| Autor | Peter Biskind |
| Seiten | 864 Seiten |
| Preis | 29,90 Euro |
| Verlag | Verlag Rogner & Bernhard, Berlin |
| Datum VÖ | Juni 2005 |
| ISBN | 3-8077-1004-3 |
Peter Biskind setzt die grandiose Hollywood-Chronik fort, die er mit seinem Bestseller "Easy Riders, Raging Bulls" begonnen hat. Ging es dort noch um die großen Autorenfilmer der 1970er - Scorsese, Altman, Coppola -, so hat sich Biskind nun die Independent-Filme der Neunziger vorgeknöpft. Streifen, die schon heute als Kultklassiker gelten (Pulp Fiction und Sex, Lies and Videotape, Clerks und Reservoir Dogs) und die Macher, die hinter den Kulissen gewirkt haben: Da sind die Kultregisseure Quentin Tarantino und Steven Soderbergh, da ist Robert Redford, der charismatische, aber enigmatische Altstar, der das Sundance Festival lanciert hat.
Und da sind die ebenso genialischen wie skrupellosen Gebrüder Harvey und Bob Weinstein, die ambitionierte Low-Budget-Filme an ein Massenpublikum herangeführt und ihre Filmfabrik Miramax dann an Disney verkauft haben. Biskind hat besessen recherchiert: Er schildert die schwierigsten Dreharbeiten, die wildesten Parties, die größten Egos, die härtesten Auseinandersetzungen, kurz: die besten Anekdoten aus mehr als einem Jahrzehnt Hollywood - und verliert doch nie das Gesamtbild aus den Augen. Denn letztlich ist SEX, LIES & PULP FICTION ein Lamento: die klassische Story einer Alternativkultur, die auf dem Weg in den Mainstream ihre Ideale verrät.
Pressestimmen
Martin Büsser, Junge Welt, 17.08.2005
"Der enthusiastische Filmemacher mit gesellschaftlichen Visionen ist dem Nerd gewichen, der den größten Teil seines Lebens mit der Fernbedienung auf der Couch verbracht hat und nunmehr alles daransetzt, das angestaute Filmwissen möglichst anspielungsreich in die eigene Arbeit einfließen zu lassen. So ist "Sex, Lies & Pulp Fiction" also ein eher handzahmes Buch über ein handzahmes Jahrzehnt geworden, das seltsamerweise dennoch so manch großartigen Film hervorgebracht hat."
Bert Rebhandl, Berliner Zeitung, 11.08.2005
"Nach der Lektüre dieses materialreichen Buchs wird man auf jeden Fall den Abspann von Filmen wieder genauer lesen. Peter Biskind gibt das Wissen an die Hand, was sich hinter den vielen, vielen Firmennamen verbirgt: Männer, denen das Geschäft über alles geht."
Ralph Eue, Tagesspiegel, 21.07.2005
"Biskind spielt auf Risiko. Sein Hintergrund ist die Kultur einer Kritik, die Subjektivität nicht nur zulässt, sondern fordert. Über weite Strecken liest sich das Buch wie der Plot eines noch zu drehenden Biopics – in der Art von THE AVIATOR, auch dies eine Miramax-Produktion. Der Autor hat seine Informanten auch immer nach ihrer Traumbesetzung befragt, wenn sie denn Harvey Weinstein in einem Film besetzen müssten. Häufig genannt wurden: John Huston, Orson Welles oder Marlon Brando. Mithin: Verstorbene. Wohl kein Zufall. Vielleicht, so darf man folgern, sind auch die Weinsteins selber mittlerweile Vertreter einer untergegangenen Spezies."