| Autor | Jörg Schöning (Hrsg.) |
| Preis | 17,50 Euro |
| Verlag | Edition text + kritik |
| Datum VÖ | 1997 |
Eine unüberschaubare Anzahl exotischer Spielfilme entstanden in den 20er und 30er Jahren in Deutschland: Filme, deren abenteuerliche Handlungen nach Asien oder Afrika, nach Südamerika und in die Südsee, gelegentlich "rund um den Erdball" führten. Zwischen aufwendigen Kulissen, später auch an den Originalschauplätzen gedreht, brachten sie dem Kinopublikum die Ferne nah. Doch die Fremde, die sie zeigten, war zumeist die reine Erfindung: Ohne Rücksicht auf Wahrscheinlichkeiten und ohne große Skrupel vor ethnografischer Wahrhaftigkeit setzten sie auf die Schau- und Sensationslust der Weltreisenden im Kinogestühl. So entstanden Filme, die lange vor dem Massentourismus all das boten, nach dem das Kinopublikum sich sehnt(e): Tropen, Palmen, Wüstenwinde ... und erotische Irritationen. Diese populären Filme werden im ersten CineGraph Buch, das einem Genre gewidmet ist, erkundet. Die Beiträge analysieren Völkerschauen als Vorläufer exotischer Filme und fragen nach den erkenntnistheoretischen Implikationen des Reisens und Filmens. Sie liefern Überblicke zum exotischen Spielfilm-Genre und zur Dokumentarfilm-Produktion. Sie untersuchen das Afrika-Bild im deutschen Film sowie die Repräsentanz Indiens. Beleuchtet werden die Beziehungen zwischen Reisefilmen und Tourismus am Beispiel der Hapag-Produktionen, die Rolle der Frau in der Fremde, die Wechselbeziehungen zwischen Exotismus und Phantastik im Film sowie die frühen Darstellungsweisen der exotischen Tierwelt. Biografische Essays porträtieren den Reisejournalisten und Filmmacher Colin Ross, den Afrikaforscher und Regisseur Hans Schomburgk, die Autorin Marie Luise Droop und den Produzenten John Hagenbeck. Einzeldarstellungen ausgewählter Filme sowie ein filmografisches Verzeichnis der exotischen Reise- und Abenteuerfilme der Jahre 1919-45 beschließen den Band.
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