RUMBA

film-zeit Film: RUMBA
Regie Dominique Abel
Fiona Gordon
Bruno Romy
Kinostart 06.11.2008

Inhalt • RUMBA

Fiona und Dom sind unsterblich ineinander verliebt. Ihre größte Leidenschaft ist Rumba. Nach der Arbeit erwarten sie nichts sehnlicher, als in Kleid und Anzug zu schlüpfen und dem sinnlichen Rhythmus zu verfallen. Doch auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung stellt sich ihnen das Schicksal in Person eines tollpatschigen Selbstmörders in den Weg. Um ihn vor dem Freitod zu bewahren, fahren sie mit dem Auto gegen eine Wand. Und ihr Leben ist nicht mehr wie es vorher war. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf, und Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall ...

Kritiken • RUMBA

07. November 2008 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Hier triumphiert die Liebe über die Widrigkeiten, schreibt Heike Kühn. "Clown zu sein, so die beiden Drehbuchautoren, Regisseure und Protagonisten von RUMBA, bedeute keineswegs Darsteller in einer Komödie zu sein. Ihr Film RUMBA, entwickelt mit dem französischen Clown Bruno Romy, ist denn auch ein komischer Ausnahmezustand. Inmitten der Katastrophe, die das Lehrerpaar Dom und Fiona in einer französischen Kleinstadt ereilt, bleibt der Humor von "Rumba" zärtlich und lebensbejahend, ein Triumph der Liebe über die Widrigkeit des Vergessens. Der Rahmen, in dem die beiden ihre Leidenschaft fürs Tanzen pflegen, ist der eines immer präsenten Bewusstseins für das Schauspiel unseres Lebens."

06. November 2008 | Kritik • Berliner Zeitung

Die Komödie ist aus der Zeit gefallen, schreibt Carmen Böker. "In RUMBA wird jede Verpflichtung zum filmischen Realismus, zu irgendeinem zeitgemäßen Ausdruck munter ignoriert, die flach ausgeleuchteten Kulissen sind so künstlich wie die Bewegungen der Menschen nach Cartoon-Manier ruckelnd reduziert. Nur nicht, wenn Fiona und Dom zusammen Rumba tanzen: Dann liegt elementare, elegante Verzückung in jeder Geste, die Körper spannen und biegen sich wie stählerne Federn, es ist das lebendige gemeinsame Glück."

06. November 2008 | Kritik • Der Tagesspiegel

Slapsticknummern der besonderen Art hat Julia Amalia Heyer ausgemacht. "Beinahe pantomimisch agieren Gordon und Abel in diesem cineastischen Varieté, zwei hagere Figuren in knallbunten Kostümen vor knallbunten Kulissen. Bis aufs letzte abgestimmt das Senfgelb des Kleids mit dem Froschgrün der Wand und dem Erdbeerrot der Hose. Wenn beide tanzen, bezaubert die schiere Harmonie von Musik, Farbe und Bewegung. Dann wieder wirkt die absolute Komposition des Raumes, das Ästhetisieren des noch allerletzten Details schlicht pedantisch: Muss das Eis denn wirklich zum Badeanzug passen?"

06. November 2008 | Kritik • Berliner Morgenpost

Es gehört viel Mut dazu, den dramatischen Notwendigkeiten der Bühne vor der Kamera treu zu bleiben, stellt Brigitte Preissler fest. "Mit ihrer clownesk überzeichneten Mimik und einer exaltierten, überwiegend pantomimischen Spielweise rufen die Darsteller die Zeit der ersten bewegten Bilder ins Gedächtnis. ... Ein leicht konsumabler, musik- und choreographielastiger Tanzfilm in der Tradition von Ginger und Fred ist RUMBA also nicht - mag der Titel noch so sehr nach FLASHDANCE oder DIRTY DANCING klingen. Abel und Gordon liefern vielmehr den filmgewordenen Beweis, dass man eine Verbeugung vor Jacques Tati auch tanzen kann. Im Rumba-Schritt natürlich."

02. November 2008 | Kritik • kino-zeit.de

Ob der Film beim großen Publikum Zuspruch finden wird, ist für Joachim Kurz recht fraglich. "Man muss schon eine große Affinität zu Kleinkunst und Varieté aufbringen, um die frische und freche Art des Erzählens wirklich genießen zu können. Und Slapstick-Nummern im Stile Buster Keatons und von Laurel & Hardy sind zwar Balsam für die von unsäglichen Fernseh-Comedians geschundene Seele, stellen aber in einigen Momenten die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe. Trotzdem: Selten sah man in den letzten Jahren das Kino so nahe bei seinen Ursprüngen – und genau dadurch so weit entfernt von allem, was derzeit die Leinwände beherrscht."

01. November 2008 | Kritik • programmkino.de

Thomas Volkmann sieht hier einen Schulterschluss zwischen Kleinkunst und Filmkunst. "Weil sie Clowns sind und keine Filmschauspieler, bedienen sie sich für ihren selbstironischen Film auch der ihnen vertrauten Mittel, Charaktere und Geschichten zu erzählen. Die Nähe zur Kleinkunst durchzieht ihren mit statischen Kameras und so gut wie ausschließlich in Totalen aufgenommenen Film daher von Anfang bis Ende – die Leinwand wird so zur Bühne mit einem Mehr an Möglichkeiten als auf einer Theater- oder Kleinkunstbühne. Und was sie nicht durch Worte ausdrücken, das machen sie durch körperliche Gesten und die Ausstattung deutlich. Für viele Kinogänger ist das sicher eine gewöhnungsbedürftige Ästhetik."

01. November 2008 | Kritik • programmkino.de

Hier halten zwei zusammen, schreibt Thomas Engel. "Das Großkinohafte, die Sensation, das Packende, das Schnelle, das Überrumpelnde, das musikalisch Überwältigende, der Suspense, Dinge, die das Kino“geschäft“ charakterisieren, sie fehlen. RUMBA ist eher ein erratischer Block in der Kinolandschaft. Ein Stück, das durch absichtliche Einfachheit, gezielte Eigenart, in manchem durch eine exquisite Komik und sicherlich auch durch eine gewisse Einzigartigkeit hervorsticht. Es gibt sicherlich viele Menschen, die das goutieren."

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