukushima; Cosima Lutz (WELT) schaut auf die Filme über die Tsunami- und Nuklearkatastrophe. Andrea Seitz (BLZ) begibt sich im Forum auf die Suche nach den Bildern. Gleich zwei Filme, die aus Korea auf die Berlinale eingeladen sind, nutzen den Winter als Metapher, wie Helmut Merker (TAZ) feststellt.
Berlinale & Blogs
Es gibt zahlreiche Blogs und Filmseiten, bei denen die Berlinale Thema ist. film-zeit bittet nachdrücklich um Verständnis, dass nicht alles im Pressespiegel aufgenommen werden kann. Hier einige Verweise: BERLINALE IM DIALOG, FILMDIENST-BLOG, NEGATIV, PERLENTAUCHER, BUTTKICKINGBABES, SOPHIES BERLINALE sowie FESTIVALBLOG.
Von einem Filmfestival zu berichten, ist riskant, findet Andreas Borcholte (SPIEGEL) und will es ganz anders hinkriegen. Alle, die gern nach einem dominierenden Motiv bei der Berlinale suchen, können schon nach drei Tagen einen klaren Trend vermelden: Es geht um Eingesperrtsein, wie Hanns-Georg Rodek (WELT) entdeckt haben will.
Besprochene Filme
BARBARA (
) von Christian Petzold
IRON SKY (
) von Timo Vuorensola
Interviews, Stars und Porträts
Auf der Berlinale zeigt Angelina Jolie ihr Regiedebüt IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY (
). Es spielt im Bosnien-Krieg. Ein Gespräch über drastische Momente führt Rüdiger Sturm (WELT). Mit Arianne Bemmer (TSP) spricht sie über ihre Verantwortung als Hollywoodstar und Filmemacherin. Dabei enthüllt sie, was sie sinnvoll findet - und warum. Vor der Premiere stellte sie sich den Fragen der Journalisten; Christiane Peitz (TSP) war auch dort.
Das ehrgeizige Leinwanddebut IRON SKY (
) ist wegen des polithistorischen Themas und gewisser Provokationen nicht unumstritten. Regisseur Timo Vuorensola gab Markus Kompa (TELEPOLIS) ein Exklusivinterview.
Sektionen & Reihen
Frank Noack (TSP) freut sich über einen fulminant restaurierten Film von Michael Powell. Frédéric Jaeger (CRITIC) schaut auf nepalesisches Kino auf der Berlinale. Felicitas Kleiner (FD) reflektiert über Heldinnen im Wettbewerb.
Sonstiges
Zahlreiche Regisseure und Schauspieler sagen den Berlinale-Termin beim Bundespräsidenten Christian Wulff ab. Jan Schulz-Ojala, Rainer Woratschka und Jost Müller-Neuhof (TSP) kommentieren.
Umbrüche und Revolten sind - im Jahr nach Occupy und Arabischem Frühling - der rote Faden, der sich durch die Berlinale ziehen soll, wie Jörg Schöning (SPIEGEL) festhält. Filme aller Sektionen beschäftigen sich mit Flucht, Zwangsmigration und Menschenhandel, entdeckt David Assmann (TSP). Dominik Kamalzadeh (STANDARD) sah einen Wettbewerbsfilm, der ein Indiz dafür ist, dass die Verantwortlichen bei der Berlinale dieses Jahr mehr riskieren. Das Festival hat noch nicht ganz begonnen und schon hat Jörg Gerle (FD) einen roten Faden gefunden.
Besprochene Filme
EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH (
) von Stephen Daldry
IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY (
) von Angelina Jolie
AUJOURD´HUI von Alain Gomis
DON - THE KING IS BACK (
) von Farhan Akhtar
Interviews, Stars und Porträts
Christian Petzold spricht mit Cristina Nord (TAZ) über Heimweh, Krankenhäuser in der DDR und die Bedeutung von Make-up in BARBARA (
). Ronald Zehrfeld ist der deutsche Kinoschauspieler der Stunde; er spielt eine der Hauptrollen in Christian Petzolds Film. Eine Begegnung mit einem Senkrechtstarter hatte Gunda Bartels (TSP).
Angelina Jolie sprach auf der Berlinale über ihre Regiearbeit und ihr humanitäres Engagement in Bosnien; Martin Scholz (BLZ) hat den Hollywood-Star porträtiert, ebenso wie Ariane Rieger (TSP).
