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Berlin: Internationale Filmfestspiele - 2010

Berlin: Internationale Filmfestspiele - 2010

Presse

Dienstag, den 23. Februar 2010 

In den Berlinale-Beiträgen wurde gelitten, gefoltert und geschändet. Pessimismus paarte sich mit mangelnder Ästhetik und freudlosem Sex. Das Lebensbejahende, Zauberhafte, Lustvolle fehlte in diesem Wettbewerb, wie Holger Kreitling (WELT) resümmiert.

Montag, den 22. Februar 2010 

Allerorten wird die 60. Berlinale bilanziert. Das Filmfest selbst regeneriert sich jedes Jahr wunderhaft aufs Neue; der Wettbewerb aber gleicht immer mehr einem Festival des gescheiterten Films, wie Christine Fischer (FREITAG) schreibt. Der Wettbewerb fiel enttäuschend für Dominik Kamalzadeh (STANDARD) aus. Dieter Kosslick ist ein Pragmatiker, ein gut gelaunter Macher, der das Festival ungemein belebt habt, aber mit seiner Wettbewerbspolitik ist er in einer Sackgasse angelangt, kritisiert Michael Althen (FAZ): Filmgeschichte passiert woanders. Um mit den Worten des Festivalchefs zu sprechen: Die Berlinale war cool, aber dieses modische Wort passt nicht zu der Kompromissveranstaltung, die die Berlinale mittlerweile geworden ist, findet Anke Westphal (BLZ). Der Anspruch eines "politischen" Festivals blieb uneingelöst für Markus Keuschnigg (PRESSE). Das Belanglose überwog das Anregende, resümmiert Cristina Nord (TAZ). Peter Zander (WELT) sah starke Beiträge, große Entdeckungen, wichtige Themen ... und doch war es keine ganz runde Sache. Die Berlinale schafft sich als Festival von Rang zunehmend selber ab, kritisiert Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK). Die internationale Kritik zeigte sich überwiegend enttäuscht vom Zustand insbesondere des deutschen Kinos, wie Daniel Kothenschulte (FR) feststellt. Es war das Festival der Finsternis, behauptet Carolin Ströbele (ZEIT). Die 60. Berlinale geht mit leisen Weltkino-Entdeckungen und einem irritierenden Regie-Bären zu Ende, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) bilanziert. Das Beste kam für Sascha Keilholz (CRITIC) zum Schluß.

Semih Kaplanoglu ist der Gewinner des Goldenen Bären. Der sanfte, zurückhaltende Mann versteht es, Zeichen zu lesen, wie Daniela Sannwald (TSP) in einem Porträt festhält. Der Regisseur spricht mit Daniela Sannwald (TSP) über seinen Berlinale-Sieg, Naturschutz, Wasserkraftwerke und seinen nächsten Film. Die geehrten Filme sind ein deutlicher Hinweis auf die ästhetische Handschrift Werner Herzogs, der in seinen eigenen Filmen immer eine Art spezieller Naturfilmer geblieben ist, wie Gunnar Decker (ND) feststellt. Die Jury hat aus einem Programm mit ausserordentlichem Qualitätsgefälle aber bei weitem nicht nur das Beste honoriert, wie Christoph Egger (NZZ) findet.

Trauer, Missbrauch und Sucht: Die skandinavischen Filme auf der Berlinale zeichnen ein düsteres Bild der Familie, wie Andrea Hünniger (ZEIT) zusammenfasst. Maike Schultz (BLZ) verweist auf den Teddy-Award. Werner Schroeter wurde auf der Berlinale fürs Lebenswerk geehrt; Hans-Dieter Schütt (ND) schaut auf den Filmemacher. Die Preisträger blieben in ihren Danksagungen meist maßvoll, wie Andreas Conrad (TSP) findet.

Christiane Peitz (TSP) nennt Zahlen und freut sich über die Rekord-Berlinale. Johanna Straub (SPIEGEL) schaut auf die Tiere der Berlinale.

Sonntag, den 21. Februar 2010 

Die Bären sind vergeben. Den Goldenen Bär hat HONEY (2010) von Semih Kaplanoglu erhalten; der Regie-Bär ging an Roman Polanski und der Große Preis der Jury ging an IF I WANT TO WHISTLE, I WHISTLE.
Weitere Preisträger der 60. Berlinale, die Gewinner der Goldenen Bären, der Gläsernen Bären und der Ehrenbären können unter Berlinale & Preise eingesehen werden.

Die stärksten Filme dieser 60. Berlinale sind die stillsten – und die Jury beweist dafür ein sicheres Gespür, behauptet Jan Schulz-Ojala (TSP). Drei große Themen prägten die Berlinale: Einsamkeit, Familie und Islam; die Bilanz eines durchwachsenen Jahrgangs zieht Jan Schulz-Ojala (TSP). Was uns die 60. Berlinale lehrte, erklären uns Harald Peters und Elmar Krekeler (WELT): Warum einsame Männer rauchen, Kinder im Kino gefährdet sind und dysfunktionale Familien plötzlich funktionieren. Der Kreis schließt sich: Am Ende kehrt das Festival nach Asien zurück, und auch zur guten Küche, wie Christina Tillmann (TSP) findet.

Die Preisträger werden allerorten genannt, unter anderem im SPIEGEL, die FAZ, die SZ, die WELT, der TSP, die ZEIT, der TZ, der STANDARD, die PRESSE und die FR. BERLINALEIMDIALOG nennt die Gewinner des Preis "Dialogue en perspective" des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

Berlinale-Interviews & Porträts
Cornelia Froboess gehört zu denjenigen, die über die Vergabe der Goldenen und Silbernen Bären entscheidet. Dafür muss sich die Berliner Schauspielerin drei Filme pro Tag anschauen. Peter Zander (WELT) sprach mit ihr über Ermüdungserscheinungen und das Gefühl zu verblöden.

Sonstiges
Viele Filme, die auf der Berlinale ihre internationale oder gar Weltpremiere hatten, starten bald regulär, wie der TSP weiß. Was von der Berlinale übrig bleibt, schreibt der TSP auf.

Samstag, den 20. Februar 2010 

Die Bären sind vergeben. Den Goldenen Bär hat HONEY (2010) von Semih Kaplanoglu erhalten.
Weitere Preisträger der 60. Berlinale gibt es bereits. Gewinner der Goldenen Bären, der Gläsernen Bären und der Ehrenbären können unter Berlinale & Preise eingesehen werden.

Die Berlinale in ganz naher Zukunft: eine Utopie des perfekten Festivals entwerfen Anke Westphal, Carmen Böker und Jens Balzer (BLZ). Noch ist unklar, ob die 60. Berlinale am Ende zu den besten Filmfestspielen aller Zeiten ernannt werden kann. Die dreckigsten sind sie für Lars-Olav Beier (SPIEGEL) ohne jeden Zweifel. Der Berlinale-Wettbewerb bewegt sich schnurstracks in den Abgrund, bilanziert Ekkehard Knörer (PERLENTAUCHER). Das Autorenkino präsentierte an der 60. Berlinale traurige Männergestalten. Die tröstliche Botschaft: Um die Frauen ist es besser bestellt, wie Florian Keller (TZ) behauptet. Hanns-Georg Rodek (WELT) hat eine bösartige Definition für die Berlinale: Sie ist die Veranstaltung, bei der am Potsdamer Platz viele leicht bekleidete Prominente im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich lächeln und am Ende ein Film gewinnt, der gar nicht über den Teppich lief und auch im Eckkino nie laufen wird - er revidiert dies allerdings gleich. Der TSP hat zwei klare Favoriten für den Goldenen Bären; außerdem hat der TSP magische Momente des Festivals aufgeschrieben.

