WOLKE 9

film-zeit Film: WOLKE 9
Regie Andreas Dresen
Kinostart 04.09.2008

Inhalt • WOLKE 9

Inge ist Mitte 60 und seit 30 Jahren zufrieden verheiratet mit Werner. Trotzdem verliebt sie sich in den zehn Jahre älteren Karl und beginnt mit ihm eine Affäre. Das gesteht sie ihrem Mann ...

Pressespiegel • WOLKE 9

05. September 2008 | Der Spiegel

Einen kleinen und sehr konkreten Film über Lust und Liebeschaos im fortgeschrittenen Alter sah Christian Buß. "Ein über Strecken rauschhafter Film ist Andreas Dresen mit WOLKE 9 geglückt - die Statistik hat er dazu nicht geschönt. Die nackten welken Körper, hier blühen sie auf im freundlichen Licht sommerlicher Nachmittage. Nichtsdestotrotz werden auch rigoros die Konsequenzen des späten Glücks aufgezeigt. ... Hier geht es eben um mehr als die üblichen Lebensabendlügen. Nämlich um die wunderschöne und grausame Macht des Begehrens - die sich in so konkreten wie unaufdringlichen Bildern Bahn bricht."

04. September 2008 | Der Spiegel

Andreas Borcholte und Wolfgang Höbel sprechen mit Regisseur Andreas Dresen über gute und schlechte Kinokopulation, Waschbrettbäuche und die Phantasie-DDR im deutschen Film.

04. September 2008 | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Statt vom Tabu zu reden, will sich Peter Körte einfach ansehen, wie Dresen diese Geschichte erzählt. "Wirklich abendfüllend ist das nicht. Dresen mag seine Charaktere, er rückt ihnen mit Sympathie dicht auf den Leib, und er hat auch drei erfahrene Schauspieler, die seit fast vierzig Jahren im Geschäft sind (und von denen man zwei auch schon in seinen früheren Filmen gesehen hat). Und die als Profis natürlich auch wissen, wie sich aus einer Drehbuchskizze eine Story entwickeln lässt. ... Die Art und Weise, wie er diese Liebesgeschichte erzählt, die ist halt ziemlich fad und vorhersehbar, und da spielt es auch keine Rolle, ob die Protagonisten nun dreißig, fünfzig oder siebzig sind."

04. September 2008 | Die Tageszeitung

Birgit Glombitza unterhält sich mit dem Regisseur über Liebe und Sex im Alter.

04. September 2008 | Die Tageszeitung

Dirk Knipphals kommentiert den Film. "Andreas Dresens Film ist ein Indiz für das, was mit so einer Akzeptanz alles anders werden kann: In seinen Bildern zeigt sich ein neugieriger Blick auf gealterte Körper. Jugendwahn wird es auch nach diesem Film noch geben. Aber vielleicht kann man ihn nach dem Kinobesuch ein bisschen souveräner den Menschen überlassen, die ihm unbedingt nachrennen zu müssen meinen."

04. September 2008 | Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala ist begeistert: "Peinlich? Im Gegenteil, es ist schön, von Anfang an. Kein Wunder, wenn ein Sonnenmensch wie Andreas Dresen diese Geschichte erzählt und ein paar mutige, alte Schauspieler für ihn spielen, was im Leben so selten nicht ist: dass der Liebesblitz einschlägt so spät und so heftig und jetzt erst recht. Dass man verliebt ist wie mit sechzehn oder sechsundzwanzig, dass man zittert vor dem ersten geheimen Wiedersehen und beim zweiten gemeinsam nackt schwimmen geht im nächstbesten See. Dass man sich unvermutet ausschütten kann vor Lachen über einen schön schmutzigen Witz und zwei Gefühle später losheulen über den Witz von eigenem, gewesenem Leben."