Zwei Jahre nach ihrer Scheidung kehrt Sandra Bullock mit dem 9/11-Film EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH (
) wieder auf die Leinwand zurück. Ein Gespräch über deutsche Wurzeln und Katastrophen führt Peter Beddies (WELT) mit ihr. David Denk (TAZ) schaut auf Max von Sydow. Seine Begegnung mit dem 14-jährigen Jungstar Thomas Horn beschreibt Andreas Conrad (TSP).
Sektionen & Reihen: Forum
Auf Filme aus Ägypten und der Westsahara schaut Christina Bylow (BLZ). Gleich drei Filme aus Japan erzählen von der Reaktion der Gesellschaft auf die atomare Katastrophe von Fukushima; Stefan Reinecke (TAZ) hat sie gesehen. Das Forum Expanded der Berlinale zeigt Experimentalfilme von Künstlern, titelt Birgit Rieger (TSP). Das Forum präsentiert drei Melodramen des Japaners Kawashima Yuzo, auf die Helmut Merker (TSP) verweist. Das Forum enthüllt einen weiteren blinden Fleck der Filmgeschichte; über die Schlaglichter auf ein großes Gesamtwerk schreibt Michael Kienzl (CRITIC).
Sektionen & Reihen: Perspektive Deutsches Kino
Julian Weber (TAZ) sah Filme, die sich mit der Übertragung von US-Kulturgut ins Deutsche beschäftigen. Auch Torsten Körner (TSP) rezensiert einen von ihnen.
Berlinale & Blogs
Beim FREITAG gibt es einen Berlinale-Blog. In einem Tagebuch beschreiben Rochus Wolff (BUTTKICKINGSBABES) und Sophie (SOPHIESBERLINALE) ebenfalls ihre Erlebnisse auf der Berlinale.
Sonstiges
Das Festival kommt jetzt in die Bezirke; auch das Team vom Kino Toni in Weißensee rollt den Teppich aus, wie Gunda Bartels (TSP) beschreibt. Mit einem Warnstreik wollte die Gewerkschaft Verdi den Betrieb unter anderem im Cinemaxx am Potsdamer Platz beeinträchtigen. Bis dato konnte das Kino seinen Betrieb aber aufrecht erhalten. Jan Oberländer und Johannes Schneider (TSP) berichten.
Der Eröffnungsfilm der Berlinale LEB WOHL, MEINE KÖNIGIN (
) sagt laut Hanns-Georg Rodek (WELT) im historischen Gewand viel über unsere Gegenwart. Auch Peter Uehling (BLZ) beleuchtet die aktuellen Stimmungen, von denen der Film geprägt ist. Statt auf Ausstattung und Pomp setzt das französische Historiendrama auf kluge Reduktion, meint Dominik Kamalzadeh (STANDARD). Der Historienstreifen gefällt sich mit blinkenden Oberflächen und schminkt sich die vage politische Botschaft bloß über, meint dagegen Jan Schulz-Ojala (TSP). Diedrich Diedrichsen (TAZ) sah viel duftige Mädchen- und Frauenhaut.
Das weltgrößte Publikumsfilmfest hat ein viel grundlegenderes Problem. Ihm fehlen, von Ausnahmen wie Angelina Jolie abgesehen, zunehmend die zugkräftigen Hollywood-Stars, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) bemerkt. Auf die Eröffnungsveranstaltung schaut Andreas Conrad (TSP).
Besprochene Filme
LEB WOHL, MEINE KÖNIGIN (
) von Benoit Jacquot
Interviews, Stars und Porträts
Nina Hoss kennt die Berlinale; auch 2012 ist sie dabei mit BARBARA (
) von ihrem Lieblingsregisseur Christian Petzold vor. Peter Zander (WELT) sprach mit ihr über die Angst vor dem Blondinen-Klischee. Kann ein Filmemacher Tiere ohne Projektionen filmen? Der kanadische Filmemacher Denis Côté versucht es und Kira Taszman (TAZ) hat mit ihm gesprochen. Enrioc Ippolito (TAZ) schaut auf Léa Seydoux. Moritz von Uslar (ZEIT) hat 99 Fragen an Diane Kruger.
Dirk Knipphals (TAZ) war bei der Vorstellung der Jury, einer der obligatorischen Starttermine jeder Berlinale. Auch Christiane Peitz (TSP) war dort.