Besprochene Filme
THE KILLER INSIDE ME von Michael Winterbottom
A FAMILY von Pernille Fischer Christensen
PUZZLE von Natalia Smirnoff
MAMMUTH (MAMMUTH Trailer) von Benoît Delépine und Gustave de Kervern
Alle anderen Filme unter Berlinale

Berlinale-Interviews & Porträts
Ein Gespräch mit der Regisseurin Jasmila Zbanic über ihren Wettbewerbs-Film ON THE PATH, über bosnische Eigenarten der Problembewältigung und die Rolle der Wahhabiten führt Ines Kappert (TAZ). Dominik Graf soricht mit Rüdiger Suchsland (BLZ) über alte Filme und sein neues Mafia-Epos "Im Angesicht des Verbrechens". Erstaunlich findet Ekkehard Knörer (TAZ) die TV-Serie. Yoji Yamada, Regisseur des Abschlussfilms ABOUT HER BROTHER, erhält die Berlinale-Kamera; Sebastian Handke (TSP) ist ihm begegnet. Charlotte Noblet (ND) unterhält sich mit Olivier Ducastel und Jacques Martineau, Regisseure von FAMILY TREE, der im heute im Panorama der Berlinale Premiere hat.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Das Panorama der Berlinale zeigt Familienmodelle jenseits heterosexueller Dogmen. Klar wird dabei auch: Drei-Tage-Bart und Babybauch müssen sich nicht ausschließen, wie Jenni Zylka (SPIEGEL) entdeckt hat. James Benning, Heinz Emigholz, Christoph Schlingensief - das Programm der Reihe Forum Expanded stellt Brigitte Werneburg (TAZ) vor. Andreas Resch (TAZ) sah zwei Forumsfilme, die Menschen am Rand der US-amerikanischen Gesellschaft zeigen.

Berlinale in Blogs
Der New Yorker Jake Yuzna feierte mit seinem Erstling OPEN auf der diesjährigen Berlinale Premiere; Mara Klein (BID) hat mit ihm gesprochen. Steffen Wagner (FESTIVALBLOG) unterhält sich mit Anna de Paoli und Linus de Paoli über die Entstehung der post-apokalyptischen Vater-Sohn-Geschichte The Boy Who wouldn't Kill und ihre nächsten Pläne. Über Engel, Folterknechte, Gangster und Vegetarier sowie Oskar Roehlers Sittenbild des Faschismus schreibt Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK). Skurriles aus Taiwan, Frankreich, Japan, hat Harald Mühlbeyer (EPD) gesehen. Ekkehard Knörer (CARGO) vergibt Punkte für die Wettbewerbsfilme. Verkrampfte Posen und Problemgespräche in der Spätzleküche, erlebte Jan Kedves (TAZ) am 10. Tag. Filme können an zu viel Ehrgeiz genauso scheitern wie an zu wenig, philosophiert Harald Martenstein (TSP) in seinem Berlinale-Tagebuch.

Sonstiges
Karl Baumgartner (TSP) veröffentlicht die Ansichten eines Produzenten: Warum Filme Festivals brauchen. New York wurde auch durch Filme zum Mythos; Berlin ist auf dem besten Weg dorthin. Ein Film, der bei der nächsten oder spätestens der übernächsten Berlinale Furore machen könnte, ist gerade im Entstehen, wie der TSP berichtet. Die goldenen und silbernen Bären sind begehrt. Aber wer produziert sie? Und aus welchem Material sind sie? Ein Blick auf die Bären-Herstellung wirft Ulrich Günther (FAZ).

Freitag, den 19. Februar 2010 

Der deutsche Wettbewerbsfilm von Oskar Roehler wurde ausgebuht. Die TZ, die PRESSE und die FR berichten. Das Filmteam sprach mit Christiane Peitz (TSP) über die Hybris der Branche und die Moral des Schauspielers. Oskar Roehler erzählt Elke Vogel (FR) die Entstehungsgeschichte des berüchtigten Nazi-Propagandafilms von Veit Harlan. Über den JUD SÜß-Forscher Friedrich Knilli und seine seltsamen Erfahrungen mit Regisseur Oskar Roehler schreibt Angelika Kettelhack (ND).

Gefallsucht ist eine mörderische Charakterschwäche, diese Botschaft ist bei einem immer eifrig um Zuwendung buhlenden Glitzerfestival wie der Berlinale natürlich der Hammer, wie Wolfgang Höbel (SPIEGEL) schreibt. Katja Nicodemus (ZEIT) bilanziert schon mal ein Festival aus Wahn und Schnee. Regine Sylvester (FR) erinnert sich an damals: Die Berlinale, die Mauer und der Osten.

Besprochene Filme
JUD SÜß - FILM OHNE GEWISSEN (JUD SÜß - FILM OHNE GEWISSEN Trailer) von Oskar Roehler
ON THE PATH von Jasmila Zbanic
HOW I ENDED THIS SUMMER (HOW I ENDED THIS SUMMER Trailer) von Alexej Popogrebskij
EINE FLEXIBLE FRAU (EINE FLEXIBLE FRAU Trailer) von Tatjana Turanskyj

Berlinale-Interviews & Porträts
Tatjana Turanskyjs Film EINE FLEXIBLE FRAU (EINE FLEXIBLE FRAU Trailer) erzählt von einer arbeitslosen Architektin. Im Interview mit Carolin Ströbele (ZEIT) spricht die Regisseurin über das moderne Arbeiterprekariat und konservativen Feminismus. Abu Jandal war Leibwächter Ussama Bin Ladens und ist die Hauptfigur in THE OATH; ein Gespräch mit Regisseurin Laura Poitras führt (TAZ). Er spielt Mafioso, Dichter, Liebhaber: Ein Treffen mit dem Darsteller Misel Maticevic hatte Markus Ehrenberg (TSP).

Berlinale-Reihen & Sektionen
Über die Hommage an den japanischen Altmeister Shimazu Yasujiro schreibt Detlef Kuhlbrodt (TAZ). Es gibt viele gute alte Filme auf der Berlinale, früher habe ich mich oft tagelang in der Retrospektive versteckt, verrät Diedrich Diedrichsen (TAZ). Die argentinischen Filme der Berlinale beschränken sich auf die Darstellung von Depression und Rebellion mit Lockenwicklern, kritisiert Andreas Fanizadeh (TAZ). Die heutige Gala zum Teddy-Award ist eine Hommage an Rio Reiser – den Schauspieler, weiß Jan Oberländer (TSP) zu berichten.

Berlinale in Blogs
SENNHAUSER hat den Hotelzimmerblues. aum sind alle Kritiken geschrieben, fängt der Hals an zu kratzen, meint auch Silvia Hallensleben (EPD). Jan Kedves (TAZ) beschreibt seinen 9. Tag. Auf BERLINALE IM DIALOG gibt es zahlreiche neue Texte. ES gibt ihn, den muslimischen Film, behauptet RATIONALGALERIE.

Sonstiges
Im Berlinale-Kindergarten geben Filmfans ihren Nachwuchs ab; Cate Blanchett war auch schon da, wie Katja Reimann (TSP) berichtet. Heute endet der European Film Market – Michael Weber hat hier gute Geschäfte gemacht, weiß Jan Oberländer (TSP).

Donnerstag, den 18. Februar 2010 

Der Jäger ist eine alte Figur des politischen Films, stellt Andreas Kilb (FAZ) lakonisch fest. Ein depressiver Komiker, ein invalides Sexmonster und ein sanftmütiger Mörder: Seltsame Helden hat Florian Keller (TZ) im Wettbewerb der Berlinale ausgemacht.

Besprochene Filme
SHAHADA (SHAHADA Trailer) von Burhan Qurbani
THE KIDS ARE ALRIGHT von Lisa Cholodenko

Die ersten Bären sind vergeben: Der schwedische Regisseur Ruben Östlund erhielt ihn für seinen Kurzfilm über einen Bankraub. Der SPIEGEL freut sich für ihn. Ein Video-Interview mit dem Preisträger gibt es bei BERLINALE IM DIALOG.

Berlinale-Interviews & Porträts
Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase erhält den Ehrenbären. Er weiß, wann ein Satz leuchtet, und kennt den Feind des klaren Gedankens, wie Martina Knoben (SZ) in einem Interview erfährt. Eine Hommage an den Drehbuchautor schreibt Regisseur Andreas Dresen in der ZEIT. Hannah Schygulla ist eine der grossen deutschen Diven. Die Berlinale ehrt sie ebenfalls mit einem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk; Peter Claus (TZ) porträtiert sie. Christian Schröder (TSP) schreibt eine Hommage für sie. Es wartet noch einiges auf sie, meint die Schauspielerin im Gespräch mit Marc Hairapetian (FR).

Oskar Roehler spricht mit Ralf Schenk (BLZ) über seinen Film JUD SÜß - FILM OHNE GEWISSEN (JUD SÜß - FILM OHNE GEWISSEN Trailer). Vor der Premiere im Internationalen Wettbewerb schreibt Frank Noack (TSP) darüber, warum Veit Harlans Hetzfilm JUD SÜß von 1940 zum Massenerfolg wurde. Der Filmhistoriker Horst Knilli kritisiert die Verfilmung, weil sie die Fakten verfälschen würde, wie die PRESSE mitteilt.