04. September 2008 | Frankfurter Rundschau

Michael Kohler nennt es sehr verdienstvoll, "dass Dresen die Alterslosigkeit von Liebesglück und Liebesschmerz in ungeschminkten, aber nie lüsternen Bildern zeigt. Umgekehrt wird aber auch ein Schuh daraus: Denkt man sich den angeblichen Tabubruch, Senioren beim Sex zu zeigen, weg, bleibt eine eher fade Geschichte übrig, die noch ein bisschen fader wird, wenn man sie sich mit Dreißig- oder Fünfzigjährigen in den Hauptrollen vorstellt."

04. September 2008 | Neues Deutschland

Margit Voss und Gunnar Decker schreiben ein Pro und Contra.

04. September 2008 | Junge Welt

Jenseits platonischer Klischees ordnet Anja Trebbin den Film ein. "Er vermeidet jede romantische Symbolik, sondern zeigt, was passiert. Die schwierigste Gratwanderung besteht nach Dresen darin, die Liebesakte sowohl ungeschönt als auch würdevoll zu zeigen. Und nicht nur hier waren die Intuition und die Improvisationsfähigkeit der Darsteller gefordert. Dresen verzichtete auf ein Drehbuch, sondern beschränkte sich auf einen "Szenenfahrplan"."

04. September 2008 | Berliner Morgenpost

Christoph Klimke meint: Liebe kennt kein Alter. "WOLKE 9 ist in jeder Hinsicht große Filmkunst. Die Schauspieler agieren derart authentisch, dass der Zuschauer gebannt bleibt. Wie Ursula Werner in feinsten Nuancen ihre neue Scham gegenüber Werner spielt, nachdem er um ihre Affäre weiß, wie Horst Rehberg Werners Liebesverlust und dessen neue Einsamkeit zeigt, Horst Westphal als Karl diese Liebe leidenschaftlich und behutsam spielt oder Steffi Kühnert eine Tochter, die es auch nicht besser weiß, ist ungewöhnliche Filmschauspielkunst."

04. September 2008 | Der Freitag

Markus Metz und Georg Seeßlen reden mit Andreas Dresen über die Langeweile am durchgeplanten Werk und die Unkontrollierbarkeit der Liebe.

04. September 2008 | Der Freitag

Sehr ungewöhnlich wird hier laut Georg Seeßlen die einfachste Geschichte der Welt erzählt. "Nie verleugnet die Tragödie, dass das menschliche Leben voller unwiderstehlich komischer Momente ist. Dresens Realismus hat zu viele magische Elemente, um in Milieu und Charakter zu versinken, es gibt eine Dialektik zu erkennen zwischen scheinbarer Enge und vielleicht ebenso scheinbarer Freiheit. Oder anders gesagt: zwischen sehr konkreter Enge und sehr konkreter Freiheit."

03. September 2008 | Die Welt

Dies ist in jeder Hinsicht große Filmkunst, lobt Christoph Klimke. "Die Schauspieler agieren derart authentisch, dass der Zuschauer gebannt bleibt von solchen Fallhöhen. Wie Ursula Werner in feinsten Nuancen ihre neue Scham gegenüber Werner spielt, nachdem er um ihre Affäre weiß, wie Horst Rehberg Werners Liebesverlust und dessen neue Einsamkeit zeigt, Horst Westphal als Karl diese Liebe leidenschaftlich und auch behutsam oder Steffi Kühnert eine schnoddrige Tochter, die es auch nicht besser weiß, spielt, ist ungewöhnliche Filmschauspielkunst."

03. September 2008 | Berliner Zeitung

WOLKE 9 ist nicht allein der schönste Film von Andreas Dresen - es ist auch einer, der schmerzlich fehlte im Kino, schreibt Anke Westphal. "Man sieht, wie sie einander genießen, man sieht sie nackt, und man erkennt, wie schön solche von einem langen Leben gezeichneten Körper sein können. Dresen zeigt Inge und Karl, ohne sie dem Zuschauer auszuliefern, indem er ihnen eine natürliche Würde lässt - Kunst ist eben auch eine Frage des Respekts. Wenn das Kino ein Ort ist, die Welt zu erkunden, dann leistet Dresen mit WOLKE 9 viel, allein schon, weil er darauf besteht, dass sich Leben vielfältig offenbart."