Sektionen & Reihen: Forum
Im Forum kann der Zuschauer dieses Jahr den Regisseur Kawashima Yuzo kennenlernen; er ist berühmt für Tragikomödien und Satiren, wie Detlef Kuhlbrodt (TAZ) schreibt. Elena Meilicke (PERLENTAUCHER) schaut auf seine filmische Kartierung des Nachkriegsjapans. Dokumentation und Fiktion mischen sich bei Ruth Mader und Calle Overweg, hält Andreas Resch (TAZ) fest. Zum Auftakt haben Lukas Foerster und Frédéric Jaeger (CRITIC) mit Forums-Leiter Christoph Terhechte über das aktuelle Programm gesprochen und sich erklären lassen, wie das Forum auf Filmsuche geht.
Sektionen & Reihen: Panorama
Auf Dokus zur Arabellion verweist Claudia Lenssen (TSP): Dort gibt es Reporter, Polizisten und eine Marienerscheinung.
Sektionen & Reihen: Perspektive Deutsches Kino
Die Spielfilme der Perspektive Deutsches Kino feiern die Langsamkeit – die Dokumentationen machen Tempo. Jan Oberländer (TSP) schreibt über spektakuläre Originalaufnahmen, höchst sympathische Protagonisten, wunderbar melancholische Animationen.
Sektionen & Reihen: Retrospektive
Jörg Becker (NZZ) schaut auf deutsch-russische Filmunternehmungen, in der politischer Auftrag und filmisches Erzählen, gesellschaftliche Verantwortung und massenwirksame Unterhaltung eine Symbiose eingingen.
Sonstiges
Die Beiträge der Kurzfilmreihe Berlinale Shorts feiern das filmische Experiment - auch mit einem posthumen Werk von Christoph Schlingensief, erwähnt Johannes Schneider (TSP). Harald Martenstein (TSP) schaut auf Klaus Lemke, einer der letzten echten Autorenfilmer, und definitiv einer der letzten Cowboys. Auch Thomas Groh (PERLENTAUCHER) schaut auf den sonnengebräunten Hintern des Klaus Lemke.
Heute beginnt die 62. Berlinale.
Das Festival Cannes hat die Sonne, das Filmfestival Venedig die Stars: Die Berlinale hat in globaler Perspektive immer schlechtere Karten – trotz seines immensen Erfolgs, wie Hanns-Georg Rodek (WELT) schreibt. Es gibt vielversprechende Beiträge, laut Cristina Nord (TAZ) und die Berlinale könnten das oftmals verkündete Politische endlich einlösen. Nach dem enttäuschenden Jahrgang 2011 muss Festivaldirektor Dieter Kosslick Boden gutmachen, wie Susanne Ostwald (NZZ) findet. Lukas Foerster (PERLENTAUCHER) bietet einen Ausblick aufs Programm. Doris Dörrie, Berliner Geld und die bayerische Mafia interessieren Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK) in seinem Berlinale-Tagebuch. Auch Rochus Wolff (BUTTKICKINGBABES) verweist in einem solchen auf den ersten Tag, ebenso wie
Besprochene Filme
INDIGNADOS (
) von Tony Gatlif
Interviews, Stars und Porträts
Die Schauspielerin Charlotte Gainsbourg gehört zur neunköpfigen Jury des Festivals. Jan Schulz-Ojala (TSP) schreibt über einen Besuch in Paris und ein Gespräch über die Kunst des Urteilens. Thelma Schoonmaker ist die berühmteste Cutterin der Welt, hat drei Oscars gewonnen und arbeitet seit vier Jahrzehnten mit Martin Scorsese zusammen. Zur Berlinale bringt sie ein Juwel der Filmgeschichte mit, wie Katja Nicodemus (ZEIT) herausgefunden hat. Beim Berlinale-Fokus "Arabischer Frühling" werden die besten aktuellen Filme aus der Region vorgestellt: Mutige Streifen von jungen Regisseuren. Doch neu ist die Bewegung des Unabhängigen Kinos in der arabischen Welt nicht, wie Julia Gerlach (BLZ) von Hala Galal, 45jährige ägyptische Regisseurin und Gründerin des Verbandes unabhängiger Filmemacher, erfährt. Max Hubacher wird bei der Berlinale als "Shooting Star" ausgezeichnet. Für den 18-jährigen Berner kein Grund, überheblich zu werden, wie Hanna Jordi (TZ) behauptet. Enrico Ippolito (TAZ) porträtiert Meryl Streep, die mit einer Hommage und dem Ehrenbären prämiert wird. Panorama-Chef Wieland Speck spricht im Interview mit Claudia Palma und Tiziana Zugaro (FESTIVALBLOG) über den Arabischen Frühling, Schwulenfilme im Panorama und die Zukunft des Festivals. Klaus Lemke hat einen neuen Film gedreht: BERLIN FÜR HELDEN (
). Die Berlinale hat ihn verschmäht, das nervt den Filmemacher, wie Florian Merkel (TAZ) im Gespräch erfährt. Ein Star ist - laut Andreas Conrad (TSP) - immer dabei, obwohl er nur in einigen Streifen mitspielt: Berlin.