Kyra Scheurer (SCHNITT) spricht mit dem Anna Brüggemann und Dietrich Brüggemann über das Basteln an der Kreativfamilie. Ihr Film RENN, WENN DU KANNST (RENN, WENN DU KANNST Trailer) lief in der Perspektive. Ein Gespräch mit dem japanischen Regisseur Wakamatsu Koji über seinen Wettbewerbsfilm CATERPILLAR und die Leugnung von Kriegsverbrechen in Japan führt Cristina Nord (TAZ). Regisseurin Jasmila Zbanic unterhält sich mit (TSP) über Burkas in Bosnien und ihren neuen Film ON THE PATH.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Auf der Berlinale zeigen junge Regisseure, was in den kommenden Jahren vom deutschen Kino zu erwarten ist. Die Auswahl der Filme ist ein Glücksfall, wie Andrea Hünniger (ZEIT) schreibt.

Berlinale in Blogs
Jan Kedves (TAZ) vervollständigt sein Berlinale-Tagebuch mit Tag 8. Harald Martenstein (TSP) schreibt über Muslime. Sascha Keilholz, Nino Klingler und Maurice Lahde (CRITIC) beschreiben ihren 7. Berlinale-Tag. Über die waagerechte Leinwand gibt es etwas bei SENNHAUSER zu lesen.

Sonstiges
Diedrich Diedrichsen (TAZ) beschäftigt sich mit der willkürlichen Porentiefe.

Mittwoch, den 17. Februar 2010 

Was der Krieg vom Menschen übrig lässt, hat Andreas Platthaus (FAZ) im Wettbewerb erfahren. Essen, Sex und Knäste sind die Grundmotive dieser Berlinale, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) behauptet. Mit ihren neuen Filmen ORLY (ORLY Trailer), IM SCHATTEN (IM SCHATTEN Trailer) und DER RÄUBER (2010) (DER RÄUBER (2010) Trailer) sorgen drei deutschen Regisseure bei der Berlinale für Aufsehen: Angela Schanelec, Thomas Arslan und Benjamin Heisenberg verbindet die Neigung zum französischen Kino und die Vorliebe für lange Einstellungen, wie Andreas Kilb (FAZ) beschreibt.

Mit dem prächtigen Bildband "Kino-Magie" verabschiedet sich die Fotografin Christine Kisorsy vom Zoo Palast Berlin, der in diesem Jahr wohl zum letzten Mal die Berlinale beherbergen wird - und protestiert damit zugleich gegen die Massenabfertigung der Multiplexe, wie Christian Teevs (SPIEGEL) schreibt.

Teherans Mächtige kennen bei Regimekritikern keine Gnade - nicht einmal wenn sie international erfolgreiche Filme drehen. Das erfuhr nun der renommierte Regisseur Jafar Panahi am eigenen Leib: Dem Iraner wurde die Ausreise für einen Besuch der Berlinale nicht gestattet. Der SPIEGEL berichtet.

Besprochene Filme
CATERPILLAR von Wakamatsu Koji
HONEY (2010) von Semih Kaplanoglu
ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer) von Rafi Pitts
BOXHAGENER PLATZ (BOXHAGENER PLATZ Trailer) von Matti Geschonneck
Alle anderen Filme unter Berlinale

Berlinale-Interviews & Porträts
Wenn heute und morgen Abend die Goldenen Berlinale-Ehrenbären an den Drehbuchautoren Wolfgang Kohlhaase und die Schauspielerin Hannah Schygulla vergeben werden, ehrt das Festival nicht nur zwei herausragende Persönlichkeiten der Branche. Es verneigt sich auch vor zwei Filmkulturen, wie Marika Bent (ND) schreibt. Vor sechs Jahren kam sie wie aus dem Nichts und triumphierte in GEGEN DIE WAND auf der Berlinale. Nun ist Sibel Kekilli in DIE FREMDE zurück, in der sie eine von "Ehrenmord" bedrohte Frau spielt. Im Interview mit Thomas Abeltshauser (WELT) erzählt die Schauspielerin, was die Rolle mit ihrem echten Leben zu tun hat. Der Deutsch-Afghane Burhan Qurbani spricht mit Ralf Schenk (BLZ) über seinen Film SHAHADA (SHAHADA Trailer), der im Internationalen Wettbewerb läuft. Ein Gespräch mit Rafi Pitts über seinen Film ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer), über sein Land Iran, das den Menschen die Gefühle raubt, über grüne Autos und eine Katze, die Bullet heißt, führt Ines Kappert (TAZ). Der Iraner spricht mit Jörg Schindler (FR) darüber, warum er trotz Zensur immer wieder in seiner Heimat dreht - und welchen er Schwierigkeiten er dabei ausgesetzt ist. Ein Treffen mit Regisseur Michael Stock hat Kerstin Decker (TSP) absolviert. Was die 29-jährige Schauspielerin Nina Fog beim Talent-Campus erlebt, hat Jan Oberländer (TSP) aufgeschrieben. Michael Verhoevens Film führte 1970 zum Abbruch des Festivals; Katharina Dockhorn (ND) hat mit dem Regisseur gesprochen. Das Verhalten eines Stars auf einer Premiere sagt viel über seinen Marktwert aus, wie Sonja Pohlmann (TSP) schreibt.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Sex und Wahrheit, tolle Gesichter und etwas zu wenig Spielfilme in Alfred Holighaus' letzter "Perspektive Deutsches Kino" hat Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK) ausgemacht. Harald Mühlbeyer (EPD) hat eine Veranstaltung mit Christoph Schlingensief besucht. Eine Reihe von Filmen widmet sich queerer Geschichtsschreibung; allein, es fehlt die strukturierende Idee, wie Diedrich Diedrichsen (TAZ) kritisiert. Über den Palästina-Schwerpunkt im Panorama schreibt Silvia Hallensleben (TSP).

Wäre die "Cinema for Peace"-Gala ein Film, es wäre eine glamouröse Tragik-Komödie, wie Antje Wewer (SPIEGEL) behauptet. Andreas Kurtz, Frank Nordhausen und Elmar Schütze (FR) berichten von der Veranstaltung. 25 Jahre Friedensfilmpreis wertet Marion Pietrzok (ND) aus.

Retrospektive & Altes
Stefan Höltgen (EPD) verweist auf den Rainer Werner Fassbinder-Film WELT AM DRAHT. Thomas Groh (PERLENTAUCHER) verweist kurz auf die Yasujiro Shimazu-Retrospektive.

Berlinale in Blogs
Über die Berlinale als Universalereignis schreibt Thomas Willmann (ARTECHOCK): das Wetter, METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) und Chinawürze zur Eröffnung, haben ihn interessiert. SENNHAUSER will seine Berlinale-Tasche tauschen. Auf Tag 6 schaut CRITIC.

Hier nochmals einige Blogs, die sich ebenfalls intensiv mit der Berlinale beschäftigen: FESTIVALBLOG, BLOG DES FILM-DIENST, BERLINALE-BLOG DES EPD, BERLINALE IM DIALOG und der PERLENTAUCHER.

Sonstiges
Die Berlinale versammelt Filmstars und solche, die es werden wollen. Tobias Kniebe (SZ) hat einige beobachtet oder mit ihnen geplaudert. Das Rattern des Filmprojektors begleitet Alexander Viktorin zwölf bis 14 Stunden am Tag; er ist Filmvorführer auf der Berlinale, wo dieser Beruf noch etwas Romantisches hat, wie Alexander Viktorin (ZEIT) herausgefunden hat. Die §D-Technik befindet sich immer noch im Status fröhlicher Bastelexperimente, hat Marin Majica (BLZ) auf der Berlinale erfahren. Die falsche Lokomotive wird uns zerreissen, behauptet Diedrich Diedrichsen (TAZ). Über den 7. Berlinale-Tag schreibt Jan Kedves (TAZ). Zum Berlinale-Fuhrpark des Sponsors BMW gehören auch Legenden der Firmengeschichte, die Andreas Conrad (TSP) gefunden hat.

Dienstag, den 16. Februar 2010 

Ein Problem der Berlinale besteht darin, dass sie, wenn sie nach neuen Bewegungen im Kino sucht, vom Allerneuesten oft nur das Zweitbeste bekommt, wie Andreas Kilb (FAZ) schreibt. Ob so ein Riesenfilmfest wirklich gesund ist für den menschlichen Körper, der ohnehin zerrüttet ist vom deutschen Winter, fragt sich Wolfgang Höbel (SPIEGEL). Jan Schulz-Ojala (TSP) erklärt in der Halbzeit, warum der Eröffnungsfilm doch überzeugt und wie die Liebe durch den Magen geht – gerade im Kino.

