| Regie | Marco Schnabel |
| Kinostart | 02.10.2008 |
Guru Pitka ist mit unendlicher Weisheit gesegnet, im internationalen Erleuchtungs-Geschäft aber nur die Nummer Zwei. Gerade recht kommt da der Auftrag von Jane, der Besitzerin eines Eishockey-Teams. Wenn das Team noch den Pokal gewinnen will, braucht es den 100-prozentigen Einsatz ihres besten Spielers Darren. Doch der kriegt keinen Schlittschuh mehr vor den anderen, seit seine Frau mit Jacques "Le Coq" Grande durchgebrannt ist. Jetzt kann Guru Pitka beweisen, wie viel er wirklich von Wahrheit, Freude und Liebe versteht. Oder auch nicht.
Trotz einiger hübscher Ansätze erreicht DER LOVE GURU für Jörg Wunder "nie die Referenzdichte der Slacker-Satire „Wayne’s World“ oder der drei AUSTIN POWERS-Filme mit ihren lustvoll albernen James-Bond-Zitaten. Was ebenso an der schwachen Debütleistung des Regisseurs Marco Schnabel liegt wie an der mangelnden Verankerung des Themas in der westlichen Populärkultur. Zwar besitzt die Figur des Gurus durch die Konsultationen bekannter Pop- und Kinostars durchaus parodistisches Potenzial, ist aber als Filmtypus wenig geläufig. So stolpert der DER LOVE GURU als lahme Nummernrevue ins Ziel."
Eine nahezu humorfreie Klamotte sah Thomas Abeltshauer. "Die Story bietet nicht viel mehr als den Hintergrund für Myers unendliche Aneinanderreihung von Sexwitzchen, Körperfunktionsscherzen, kindischen Späßen und Anspielungen auf popkulturelle Phänomene, die selten komisch sind und meist ins Leere laufen. Eine hübsche Ausnahme sind die surrealen Musicalnummern, in denen Myers uramerikanische Popsongs wie "The Joker" bollywoodisiert."
Lustig war Svetlana Svyatskaya "schnell nicht mehr zu Mute, denn die Geschichte ist vorhersehbar, die Figur nervtötend, und die Gags wiederholen sich. Immer wieder ertönt ein Gong, der die Erektion des einen metallischen Keuschheitsgürtel tragenden Gurus ankündigt, und jeder Leitsatz wird von einem Zwinkern und dem "TM - Mein Markenzeichen"-Spruch begleitet."
Ulrich Kriest mag den Film. "Es gibt improvisierte Sequenzen, die offenbar – etwa am Flughafen – mit versteckter Kamera gedreht wurden, bei der die Fassungslosigkeit der unfreiwillig Mitwirkenden mit Händen zu greifen ist. Eine Vielzahl von Cameo-Auftritten und Medienzitaten dürften aus Mangel an kulturellem Wissen hierzulande leider verpuffen, was dem Film aber ebenso wenig abträglich ist wie die Tatsache, dass geschätzte 40 Prozent der Gags ins Leere laufen. Was man sonst nicht tolerieren könnte, gehört hier zur Dramaturgie eines radikalen "Alles, was uns einfällt, wird auch umgesetzt!" dazu. Es ist Teil des Weges, unterlegt, wie von Myers nicht anders zu erwarten, von einer superben Auswahl passender Popmusik."
Margret Köhler konnte ab und zu schmunzeln, aber ansonsten langweilt die Angestrengtheit, unbedingt unterhalten zu wollen. Mike Myers "kann nicht eine Sekunde an seinen früheren Witz und Erfolg anknüpfen. Kalauer unter der Gürtellinie, billige Schlüpfrigkeiten und peinliche Geschmacklosigkeiten sind die Zutaten dieser humorfreien Komödie, die Vulgarität mit Witz verwechselt. Da verliebt sich der Guru in die Auftraggeberin, ein Keuschheitsgürtel behindert jedoch die Annäherung, zur Ablenkung von seinen Erektionen dienen dem Zottel dümmliche Zoten und auch an Elefantendung wird nicht gespart."
Frank Siering spricht mit Justin Timberlake über seinen Film DER LOVE GURU, Madonna und seine Mutter.