Sektionen & Reihen: Retrospektive
Von großen Filmerfolgen, ideologischen Missverständnissen, von Utopien und von erstaunlicher Blindheit erzählt die Retrospektive der Berlinale, resümiert Oksana Bulgakowa (TAZ): "Die Rote Traumfabrik" widmet sich dem deutsch-sowjetischen Studio Meshrabpom-Film. Auf die Hutmacher der Revolution schaut auch Kerstin Decker (TSP).
Sektionen & Reihen: Forum
In allen Sektionen, vor allem im Forum, fragen Filme: Wie wollen wir leben? Und wie halten wir es mit den Entwürfen der Eltern? Auf alte Ideale und neue Schulden schaut Christiane Peitz (TSP).
Sektionen & Reihen: Generation
Susanne Nieder (TSP) verweist auf den Optimismus für Kinder in schweren Zeiten. David Assmann (TSP) schreibt über Herausforderungen für die Jugend. Einen Ausblick auf das Kinder- und Jugendprogramm liefert José García (TEXTEZUMFILM).
Sonstiges
Nicht nur internationale Stars und Glamour bringt die 62. Berlinale nach Berlin, sondern auch Geld. Viel Geld, wie die Investitionsbank Berlin (IBB) jetzt errechnet hat und Anna-Sophie Sieben (TSP) auflistet. Am 12. Februar wird die Filmfabrik in Babelsberg 100 Jahre alt, ein guter Anlass, die hellen und die düsteren Momente ihrer Filmgeschichte Revue passieren zu lassen. Das Festival ehrt Babelsberg mit einer Sonderreihe, auf die Sabine Schicketanz (TSP) schaut.
Am Donnerstag beginnen die 62. Berlinale. Seit Jahren schon wetteifern die großen Festivals um Stars und Renommee. Wo steht Berlin im Vergleich zu Cannes und Venedig? Die Frage beantwortet Jan Schulz-Ojala (TSP). von Frédéric Jaeger, Michael Kienzl und Nino Klingler (CRITIC) gibt es einige Filmempfehlungen für Forum, Forum Expanded und Panorama. FILMTOGO verweist auf den Berlinale Talent Campus.
Wie bereits 2011 wird mit einer Plakataktion an das Schicksal von Jafar Panahi erinnert, wie die Initiative Friedensfilmpreis der Berlinale mitteilte. Der TZ meldet die Nachricht.
Die Berlinale naht: In dem Film CAPTIVE ist Isabelle Huppert als entführte Missionarin zu sehen. Ein Gespräch mit der Schauspielerin über starke Frauen, die Berlinale und die besten Regisseure führt Andrea D’Addio (WELT). In diesem Jahr ist der deutsche Film im Wettbewerb der Berlinale mit drei Filmen vertreten: GNADE (
) von Matthias Glasner, BARBARA (
) von Christian Petzold und WAS BLEIBT (
) von Hans-Christian Schmid. Alle drei stellen in diesem Jahr bereits ihren fünften Film auf der Berlinale vor. Peter Zander (WELT) hat sie an einen Tisch gebracht.
Mike Leighs Filme erzählen vom Alltag einfacher Leute, die sich wehren gegen soziale Ausgrenzung und kulturelle Tabus. Der englische Regisseur ist in diesem Jahr Präsident der Berlinale-Jury. Ein Porträt hat Daniel Kothenschulte (BLZ) geschrieben.
Klaus Lemke ist der unerschrockenste Filmemacher, den der deutsche Film je gesehen hat. Silke Burmester (SPIEGEL) ist deswegen ganz verknallt in ihn. Seiner Aufforderung, der Berlinale den nackten Hintern zu zeigen, will sie trotz sibirischer Temperaturen bedenkenlos nachkommen.
Die Stars werden ab Donnerstag bei der Berlinale über den roten Teppich schreiten, aber nur wenige Schauspieler schaffen es bis dahin, behauptet Patrick Wildermann (TSP). Elena Senft (TSP) betrachtet ganz nüchtern die Berlinale und Alkohol. Berlinale-Chef Dieter Kosslick stellt im TSP seine appetitliche Weltanschauung vor: von A wie Amerika bis Z wie Ziege. Außerdem erinnert er sich in der BLZ, wie eines Tages der Appetit über ihn kam.
