Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DER SONNENSUCHER. KONRAD WOLF

DER SONNENSUCHER. KONRAD WOLF
Autoren Rolf Aurich
Wolfgang Jacobsen
Seiten 589 Seiten
Preis 24,90 Euro
Verlag Aufbau Verlag
Datum VÖ März 2005
ISBN 3-351-02589-0

bestellen bei amazon.de

Anzeige des Verlags

Ein großer Regisseur zwischen Subversion und Anpassung
Die erste Biographie über Konrad Wolf

Konrad Wolf, der Sohn des Schriftstellers und Arztes Friedrich Wolf, wurde mit Filmen wie "Der geteilte Himmel" (1964), "Ich war neunzehn" (1968) und "Solo Sunny" (1980) international bekannt. Seine ungewöhnliche Biographie, die hier erstmals auf der Grundlage intensiver Archivrecherchen sowie Gesprächen u. a. mit Günter Grass, Eberhard Esche, Christa Wolf, Günter Kunert und Markus Wolf vorgelegt wird, ist ein Spiegel deutsch-deutscher Geschichte.
Kindheit im Württembergischen, Jugend im Moskauer Exil, Rückkehr als Soldat der Roten Armee, Aufstieg zu einem der bedeutendsten deutschen Filmregisseure - wahrlich kein gewöhnlicher Weg. Als langjähriger Präsident der Akademie der Künste (1965-1982) prägte Konrad Wolf das Kulturgeschehen der DDR und pflegte Freundschaften u. a. zu Christa Wolf, Peter Weiß, Luigi Nono und Jorge Semprun. Seine Filme erregten nicht nur wegen ihrer formalen Qualität, sondern auch aufgrund ihrer politischen Fragestellungen international Aufmerksamkeit. So thematisierte er sowohl in seinem "Goya"-Film als auch in seinem größten Publikumserfolg in Ost- und Westdeutschland "Solo Sunny" das schwierige Verhältnis von Künstler und Gesellschaft, das auch sein eigener Lebenszwiespalt war. Er starb 1982, bevor er seinen Film "Die Troika" realisieren konnte - sein Bruder, Stasigeneral Markus Wolf, trat 1989 mit seinem Buch über die Geschichte dieses nichtgedrehten Films erstmals an die Öffentlichkeit.

Pressestimmen:
Heinz Kersten (Neue Züricher Zeitung, 21.10.2005)
"Bei allem Bemühen um Einfühlsamkeit und ausgewogene, durch Aussagen von Interviewpartnern gestützte Darstellung der Person Konrad Wolf ist doch stets die unterschiedliche Lebenserfahrung, die geographische und weltanschauliche Distanz der Biografen zu ihrem Gegenstand spürbar. Das mindert nicht das Verdienst ihrer Arbeit."

Frank Schenk (film-dienst 21/2005)
"'Es spricht einiges dafür, Wolf mehr als filmenden Politiker denn als Künstler mit einem politischen Anliegen zu verstehen.' (S. 462) Nur aufgrund dieses Resümees scheint es mir erklärbar, wie knapp und oft unwirsch Jacobsen und Aurich den Filmen Wolfs begegnen, ihren Realismusgehalt bestreiten, die Schauspielerführung als hilflos abtun und im Grunde genommen nur SOLO SUNNY (1980) gelten lassen. Während Kindheit, Familie, Schulzeit, das Porträt eines prägenden Lehrers und das Exil in der Sowjetunion ausführlich recherchiert sind, muss sich ein Film wie LISSY (1957) mit einer, STERNE (1959) mit drei Seiten begnügen."