Besprochene Filme
DER RÄUBER (2010) (DER RÄUBER (2010) Trailer) von Benjamin Heisenberg
CATERPILLAR von Wakamatsu Koji
IM SCHATTEN (IM SCHATTEN Trailer) von Thomas Arslan

Berlinale-Interviews & Porträts
Pierce Brosnan will nicht mehr höflich und sophisticated sein: Da kam ihm Roman Polanski mit dem Polit-Thriller DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer) gerade recht, wie Susan Vahabzadeh (SZ) im Interview erfährt. Regisseur Rafi Pitts unterhält sich im Gespräch mit Katja Lüthge (BLZ) über den Iran und seinen neuen Film ZEIT DES ZORNS (ZEIT DES ZORNS Trailer); ebenso wie Christiane Peitz (TSP). Ein Gespräch mit Benjamin Heisenberg, dem Regisseur von DER RÄUBER, über hohe Geschwindigkeiten und viele Drehorte führt Cristina Nord (TAZ). Mit Regisseur Matti Geschonneck ist Gunda Bartels (TSP) am Boxhagener Platz gewesen. US-Regisseurin Laura Poitras unterhält sich mit Caroline M. Buck (ND) über ihren Dokumentarfilm THE OATH, in dem ein Ex-Gefolgsmann von Osama Bin Laden seine Geschichte erzählt. Doris Dörrie hat auf der Berlinale ihren Film DIE FRISEUSE vorgestellt; im Videointerview mit der ZEIT erzählt die Regisseurin, warum ihre Hauptfigur für sie ein Vorbild ist.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Jedes Jahr versammeln sich friedensbewegte Promis auf der Cinema for Peace-Gala im Konzerthaus. Mit der Berlinale werden munter die Gäste getauscht - und diese sparen nicht mit großen Gefühlen, wie Elisabeth Binder (TSP) schreibt. Filme aus Afrika sah Alexandra Seitz (BLZ): Geschichten, wie sie das Leben eben schreibt auf dem Kontinent der Krisen. Detlef Kuhlbrodt (TAZ) schreibt über die gemeinsame und vertraute Helden wie die Daltons. Star-Architekt Norman Foster spricht über Kinoarchitektur und Visionen in 3D, wie Kolja Reichert (TSP) aufschreibt; Marion Pietrzok (ND) war auch bei den Berlinale Keynotes. Maris Hubschmid (TSP) beschäftigt sich mit den Berlinale-Shorts. Christoph Schlingensief kommentiert den italienischen Stummfilm L'Inferno im Forum Expanded; Patrick Wildermann (TSP) verweist darauf.

Berlinale in Blogs
Dass Sascha Keilholz (CRITIC) seine Notizen zum 4. Berlinale-Tag veröffentlicht hat, wird nachgetragen; Nino Klingler und Thorsten Funke (CRITIC) sind schon beim 5. Tag. Jan Kedves (TAZ) schaut auf die Getriebenen dieses Festivals. Harald Martenstein (TSP) schreibt sein Berlinale-Tagebuch. BERLINALE IM DIALOG befindet sich auf Tour.

Montag, den 15. Februar 2010 

Roman Polanski, Martin Scorsese und Fritz Lang – welch ein Dreigestirn für einen Festivalauftakt, meint Christoph Egger (NZZ). Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese haben bei der Berlinale ihren neuen Film vorgestellt. Die Damenwelt ist begeistert, wie Anna Kessler (SZ) festhält. Die verrücktesten Momente der Berlinale fanden bislang ausser Konkurrenz statt, wie Florian Keller (TZ) behauptet. Am vierten Tag kommt die erste Festival-Müdigkeit. Aber die Berlinale-Macher sind gefeit: Dem drohenden Missmut der Journalisten halten sie eine überdreht-bunte Nudelsuppenküchen-Klamotte von Zhang Yimou entgegen - und das tragikomische Neurotiker-Drama GREENBERG (GREENBERG Trailer) von Noah Baumbach, wie Andreas Borcholte (SPIEGEL) schreibt. Filme aus Dänemark, China und Rumänien im Wettbewerb hat Carmen Böker (BLZ) gesehen. Streetart-Sprayer Banksy debütiert als Filmemacher; Carmen Böker (BLZ) hat genau auf sein Werk geschaut.

Besprochene Filme
SHUTTER ISLAND (SHUTTER ISLAND Trailer) von Martin Scorsese
GREENBERG (GREENBERG Trailer) von Noah Baumbach
EXIT THROUGH THE GIFT SHOP (EXIT THROUGH THE GIFT SHOP Trailer) von Bansky
A WOMAN, A GUN AND A NOODLE SHOP von Zhang Yimou
IF I WANT TO WHISTLE, I WHISTLE von Florin Serban
DIE FREMDE (2010) (DIE FREMDE (2010) Trailer) von Feo Aladag
DIE FRISEUSE (DIE FRISEUSE Trailer) von Doris Dörrie
SUBMARINO von Thomas Vinterberg
Alle anderen Filme unter Berlinale

Berlinale-Interviews & Porträts
Der Spielfilm DIE FREMDE handelt von familiärer Gewalt unter türkischen Migranten. Ein Gespräch mit der Regisseurin Feo Aladag führt Ines Kappert (TAZ). Julia Teichmann (BLZ) spricht mit Benjamin Heisenberg über seinen Film DER RÄUBER; ebenso wie Katharina Dockhorn (ND). Ein Interview mit der deutschen Regisseurin Angela Schanelec über den Film ORLY (ORLY Trailer) führt Ekkehard Knörer (TAZ). Raoul Peck, Regisseur aus Haiti, spricht mit Jan Schulz-Ojala (TSP) über seine Heimat, das Erdbeben und seinen politischen Film MOLOCH TROPICAL. Detlef Kuhlbrodt (TAZ) schreibt über alte Interviews, alte Lieben. Als Gott den Journalismus erfunden hatte, schuf er das Round-Table-Gespräch, um sich einen Spaß zu machen; Jörg Schindler (FR) war bei einem solchem.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Der Filmnachwuchs zeigt im Talent-Campus, was er auf dem Kasten hat; Elisabeth Binder (TSP) hat genauer hingeschaut. Die Berlinale tourt mit prominenten Paten durch die Berliner Bezirke, wie Gunda Bartels (TSP) und Luis Cruz (JW) wissen. Mit dem Forum hat sich Silva Hallensleben (EPD) in die Randzonen begeben.

Retrospektive & Berlinale Special
Lang war's bei Fritz Lang und kalt, wie Thomas Klein (BLZ) über die Vorführung von METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) am Brandenburger Tor schreibt. Es ist in der Filmgeschichte nicht oft vorgekommen, dass ein Film und seine Musik so intensiv und präzise verschränkt sind wie im Fall METROPOLIS (METROPOLIS Trailer), findet Hanns-Jürgen Linke (FR). Die Hauptrolle in WELT AM DRAHT von Rainer Werner Fassbinder spielt Klaus Löwitsch, der 2002 starb. Eine Kritik zum Film und Auszüge aus einem unveröffentlichten Gespräch, das Hans-Dieter Schütt 1996 führte, veröffentlicht das ND.

Berlinale in Blogs
Harald Martenstein (TSP) schreibt über Tag 4 in seinem Berlinale-Tagebuch. Skurrile Momente hat SENNHAUSER notiert. CARGO schreibt weiter SMS. Ficken, Kotzen, Pipimachen – alles drin, alles dran, kommentiert Harald Mühlbeyer (EPD) zu HENRI 4 (HENRI 4 Trailer). Auf BERLINALE IM DIALOG gibt es neue Texte, auch in französisch.

Sonstiges auf der Berlinale
Lord Norman Foster denkt über die Zukunft der Kino-Architektur nach; Marin Majica (BLZ) hat einiges davon aufgeschrieben. Mit dem Weltfrieden in Berlin beschäftigt sich Jan Kedves (TAZ). Über den Rundfunkgottesdienst zur Berlinale berichtet Benjamin Lassiwe (TSP).