03. September 2008 | SZ-Magazin

So nahe wie in diesem Film ist Martina Koben der Sex und die Liebe von Leinwandmenschen selten gegangen. "Von Tabubruch war oft die Rede, was manche zum Gähnen, andere stimulierend finden - beide Seiten missverstehen den Film damit allerdings als Versöhnungsprojekt. Das hätte er leicht sein können: Guter Sex mit siebzig - das wäre doch mal was! Wie beruhigend, wenn das Leben, wie wir es kennen, Sex inklusive, auch im Alter weiterginge! Der Film erzählt tatsächlich das Gegenteil, von Diskontinuität, Kontrollverlust und den Folgen, die das hat."

28. August 2008 | Die Zeit

Markus Zinsmaier ist begeistert: "Die schönsten Szenen von WOLKE 9 sind diejenigen, in denen die in die Jahre gekommenen Akteure sich ein ganzes Filmgenre aneignen. Wie sie Verliebtheit spielen und damit zugleich die Bilder zahlreicher mittelprächtiger Twentysomething-Liebeskomödien vergessen machen, das ist berührend. Auch dieses Mal wieder lässt Dresen seinen Akteuren viel Raum für Improvisation. Nie setzt er sie der Gefahr aus, ihre Würde zu verlieren. Selbst, wenn er sie bei der Liebe filmt, wirkt das behutsam."

04. August 2008 | Berliner Morgenpost

Hanns-Georg Rodek sprach mit Andreas Dresen darüber, wie man das filmt, was das Kino ansonsten meidet.

30. Juni 2008 | kino-zeit.de

Joachim Kurz ist begeistert: "Andreas Dresen und seine wunderbaren Darsteller, die den Film gemeinsam – nur basierend auf einem losen Storygerüst – erarbeiteten, führen uns die Realitäten vor Augen, die dieses fragile Gebilde namens Leben bedrohen – das Alter, die Liebe, das Begehren und den Tod. Man kann die Augen davor verschließen und sich gar nicht erst in diesen Film wagen, doch das wäre ein großer Fehler: Selten sah man so viel Mut in einem so schlichten, klaren und doch unvergleichlich guten Film."

29. Juni 2008 | programmkino.de

Sascha Rettig lobt den Regisseur. "Wie unprätentiös, ungeschönt und stimmig Dresen diese Szenen im Milieu zwischen Kleingartenkolonie und enger Mietswohnung einfängt, ist dabei ebenso beeindruckend wie die Momente des Schmerzes und der Trennung. Mit der Intensität, die man aus seinen Filmen wie NACHTGESTALTEN oder HALBE TREPPE schon kennt, beleuchtet der Regisseur so nicht nur den Mut zu einer neuen Liebe im Alter, sondern auch die schwierigen Gefühlslagen, mit denen sich nicht nur der Verlassene auseinandersetzen muss, der nach Jahrzehnten plötzlich zum schwer möglichen Neuanfang gezwungen wird."

25. Mai 2008 | Berliner Morgenpost

Laut Sven von Reden hat Regisseur Andreas Dresen "keine Scheu, die welken nackten Körper zu zeigen. Weniger schockierend wurde ein Tabu selten gebrochen. Der ironiefreie Blick auf den kleinbürgerlichen Alltag und der urteilsfreie Umgang mit seien Figuren weisen Dresen erneut als großen Humanisten des deutschen Kinos aus."

20. Mai 2008 | Berliner Morgenpost

Den bisher ernstesten Andreas Dresen hat Hanns-Georg Rodek gesehen, "der das Tabu von Liebe und Sex im Alter aufgreift, aber sich nicht im Tabubruch gefällt, sondern vor allem ein Film über letzte Chancen im Leben ist."

20. Mai 2008 | Die Welt

Regisseur Andreas Dresen hat seine Erlebnisse in Cannes bei der Premiere seines Film in der WELT aufgeschrieben.