Günter Agde (Neues Deutschland, 01.06.2005)
"Die Biografen Wolfgang Jacobsen und Rolf Aurich ... tun sich schwer, Mann und Werk wirklich zu begreifen. Das geben sie zu. Ihr Schreiben ist ein stetes Sich-Hinbewegen auf diesen Mann zu, aller Ehren wert und fleißig. Aber sie machen es sich auch selbst schwer, weil sie sich nicht ausreichend darauf einlassen, ihn anzunehmen, wie er war. Weithin schwingt in ihrem Text Skepsis mit, Ungläubigkeit, Argwohn, auch Misstrauen. Sie suchen nach einer Balance zwischen den beiden Polen Subversion und Anpassung, zwischen die sie Wolf einzupassen versuchen. Beide Vokabeln hält die DDR-Forschung gegenwärtig parat, um widersprüchlich-sperrige DDR-Biografien zu fassen. Und beide Vokabeln sind so griffig wie treffend, auch wohlfeil und - völlig unzureichend."

Jürgen Karl Klauß (Junge Welt, 01.06.2005)
"Das Buch vermittelt neue Einsichten und ermöglicht neue Bewertungen, auch der Beobachtungen Wolfs durch die Staatssicherheit. ... Trotz einiger Unschärfen ist die Biographie von Jacobsen und Aurich eine fundierte Annäherung an die Grenzen und Verdienste eines Regisseurs."

Jürgen Klauss (Die Zeit, 28.04.2005)
"Damit liegt ein Buch vor, das äußerst lesenswert ist, stilistisch zwischen Golo Mann und Sebastian Haffner angesiedelt. Bei der Arbeit an diesem Buch stand nicht, wie oft, wenn es um die Aufarbeitung der DDR-Geschichte geht, das Besserwissen Pate, sondern das Bemühen, eine für die breite Leserschaft der Nachgeborenen gültige Lektüre zu hinterlassen. ... Das Buch ist übersichtlich, enthält wichtige Fotos, beschreibt die wichtigsten Freunde, von Peter Weiss bis zu Ernst Busch. Erstaunlich ist selbst für Kenner Konrad Wolfs zu lesen, wie der Künstler lebenslang in Disziplinen von Kollektiven bis zur Partei eingebunden war, selbst von der Stasi observiert wurde, wie er in Zwängen steckte, die dem eigentlichen Impetus aller Kunst, der Subjektivität, allzu oft im Wege standen. Konrad Wolf, der Sonnensucher, spürte dennoch den Gebrechen der Menschheit in seiner Epoche nach."

Regine Sylvester (Berliner Zeitung, 29.03.2004)
"Wolfs Zerrissenheit ist ein großes Thema des Buches: zwischen Vaterland und Heimat, privaten Erfahrungen und öffentlicher Rede, Gefühl und Disziplin. Konrad Wolf hat in seinen Ämtern versucht, zwischen Politik und Kunst zu vermitteln. Spagatkünste. Er hat vielen Menschen mit großer Güte geholfen und in einigen wichtigen Fragen zu oft zu laut geschwiegen. Bei der Biermann-Ausbürgerung stellte er sich auf die Seite der Partei. Wolf war in der DDR eine Instanz unter Beobachtung. Auch unter Beobachtung der Staatssicherheit. Diese Neuigkeit meldet das Buch mit wenig Text und zwei Fußnoten. Man hätte es gern genauer gewusst."

Stefan Otto (kino-zeit.de)
"In der sichtbar mit großer Gewissenhaftigkeit erarbeiteten Biografie Der Sonnensucher - Konrad Wolf nehmen die Filme nicht den größten Raum ein. Die Autoren Wolfgang Jacobsen und Rolf Aurich widmen sich in weiten Teilen der politischen und persönlichen Geschichte ... Ihr Buch ist in erster Linie eine politische Biografie. Es schildert weniger die Entwicklung eines Filmmenschen, als die eines politisch denkenden Menschen. "Es spricht einiges dafür, Wolf mehr als filmenden Politiker denn als Künstler mit einem politischen Anliegen zu verstehen", resümieren Jacobsen und Aurich im letzten Kapitel ihres Buches."

Aktueller Stand der Datenbank:
16555 Filme,
65131 Personen,
2957 Trailer,
858 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,34006