Sonntag, den 14. Februar 2010 

Die deutschen Wettbewerbsbeiträge der 60. Berlinale sind mehrheitlich in Österreich produziert, während der Österreicher Michael Haneke für Deutschland mit DAS WEISSE BAND (DAS WEISSE BAND Trailer) ins Oscar-Rennen geht. Was ist noch nationales Kino, fragt sich Christoph Huber (PRESSE). Mit Shah Rukh Khan und Martin Scorsese beehren zwei ganz große Namen die Berlinale mit neuen Werken. Den besseren Film hat aber ein unbekannter Rumäne mitgebracht, meint Daniel Sander (SPIEGEL).

Besprochene Filme
SHUTTER ISLAND (SHUTTER ISLAND Trailer) von Martin Scorsese
SUBMARINO von Thomas Vinterberg
IF I WANT TO WHISTLE, I WHISTLE von Florin Serban
ORLY (ORLY Trailer) von Angela Schanelec
Alle anderen Filme unter Berlinale

Berlinale-Interviews & Porträts
Shah Rukh Khan hat in Mumbai für Aufregung gesorgt. Radikale Hindu rufen zum Boykott seines neuen Films MY NAME IS KHAN (MY NAME IS KHAN Trailer) auf. Im Interview mit Hanns-Georg Rodek (WELT) erläutert der muslimische Bollywood-Star die Hintergründe. Sibel Kekilli wurde durch die Berlinale 2004 berühmt – und zum Opfer eines Boulevard-Skandals. Annabel Wahba (ZEIT) könnte diese Vergangenheit einfach ruhen lassen. Wäre da nicht ihr neuer Film DIE FREMDE, der ebenfalls auf der Berlinale läuft. Werner Herzog ist Jury-Präsident der 60. Berlinale. Der Regisseur drehte mit Klaus Kinski legendäre Filme und gründete eine Filmschule. Deshalb wird er beim Festival besonders auf die Debütanten achten, wie Peter Zander (WELT) behauptet. Felix von Boehm und Julian von Lucius (CRITIC) sprechen mit Angela Schanelec über ihren neuen Film ORLY (ORLY Trailer) und den Einfluss von Räumen auf ihr Kino. Martin Scorsese, TITANIC (TITANIC Trailer) und meine Großmutter: über eine Begegnung mit Leonardo DiCaprio berichtet Christine Tillmann (TSP). Martin Scorsese bringt seinen neuen Film SHUTTER ISLAND (SHUTTER ISLAND Trailer) nach Berlin; über eine Begegnung zwischen Vorfreude und Panikattacken schreibt Jerome Charyn (ZEIT). Katrin Saß bekommt den ersten "Paula"-Preis und Daniel Sannwald (TSP) berichtet darüber. Wenn Sonntagabend im Berlinale-Palast Exit Through The Gift Shop (Exit Through The Gift Shop Trailer) gezeigt wird, will sich der Regisseur und Hauptdarsteller nicht zu erkennen geben, wie Sebastian Leber (TSP) weiß.

Retrospektive & Berlinale Special
Es war für Harald Mühlbeyer (EPD) beeindruckend, den Film mit voller Orchesterbegleitung (Rundfunksymphonieorchester Berlin-Brandenburg unter der Leitung von Frank Strobel) zu sehen, vielleicht gar: zu erleben. Hannah Pilarczyk (SPIEGEL) war beim Public Viewing ans Brandenburger Tor. Dass eisige Minusgrade herrschten, war dem Outdoor-Publikum egal - schließlich stimmten Kulisse und Filmgenuss. WELT AM DRAHT dürfte für die zeitgenössischen Rainer Werner Fassbinder-Zuschauer, die ansonsten vielleicht kaum mit Science-Fiction-Stoffen in Berührung gekommen sind, nicht leicht zu verdauen gewesen sein, wie Stefan Höltgen (TELEPOLIS) schreibt.

Berlinale in Blogs
Sasha Keilholz (CRITIC) veröffentlicht die Notizen zu seinem 3. Berlinale-Tag. Alltägliches berichtet SENNHAUSER. CARGO bleibt bei seinen SMS-Nachrichten.

Sonstiges auf der Berlinale
Einen Streifzug durchs Nachtleben unternahmen Andreas Conrad, Elisabeth Binder und Sonja Pohlmann (TSP).

Samstag, den 13. Februar 2010 

Über die Festivalisierung des Films schreibt Simon Rothöhler (FREITAG) oder: Interessanter als der Rückblick zum Jubiläum sind Gegenwart und Zukunft der Filmfestspiele. Wie Autoren in lebensbedrohliche Situationen und moralische Kontroversen geraten können, zeigen Roman Polanskis Polit-Thriller DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer) und Robert Epsteins Ginsberg-Hommage HOWL (HOWL Trailer). Andreas Borcholte (SPIEGEL) beschäftigt sich mit beiden Filmen. Eigentlich hatte die Berlinale für Detlef Kuhlbrodt (TAZ) prima begonnen.

Besprochene Filme
DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer) von Roman Polanski
HOWL (HOWL Trailer) von Robert Epstein und Jeffrey Friedman
MY NAME IS KHAN (MY NAME IS KHAN Trailer) von Karan Johar

Berlinale-Interviews & Porträts
Der Schauspieler Leonardo DiCaprio spricht mit Philipp Oehmke (SPIEGEL) über seine Arbeit mit dem Regisseur Martin Scorsese und die Bürde, der neue Robert De Niro sein zu müssen. Morgen feiert ihr neuer Film SHUTTER ISLAND (SHUTTER ISLAND Trailer) Premiere auf der Berlinale. Wo und wie schaut man am besten Filme? Und wie viele? Erika und Ulrich Gregor, zwei Urgesteine der Berlinale geben Auskunft bei Matthias Dell (FREITAG). Traditionell bittet die FAZ drei deutsche Regisseure, deren Filme auf der Berlinale laufen, zum Gespräch; diesmal haben Michael Althen, Andreas Kilb und Peter Körte die Filmemacher Angela Schanelec, Benjamin Heisenberg und Oskar Roehler eingeladen. Der Regisseur Sébastien Lifshitz verbindet in PLEIN SUD (PLEIN SUD Trailer) französisches und amerikanisches Kino, ein Gespräch mit ihm führt Birgit Glombitza (TAZ). Gunda Bartels (TSP) schaut auf einen Fan-Club des Shah Rukh Khan; Georg Blume (TAZ) stellt den Buhmann der Extremisten vor. DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer)-Autor Robert Harris spricht mit Christian Schröder (TSP) über seine Arbeit mit Roman Polanski.

Retrospektive & Berlinale Special
Die Wiederaufführung von METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) ist für Stefan Höltgen (EPD) ein Grund, um über den Industriepalast als Mensch nachzudenken. Niemand wusste, wie der brutal gekürzte Film früher aussah, wie Karen Naundorf (SPIEGEL) schreibt. Diese neue Fassung ist für Peter Zander (WELT) eine Sensation. Neue, herzchenförmige Lippen, aber auch die billige Verbrüderung von Herrschaft und Ausbeutung: Die restaurierte Fassung von METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) ist für die TAZ ergreifend. METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) ist rekonstruiert legendärer denn je, schwärmt Christina Tillmann (TSP). Keiner sollte erwarten, einen völlig neuen Film zu sehen, wie Thorsten Funke (CRITIC) anmerkt. Thomas Elsaesser hat im Jahre 2000 eine sehr gute Studie zu Metropolis geschrieben und Thorsten Wiessmann (BDU) verweist darauf. Rund 2000 Menschen haben sich am Freitagabend trotz Minustemperaturen am Brandenburger Tor den Stummfilm-Klassiker angesehen, wie Andreas Conrad (TSP) zu berichten weiß.

Berlinale-Reihen & Sektionen
Filme aus Japan sah Alexandra Seitz (BLZ). Eine Kriminalkomödie, ein Liebesmelodram und ein Thriller aus Taiwan sah Helmut Merker (TAZ). Mit zwei Filmen aus dem Nahen Osten hat sich Silvia Hallensleben (TSP) beschäftigt. Momente der Freiheit hat Lukas Foerster (PERLENTAUCHER) in drei Filmen von Yasujiro Shimazu gesehen.

Berlinale in Blogs
Nackte Männer im Kino, nackte Männer vorm Kino, hat Jan Kedves (TAZ) ausgemacht. Schnelle Urteile sind bei einem Festival gefragt, wie Gerhard Midding (EPD) festhält. CARGO schreibt weiter SMS.