19. Mai 2008 | Frankfurter Rundschau

Minimalistisch, beobachtend, durchaus emotional, aber im Gefängnis einer gnadenlos romantischen Liebeskonzeption steckt der Film laut Daniel Kothenschulte fest. "Die erste Hälfte ist wunderbar. Dresen führt die Figuren über behutsame Sexszenen ein, die das fachkundige Publikum entzückten. Jede der drei Figuren entwickelt eine spielerische Wärme und Plastizität, die aus Dresens sorgfältiger, zeitintensiver Arbeit mit den Schauspielern erwächst. Dann aber ignoriert die Frau alle Volksweisheit und offenbart sich - leider - ihrem Ehemann. In der linearen Entwicklung des Drehbuchs, das keine Nebenschauplätze kennt, bleibt jetzt nur noch der Weg in die ausgespielte Tragik. Und im situativen Inszenierungsstil führt der über das heulende Elend."

19. Mai 2008 | Berliner Zeitung

Anke Westphal ist begeistert: "Andreas Dresen zeigt Sex zwischen alten Menschen, weil er von der menschlichen Natur erzählen möchte, und er tut das mit größter Liebe und Achtung für die Protagonisten seines Films - und damit für alle, die in deren Lage geraten. Dresen behandelt seine Figuren und seine Schauspieler Ursula Werner, Horst Westphal und Horst Rehberg mit größtem Feingefühl, aber auch Entdeckerfreude. Sie mögen nackt sein, aber er hat sie den Blicken der Zuschauer nicht ungeschützt preisgegeben. Dass ihre Körper alt, sogar gebrechlich sind und ihre äußere Erscheinung nicht optimiert ist, zeigt er im weichen Licht vergehender Sommertage. Und er zeigt die Freude, die diese Menschen einander mit ihren Körpern bereiten, in ihren Gesichtern."

19. Mai 2008 | Der Tagesspiegel

"Ein unerhörtes Kino-Sujet, das in der Wirklichkeit so unerhört gar nicht ist. Ein unerhört gedämpft und zugleich kraftvoll aufspielendes Trio aus gestandenen ostdeutschen Schauspielern, dem Steffi Kühnert als Tochter präzis sekundiert."

19. Mai 2008 | netzeitung.de

Sascha Rettig lobt den Regisseur: Er "geht nah ran an seine beeindruckend natürlichen, ganz normal gealterten Darsteller, an ihre alten Gesichter und Körper mit hängender Haut, Falten und Altersflecken. Er zeigt die Zärtlichkeit, die etwas ungelenken Küsse und, was im Kino eigentlich nie stattfindet, auch den Sex. Mit der Intensität und Wirklichkeitsnähe, die man aus seinen anderen Filmen wie HALBE TREPPE kennt, beleuchtet der Regisseur so nicht nur den Mut zu einer neuen Liebe im Alter, sondern auch die Gefühle des Verlassenen, der nach Jahrzehnten plötzlich einen schwer möglichen Neuanfang probieren muss."

17. Mai 2008 | Der Spiegel

Laut Andreas Borcholte ist Andreas Dresen der erste Uiuiuiui-Effekt des Festivals gelungen. "Andreas Dresen filmt diesen riesigen Konflikt im Leben kleiner, einfacher Leute mit der ihm eigenen Intensität. Immer wieder fährt die Kamera ganz nah an die Gesichter der vom Leben gezeichneten Gesichter der drei Alten heran, zeigt, wie sich lange begraben geglaubte Emotionen ihren Weg durch faltige Landschaften bahnen. Ursula Werners wollüstiger Mund und die strahlenden, nach Leben gierenden Augen von ihrem Liebhaber sind Elemente, die viel dazu beitragen, dass Dresens Film echt wirkt und genau da trifft, wo er zum Denken anregen will."

Aktueller Stand der Datenbank:
15342 Filme,
15076 Bücher & Artikel,
800 Biographien,
49 Themen & Listen
all: 0.24527