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AUF DEN WASSERN DES LEBENS. GUSTAF GRÜNDGENS UND MARIANNE HOPPE

AUF DEN WASSERN DES LEBENS. GUSTAF GRÜNDGENS UND MARIANNE HOPPE
Autor Carola Stern
Seiten 400 Seiten
Preis 19,90 Euro
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Datum VÖ August 2005
ISBN 3-462-03604-1

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Kenntnisreich, kunstvoll und äußerst lebendig erzählt Carola Stern über das hochdramatische Leben zweier genialer Schauspieler – eine großartige Biographie.

"Ich lebe mein Leben in den Extremen. Die Mitte bietet keine Luft, in der ich atmen kann", schreibt der junge Gustaf Gründgens in den zwanziger Jahren an seine Mutter, als er auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele seine ersten Erfolge feiert und mit der KPD sympathisiert. Neun Tage bevor die Nazis die Macht übernehmen, stehen in einer Berliner Faust-Aufführung die morgen Gefeierten und morgen Gefeuerten zum letzten Mal miteinander auf der Bühne. Carola Stern erzählt von den Aufsteigern, den Privilegierten im NS-Staat, zu denen Gründgens und Hoppe gehören, und von dem Schicksal ihrer geflüchteten und ermordeten Kollegen.

Auf zwei Bühnen, in zwei Welten bewegen sich die beiden Stars des deutschen Theaters.
Gründgens macht Karriere – als Görings Günstling trägt er zum Ansehen des Hitler-Staates bei und lässt doch gefährdete Kollegen nicht im Stich. Marianne Hoppe steigt zum UFA-Star auf. In ihren Filmen lebt sie vor, wie Hitler sich die deutsche Frau vorstellt – und versteckt in ihrer Wohnung den verfolgten jüdischen Freund Carl Dreyfuss.

In der Bonner Republik wird der konservative Generalintendant, der auf die Klassiker und auf Werktreue schwört, Adenauers politische Maxime "Keine Experimente" kongenial auf die Bühne übertragen. Marianne Hoppe hingegen findet an der Seite berühmter Autoren und Regisseure wie Thomas Bernhard und Heiner Müller Anschluss an das moderne Theater.

Zehn Jahre waren die beiden miteinander verheiratet. Bis zum Ende seines Lebens sucht der homosexuelle Gustaf Gründgens Freundschaft, Schutz Geborgenheit, die er in der Ehe mit Erika Mann, der ältesten Tochter des Nobelpreisträgers nicht fand. Marianne Hoppe aber bleibt ihm – über die Scheidung hinaus – durch Nähe, Loyalität und Fürsorglichkeit verbunden.

Pressestimmen
Günther Grack, Der Tagesspiegel, 03.09.2005
"Carola Stern hat für ihr Porträt des Paares Material gesammelt, das unzweifelhaft bezeugt, welch tiefe Zuneigung die Partner verbunden hat, auch über ihre zehnjährige Ehe hinaus, auch unabhängig von deren schicksalhaft politisch bedingter Motivation."

Ulrich Seidler, Berliner Zeitung, 29.08.2005
"Stern verurteilt die beiden Stars nicht, die in der Nazizeit ihre Karrieregipfel erreichten; sie lässt ihnen aber auch nichts durchgehen. Sie betrachtet mit unbefangenem Staunen ihren Werdegang und ordnet die Lebensschritte vorsichtig zu einer Kausalkette, in der sie logisch, aber nie zwingend aufeinander folgen. Denn bei allen Befürchtungen und Verlockungen - immer hatten die beiden die Gelegenheit zum Abbruch ihrer Laufbahn im Nazireich."

Marcel Reich-Ranicki in einem Brief an Carola Stern
"Das ist ein glänzendes Buch, pointiert geschreiben, wunderbar recherchiert, höchst unterhaltsam und aufschlussreich. Ich wünsche diesem Buch den ihm gebührenden großen Erfolg. Das Buch verdient es wahrhaft."

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