Sonstiges auf der Berlinale
Vom Kulinarischen Kino berichtet Carmen Böker (BLZ). Wie Elisabteh Binder (TSP) festhält, zeigen Spitzenköche und Regisseure die Verführungskräfte des Essens im Film. Die Party zur Eröffnungsgala ist im Osten angekommen, wie Elisabeth Binder (TSP) schreibt. Harald Martenstein (TSP) schreibt wieder in sein Berlinale-Tagebuch.

Freitag, den 12. Februar 2010 

Die 60. Berlinale hat mit einer glamourösen Gala begonnen: Zur Eröffnung der Filmfestspiele erschien vor allem nationale Prominenz wie Heike Makatsch, Mario Adorf und Wim Wenders. Für internationalen Glanz sorgte US-Schauspielerin Renée Zellweger. Der SPIEGEL, die PRESSE und der TZ berichten. Andreas Conrad (TSP) war dabei. Die winterliche Hauptstadt zeigt sich von ihrer grimmigsten Seite; zum Glück spendet zumindest der Eröffnungsfilm APART TOGETHER für Andreas Borcholte (SPIEGEL) ein bisschen Trost.

Martin Scorsese hin und Roman Polanski her: In ihrer filmästhetischen Bedeutung kann es die Berlinale nicht mit dem Festival in Cannes aufnehmen, wie Michael Althen (FAZ) findet. Ekkehard Knörer (PERLENTAUCHER) entdeckt im diesjährigen Wettbewerb eine tiefinnere Liebe zum Kompromiss. Zur 60. Auflage sucht sie ihr Profil in einem Programm, das sich eher über die politische Relevanz definiert, wie Michael Althen (FAZ) feststellt. Hanns-Georg Rodek (WELT) fragt sich, warum die 60. Berlinale mit einem chinesischen Film eröffnet? Die Berlinale feiert ihr 60. Jubiläum, und die internationale Filmwelt trifft sich in der Hauptstadt. Aber wozu sind Filmfestivals eigentlich gut? Sophie Albers (STERN) schreibt über Geschichte, Geld und Anspruch.

Die Wettbewerbsjury erklärt, woran man Qualitätskino erkennt und Anke Westphal (BLZ) hat es aufgeschrieben. Bert Rebhandl (STANDARD) erklärt, warum Jury-Chef Werner Herzog altgriechisch spricht. Über Gefangene des Kinos schreibt Frank Junghänel (FR). Warum der Anti-Vietnamkriegsfilm O.K. (1970) die Berlinale sprengte, daran erinnert sich Volker Baer (TSP). Am Sonntag präsentiert Doris Dörrie ihren neuen Film DIE FRISEUSE (DIE FRISEUSE Trailer) auf der Berlinale; mit Peter Zander (WELT) sprach sie.

Besprochene Filme
APART TOGETHER von Wang Quan'an
THE OATH von Laura Poitras
VESELCHAKI von Felix Mikhailov
Alle anderen Filme unter Berlinale

Berlinale-Reihen & Specials
Internationales Forum
Für Lukas Forster (PERLENTAUCHER) hat sich das Forum zum Laboratorium für den Mainstream entwickelt. Vier japanische Filme im Forum erzählen vom Kampf entrechteter Arbeiter gegen ihre Bedrücker, von schüchternen Idioten, die an hellblauen Pullovern stricken, von Gewalt und unerfüllten Liebesgeschichten, wie Detlef Kuhlbrodt (TAZ) schreibt. Eine Werkschau im Forum ehrt Yasujiro Shimazu; Sebastian Handke (TSP) schreibt drüber. Koreanische und taiwanesische Debütfilme interessierten Christiane Peitz (TSP).

Perspektive Deutscher Film
Die besten Arbeiten der Plattform für den jungen Film in der Bundesrepublik handeln von Verwerfungen, Verletzungen, der Sehnsucht nach etwas anderem, als es das Leben bisher war, wie Ralf Schenk (BLZ) schreibt. Sie erzählen auch von Frauenzimmern, Spielerfrauen und Haushaltshilfen, wie Andreas Busche (TAZ) findet.

Panorama
Mit zwei Pop-Biografien über die Warhol-Muse Candy Darling und den Proto-Punkrocker Ian Dury beschäftigt sich Jens Balzer (BLZ). Neue Filme von den Veteranen Peter Kern, Lothar Lambert und Rosa von Praunheim sah Frank Noack (TSP).

Retrospektive
Die Retrospektive zeigt, dass Filme keine monolithischen Werke sind, sondern ein reiches Innen- und Nachleben besitzen: Die Geschichte lädt unablässig dazu ein, neu und gegen den Strich gelesen zu werden. Gerhard Midding (WELT) findet das ziemlich gut.

Bei der Berlinale erlebt METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) eine Renaissance. Doch wer ist die geheimnisvolle Hauptdarstellerin? Die 16-Jährige Brigitte Helm wurde damals über Nacht zur umjubelten Diva, wie Christian Mayer (SZ) zu berichten weiß. Vor zwei Jahren entdeckte das ZEITmagazin die seit 80 Jahren verschollenen Szenen von Fritz Langs METROPOLIS (METROPOLIS Trailer); Karen Naundorf und Matthias Stolz (ZEIT) sind heute noch begeistert. Wenn die ersten Szenen heute über die Leinwand laufen, werden die Zuschauer mit Applaus begrüßen; gerade weil sie - trotz aller digitalen Retuschen - in so beklagenswertem Zustand sind mit all ihren einkopierten Kratzern, wie Daniel Kothenschulte (FR) findet. Nur als Filmruine erlangte Fritz Langs Science-Fiction-Klassiker Weltruhm, wie Christoph Huber (PRESSE) beschreibt. Wie der Dirigent Frank Strobel half, das verstümmelte Meisterwerk METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) zu rekonstruieren, erklärt Ulrich Amling (TSP). Arte begleitet heute Abend die Film-Odyssee; Thilo Wydra (TSP) verweist darauf. Katharina Dockhorn (ND) erinnert an Ekkehard Jahnke und die DEFA, die ebenfalls zur Rekonstruktion des Films beigetragen haben, aber nicht erwähnt werden.

Generation
José García (TZF) führt ein Interview mit Maryanne Redpath, seit 2008 Leiterin der Berlinale-Sektion Generation und blickt auf die Generationen-Reihe. Cornelia Geißler (BLZ) unterhält sich mit Maryanne Redpath, die Leiterin der Sektion, und ihrem Stellvertreter Florian Weghorn über die Sektion Generation.

Berlinale in Blogs
Im Gespräch mit Nino Klingler und Frédéric Jaeger (BID) gibt Roman Paul, Mitgründer der Razor Film Produktion und diesjähriger Präsident der Jury "Dialogue en perspective", Einblicke in die Tätigkeit eines Filmproduzenten, spricht über Schwierigkeiten junger Regisseure, sich auf dem Filmmarkt zurechtzufinden, und erläutert Unterschiede zwischen den Filmkulturen in Deutschland und Frankreich. Werner Herzog zeigte sich auf der eröffnenden Pressekonferenz als versöhnlich väterliche Figur, meint Thomas Groh (PERLENTAUCHER). CARGO schreibt SMS von der Berlinale. EPD hat ebenfalls einen Blog. Sascha Keilholz (CRITIC) veröffentlicht seine Notizen vom 1. Tag; ebenso wie das FILMTAGEBUCH.

Sonstiges zur Berlinale
Die ZEIT fragt sich, wo die Bären stehen und präsentiert einige Preisträger in Bildern.Stars erinnern sich an magische Momente im STERN mit vielen Bildern. Der Schlüssel-Werkstoff der Berlinale ist das Papier, wie Thomas Klein (BLZ) feststellt. Alte Chinesen erinnern Harald Martenstein (TSP) im Kino immer irgendwie an den alten CDU-Politiker Heiner Geißler. Der Promi-Fotogtaf Henry H. Herrmann ist der Gentleman am roten Teppich, wie Ewa Kalwa (TSP) weiß.