Am heutigen Montag beginnt der Kartenvorkauf für die Donnerstag startende Berlinale, wie Ewa Kalwa (TSP) schreibt.
Die Berlinale ist laut Peter Zander (WELT) politischer denn je und wartet mit vielen Stars auf: Angelina Jolie, Robert Pattinson und Meryl Streep kommen. Katja Nicodemus (ZEIT) spricht mit Festivalleiter Dieter Kosslick. Hier erzählt er, wie die Jagd auf Filme und Stars funktioniert, was er von verdienter und unverdienter Kritik hält und wohin die Berlinale mit ihm steuert.
Der Wettbewerb der kommenden Berlinale steht fest. Eine Gewinnerin ist schon bekannt - die Regisseurin Ulrike Ottinger wird mit dem schwul-lesbischen Filmpreis Teddy geehrt. Um Aufbrüche und Umrüche soll es gehen, doch manche Dinge verändern sich eben nicht, wie zum Beispiel laut Katja Lüthge (BLZ) die Art und Weise der alljährlichen Vorstellung des Festivals. Achtzehn Weltpremieren kündigte Dieter Kosslick dieses Jahr an, wie Andreas Busche (TAZ) festhält. Der Festivalchef Dieter Kosslick spricht mit Christiane Peitz (TSP) über Aufbrüche und Anbauten – und das Oscar-Problem.
Über das Programm berichten der SPIEGEL und die PRESSE sowie der FESTIVALBLOG. Im TSP gibt es mehrere Artikel zu den einzelnen Sektionen und Bereichen (allgemein, Talent Campus, Berlinale Extrem, Jury, Panorama, Forum, Ehrenbär, Retrospektive).
Auf der 62. Berlinale wird am 10. Februar im Friedrichstadtpalast die Premiere einer rekonstruierten Fassung von Sergej M. Eisensteins Klassiker OKTOBER aus dem Jahr 1928 gefeiert. Der STANDARD ist begeistert. Beim FESTIVALBLOG läuft bereits der Berlinale-Countdown.
Drei deutsche Regisseure geben sich die Ehre beim diesjährigen Wettbewerb der Berlinale: Sowohl Hans-Christian Schmid und Christian Petzold als auch Matthias Glasner zeigen ihre neuen Filme als Weltpremieren in Berlin. Das Regie-Debüt von Angelina Jolie wird in einem Special gezeigt.
Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie der TSP und RAY. CARGO spricht von einem Wunder; FESTIVALBLOG findet die Filme des Wettbewerbs vielversprechend.
Außerdem sicht der TSP eine Leserjury fürs Berlinale-Forum.
Die Berlinale startet historisch: Das französische Revolutionsdrama Les Adieux à la Reine eröffnet die diesjährigen Berliner Filmfestspiele. Als Königin Marie Antoinette ist Hollywoodstar Diane Kruger zu sehen. Der SPIEGEL berichtet. Die Retrospektive der bevorstehenden Berlinale, "Die rote Traumfabrik", erinnert an die 1921 gegründete Produktionsgesellschaft Meschrabpom, wie Frank Noack (TSP) festhält.
Bei der diesjährigen Berlinale wird die US-Amerikanerin Meryl Streep mit dem Ehrenbären ausgezeichnet. Der SPIEGEL meldet die Nachricht, ebenso wie in der BLZ, der STANDARD und der TZ.
Am 9. Februar beginnen die 62. Berliner Filmfestspiele. Trotz anhaltender Kritik an der programmatischen Ausrichtung wurde der Vertrag von Festivalchef Dieter Kosslick nun bis 2016 verlängert. Dieter Oßwald (STANDARD) sprach mit ihm über die Krise und Kommunikation in den Vorjahren und darüber, was sind die thematischen Schwerpunkte der Berlinale 2012 sind.
Das Programm der Berlinale 2012 nimmt Gestalt an. Drei Wettbewerbsfilme wurden angekündigt, unter anderem von Brillante Mendoza und Antonio Chavarrias. Hollywood-Stars wie Tom Hanks, Sandra Bullock und Christian Bale werden außer Konkurrenz und Bollywood-Star Shah Rukh Khan im Berlinale Special zu sehen sein. Andreas Conrad (TSP) freut sich besonders auf den Bollywood-Star. Der SPIEGEL berichtet, ebenso wie der STANDARD.