Donnerstag, den 11. Februar 2010 

Heute eröffnet die 60. Berlinale.
Diese Woche feiert Roman Polanskis neuer Thriller DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer) bei der Berlinale Weltpremiere - ohne den Regisseur, der Ende September wegen eines alten Sexualdelikts verhaftet wurde. Der Film könnte als Kommentar in eigener Sache verstanden werden, wie Martin Wolf (SPIEGEL) festhält. Was kann es Spannenderes geben als eine Geburtstags-Berlinale, die von Caligari über Jud Süss zu Hitler führt und von der chinesischen Taiwan-Politik in Tony Blairs Kleiderschrank, fragt Daniel Kothenschulte (FR). Die Berlinale feiert ihr sechzigjähriges Bestehen. Kein Filmfest ist dem Publikum näher; Katja Nicodemus (ZEIT) gibt einen Vorgeschmack. Volker Schlöndorff (TSP) schreibt einen persönlicher Rückblick auf 40 Berlinale-Jahre. 60 Mal Berlinale, das ist 60 Mal Spektakel und Glamour, aber auch 60 Mal ein Fest rund um ein Wechselspiel der Blicke, wie Christiane Peitz (TSP) festhält. Die 60. Berlinale ermöglicht, trotz unübersichtlicher Reiserouten, erhellende Begegnungen mit dem Fremden, sei's am Ende der Welt oder am Ende der eigenen Straße, argumentiert Cristina Nord (TAZ). Der wichtigste Schutzraum, den es hierzulande für die siebente Kunst gibt, ist die Berlinale mit alljährlich rund 300 neuen Filmen, meint Martin Mund (ND). Dieter Kosslick macht die Berlinale immer populärer. Das ist schön. Der Wettbewerb aber verliert an Niveau, wie Jan Schulz-Ojala (TSP) kritisiert. Über Entdeckungen und Wiederbegegnungen schreibt Christoph Egger (NZZ). Dominik Kamalzadeh (STANDARD) nennt kurz die Wettbewerbsfilme, die ihn interessieren.

Berlin gilt als Hauptstadt des Films - ob als Motiv oder als Heimat der Kreativen, wie Maike Schultz (BLZ) festhält. Lorenz Dangel ist einer der Filmschaffenden in Berlin. Warum die Stadt ihn fasziniert, und wie sie ihn inspiriert, erfährt Anne Lena Mösken (BLZ).

Sektionen & Reihen
Retrospektive
Eine kurze Geschichte des METROPOLIS (METROPOLIS Trailer)-Abenteuers schreibt Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK) - jetzt zeigt die Berlinale die neueste und bisher beste Rekonstruktion. Die Retrospektive versammelt die populärsten Klassiker des Festivals. Helmut Merker (TSP) erinnert sich an alte Bekannte. 60 Jahre Berlinale mit 40 Filmen zu feiern scheint unmöglich. Die Retrospektive schafft es dennoch, lobt Barbara Schweizerhof (TAZ). Der Filmkritiker David Thomson hat die Retrospektive aus 59 Festivaljahrgängen komponiert - Daniel Kothenschulte (BLZ) schreibt drüber.

Generation
Barbara Felsmann (ND) schaut auf die Sektionen "Generation Kplus" und "Generation 14plus". Die Kinder- und Jugendfilmreihe erzählt von Verlusten – und macht Hoffnung, wie Maris Hubschmid (TSP) schreibt.

Perspektive & Forum
Die 15 Beiträge der "Perspektive Deutsches Kino" denken über das Erzählen nach, wie Jan Oberländer (TSP) behauptet. Im Rahmen des Programms "4 Jahrzehnte Forum" wird die selten gezeigte Trilogie von Bill Douglas gezeigt, ein weithin ungesehener Kinomythos, wie Brigitte Werneburg (TAZ) festhält; auch Gerhard Midding (BLZ) hat sie gesehen.

Sonstiges
Dominik Graf zeigt auf der Berlinale an zwei Vormittagen übernächstes Wochenende seine Serie "Im Angesicht des Verbrechens". Acht Stunden spannendes Kino, gedreht fürs Fernsehen. Ein deutscher Sonderfall, wie Verena Lueken (FAZ) findet. Mit großem Erfolg fördert die Berlinale 350 Filmstudenten in Workshops und individuell betreuten Programmen; Katja Lüthge (BLZ) weiß, wie und wo. In den spanischen Berlinale-Filmen naht das Ende. Das ist aber kein Grund zur Furcht, wie Philipp Bühler (BLZ) findet. Auf Dokumentarfilme schaut Caroline M. Buck (ND).

Interviews & Porträts
Regisseur Werner Herzog kehrt nach 18 Jahren Abstinenz zum Berliner Filmfestival zurück, als Präsident der Jury. Im Interview mit Rüdiger Sturm (WELT) erklärt er seine Beweggründe und warum er nur von schlechten Filmen etwas lernt. Harald Jähner (FR) schreibt ein Porträt über Werner Herzog. Ein kurzes Gespräch mit Berlinale-Leiter Dieter Kosslick über 60 Jahre Berlinale, Lieblingsfilme und sein Publikum, führt Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK). Vom Kinderstar der alten Bundesrepublik zur Berlinale-Jurorin: ein Porträt der Schauspielerin Cornelia Froboess, schreibt Peter von Becker (TSP). Keine aufgeregten Produzenten, private Finanziers: Ein Gespräch mit Lutz Reitemeier, dem Kameramann von Wang Quan'ans Eröffnungsfilm APART TOGETHER führt Julia Lietsch (TAZ).

Berlinale in Blogs
Sascha Keilholz (CRITIC) stellt die Perspektive Deutsches Kino vor: Sie ist ungemein wichtig, diese Sektion. Auf dem größten deutschen Filmfestival sollten die vielen deutschen Talente nicht vor der Tür bleiben. SENNHAUSER schickt ein Berlinale-Telegramm. Das FILMTAGEBUCH will von der Berlinale berichten.

Boulevard
Am roten Teppich stehen kann jeder. Die hohe Kunst ist es, Stars bei einer Party zu treffen. Fragt sich nur, wo. Eva Kalwa (TSP) weiß es.

Mittwoch, den 10. Februar 2010 

Für Anke Westphal (BLZ) spiegeln 60 Jahre Berlinale Veränderungen über das Filmische hinaus. In den 1990er-Jahren ging die Ära des West-Festivals zu Ende, wie Elmar Schütze (BLZ) im Rückblick schreibt.

Zwei ostasiatische Regisseure beginnen und beschließen mit ihren neuen Filmen den Wettbewerb der Berlinale: Über einen Besuch bei Wang Quan'an in Peking und eine Würdigung von Yoji Yamada schreiben Mark Siemons und Andreas Platthaus (FAZ).

Die Berlinale hat für ihre Jubiläums-Retrospektive den renommierten englischen Filmkritiker und Schriftsteller David Thomson gebeten, eine persönliche Reise durch sechzig Jahre Berlinale anzutreten und eine Schneise durch den Wald aus Hunderten von Filmen zu schlagen. Wie er dabei vorgegangen ist, hat er der FAZ aus San Francisco in einem Gespräch per E-Mail erklärt.

Interviews
Der Regisseur Werner Herzog ist der Jurypräsident der 60. Berlinale. Ein Gespräch über das Gefühl, erfolglos angeschossen zu werden, brennende Liliputaner und das Leben als deutscher Einzelgänger in Hollywood führt Katja Nicodemus (ZEIT). Schauspieler Michael Gwisdek verkaufte Kochendwasser-Automaten, nagelte in einer Brigade, trank einen mit Sergio Leone – und freute sich über Buhrufe auf der Berlinale. Jan Schulz-Ojala und Christina Tillmann (TSP) haben mit ihm gesprochen.

Stars, Sternchen, Boulevard
Für die am Donnerstag beginnende Berlinale haben sich zahlreiche Stars angemeldet. Renée Zellweger ist schon da; es kommen auch Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese. Gunda Bartels und Andreas Conrad (TSP) wissen es genau. Roman Polanski, der in der Schweiz unter Hausarrest stehende Regisseur wird nicht anwesend sein, wie der TSP meldet. Bei der Berlinale sollen die Besucher und die Stars nicht ins Rutschen kommen, wie das ND meldet. Die Hauptstadt gleicht einem winterlichen Bootcamp, die Berlinale empfiehlt ihren Besuchern fürsorglich festes Schuhwerk, wie Reinhard Mohr (SPIEGEL) schreibt.

Berlinale in Blogs
Im deutsch-französischen Blog BERLINALE IM DIALOG berichten junge Kritiker und Filmemacher live vom Festival – und bieten einen exklusiven Blick hinter die Kulissen mit der Jury vom Dialogue-en-perspective-Preis.

Dienstag, den 09. Februar 2010 

Die Berlinale versammelt von Donnerstag an die Filmliebhaber aus aller Welt. Doch gibt es über solche Festivals hinaus noch das Gefühl, im Kino etwas Besonderes zu sehen? Wo alle Filme im Netz oder auf DVD bereitstehen, steht das Kino vor seiner größten Herausforderung, wie Michael Althen (FAZ) schreibt. Das Forum Expanded testet die Grenzen zwischen Film und Kunst aus, wie Sebastian Preuss (BLZ) herausgefunden hat. In den 1980er Jahren holte Renate Krössner den Silbernen Bären in die DDR, wie sich Andreas Kurtz (BLZ) erinnert. Die 60-jährige Geschichte der Berlinale ist reich an Skandalen und Skandälchen. Der TZ lässt die aufregendsten Momente der Festivalgeschichte Revue passieren.

Andreas Conrad (TSP) singt das Hohelied der Berlinale-Warteschlange. Schon am Mittag meldete die Kasse: Die ersten Filme sind ausverkauft; Andreas Conrad (TSP) berichtet.

Berlinale in Blogs
Neben dem Geburtstagskalender beim FESTIVALBLOG gibt es auch bereits eine Kritik zum Forumsfilm La belle visite von Jean-Francois Caissy, geschrieben von Tiziana Zugaro (FESTIVALBLOG). RATIONALGALERIE hat bereits den Film des Irakers Mohamed Al-Daradji SON OF BABYLON gesehen. DIRTYLAUDRY empfiehlt Filme der Berlinale in 3 Kategorien: Hinsehen, Mal sehen, Wegsehen.

Montag, den 08. Februar 2010 

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick spricht im Interview mit Dieter Oßwald (STANDARD) über die 60. Berlinale.

Auf der 60. Berlinale wird Hannah Schygulla ausgezeichnet. Für die Zukunft wünscht sie sich mehr gute Rollen, zum Beispiel liebende, geheimnisvolle Omas, wie Joseph Hanimann (FAZ) herausgefunden hat. Weitere Gesichter der Berlinale veröffentlicht die FAZ.

Ein großes Berlinale-Special bringt der TSP. Über den wilden Finne Aki Kaurismäki und seine Festivalkarriere schreibt Jan Schulz-Ojala (TSP). Jutta Voigt (TSP) erlebte als DDR-Reporterin die Berlinale: Kein Westgeld, dafür Essenscoupons. Keine Stars, aber schicke Toiletten. Erst seit 1978 findet die Berlinale im Winter statt – und schaffte es damit, ein echtes Publikumsfestival zu werden, wie Susanne Kippenberger (TSP) feststellt. Jan Schulz-Ojala (TSP) erinnert an Rambospiel der Berlinale. Andreas Conrad (TSP) verrät, an wen der erste Goldene Bär ging und wen das Publikum besser fand. Andreas Conrad (TSP) blickt auf die unwürdigen Szenen der 1. Berlinale. Der Teddy Award, der einzige schwul-lesbische Filmpreis auf einem A-Festival, hat sich über die Jahre zu einem widersprüchlichen Spektakel entwickelt; der TSP porträtiert seine Geschichte. Als der Kalte Krieg noch eisig war, fand das Festival ohne Osteuropa statt, 24 Jahre lang, wie sich der TSP erinnert. Festivalmacher fliegen ständig um die Welt; sie gucken unendlich viele Filme, nur die Sonne sehen sie nie - zehn Geschichten von unterwegs veröffentlicht der TSP.

Hanns-Georg Rodek, Harald Peters und Tim Ackermann (WELT) schreiben ebenfalls über 60 Jahre Berlinale: Die Filme, die Stars, die Skandale.

Fritz Langs METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) galt als hoffnungslos zerstückelt. Das jetzt eine lange Fassung des Kultfilms auf der 60. Berlinale gezeigt werden kann, ist auch einem schmerzenden Daumen zu verdanken, wie Susan Vahabzadeh (SZ) festhält.

CRITIC bietet diverse Berlinale-Empfehlungen und eine Berlinale-Vorschau.

Donnerstag, den 04. Februar 2010 

Über Revolte und Reflexion schreibt Rüdiger Suchsland (ARTECHOCK): 40 Jahre "Internationales Forum des jungen Films" – über ästhetischen Strategien des Widerstands auf einem Filmfestival. Nachzureichen wäre noch der Geburtstagskalender auf dem FESTIVALBLOG, in dem aus jedem Berlinale-Jahr die Highlights herausgesucht werden.

Interview
Berlinale-Chef Dieter Kosslick spricht mit Christiane Peitz und Christina Tilmann (TSP) über Independent-Filme, die Lust auf Nachhaltigkeit und die Zuflucht zum "Großen Hund".

Dienstag, den 02. Februar 2010 

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat gestern zur Pressekonferenz geladen. Kann er die insgesamt mäßige Erwartung auf den Jubiläumswettbewerb beflügeln? Der angekündigte Starauftrieb dürfte jedenfalls für ausreichend Wirbel sorgen, meint Jan Schulz-Ojala (TSP). Trotz Krise gibt es mehr Filmen als je zuvor, schreibt Sophie Albers (STERN). An den 60. Berliner Filmfestspiele kommt der erste Film des Graffiti-Künstlers Banksy zur Premiere. Der TZ berichtet. In Berlin werden u.a. Leonardo DiCaprio, Jeanne Moreau, Martin Scorsese, Ben Stiller, Gérard Depardieu und Bansky erwartet, wie der STANDARD und die PRESSE berichten.

Freitag, den 29. Januar 2010 

Jan Schulz-Ojala (TSP) schreibt über einen der folgenreichsten Filme in der Geschichte der Berlinale: Michael Verhoevens Vietnamkriegsparabel O.K. (1970), über den sich die Jury 1970 so heillos zerstritt, dass sie sich auflöste – und das Festival schließlich abgebrochen werden musste.

Interview
Vor der 60. Berlinale: Ein Gespräch mit Dieter Kosslick, Christoph Terhechte und Wieland Speck führt die BLZ.

Mittwoch, den 27. Januar 2010 

Werner Herzog ist designierter Jury-Chef der diesjährigen Berlinale. Zur jury gehören ebenfalls Regiekollegin Francesca Comencini, die Schauspielerinnen Cornelia Froboess, Yu Nan und Renée Zellweger sowie der Schriftsteller Nuruddon Farah und der Produzent José María Morales.
Der SPIEGEL nennt die Namen, die FAZ zeigt sie in Bildern. Die WELT, die PRESSE und der TSP berichten ebenfalls.

Interview:
Berlinale-Chef Dieter Kosslick verweigert sich konsequent der Digitalisierung. Im Interview mit Hanns-Georg Rodek und Peter Zander (WELT) erklärt er, wie er dennoch Rekordbesucherzahlen erreicht und dass er sich schon auf METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) am Brandenburger Tor freut.

Donnerstag, den 21. Januar 2010 

Drei Deutsche gehen ins Rennen um den Goldenen Bären 2010 bei der Berlinale: Neben Benjamin Heisenberg mit seinem DER RÄUBER tritt jetzt auch Oskar Roehler an. Er zeigt im Berlinale-Wettbewerb das Drama Jud Süß - Film ohne Gewissen (Jud Süß - Film ohne Gewissen Trailer). Der dritte Film aus Deutschland ist das Debüt SHAHADA (SHAHADA Trailer) vom jungen Regisseur Burhan Qurbani.
Der SPIEGEL berichtet.

Nach 83 Jahren ist Fritz Langs Metropolis (Metropolis Trailer) auf der Berlinale erstmals wieder vollständig zu sehen, Jenz Balzer (BLZ) freut's. Christian Schröder (TSP) verweist auf die Ausstellung zur Wiederentdeckung: Das Berliner Filmmuseum präsentiert "The Complete Metropolis". Werner Sudendorf (WELT) beschriebt die Geschichte des Jahrhundertfilms. Jens Hinrichsen (FILM-DIENST) schaut genau auf die "Stadt der Söhne" in dem Film.

Montag, den 11. Januar 2010 

In genau einem Monat startet die 60. Berlinale. Viele Schauspieler haben ihr Kommen angekündigt – von Leonardo DiCaprio über Pierce Brosnan und Ewan McGregor bis hin zu Shah Rukh Khan. Andreas Conrad (TSP) berichtet.

Mittwoch, den 16. Dezember 2009 

Die neuen Filme von Roman Polanski (DER GHOSTWRITER (DER GHOSTWRITER Trailer)) und Martin Scorsese (SHUTTER ISLAND (SHUTTER ISLAND Trailer)) laufen bei der 60. Berlinale als Weltpremiere.
Der SPIEGEL, die WELT, der STANDARD und der TSP berichten. Alle Berlinale-Filme, die bisher bekannt sind, stehen hier.

Aktuelle Presseschau vom 10.02.2012

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